Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Einfach mal “Danke” sagen an Ralph Brinkhaus und die Politik

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 26. April 2021

Sagen wir Danke. Danke, Ralph Brinkhaus, dass Sie nicht nur die Toten der Coronakrise betrauern, sondern auch ganz explizit nicht der Toten gedenken, die aufgrund Ihrer Politik sterben und gestorben sind: die fanatisch eigensinnigen Gewerbetreibenden und egoistischen Soloselbständigen, die intellektuell abgehobenen und sich selbst immer viel zu wichtig nehmenden Künstler*innen oder die 88-jährigen Altersheimbewohnerinnen, die nach 12 Monaten Totallockdown und Isolation mit ihren Kräften am Ende waren und sich aufgehängt haben. Dass sich gerade diese Alten nicht auch mal zusammenreißen können! Für diese Alten machen “wir” das doch alles und dann so undankbar sein!

Danke, dass Sie den Mut besitzen, davon zu reden, es gebe ein “Recht auf körperliche Unversehrtheit” und trotzdem im Bundestag zu uns sprechen. So viel Mut brauchen wir heute!

Danke, Ralph Brinkhaus, dass Sie mit Ihrer Regierungspolitik und der CDU/CSU-Fraktion seit Jahren dafür Sorge tragen, speziell seit März 2020, dass die Krankenhäuser schlecht ausgestattet sind, dass die Krankenpflegekräfte so euphorisch sind, dass jetzt viele wegen Arbeitsüberlastung kündigen werden – obwohl 2020 13 Prozent weniger Patienten hospitalisiert waren, aber viele Patient*innen ohne den Hauch von Covid-19 (20-30 Prozent) auf die Isolierstation verlegt werden. Danke, dass auch Sie diese professionelle Art und Weise der Krankenhauspolitik bedingungslos unterstützen.

Ohne zu wenig Personal auf den ICUs wäre doch der ganze Lockdown niemals zu rechtfertigen gewesen, wir hätten nie mit Masken rumlaufen oder Gesunde testen lassen müssen dürfen, von dem Faszinosum Ausgangssperre mitten im Frieden (neudeutsch: “Krieg gegen ein Virus”) ganz zu schweigen.

Also Danke!

Danke, Ralph Brinkhaus, dass Sie sich ganz offen und ehrlich bei den Medien bedanken, wie wir das aus dem 20. Jahrhundert her kennen von ganz bestimmten Regimen, dass jene so rührend sich um Ihre Lockdownpolitik kümmern und aufgehört haben, als kritische Journalisten zu arbeiten. Kritik ist was für Feiglinge, die wahren Solid-Arischen haben die gleiche Meinung, DAS ist mutig, grade in diesem Land mit seiner so schwierigen Geschichte, gell.

Danke an alle Regierungspolitiker*innen, dass Sie jetzt Kinder zwingen (“begleiten”), sich live im Internet zu Hause zu testen – unter Aufsicht eines Nazi-Blockwarts, nein: eines ganz normalen engagierten Lehrers oder einer ganz normalen fürsorglichen deutschen Lehrerin, damit da auf keinen Fall der Speichel des Hamsters ins Röhrchen kommt. Und mit diesem Test darf dann das Kind sein Recht auf Bildung morgen in Anspruch nehmen. Wenn der Test positiv ist, kommt ein PCR-Test und dann, wenn es gut läuft für die Panikindustrie, 14 Tage Quarantäne.

Einfach mal Danke sagen an Angela Merkel und Olaf Scholz, dass sie sich so vorbildlich, ja geradezu obsessiv für das Einsperren der ganzen Bevölkerung einsetzen, damit ja kein Virus sich verbreitet.

Wir sind alle dankbar, dass Brinkhaus, Merkel, Scholz, Baerbock, Göring-Eckardt und Klabauterbach weiter dafür sorgen, dass wir uns nicht mit den Fakten, sondern mit den Fake News der Regierung und der Virologen befassen. Es ist eine herausragende Leistung, 14 Monate – und kein Ende in Sicht – die Realität zu ignorieren und in einer Blase zu leben. So was schafft nicht jeder!

Danke, einfach nur danke dafür, dass die Politikerinnen und Politiker im Einklang mit den Medien es schaffen, jede epidemiologische Diskussion zu vermeiden, jede Public Health Diskussion im Ansatz abzuwürgen und konsequent, ja auf vorbildliche Weise starrköpfig, ignorant und somit gerade im typischsten Sinne deutsch zu sein. Dafür einfach nur danke.

Danke, dass Sie die Panik hoch halten und sich auf die Denunziant*innen, quatsch: auf die verantwortungsbewussten deutschen Journalistinnen und Journalisten verlassen und sie anfeuern, weiter zu machen mit der Propagierung der Einheitsmeinung.

Nie zuvor – also nie seit sagen wir Ludwig Klages – hatten wir so eine auf das “Leben” ausgerichtete Politik. Dafür sagen wir Danke. Endlich haben wir gelernt, dass es nicht um die Würde des Menschen geht, sondern um das “Leben” an und für sich. Danke, Ralph Brinkhaus, danke an die CDU/CSU und alle anderen Coronahelden.

Heute ist Tschernobyl-Jahrestag. Auch in dieser Hinsicht wollen wir Danke sagen – Danke dafür, dass wir jetzt wissen, dass es immer Aus sein kann mit dem Leben. Danke dafür, dass wir nicht die blödsinnigen langfristigen Planungen machen müssen – “Was mache ich am Sonntag Abend?”, “Soll ich im Juni in den Urlaub fahren”? All diese nichtigen und seinsvergessenen Fragen sind ein für alle Mal tabu. Danke dafür!

Nicht nur wegen einem Super-GAU und atomarer Verseuchung ist das Aus jederzeit möglich, sondern auch einfach so, aus Willkür, nein: aus Verantwortung und Fürsorge, der pandemic turn ermöglicht es der Politik, für alle Zeiten von heute auf morgen alles Leben stillzustellen. Das konnte zuvor nur Hiroshima – seit Hiroshima ist unser Leben nur noch eine Frist, wie Günther Anders festhielt – und eben Tschernobyl.

Jetzt kann das auch Corona. Danke, dass wir jetzt wissen, in der allerletzten Epoche der Menschheit zu leben – der Epoche des Lebens, der Epoche des Lebens der Solid-Arischen, der Geimpften und Sich-Impfen-Lassenden, der Epoche des In-den-Abgrund-Stoßens aller Anderen, einfach der Epoche der lebensfrohen Solidarität.

Dafür wollen wir Danke sagen.

 

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  1. Chrissie

    Danke auch für bis jetzt 1 Mio. neue Arbeitslose und die Vernichtung ganzer Industriezweige. Danke für Millionen traumatisierte Kinder und zerrüttete Familien. Danke für die Verödung der Innenstädte und Vereinsamung der Menschen. Danke dass Sie Millionen mit Masken und auf-dem-Sofa-liegen und mit Experimentalimpfstoffen krank machen. Danke dass Sie Deutschland zu einem unberechenbaren Wahnsinnsstaat gemacht haben in dem nur noch durchgeknallte Irre Arbeitsplätze schaffen wollen.

  2. Ute Plass

    Die Liste der Danksagungen an das Corona-Regime wird lang und länger und zum Schluss stimmen alle ein in den Song:
    “Danke für diesen guten Morgen,
    Danke für jeden neuen Tag,
    Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag”

    https://www.youtube.com/watch?v=IMCeBIDHHhU

    Das Liedlein zeigt sehr schön, wie die Corona-Führung und der
    liebe Gott eins sind.

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