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Politologe überzeugt: Ohne Wiedervereinigung hätte es keine NATO-Osterweiterung und keinen Krieg in der Ukraine gegeben

Von Dr. phil. Clemens Heni, 3. Oktober 2022

Der Kapitalismus möchte immer mehr, mehr Waren, mehr Absatzmärkte, mehr Herrschaft, eine unipolare Welt. Deshalb war der 9. November 1989 und der Fall der Mauer so ein katastrophaler Tag, der am 3. Oktober 1990 amtlich wurde: Deutschland hat den Zweiten Weltkrieg doch gewonnen.

Der US-Außenminister James Baker und der deutsche Kanzler Helmut Kohl haben gezielt den sehr weltoffenen und naiven Michail Gorbatschow hinters Licht geführt. Die Zusagen von Baker und Kohl, dass sich die NATO nicht einen inch ostwärts ausbreiten würde, wenn sich DDR und BRD zusammenschließen würden, diese auch in Protokollen schriftlich fixierten Zusagen wurden gebrochen.

Die NATO hat sich nach 1990 extrem ausgebreitet, obwohl doch ihr Hauptfeind gar nicht mehr vorhanden ist: die Sowjetunion und der Ostblock.

In den osteuropäischen Staaten sind jetzt seit den 1990er Jahren wieder Denkmäler für Holocausttäter an der Tagesordnung, Straßen und Plätze oder Fußballstadien werden nach Nazis und Antisemiten benannt – in noch exzessiverer Weise als in der BRD, wenn wir von der Hans-Martin-Schleyer-Brücke in Esslingen am Neckar und Hunderten nach Nazis benannten Straßen im Täterland BRD, von Jahn-Denkmälern oder den Richard-Wagner-Festspielen mal absehen.

Wer also so tut, als sei Putin durchgeknallt und irrational, ja der Krieg gegen die Ukraine sei ohne Vorgeschichte, der lügt. Wer ignoriert, dass es ohne die extreme Aggression der USA und der NATO diesen Krieg sehr wahrscheinlich nicht geben würde, der lügt oder heißt Karl Lauterbach.

Wer jetzt weiter damit kokettiert, dass die Ukraine NATO-Mitglied werden könnte, der die das nimmt einen Atomkrieg und die Möglichkeit der Auslöschung der Menschheit achselzuckend zur Kenntnis. Putin ist unberechenbar – die NATO, Baerbock, Scholz, die FDP und die USA sind berechenbarer, aber mindestens so fanatisch wie Putin.

Das alles wäre ohne die Wiedervereinigung nicht passiert.

Die USA haben 2013/14 den Maidan-Putsch orchestriert

und Milliarden im Kampf für eine mit Antisemiten und Nazis bestückte Ukraine investiert.

In Deutschland sieht man jetzt immer häufiger bei “Flüchtlingen” auch Abzeichen des neo-nazistischen Azow-Bataillons, hier in der Mitte, hab ich kürzlich auf einem SUV mit ukrainischem Kennzeichen hier in der schwäbischen Provinz in der Innenstadt gesehen.

Ironischerweise hat Putin jetzt in seinem Antiamerikanismus gerade Deutschland auf eine Weise in Schutz genommen, wie wir es von Grünen und Nationalrevolutionären der 1980er Jahren kannten, von Henning Eichberg über Rolf Stolz zu Alfred Mechtersheimer.

In seiner Rede zum Beitritt der vier ukrainischen Bundesländer (“Oblast”) im Süden und Osten des Landes, die sich in Volksabstimmungen mehrheitlich für den Beitritt zur Russischen Föderation aussprachen, beschuldigte der russische Präsident die USA und England im Zweiten Weltkrieg die deutschen Städte Dresden, Hamburg und Köln wie viele andere einfach so zerstört zu haben. Dass dies erstens sehr wohl militärische Notwendigkeiten waren und zweitens die Deutschen sich so unendlich viel Schuld aufgeladen hatten, dass der Bombenkrieg sogar noch eine harmlose Antwort war, wenn man die Zahl der Opfer betrachtet, das steht da nicht. Putins Rede gleicht auf seine Weise den Propagandareden von Selenskyi vom Frühjahr 2022. Dieser wollte mit antisemitischen Geschichtsumschreibungen in Israel punkten und pries die Ukraine als Volk, das den Juden vor 80 Jahren beigestanden hatte – dabei gab es kaum ein Land, das intensiver und mörderischer mit der SS, der Wehrmacht und den Deutschen im Holocaust kooperierte.

Putin möchte jetzt auf groteske Weise die USA und England als die eigentlichen Bösen darstellen und unterstellt ihnen, heute zu lügen wie Goebbels damals. Dabei agitieren die USA und England in der Tat ganz extrem, aber das hat nichts mit dem Nazi Goebbels zu tun und ist nicht vergleichbar.

Wo Putin aber nun mal Recht hat, hat er Recht: es gab bislang ein einziges Land, das Atombomben einsetzte und Hunderttausende Menschen ermordete: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Verbrechen von Hiroshima und Nagasaki von August 1945 sind unverzeihliche Verbrechen, sie begründen die “Frist”, die wir noch zu leben haben, wie der Philosoph Günther Anders es nannte.

Die Sowjetunion musste dann auch Atomwaffen entwickeln, um militärisch nicht erpressbar zu sein. Aber die Sowjetunion oder Russland haben die Atombombe im Gegensatz zu den USA noch nie eingesetzt.

Folgender Cartoon ist bedenkenswert und untermauert Küppersbusch TV:

Der nicht anders als krankhaft zu bezeichnende Hass auf den Kommunismus ist in den USA seit Ende der 1940er Jahre ungebrochen und hat aktuell so viel Unterstützung wie vielleicht noch nie, McCarthy war ein leichtes Lüftchen verglichen mit dem Hurrikan Stufe 5, den die USA und Joe Biden aktuell starten.

Wird Joe Biden zum größten Verbrecher in der Geschichte der USA seit Harry S. Truman? Wir ihm Karl Lauterbach dabei helfen? Oder wird Putin noch ein schrecklicherer Verbrecher werden?

Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen: jene Kriegshetzer jeglichen Geschlechts, die jetzt weiter Waffen für die Ukraine fordern und diese liefern, die nehmen die Zerstörung alles Lebens billigend in Kauf.

Es muss um Diplomatie gehen. Die Ukraine wird Gebiete verlieren, das ist jedem klar denkenden Menschen offenkundig. Russland wird auch Kompromisse eingehen müssen – diese wären im April 2022 deutlich größer gewesen, aber ein Fanatiker mit dem Namen Boris Johnson verhinderte damals Verhandlungen, das jedenfalls ist unser aktueller Wissensstand. Historiker*innen werden in Jahrzehnten kopfschüttelnd, mal wieder, vor den Dokumenten stehen – wenn es in Jahrzehnten noch eine Welt gibt, was unwahrscheinlich ist.

Dabei wäre alles so einfach gewesen:

Nie wieder Deutschland!

Ohne Wiedervereinigung hätte es keine NATO-Osterweiterung und keinen Krieg in der Ukraine gegeben.

Jetzt liefern die Deutschen Waffen an einen unsagbar widerwärtigen patriarchalen Clown, der mit seinem “Dingsda” Klavier spielt und die Welt vollends zerstören möchte, wissend, dass man Putin nur ausreichend provozieren muss, damit er durchdreht.

Schuld aber hätten erstmal die USA, Deutschland und die NATO – und erst dann Putin. Ursache – Wirkung!

Nie wieder Deutschland. Nie wieder Lauterbach. Nie wieder Baerbock. Nie wieder Kretschmann etc.

Für Diplomatie und eine multipolare Welt.

Für ein Ende des Kapitalismus, Kampf dem “Schweinesystem”, wie das Känguru sagt:

Für nonkonformistische Tagträumer und gegen genitalfixierte Präsidenten, ihre Freunde (m/w/d) und Waffenlieferungen aller Art.