Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Autor: Clemens Heni Seite 1 von 42

image_pdfimage_print

Iatrogenesis, Lockdowns und Ausgangssperren als tödliche Epidemie

Von Dr. phil. Clemens Heni, 21. April 2021

Lockdowns töten die psychische Stabilität von Menschen, Lockdowns töten das soziale Miteinander, töten die Kultur, töten die Musik, töten den Sport, töten einfach alles, Lockdowns töten Millionen Menschen im Globalen Süden, Masken töten die Ästhetik und die Mimik, den Kern des Menschseins mithin, Lockdowns verhindern, dass sich die gesunde und fitte Bevölkerung unter 70 Jahren mit einem eher läppischen Virus infiziert, damit die theoretisch wirklich Gefährdeten, die 89-jährigen oder 79-jährigen mit massiven Vorerkrankungen solidarisch und gezielt geschützt werden könnten.

Doch es ist nicht solidarisch und internationalistisch, sondern solid-arisch, sich nur um die deutschen Staatsangestellten zu sorgen, die autoritären Lehrer*innen, die autoritären und meist hirnlosen Vorgesetzten und Angestellten in allen staatlichen Behörden und Einrichtungen (Arbeiter- und Vorarbeiter*innen in der Industrie mögen da geistig fitter sein, das ist aber nur eine Vermutung – die ausbleibenden Streiks der Millionen Arbeiter*innen sprechen eher dafür, dass diese Arbeiter- und Vorarbeiter*innen nicht weniger hirnlos sind wie die staatlich Alimentierten).

Anyway. Um was es hätte gehen müssen, ist Folgendes, das belegen auch wissenschaftliche Studien. NUR und wirklich nur indem sich Menschen treffen bauen sie gegenüber harmlosen Viruen wie Influenza oder Corona eine Immunität auf, das Immunsystem lernt durch tagtäglichen Kontakt mit Erregern, es trainiert jeden Tag – bislang. Doch die völlige Isolation von anderen wie im Lockdown ist extrem gefährlich für das Immunsystem, von häuslicher Gewalt und Panikattacken nicht zu schweigen. Dass wir alle von Anfang an eine ca. 80-prozentige T-Zellen Abwehr gegen Corona hatten und haben, ist wissenschaftlich erwiesen (u.a. Uni Tübingen, auch Karolinska Institute Stockholm). Wir haben aber keine Immunabwehr gegen das Alleinsein und Eingesperrtein, gegen die a-soziale Distanz, das Verbot des Umarmens, Händeschüttelns etc.

Schweden beweist es. Schweden hat weniger Tote als UK, Italien, Frankreich oder Spanien und nur unwesentlich mehr Tote als das elende Germany. Und Schweden hat die Würde des Menschen nicht angetastet – im Gegensatz zu Berlin, Paris, Rom, Madrid, London etc. Und das dumme, nicht faktengesättigte Gerede vom dünn besiedelten Schweden wird durch Fakten widerlegt: Stockholm hat eine größere Bevölkerungsdichte als Köln oder Tirschenreuth.

Wer also heute der Abschaffung des Föderalismus und des Parlamentarismus zugestimmt hat – CDU/CSU/SPD – ist für den Tod vieler Menschen verantwortlich. Denn durch Lockdowns schrumpft nicht nur das Menschsein, sondern auch die Wirtschaft, es wird mehr Arbeitslosigkeit geben die nächsten Jahre, das führt zu schlechterer Gesundheitsversorgung und das führt zu früherem Tod. Natürlich sollte man das alles mit Ivan Illich im Gepäck durchdenken, weil er ja zu Recht gerade unser industriell-kapitalistisches (damals auch noch real-sozialistisches) Gesundheitssystem als das Problem erkannte:

Die etablierte Medizin hat sich zu einer ernsten Gefahr für die Gesundheit entwickelt. Die lähmenden Folgen einer von professionellen Standesorganisationen ausgeübten Kontrolle über das Gesundheitswesen erreichen mittlerweile die Ausmaße einer Epidemie. Der Name dieser neuen Epidemie ist Iatrogenesis; hergeleitet von iatros, dem griechischen Wort für Arzt, und genesis, Ursprung. (Ivan Illich, Die Nemesis der Medizin, 1975, S. 9)

Dazu sollte man kein Impfgegner sein, also Gegner der Corona-Impfung sicherlich, aber nicht gegen seriöse und wichtige Impfungen. Man sollte auch die rechten Trottel nicht ignorieren, die tagtäglich Propaganda machen gegen Gates, Soros oder ‘Davos’ oder unter jedem zweiten Achgut-Artikel in der Personenbeschreibung angeben, ob mann 4, 5 oder mittlerweile auch mal 6 Kinder hat und somit ohnehin Teil des Problems ist.

Es ist viel schlimmer, die ‘Linken’, die ZeroCovid-Wahnsinnigen sind die Treiber der Anti-Grundrechte-Epidemie.

Es ist einfach die Realität, seit der Diamond Princess im Februar 2020, dass kein Mensch unter 70 an Corona stirbt (wenn mann nicht enorm vorerkrankt ist, was auch bei einer harten Influenza tödlich sein kann, und zwar auch für Kinder, im Gegensatz zu Corona), auch nicht in der Extremsituation des Gefangenseins auf einem Kreuzfahrtschiff mit extrem beengten Kajüten (und relativ wenig Rolltreppen auf dem Schiff, vor denen ja Aerosole, Sie erinnern sich, Panik haben).

Wer also nicht wirklich sehr schwer vorerkankt ist, stirbt unter 70 Jahren nicht an Corona. Wer anders behauptet, ist wahnsinnig oder gehirngewaschen von ARD/ZDF und den Regierungen.

Ja, noch viel krasser: Selbst wenn Corona für uns 51-jährige tödlich sein könnte, hätten wir in einer Demokratie das Recht, uns anzustecken und zu sterben. Wir müssten mit den 89-jährigen Onkels und Tanten etc. verantwortungsbewusst umgehen, sie fragen, ob sie uns besuchen wollen oder nicht. Exakt so handeln erwachsene Menschen. Dass uns Witzfiguren in den Regierungen diese Souveränität genommen haben und uns jetzt alle nachts einsperren wollen (gut, hier in Schwaben sind wir das schon gewohnt), zeigt wie Totalitarismus im 21. Jahrhundert funktioniert: Gesundheit, Vorsorge, Überwachung, Selbstüberwachung, Planbarkeit und Blockwartdenken gehen eine ätzende Mischung ein, es herrscht eine Volksgemeinschaft der Hygiene-Covidioten.

Doch durch die Infantilisierung unserer spätkapitalistischen Monster-Gesellschaften ist dieses souveräne Handeln erwachsener Menschen pulverisiert worden.

Aber Deutschland ist nur ein kleiner Schiss auf der weltweiten Landkarte. Texas und Florida sind viel bedeutender und größer. Schweden ist die größte Hoffnung Europas, ja Schweden ist der Beweis, dass man in einer Krise souverän, erwachsen, intelligent und vor allem demokratisch, solidarisch und antizipierend handeln kann.

 

Aufrufe: 17

Ethnologiestudium für alle – Corona und die Regentänze

Von Dr. phil. Clemens Heni, 20. April 2021

Ich möchte gar nicht viele Worte machen. Es geht um die Regentänze. Dazu stehen ja ein paar Gedanken in dem Band “Gefährderansprache”.

Was auch zum Lachen ist, das ist die Arbeitsweise am Robert Koch-Institut.

Am 19.4.21, gestern, schreibt das RKI in seinem Tagesbericht zu Corona:

Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7. führt aktuell zu einer ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten. Bundesweit ist seit Mitte März wieder ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Fallzahlen auf Intensivstationen (ITS) zu verzeichnen.

Am 20. April, also heute, publizierte das RKI seine aktuellen Zahlen über die Hospitalisierungen zu Corona:

Kalenderwoche (KW):

11/21 (15.-21.03.): 5135

12/21: 5908

13/21: 5611

14/21: 5424

15/21: 3965.

So krass sieht also die jüngste Steigerung der Hospitalisierungen aus: Sie sank von 5424 in der Osterwoche (5. bis 11. April) auf 3965 in der letzten Woche (12.-18. April). Zwar haben die Deutschen keine Eier (sonst gäbe es Aufstände gegen den Corona-Totalitarismus), aber das Eiersuchen hat die Zahlen nach unten getrieben. Wie man unschwer in der Excel-Tabelle vom 20.4.21 sehen kann, sanken die Zahlen der Hospitaliseriungen “an” oder auch nur “mit” Corona seit der zweiten Woche 2021 im Januar.

(Auf das teils äußerst abstruse “Nachmelden” von Fällen gehe ich jetzt mal nicht an, die Tendenz des Rückgangs in den letzten Wochen zieht sich durch die Berichte der letzten Wochen, auch wenn das RKI jede Woche die Zahlen teils für Vorgänge die viele Monate zurückliegen, einfach ändert – und kein Mensch kann das überprüfen, bis auf eine Staatsanwaltschaft ggf.)

Vom 6. Januar bis zum 1. März 2021 sanken die Zahlen aller Hospitalisierungen – damit sind alle gemeint, das RKI spezifiziert das nicht in der Excel-Tabelle – also primär die Normalstation, aber auch die Intensivstationen, von 9547 (2/21) auf 4059 (6/21). In den Wochen 10 bis 12 stiegen die Werte an, aber seit drei Wochen sinken sie wieder auf aktuell eben 3965. Das ist der niedrigste Wert wöchentlicher Hospitalisierunen seit dem 18. Oktober 2020. Das wäre ne Meldung wert. Aber das RKI hat bereits seine “alternative” Wahrheit kundgetan und berichtet, wie oben zitiert,

Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7. führt aktuell zu einer ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen.

Das stimmt nicht mit den Zahlen desselben RKI überein, man könnte auch sagen: das ist glatt gelogen. Wäre ein Fall für eine Staatsanwältin in Berlin, denke ich. Denn mit diesen Zahlen werden ja die größten Freiheitsbeschränkungen seit 1945 in diesem Land gerechtfertigt. Die Zahlen auf ICUs steigen, aber wie soll das in Einklang zu bringen sein  mit den massiv sinkenden Zahlen der Hospitalisierungen allgemein? Und wie soll das mit der gleichbleibenden Zahl der Intensivpatient*innen insgesamt in Einklang zu bringen sein?

Ein Ins-Verhältnis-Setzen aller Hospitalisierungen in Deutschland, die 2019 ca. 19 Millionen betrugen, und den Hospitalisierungen wegen oder “mit” Corona (ca. 260.000, wenn wir von 12 Monaten und im Schnitt 5000 Patienten pro Woche ausgehen), wäre eine eigene Studie wert. Denn diese 260.000 Hospitalisierungen würden läppische 1,3 Prozent aller Hospitalisierungen ausmachen – das soll eine “epidemische Lage von nationaler Tragweite sein”? Lachen Sie und holen sie tief Luft und vergegenwärtigen Sie sich diese Zahlen.

Das ist aber mit den Zahlen, dem Sinken und Steigen, wie mit den Regentänzen: Steigen die Zahlen oder regnet es nicht, dann haben Sie und ich zu wenig getanzt (wie auch, alle Clubs geschlossen, Wacken und das Oktoberfest nicht in Reichweite), dann sind “wir” alle Schuld, doch sinken die Zahlen, dann lag es an Annalenas Nomination oder an Söders Pressekonferenz und den Lockdowns und Ausgangssperren, am “Krieg gegen ein Virus”.

Wenn dann die Zahlen wieder steigen liegt das nicht an steigenden Tests oder falsch-positiven, sondern daran, dass wir zu wenig getanzt haben (also uns zu oft getroffen haben), dann gibt’s wieder Lockdown – nur äußerst naive Menschen wie der Amtsrichter und CDU-Politiker Jens Gniesa glauben ernsthaft, dass eine Befristung bis Ende Juni ernst gemeint ist von der Regierung und dem Bundestag, das totalitäre Gesetz wird einfach kurz davor bis Ende September verlängert, damit Merkel mit dem ruhigen Gefühl des Lockdowns im Rücken in Rente gehen kann.

Am Anfang ging es auch nur um “flatten the curve”, um den R-Wert unter “1”, das war schnell erreicht, dann ging es um Maskenpflicht, dann um Testpflicht, Quarantäne und sodann um die Inzidenz.

Ein typischer Anhänger des Mythos des Regentanzes ist der alleroberste, erste und regierende Bürgermeister in Hamburg, Peter Tschentscher. Er meinte jetzt, dass das leichte Sinken der 7-Tages-Inzidenz in Hamburg der Ausgangssperre zu verdanken sei. Das weiß er natürlich nicht, er kann da nur fantasieren, wie halt SPD-Politiker oder Mediziner in Hamburg öfters mal fantasieren.

Aber er hat natürlich Recht, wie alle Regentänzer immer Recht behalten: Fallen die Zahlen oder regnet es, dann lag es an den totalitären Maßnahmen beziehungsweise am Tanzen, doch steigen die “Zahlen”, dann lag es natürlich nicht am Lockdown, an Reden von Merkel oder Scholz, sondern dann lag es an a-sozialen Hamburger*innen, die womöglich sogar im Freien atmen und das ohne Maske. Pfui Teufel.

Es leben die Regentänze. Ein Ethnologiestudium oder die Lektüre der Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor Wiesengrund Adorno von 1944/47 könnte hierbei sehr hilfreich sein. Nie war die Gefahr der Mathematisierung oder Verblödung der Welt größer als zur Corona-Zeit.

Horkheimer/Adorno schreiben in der Vorrede zur Dialektik der Aufklärung:

Die Flut präziser Information und gestriegelten Amüsements witzigt und verdummt die Menschen zugleich.

Es geht nicht um die Kultur als Wert, wie die Kritiker der Zivilisation, Huxley, Jaspers, Ortega y Gasset und andere, im Sinn haben, sondern die Aufklärung muß sich auf sich selbst besinnen, wenn die Menschen nicht vollends verraten werden sollen. (…) War die respektable Bildung bis zum neunzehnten Jahrhundert ein Privileg, bezahlt mit gesteigerten Leiden der Bildungslosen, so ist im zwanzigsten der hygienische Fabrikraum durch Einschmelzen alles Kulturellen im gigantischen Tiegel erkauft.

 

Aufrufe: 280

Lachen wir einfach die hilflosen Politiker und das Corona-Regime aus

Von Dr. phil. Clemens Heni, 20. April 2021

Wir haben noch nie so viele so hilflose erwachsene Menschen erlebt. Erwachsene Menschen, die ernsthaft glauben, sie könnten ein Virus wie Corona “ausrotten”. Völlig lachhaft. Nach über 14 Monaten glauben diese Leute, sie könnten ein mehr oder weniger harmloses und nur für sehr alte und sehr kranke, vorerkrankte oder sehr fette Menschen über 70 womöglich gefährliches Virus mit “Maßnahmen” eindämmen oder gar eliminieren.

Allein auf der Diamond Princess, dem Kreuzfahrtschiff, das vor Japan ankerte, starb kein Mensch unter 70. Das war Mitte Februar 2020. Da wusste jeder, der es wissen wollte, Corona ist für Menschen unter 70 ungefährlich und für Menschen über 70 auch nur in seltenen Fällen gefährlich – sonst wären von den 3700 Menschen auf diesem Schiff mehr als sieben auf dem Schiff gestorben (später starben noch sechs weitere, immer noch eine kleine Anzahl, wenn wir das durchschnittliche Alter der Menschen auf dem Schiff betrachten: 58 Jahre).

Nach über 14 Monaten wird immer noch nicht gesehen, dass die “Kollateralschäden” viel höher sind. Durch Corona starben fast nur Menschen, die ohnehin gestorben wären, sonst gäbe es eine massive Übersterblichkeit, die es gerade nicht gibt. Also easy going. Corona kann blöd enden, für jeden von uns – so what? Wir können auch morgen Krebs bekommen oder vom LKW überfahren werden, Letzteres ist für Menschen unter 70 viel wahrscheinlicher als an Corona zu sterben.

Nie sah die Welt so viele metaphysisch hilflose Menschen, die eine unsagbare Panik vor dem Tod haben. Das liegt primär daran, dass der Tod seit Jahrzehnten abgeschoben wurde in die Alters- und Pflegeheime sowie die Krankenhäuser.

An Erbärmlichkeit nicht zu übertreffen sind vor allem jene Linken, die immer so taten, als würden sie Deutschland hassen – und jetzt jammern und zittern vor einem Virus, das nachgewiesener Maßen für fast keinen Menschen unter 70 Jahren gefährlich werden kann (wie gesagt: Das heißt nicht, dass es jeden von uns jeden Tag treffen kann, aber so what?). Wegen dieser lächerlichen Panik vor einem Grippevirus sterben Millionen von Menschen im Globalen Süden. DAS ist die eigentliche Katastrophe der Corona-Zeit: Das Aufkündigen des Gedankens der einen Menschheit. Es gibt nur noch – wie im Kolonialzeitalter oder im Imperialismus – die Herrenmenschen (m/w/d), die via der kapitalistischen und jetzt epidemiologischen ‘Logik’ und Kosten-Nutzen-Kalkulation bestimmen, ob Lieferketten im Globalen Süden funktionieren und Tourist*innen weiter reisen dürfen – oder eben nicht und die Tagelöhner sich zu Fuß Hunderte Kilometer nach Hause aufmachen und auf dem Weg elendig krepieren.

Ein Virus “auslöschen” oder ZeroCovid – da kann man einfach nur lachen. 9 Monate sollten Mund-Nasen-Bedeckungen ausreichen, um dem Virus so richtig Angst zu bereiten, dann plötzlich nur noch OP-Masken oder Schlimmeres. Da kann man wiederum nur lachen und zwar lauthals.

Es geht mir selbstredend nicht um dieses affirmative Redaktionsnetzwerk-Deutschland-Wie-kann-ich-mit-guter-Laune-und-einfachen-Witzen-gehorsam-und-zugleich-niedrigschwellig-fröhlich-bleiben-Niveau. Es geht um Lachen als Distanz und Lachen als Waffe der Kritik.

Dann, auch das regt die Lachmuskulatur an, wird behauptet, dass sich 100 Menschen in einem Supermarkt, die sich dort gleichzeitig 45 Minuten oder auch 53 Minuten oder auch nur 17 Minuten aufhalten, niemals “anstecken” können. Doch eine Person ganz allein mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin in einem Jeans-Laden oder zwei Gäste in einem Café oder drei Käufer*innen gleichzeitig in einer Elektronikabteilung eines Fachgeschäftes – das sei lebensgefährlich.

Wer jemals in einem Karstadt war, weiß, dass dort weniger Menschen pro Quadratmeter sich aufhalten als in jedem REWE-City – und zudem haben Aerosole eine Allergie gegen Rolltreppen, bestätigt jede Thyssen-Krupp-Vorarbeiterin (was haben wir im Frühsommer 1989 gelacht, als die Aerosole immer Panik bekamen, als wir die CNC-Fräsmaschinen anmachten und die Metallteile für die Rolltreppen, metalldeutsch: “Fahrtreppen”, zurechtfrästen).

Oder lachen Sie einfach jene Leute aus, die sogar im Freien Masken tragen, dabei brachte doch schon das Maskentragen in Innenräumen locker 75.000 Tote (die Propagandamaschine sagt uns, die gibt es nur, weil nicht alle 24 Stunden Maske trugen und so weiter). Einfach mal drüber lachen, so absurd, grotesk, weltfremd, irreal, so deutsch, so affirmativ und gehorsam, so stumpf ist dieses Denken.

Oder lachen über “Gedenktage” für Corona- oder Grippetote, die so sinnvoll sind wie Stellungnahmen von eminenzbasierten Virologen zur evidenbasierten Medizin.

Und weil Lockdowns und Masken so viele Tote brachten, denkt sich die Kanzlerin oder der Chefredakteur fast jeder großen oder größeren oder Provinz-Tageszeitung sowie den Wochen- und Monatsjournalen, will ich noch viel mehr davon und das ohne Ende mit einem Bundesgesetz. Auch wenn das schwer fällt, einfach mal lachen über so viel Irrsinn, Unwissenschaftlichkeit, soviel Anmaßung und Dummheit, soviel Weltbeglückungsideologie auf einem Fleck. Oder lachen wir über Menschen wie Thomas Brussig, die “Mehr Diktatur wagen” ernst meinen und ernsthaft glauben, sie würden die deutsche Sprache beherrschen und wüssten, wie man das Wort “Wissenschaft” buchstabiert – Leute also, die meinen, es gebe “die” Wissenschaft und damit TINA meinen.

Man kann einfach nur lachen über Politiker*innen, von Baerbock über Scholz/Merkel und Söder/Laschet, Ramelow, Kretschmann, Dreyer etc. pp., die das alles ernsthaft glauben und uns deshalb alle einsperren. Auch dieses Einsperren ist nur noch lachhaft. In Baden-Württemberg und Bayern darf aktuell kein Mensch, der keinen Hund Gassi führt oder arbeitet oder aber im Sterben liegt und ins Krankenhaus muss, rausgehen. Niemand. Jetzt schlagen Oberschlaule im Bundestag vor, so einen Kriegszustand in ein Bundesgesetz zu fassen, der Traum von Angela Merkel, der doch noch wahr werden wird diese Woche. Was ist daran wieder so lachhaft?

Nun, jetzt schlagen manche vor, diesen Kriegszustand erst um 24 Uhr beginnen zu lassen, zwischen 22 Uhr und Mitternacht dürften die ganz krassen Zeitgenoss*innen noch joggen, spazierengehen oder “frische Luft” schnappen – aber nur alleine. Das ist gerade bei Menschen, die danach zusammen ins Bett gehen, völlig logisch. Im Freien lauert das Virus, nicht im Bett – auch hier wieder lauthals lachen. Oder einfach mal mit ner Portion “Schubsi”-Einkaufswagengriffen zu Lidl, Aldi oder Norma gehen, durch den Laden schlendern, immer wieder den Schiebegriff genüßlich ablecken und am Ende dem Blockwart am Eingang die beiden Schubsi-Einkaufswagengriffe schenken. Das Leben von der lockeren Seite nehmen.

Das sind im Bundestag, so wird es berichtet, vorgeblich erwachsene Menschen, die solche Kriegszeit-Ausgangssperren beschließen werden. Ein Bundesgesetz gegen das Zusammen-Spazierengehen eines Paares ab 22 Uhr. Ein Bundesgesetz für Olaf, damit sich keine Jugendlichen nachts verabreden und auf jede Parkbank sprühen “Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten” und einer dann sprüht “Hey, Leute, Olaf ist gar nicht in der SPD, der ist doch ein Grüner”. Andere hätten nachts Aufkleber verklebt, was jetzt kriminalisiert wird:

Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien (Andy Möller) –

Annalena Habeck oder Armin Söder – Hauptsache Zeugen Coronas.

Oder vielleicht:

Rhetorische Frage für Fortgeschrittene: Wer hat das längere Gedächtnis: Anti-Corona-T-Zellen oder die Uni Frankfurt bzgl. der Aufbewahrung von Doktorarbeiten von Charité-Angestellten?

Auch bissle lustig:

Was ist der Unterschied zwischen einer ‘Querdenken’-Demo und dem Betriebsausflug des Verfassungsschutzes auf den Kyffhäuser? Beim Verfassungsschutz laufen noch mehr Nazis mit.

Sie merken, um was es hier geht: Um Späßle gegen die irrsinnige Willkür, die Corona-Religion und die staatliche Gewalt. Diese unwissenschaftliche, absichtlich unwissenschaftliche Handlungsweise des Bundeskanzleramtes ist der Kern des Problems. Es ist kein Totschlag der Gesellschaft, weil man zufällig auf den roten Knopf beim AKW Neckarwestheim geraten ist, nein, es ist Mord an der Gesellschaft, geplanter und eiskalt durchgeführter Mord mit niederen Beweggründen: Der Imperativ des Lebens zählt und die Freiheit wird erdrosselt, es gibt keine Würde des Menschen mehr, die Grundrechte sind in Quarantäne.

Genau das macht dieses Virus zum größten Sozialexperiement in der Geschichte der Menschheit, da es ja simultan in fast allen Ländern, jedenfalls ein paar Dutzend ‘westlichen’ Ländern gleichzeitig passiert – wenn Sie sich mal die Karte anschauen, merken Sie, dass es de facto nur 38 Länder gibt, die mehr als 10.000 Tote “an” oder nur “mit” Corona haben, wovon einige sogar prozental extrem wenige Tote haben wie Indien, Bangladesch, Pakistan, Philippinen oder Ägypten. Einfach auch mal beim Wort Pandemie oder Epidemie laut lachen – wenn in vielen Landkreisen seit Wochen nicht ein Mensch gestorben ist – das soll eine Seuche sein, ein Zustand, der es rechtfertigt, alles, wirklich alles, was Spaß macht oder zum bürgerlichen Leben gehört, zu zerstören?

Da vieles andere nicht legal wäre – und wir sind ja zuallererst die Gesetzestreuen, klaro -, lachen wir einfach, dafür aber umso lauter und herzhafter. Lachen wir über die Panikindustrie und das ZDF, das offenbar meint (wie ich heute erst sah), ein cineastisches Recht zu haben, “Und dann kam Polly” (2004) zu zeigen, dabei zeigt doch die entscheidende Szene in diesem Film, dass Ben Stiller entgegen dem ZDF Humor hat und nicht Jan Böhmermann heißt, und als Risiko-Versicherungsdepp vor den Augen seiner Geliebten Jennifer Aniston Erdnüsse auf dem glitschig-bakteriell-und-viren-schmierinfektionsmäig-schleimigen Asphalt von New York City reibt und dann isst. Mehr Anti-Corona-Späßle avant la lettre gab es selten.

Wir wissen von Florida oder Schweden sowie der Forschung, dass Masken und Lockdowns nichts bewirken, New York hat viel höhere Todeszahlen als Florida, Frankreich, UK, Spanien, Italien, Belgien, Polen, Tschechien etc. höhere als Schweden. Schweden hatte nie eine Maskenpflicht und alle Läden und Restaurants waren jederzeit offen.

Man kann also nur lachen – wäre es nicht so unsagbar traurig und brutal – über diese Politiker*innen und die Medien und über die meisten Menschen. Nehmen wir jene Menschen, die zwei Masken tragen und sich bei jedem Gang in ein Gebäude die Hände desinfizieren. Oder jene Amerikaner, die laut Bill Maher Obst und Gemüse mit Desinfektionsspray einsprühen, bevor sie es verzehren.

Corona ist einfach nur ein Virus (SARS-CoV-2), mit dem wir leben lernen müssen, wo ist das Problem? Das wirkliche Problem, das bekämpft gehört, ist nicht so ein Virus, sondern die Corona-Politik. Wer wirklich nach bald eineinhalb Jahren ein solches respiratorisches Virus mit tödlichen Krankheiten wie Polio oder Cholera vergleicht, leidet unter einem massiven Dachschaden. Wer den Unterschied zwischen einem extrem krassen durchschnittlichen Todesalter von 28 wie 1918 bei der Spanischen Grippe (bei 50 bis 100 Millionen Toten und einer Weltbevölkerung von 1,5 Milliarden, das macht zwischen 3,3% und 6,6% der gesamten Weltbevölkerung) und 82 Jahren wie bei Corona (bei 7,8 Milliarden Menschen und 3 Millionen Toten, das sind 0,038 Prozent der Weltbevölkerung, also ist Corona zwischen 86 und 173 Mal harmloser als die Spanische Grippe) nicht kennt, verbrachte das letzte Jahr vor dem Fernseher und schaute nur die ARD oder das ZDF.

Man kann nur hoffen, dass die Schulkinder noch die Kraft aufbringen, ihre Lehrer*innen auszulachen, dass die ernsthaft glauben, es wäre schlimm, wenn ein Schulkind Corona bekäme – es wäre extrem wichtig gewesen, dass sich so gut wie alle Kinder mit Corona anstecken. Das hätte viele Tausend Tote verhindert – es hätte sich sehr viel schneller eine Herdenimmunität aufgebaut, die jetzt auf kapitalistische Weise mit teurem Impfstoff hergestellt werden soll und das mit Zwang.

Die ca. 12 Millionen Schüler*innen sollten lachen über die Angsthasen von Lehrer*innen. Diese Schüler*innen könnten sich – gäbe es noch kritische Schüler*innen sagen wir ab dem Alter von 15 wenigstens,  T-Shirts bemalen mit Sprüchen wie

Immer locker bleiben, auch wenn ich huste oder niese – ich hab keine Grippe, das ist nur Corona!

Oder, auch beliebt in der Oberstufe oder dem Berufskolleg:

Untersterblichkeit von März und April stoppen – für Wacken im August 2021 !!

Sicher gibt es noch viel coolere Sprüche zum herzhaften Lachen. Lasst der Fantasie freien Lauf. Anstatt nachts um eins die Sterne im Freien bestaunen, einfach mal dichten. Wir werden die nächsten Monate oder Jahre viel Zeit dafür haben. Es ist durchaus möglich, dass Restaurants und Geschäfte nie mehr öffnen, weil bei vielen Millionen Tests pro Woche kann eine 7-Tages-Inzidenz von 100 – die jetzt in §28b des Infektionsschutzgesetzes geschrieben wird – womöglich allein aufgrund der falsch-positiven Tests locker erreicht werden. Dabei ist jeder Test illegal und menschenverachtend, der nicht auf einer klinischen Diagnose beruht. Und fast alle Menschen, die positiv auf dieses Virus getestet werden, werden nicht krank, sind ergo weder infiziert noch infektiös.

Du siehst gut aus – Aber wie geht es dir wirklich? Keine Ahnung, lass uns mal nen PCR- oder Schnelltest machen, dann wissen wir Bescheid!

Ein Regime, das von seinen Untertanen ausgelacht wird, weil kein selbst denkender Mensch Angst vor einem Virus hat, das jeden zwar sekündlich treffen kann, aber die Wahrscheinlichkeit doch extrem gering ist. Vielleicht noch deutlich geringer als die Trefferquote, mit der Klabauterbach an einem x-beliebigen Abend mit Bestimmtheit sagen kann, welche Farbe sein Auto am nächsten Morgen haben wird…

 

Aufrufe: 801

Obama-Unterstützer und Comedian Bill Maher über “Panik-Porn” und die Dummheit der “Demokraten” in Corona-Zeiten

Von Dr. phil. Clemens Heni, 18. April 2021

Der bekannte amerikanische Comedian Bill Maher attackiert in seiner Real-time-with-Bill-Maher Show auf HBO vom 16. April 2021 die Corona-Panikindustrie.

Er zeigt z.B., dass nach aktuellen Umfragen 41 Prozent der Anhänger der Demokraten ernsthaft glauben, dass die Wahrscheinlichkeit, nach einer “Infektion” mit Corona ins Krankenhaus zu kommen, bei über 50 Prozent liege. 28 Prozent glauben, sie liege zwischen 20 und 49 Prozent. In Wahrheit liegt die Wahrscheinlichkeit mit Covid-19 hospitalisiert zu werden bei 1-5 Prozent.

Maher sagt unter dem Beifall des Publikums:

Je mehr Sie dich dazu bringen, zu Hause zu bleiben und ihren Panik-Porn anzuschauen, je höher sind die Zustimmungsraten.

Was heißt das? Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA wieder Publikum im Studio und im Gegensatz zu Germany gibt es in den USA keine Volksgemeinschaft der Covidioten, sondern wenigsten eine richtige und fast 50 zu 50 Prozent Spaltung in einen kritischen, was Corona betrifft denkenden und in einen panischen, nicht selbst denkenden Teil der Gesellschaft.

Und Maher ist eben auch sehr lustig und mitunter sarkastisch.

Er betont auch, dass in den USA 78 Prozent aller hospitalisierten Menschen übergewichtig oder fettleibig waren und sind. Maher zeigt, dass nach aktuellen Studien die Mainstreammedien 90 Prozent negative Nachrichten zu Covid bringen. Manche Zeitungen oder Seiten gehen so weit, dass sie es als untauglich betrachten, Strände auch nur zu zeigen, da dies Menschen ein gutes Gefühl geben könnte. Dabei sind frische Luft, Bewegung und Sonne (Vitamin D) zentrale Elemente, um sich gegen dieses relativ harmlose Virus zu schützen.

Dabei betont Maher, dass in Texas die “Zahlen” seit Ende des Lockdowns und Ende des Maskenwahns Anfang März, zurückgehen.

Maher, ein Unterstützer Obamas und der Demokratischen Partei – mit Millionenspenden -, ist gegen BDS und für Israel, für die Zweistaatenlösung und für den berechtigen Krieg Israels gegen die islamistischen Hamas 2014, Maher ist ein Umweltaktivist, ist gegen Überbevölkerung (bzw. den natalistischen Imperativ, was viele Corona-Kritiker*innen hierzulande allerdings auch trifft, sehr viele betonen immer, dass sie vier oder fünf Kinder haben und DESHALB gegen die Coronapolitik sind, Feministinnen oder antipatriarchale Männer haben kaum eine Chance in der Anti-Corona-Szene), kritisierte Donald Trump und warnte vor der Gefahr der militanten Trumpianer, er macht Witze über die Verschwörungswahnwichtel wie QAnon, die Hillary Clinton einen pädophilen Kreis von Kriminellen im Keller einer Pizzeria andichten, Maher war gegen den Irak-Krieg von George W. Bush und sagte als nicht gläubiger Mann, der katholisch erzogen wurde (bis er erfuhr, dass seine Mutter Jüdin ist):

Wenn Jesus hier das Sagen hätte, gäbe es eine Gesundheitsversorgung für alle.

Bill Maher ist der letzte Mann seiner Generation (Späßle gmacht, er wurde im Januar 1956 in New York City geboren, das sagt alles), der keine Kinder hat und nie verheiratet war, er hat wechselnde Freundinnen.

Kurz und knapp: Maher ist einer der interessantesten und coolsten, berühmtesten und preisgekrönten Comedians in den USA, es gibt in Hollywood einen Stern mit seinem Namen.

Bill Maher attackiert nun also die gesamte Coronapolitik in den USA frontal und macht auch Witze und sarkastische Bemerkungen, wie sie auf Deutschland passsen würden:

‘Ja, es gibt Konservative, die lesen Bücher. Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis ist so einer. Und er hat eine bessere, freiheitlichere und weniger tödliche Coronapolitik als der Gouverneur von New York, Cuomo.’

Hier kann man sich bei Interesse Ausschnitte aus der mega coolen Show anschauen:

Update:

Siehe ein Transkript der Sendung beim American Institute for Economic Research (AIER).

Aufrufe: 866

Naturschutz und ein “Leben für Deutschland”: Wieviel “Göring” steckt in Katrin Göring-Eckardt in Corona-Zeiten?

Von Dr. phil. Clemens Heni, 18. April 2021

Die Analyse der Geschichte des Naturschutzes im Nationalsozialismus ist bekanntlich ein weiterer Schwerpunkt meiner Forschung seit vielen Jahren, wie in der Studie “Antisemitismus und Deutschland” von 2009:

Oder 2008 in Konkret, Heft 1/08:

Die Headline “Grüne Nazis”, die ich im August 2014 noch auf die Hamas münzte (grün ist die Farbe des Islamismus und der Hamas), bekommt jetzt ganz neue Konnotationen:

Wer sich freiwillig den Doppel-Nachnamen “Göring-Eckardt” zulegt, wie es die geborene Katrin Eckardt getan hat, muss sich allein schon wegen diesem Namen – Katrin Göring-Eckardt – Kritik gefallen lassen. Ihr Volksgenosse grüner Vorbeter Winfried Kretschmann sperrt ja schon jetzt alle Schwaben die ganze Nacht ab 21 Uhr ein, ein Vorgang für den als Strafe das Schmoren in Dantes Hölle lächerlich harmlos wäre.

Aktuell fordert diese führende Grünen-Politikerin Sachen, die sich nicht mal Nazis und Faschos nach 1945 je getrauten. Göring-Eckardt will vorschreiben, wer sich angesichts eines für fast alle Menschen harmlosen Virus mit wem treffen darf – die wirklich Schutzbedürftigen wurden in Altersheimen isoliert und nie wirklich gezielt geschützt, wie es die Kritiker*innen der totalitären Lockdown-, Masken- und Testpflicht wie die legendäre Barrington Declaration seit Oktober 2020 fordern:

Ein Eingriff in das Privatleben der Menschen, wie es sich kein Neonazi, keine AfD, keine Identitäre Bewegung, einfach niemand nach 1945 je auch nur im kühnsten Neo-Nazi-Traum wagte, zu träumen, ja das wäre nicht mal im Horizont ehemaliger Waffen-SS-Nazis gewesen in BRD-Zeiten. Das was die Grüne hier will, ist Corona-Totalitarismus in der Folge von Angela Merkel und Olaf Scholz. Das ist ein mutwilliges Zerstören der Demokratie auch durch Katrin Göring-Eckardt.

Über Göring schrieb ich 2009 in meinem Buch “Antisemitismus und Deutschland. Vorstudien zu einer innigen Beziehung”:

[Der Nazi Naturschützer Hans Klose schreibt] im Jahr 1943:

»In vollkommener Einmütigkeit schart sich am 12. Januar 1943 das deutsche Volk um des Führer treuesten Gefolgsmann und ersten Paladin, Reichsmarschall Hermann Göring, um ihm zu seinem fünfzigsten Geburtstage die ehrerbietigsten und herzlichsten Glückwünsche darzubringen. (…) Ein Leben für Deutschland, in diesem einen Satze lassen sich Wirken und Leistung dieser geschichtlichen Persönlichkeit zusammenfassen und begreifen.«[1]

[1] Hans Klose (1943): Hermann Göring, dem Schirmherrn des deutschen Naturschutzes zum Geburtstage, in: Naturschutz, Jg. 24, Nr. 1, S. 1, zitiert nach Hermann Behrens (2006): Hans Klose und der Nationalsozialismus – preußischer Beamter? Mitläufer? Mittäter?, in: Gert Gröning/Joachim Wolschke-Bulmahn (Hg.) (2006): Naturschutz und Demokratie !? Dokumentation der Beiträge zur Veranstaltung der Stiftung Naturschutzgeschichte und des Zentrums für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung (GTG) der Universität der Künste Berlin, München: Martin Meidenbauer, S. 221-249, hier S. 223.

Natürlich ist Katrin Göring-Eckardt keine Nazi-Frau. Sie ist eine Gute, sie will uns einsperren und vorschreiben, wen wir treffen dürfen. So sieht ihr ‘Leben für Deutschland’ aus.

Weitere Episoden aus dem Leben dieser Grünen sehen z.B. so aus:

Göring-Eckardts Homepage enthüllt ein DDR-Schicksal: Geboren in Friedrichroda, führte sie »vor 1989«, also wohl seit ihrer Geburt, ein lustiges Dissidentenleben in der Ufo-Sekte »Solidarische Kirche und Frauen für den Frieden«. Nach dieser langen Gärung knallte sie 1990 wie ein Korken hoch: Die Personal-Service-Agentur »Bündnis 90« wurde gegründet, Göring-Eckardt kam in den thüringischen Landtag und avancierte in den Landesvorstand, gerade rechtzeitig, um den Wiederauszug der grünen Landtagsfraktion 1994 unbeschadet zu überstehen. Nachdem sie lange genug verschiedenen Gremien und Personen »beigesessen«, dort »mitgearbeitet« und »referiert« hatte, darf sie nun der grünen Bundestagsfraktion vorsitzen.
Bei Lichte betrachtet, ist diese Berufsbiographie eigentlich doch sehr eindeutig.
Seit ihrem Theologiestudium redet sie meist in Gleichnissen: »Dieses große Schiff, der rot-grüne Kahn, ist verdammt in Ordnung und weiß vor allen Dingen, wohin es fahren will.« Beruhigend, daß das Schiff den Weg kennt, wo doch Schröder kürzlich im »Handelsblatt« (16.12.2002) eine Unwetterwarnung herausgegeben hat und vor den »Stürmen der Globalisierung« warnte. Nachdem bei seinem Versuch, die Segel zu reffen und das Schiff beizudrehen (d.h. den Bug in die Richtung drehen, aus der der meiste Wind kommt), ein Mast gebrochen war, ging er unter Deck und überließ dem Klabautermann Rürup das Kommando. Schauen wir uns dessen Gespenster-Crew einmal an, sie ist wahrhaft unheimlich.  (Konkret 2/03)
Metamorphose in grün(2)
Das grüne Konzept des »Den Gürtel enger schnallen« ist seit dem Parteitag von Magdeburg, als die Grünen 1998 fünf Mark für den Liter Benzin fordern wollten und dafür desaströse Umfrageeinbrüche erlitten, rapide verblaßt – so weit, daß die Grünen heute zum ersten Male in der Lage sind, eine klassische Wachstumskampagne nicht nur zu dulden, sondern zu forcieren. Bütikofer, aber auch Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt verwenden ohne Zögern industriefreundliche Metaphern wie die von der »Lokomotive Wirtschaft« und fordern, nach all dem Reden über die »Grenzen des Wachstums« müsse es jetzt um das »Wachstum der Grenzen« gehen. Das Wortspiel weist auf eine Änderung der herrschenden Lehre. (Konkret 2/04)

Ein “Wachstum der Grenzen” – das geht bei dieser Grünen jetzt so weit wie nie zuvor, sie will vorschreiben, wer sich mit wem wann wo treffen darf. Menschen einsperren, das ist jetzt das neue “Wachstum der Grenzen” – Mehr privates Gefängnis wagen, ja “mehr Isolationshaft wagen”, das ist das grün-deutsche Motto in Corona-Zeiten. Diese Partei wird die nächste Bundesregierung wenn nicht anführen, so doch gestalten.

Wer Katrin Göring-Eckardt als Mutter hat, braucht keine Feinde mehr:
Die Grünen sollten also zur Partei der Familien werden. Es muß an jenem Tag gewesen sein, daß Katrin Göring-Eckardt ihre Berufung im Ideal der »Generationengerechtigkeit« erkannte und in dem ungeheuren »Konsolidierungsbedarf, den wir jetzt und in den kommenden Jahren schultern müssen«. Sie entschloß sich, einen guten Teil des Bedarfs auf die eigenen Schultern zu nehmen. Dabei sollte es immer »einfach und transparent, sozial ausgewogen und kapitalmarktschonend« zugehen, aber auch »wachstumsverträglich«. Denn wenn wir eines Tages unseren Kindern die Welt zurückgeben, dann soll sie in einem solchen Zustand sein, »daß man wieder Lust bekommt, in Deutschland zu investieren«.
Für ihre Söhne gibt es, wenn sie am Wochenende aus der Waldorfschule kommen, »klare Regeln und auch Autorität. Aber sie werden in Entscheidungen einbezogen. Sie sollen lernen, daß viel Freiheit heißt, auch Verantwortung zu übernehmen.« Aufs Tischgebet folgt die Fortsetzung des Sozialkundeunterrichts oder der Parlamentsrede mit den gewohnten Mitteln. Und umgekehrt möchte Katrin Göring-Eckardt die Prinzipien ihrer häuslichen Pädagogik auch in der Sozialpolitik anwenden. Was sie ihren Söhnen sagt, sagt sie mit denselben Worten auch den Rentnern und den Arbeitslosen.
Stand und Niveau der hiesigen Flüchtlingsdebatte fanden Mitte April ihren adäquaten Ausdruck in der ARD-Talkshow »Anne Will«, wobei bereits deren Leitfrage denkbar volkstümlich, also widerwärtig formuliert war. »Flüchtlinge vor unseren Grenzen – wen wollen wir reinlassen?«, so lautete die Vorgabe der Redaktion an die Runde. In dieser saß der schwarze Fußballspieler Gerald Asamoah und bestätigte unter tosendem Applaus: »Natürlich können wir nicht alle aufnehmen, aber denen, die es bis hierhin schaffen, sollte man die Chance geben, etwas zu erreichen.« Dort saß Katrin Göring-Eckardt von den Grünen und machte Reklame für eine Behandlung der Einwanderung strikt nach ihrem Nutzen für Deutschland. Dort saß Joachim Herrmann (CSU), der auf den Hinweis des Menschenrechtsaktivisten Elias Bierdel, bei der Flucht kämen laufend Menschen zu Tode, sagte, er »gestehe offen, daß ich da als bayerischer Innenminister keinen zahlenmäßigen Überblick habe, wer da jetzt im Moment auf dem Mittelmeer herumirrt«.  (Konkret 6/11)
Noch mal, ganz langsam, zum Mitdenken, was die Katrin Goebbels-Eckardt (richtig, sie heißt Göring) da gesagt hat: »Die gesamte Opposition«, von der in dem Zwischenruf gar nicht die Rede war, »das sind Leute, die für die Freiheit kämpfen« und nicht diskreditiert werden dürfen. Auch wenn der Teil des »Majdan«, der die Nazis und ihre Kollaborateure verehrt und »Moskaus jüdische Mafia« verflucht, heute den stellvertretenden Ministerpräsidenten und den Generalstaatsanwalt stellt.  (Hermann L. Gremliza, Konkret 4/14)

Vom “Besiegen” von “Arthrose, Arthritis und anderer rheumatischer Leiden” zum totalen Krieg gegen Corona ist es für Katrin Göring-Eckardt nur ein Tweet:

»Chrismon Das evangelische Magazin«
(Herausgegeben von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Präses Katrin Göring-Eckardt/MdB, Dr. Margot Käßmann, Präses Nikolaus Schneider) Fax …
Sehr geehrter Herr Chefredakteur Arnd Brummer! Fürs Juniheft bot Ihnen die Firma Cosmowell für eine Drittel-Farbseite 8.020,60 (incl. MwSt.) Euro. Ein Geschäft, das Sie zufolge herrschender Richtlinien nicht ablehnen konnten, wiewohl der Hautgout zum Himmel stank, wissen wir Arthritiker doch aus leiblichleidiger Erfahrung: Gegen die mächtige Arthrose helfen eingangs nur die nichtsteroidalen Antiphlogistika, ausgangs nur die Endoprothese, nicht aber von Doktorkunstfiguren zertifizierte Trinkkuren aus Nahrungsergänzungsmittelklitschen wie dieser Gelenkgoldgrube in St. Johann in Tirol.
Herr Brummer! Sie sind kein Scheißdraufjournalist, Sie sind der renommierte Verantwortliche eines den christlichen Werten verpflichteten Periodikums. Sehen Sie die Möglichkeit, daß im redaktionellen Teil »Chrismons« was unternommen wird gegen diese geldschneiderischen Lügenmäuler, die in ihrer Anzeige in »Chrismon« kalt schnauzen: »Wir wissen jetzt, wie man Arthrose, Arthritis und andere rheumatische Leiden erfolgreich mit einem neuen, natürlichen Mittel besiegen kann.« »Besiegen« – was für ein zutiefst unhaltbares, was für ein verbrecherisches Versprechen, man rafft es nicht und alles toobt in einem, ehrlich!  (Konkret 7/11)

Nun wollen die Grünen und Katrin Göring-Eckardt Corona “besiegen”. Dafür müssen die Grundrechte kaltgestellt werden, dafür muss Ihre und meine Freiheit eingesperrt werden, dafür müssen Köpfe rollen. Grüne tun alles “für Deutschland”, schon immer.

Aufrufe: 874

Kommentare aktiviert – für ein weiteres kleines Netzwerk von Menschen, die die Corona-Politik und das Aussetzen der Grundrechte kritisieren

Von Dr. phil. Clemens Heni, 17. April 2021

Eine sehr interessante Zuschrift einer Leserin meines Blogs hat mich jüngst animiert, die Kommentar-Funktion doch zu aktivieren – was ich hiermit mache, allerdings technisch geht das nur für zukünftige Texte, startend mit diesem hier.

Jene Leserin, die mich darauf hinwies, hat auch auf die beiden Schwerpunkte nicht nur meiner Forschung oder politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten hingewiesen: Antisemitismus, Nazis, deutsche Geschichte einerseits – also die herkömmlichen Themen gesellschaftskritischer, linker Menschen in diesem Land -, und dann aber, und das macht den Unterschied, Corona bzw. die Corona-Politik andererseits.

Wie so viele von “uns” habe auch ich Freunde verloren, Leute, die unfähig waren, wenigstens nach einer kurzen Schockstarre wie im März 2020 wieder das Denken einzuschalten. Es gibt manche, die auch geschockt waren wegen der angeblich nie dagewesenen Gefahr dieses Virus, und dann später anfingen, zu denken. Ich gehörte von Anfang nicht zu jenen Geschockten wegen eines Virus, das in China fast nur alte und kranke Menschen tötete. Ich sah in meinem ersten Text zu Corona vom 12. März 2020 den “Prä-Faschismus” und ich habe leider Recht behalten. Vom Präfaschismus zum Hygienestaat und der Gesundheitsdiktatur in wenigen Tagen.

Es gibt offiziell bis zu 40.000 Intensivbetten in Krankenhäusern bzw. in Notfallzelten. Davon waren zu keinem Zeitpunkt mehr als 20.000/21.000 belegt und davon wiederum maximal 5700 mit oder wegen Covid-19. Wäre die Bundesrepublik Deutschland eine funktionierende Demokratie, müssten zumindest mal einige Tausend der “Notfallbetten” (10.000) in Anspruch genommen werden, bevor auch nur von einer Krise, geschweige denn einer “epidemischen Lage von nationaler Tragweite” zu reden wäre. Das war nie der Fall. Das Schweigen von Karlsruhe macht den Niedergang der Demokratie perfekt. Das war’s.

Mittlerweile erleben wir die offene grundgesetzwidrige Politik von Angela Merkel und allen anderen, auch von Steinmeier und der ganzen politischen Klasse. Und das Bundesverfassungsgericht ist Teil des Problems, es hat bislang zu fast jeder grundrechtswidrigen Politik geschwiegen und somit zugestimmt – denn Schweigen oder Nicht-Behandeln von Klagen, die es gibt, heißt Zustimmen. Und Steinmeier hat nicht mal nur geschwiegen, was schrecklich genug gewesen wäre.

Es wurde ja 2020 so getan, dass mit einer Impfung alles vorbei sei. Und das ist ja die “Logik” der Panikindustrie gewesen: Wenn die Impfung da ist, wird alles vorbei sein. Doch was passiert? Seit es die Impfung gibt und wirklich so gut wie alle über 80 Jahren geimpft sind (bis auf jene, die das aus guten Gründen nicht wollen), ja fast alle über 75 sind geimpft oder bald geimpft sein könnten, kann kaum noch jemand an Corona sterben. Das ist ja die immanente Logik der Impfindustrie. Doch die Panikindustrie ist viel stärker als die Impfindustrie. Warum jedoch drehen die Stadt Köln oder Kretschmann und Merkel jetzt noch viel mehr durch als je zuvor? Weil sie quälen und foltern und herrschen wollen und nicht etwa, weil es ihnen angeblich um die Gesundheit der Menschen geht.

Ginge es auch nur einem dieser Politiker*innen um die Gesundheit der Menschen, würden sie das kapitalistische Gesundheitssystem und den Kapitalismus abschaffen. Ginge es um die Gesundheit, würden Talkshows verboten werden oder es würden in JEDE Sendung denkende und nicht denkende, affirmative Gäste eingeladen und zwar in gleicher Anzahl, wobei die Moderatorin oder der Moderator auf Seite der Nicht-Selbst-Denkenden steht (also wenn, dann 3 denkende Gäste und zwei affirmative plus Moderatorin), wie wir seit Jahrzehnten erleben. Punkt. Ist so.

Wenn doch so gut wie kein Mensch unter 65 je “an” oder auch nur “mit” Corona starb, wo ist das Problem? Das Problem ist, dass Merkel ihren eigenen Hygienetotalitarismus befolgt. Demnach ist die Pandemie erst zu Ende, wenn jeder – JEDER – Mensch auf der Welt geimpft ist gegen dieses für fast alle Menschen harmlose Virus. Von diesem Wahnsinn kann sich Merkel nicht mehr lösen.

Es sterben vor allem Menschen wegen der Lockdownpolitik – einsame und isolierte Alte, Demente, aber auch junge und völlig verzweifelte Menschen. Es sterben vor allem Millionen von Menschen im Globalen Süden – das juckt weder Merkel noch die Zeitschrit Konkret oder die ZeroCovid-Totalitären der “Linken” und der hygienestaatlichen “Antifa”, die keine mehr ist.

Es gibt Corona, aber ob an Corona besonders viele Menschen starben, ist gar nicht bewiesen, da ja so gut wie nie obduziert wird. Zudem, auch das wird nie diskutiert im Mainstream, wird die Gesellschaft jedes Jahr älter, also sterben auch mehr Menschen über 80. Doch diese Menschen dürften ja noch der Logik der Impfwahnsinnigen nicht mehr sterben. Warum dann jetzt das Durchdrehen mit “Notbremse” und Mega-Lockdown, Ausgangssperren für alle und nicht nur für Schwaben und Bayern, die das eh schon haben, seit Wochen?

Von den 416 Texten, die auf diesem Blog seit Gründung im April 2008 publiziert wurden, ist ein großer Teil seit März 2020 entstanden. Der größere Teil der Texte entstand zwar vor März 2020, aber nie habe ich so viele Texte zum gleichen Thema in sehr kurzen Abständen – wie ein intellektuelles Tagebuch – geschrieben (bislang über 100 Texte), wie seit dem 12. März 2020, als ich meinen ersten Text zur Corona-Krise publizierte (“Prä-Faschismus, Hysterie, Panik, Seuche – Wie Virologen, rechte Politiker und die Medien einfach mal die Demokratie abschaffen wollen oder Was heißt Aufklärung im Zeitalter des Coronavirus?“):

Dabei geht es Spahn und den Virologen nicht um die Menschen, es geht ihnen um den Staat, der muss funktionieren. Und dafür werden wirklich alle Register gezogen. Dagegen war der Herbst 1977 ein Kinderspiel. Jetzt ist Zeit für die ganz großen autoritären Maßnahmen und das Aussetzen der Demokratie für alle. Aus der Kommunistenjagd wird die Virusjagd und Infiziertensuche. Traumhafte Voraussetzungen für den Faschismus. Nicht zuletzt für den kommenden Technik- und Überwachungsfaschismus.

Angst zu schüren, um das als Legitimation des Abbaus von Menschen- und Freiheitsrechten zu benutzen, war schon immer ein Hauptingredienz von Faschismus.

Aufklärung heißt, skeptisch zu sein. Es steht nicht weniger als die Demokratie auf dem Spiel und die individuelle Freiheit, die einige PolitikerInnen und Virologen in wenigen Tagen leichtfertig aufs Spiel setzen, manche naiv und unbedacht, andere hingegen sehr strategisch und geplant.

Am 20. Dezember 2019 starb “Vielleicht der größte Journalist des Landes” (Jüdische Allgemeine), Hermann L. Gremliza im Alter von 79 Jahren. Entgegen seinen Epigon*innen bei Konkret wäre er aber sowas von gegen die Corona-Politik aktiv gewesen. Und ist es nicht ironisch und dialektisch, dass gerade die linken Kritiker*innen der Coronapolitik jetzt das Grundgesetz – das mit der geplanten Ergänzung zum Infektionsschutzgesetz (§28b) nächste Woche vollends zerbröselt werden soll, so der Wille von Scholz und Merkel & Co. – verteidigen müssen (“Corona und die Demokratie. Eine linke Kritik“)?

Es ist wichtig, die Grundrechte zu verteidigen, namentlich die Versammlungsfreiheit. Doch in eine Lobeshymne auf das Grundgesetz, das wieder in vollem Umfang gelten solle und dann sei alles gut, werden wir nicht einstimmen. Wir zitieren angesichts der rechten Hetzer und Pöbler auf und um den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, die sich als die Avantgarde der Corona-Massenpanik-Kritik dünken und doch nur deutsche Ideologie in Potenz darstellen, Hermann L. Gremliza (1940–2019):

„Integration? Ich bin so frei, von dieser Scheißkultur nichts wissen zu wollen. Deut­schlands Werte gehen mir allesamt am Arsch vorbei, ich singe keine Hym­ne, folge keiner Flagge, werden einen Teufel tun, auf das Grundgesetz, dies­en Waffenstillstandspakt im Klassenkampf (Rosa Luxemburg), einen Eid ab­zulegen, und wünschte mir, jeder Mensch, der hierher geflohen ist, seine Haut vor unseren Exportwaffen zu retten, wäre so frei, es zu halten wie ich.“

 

Bremen, Berlin, Heilbronn, 9. Mai 2020

Gerald Grüneklee

Clemens Heni

Peter Nowak

Es gibt ein Netzwerk von Unternehmen, die sich weigern werden, Menschen die Grundrechte zu entziehen und sie nach “getestet” oder “geimpft” zu unterscheiden:

Als Folge von Corona und dem politischen Umgang mit diesem Virus bilden sich in der Bevölkerung immer tiefer werdende Gräben. Mit dem geplanten Impfpass werden in naher Zukunft all jene Menschen benachteiligt und ausgegrenzt, welche sich aus gesundheitlichen Bedenken keinen dieser unerforschten Covid-19 Impfstoff spritzen lassen wollen. Die Antwort auf diese drohende Impfapartheid lautet ANIMAP.

Dabei handelt es sich um ein Branchen- und Produkteverzeichnis für Unternehmen aller Branchen, welche in Bezug auf die Covid-19 Impfung niemanden ausgrenzen, sondern allen Menschen freien Zugang zu ihren Produkten und Dienstleistungen gewähren.

Sind auch Sie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, welche sich nicht bedenkenlos impfen lassen wollen? Klicken Sie hier, um Ihr Unternehmen, neben 3205 anderen, kostenlos einzutragen. [Update, 18.04.2021: es sind jetzt schon 3581 Firmen]

Ich bin mit meinem Verlag natürlich schon dabei:

Ich freue mich auf Kommentare, Diskussionen und das Netzwerken, das seit Jahrzehnten nicht mehr so wichtig war wie in diesen irrsinnigen Zeiten, wo Menschen nicht als Erwachsene behandelt werden, die selbst bestimmen können, welches Risiko sie im Leben eingehen oder nicht eingehen, und wo Kinder in eine Panik versetzt und zwangsweise mit Masken und Tests an Körper und Seele verletzt werden, wie wir es seit der millionenfachen Kinderverschickung nicht mehr erlebt haben. Jeder Mensch soll sich als potentiellen Mörder des anderen sehen, das ist die zynische, menschenverachtende und totalitäre Logik der Bundesregierung und der herrschenden Klasse insgesamt. Und alle gehorchen. In einer funktionierenden Demokratie müsste dieses Land brennen, es müsste Aufstände geben ohne Ende (auch Polizeieinsätze wie jetzt in Oldenburg müssten zu Protesten führen wie weltweit nach dem Mord an George Floyd in den USA!!!) – erst dann wären sie zu Ende, wenn diese nicht existente “epidemische Lage von nationaler Tragweite” aufgehoben und wenn die Würde des Menschen wieder gelten würde (so würdevoll ein Leben in Deutschland und unterm Kapitalismus und Patriarchat eben sein kann, besser als heute war es zu jeder Zeit seit 1949 und das will was heißen, bei Nazi-Bundeskanzlern, Nazi-Bundespräsidenten, Nazi-Ministerpräsidenten, Nazi-Lehrern, Nazi-Philosophen, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard-der-Deutsche-Schröder etc. pp.).

Was Angela Merkel, Olaf Scholz oder Markus Söder und Annalena Baerbock, Armin Laschet und Robert Habeck und weiteste Teile der politischen und kulturellen Elite, so gut wie alle Mainstreammedien und ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung in ihrem Leben nie lernten und nie mehr lernen werden – dazu ist es jetzt schon zu spät -, ist Folgendes, was ich in dem Buch “Gefährderansprache” als Epilog im Oktober 2020 publizierte:

Selbst wenn Corona eine Pest wäre, haben die Regierungen weltweit falsch gehandelt. Wir hätten alle zu einem letzten Mahl zusammenkommen können, zu einem letzten rauschenden Fest, einem letzten Sich-Vorlesen, einem letzten Sketch, einer letzten Musik, einem Fußballspiel, einer Theateraufführung, einer Morgenröthe, einer Flädlesuppe oder einem Sieben-Gänge-Menü. Es wäre Pech gewesen und sehr traurig, wenn eine Zivilisations-Krankheit oder Naturkatastrophe uns alle befallen hätte und es keine Rettung gäbe wie bei der mittelalterlichen Pest. Aber gerade dann müsste sich das Mensch-Sein zeigen, das durch Kultur, Kunst und das Sich-Verausgaben, die Verschwendung, den Potlatch gekennzeichnet ist. Das würde reife, selbstbestimmte und souveräne Menschen bedingen. Die gibt es in der patriarchal-kapitalistischen Gesellschaft nicht. Die atomisierten Würstchen zappeln und zappen alleine vor den Multimedia-Geräten herum, schauen sich nochmal „Mutti“ oder den bayerischen „Kronprinzen“ an und denken, alles sei „alternativlos“ und krepierten elendig. Werden die Menschen je wieder lernen, was das Mensch-Sein ausmacht? Wussten sie es je?

 

Aufrufe: 336

Setzt sich im April die Untersterblichkeit ungebremst fort?

Von Dr. phil. Clemens Heni, 16. April 2021

Die ersten vier Tage im April 2021 zeigen wiederum niedrigere Todeszahlen als in den vergangenen fünf Jahren seit 2016. So starben an diesen ersten vier Tagen im April 2021 9874 Menschen – das sind 10,1 Prozent weniger als im Schnitt der letzten 5 Jahre (2016/2017/2018/2019/2020), wo 10.984 starben.

Dabei wurde seit 2016 die Gesellschaft deutlich älter, es gibt immer mehr Über-80-jährige, was rein statistisch zu mehr Todesfällen führen müsste. Corona scheint eine so heftige Krankheit zu sein bzw. sie wird spätestens seit März 2021 so richtig zur apokalyptischen Seuche, dass jetzt immer weniger Menschen sterben.

Am 4. April 2017 starben zum Beispiel 2695 Menschen, an diesen Tag erinnern Sie sich bestimmt, es lagen überall an den Ortsausgängen die Toten und Särge, die nicht mehr abtransportiert werden konnten.

Jetzt im März 2021 war es noch schlimmer (11 Prozent Untersterblichkeit laut Statistischem Bundesamt). Dieser krasse Trend setzt sich womöglich im April fort. Es starben am 4. April 2021 2383 Menschen und alle Läden sind geschlossen (bis auf Supermärkte etc.), alle Restaurants, Kinos, Sportveranstaltungen, ganze Fußball-Teams werden in Quarantäne geschickt (jetzt die arme Hertha BSC aus Berlin), damit überhaupt noch eine Chance besteht, dass wenigstens zwei oder drei Profi-Fußballer diese Zeit überleben.

Natürlich sind das nur Momentaufnahmen, epidemiologisch betrachtet geht es nicht um einzelne Tage oder Wochen oder Monate, nicht mal um Jahre, sondern um mehrere Jahre im Kontext, aber wem sage ich das, Sie und wir wissen das ja alles.

Jedenfalls kann es die Politik der Bundes- und Landesregierungen schaffen, wenn sie sich richtig anstrengen, dass bald gar niemand mehr stirbt in diesem Land, jedenfalls nicht an Virusinfektionen.

Viele dachten immer, es gehe um das Grundgesetz oder um die Würde des Menschen oder gar um die Revolution und den Sozialismus und die Anarchie.

Doch das war ein Fehler. Es geht darum, dass jedes Jahr immer weniger Menschen sterben, gerade in Gesellschaften, die immer älter werden.

Es geht nicht um ein würdevolles, sondern um ein langes Leben. Diese metaphysische Erkenntnis verdanken wir unseren Corona-Helden. Danke.

 

Aufrufe: 402

Winfried Kretschmann fügt der Demokratie noch mehr Schaden zu, als der Nazi Hans Filbinger je konnte

Von Dr. phil. Clemens Heni, 16. April 2021

Ich habe mich bekanntlich 2018 in meinem Buch “Der Komplex Antisemitismus” unter anderem intensiv mit dem katholischen Bund Neudeutschland befasst. Unten poste ich das Kapitel zu Hans Filbinger, da es viel zeigt über die politische (Un)Kultur in Baden-Württemberg auch und gerade nach 1945.

Was jedoch selbst ein Nazi wie Filbinger nicht schaffte, das schafft Winfried Kretschmann von den Grünen: Er sperrt das ganze Ländle einfach ein. Kein Mensch, der nicht gerade einen Hund hat, darf nachts zwischen 21 Uhr und 5 Uhr das Haus verlassen. Krieg gegen ein Virus, wie ihn der große französische Denker Macron ausgerufen hat.

Wir wissen, empirisch gesichert, dass Corona für Menschen unter 60 so gut wie keine Gefahr darstellt. Die Infektionssterblichkeit liegt weltweit bei 0,15 Prozent, so Prof. John Ioannidis, an dem sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert.

In vielen Landkreisen, wie in Heilbronn, starb nicht ein Mensch unter 35 Jahren. Das macht jede Schulschließung, jede Schließung einer Universität zu einem totalitären Willkürakt, von dem ein Filbinger nicht mal träumen konnte. Aktuell gehen die Hospitalisierungen wegen oder nur mit Covid-19 bundesweit massiv zurück, was am Frühjahr liegt. Zudem sind schon über 20 Millionen Menschen geimpft, egal wie sinnlos oder sinnvoll oder doch eher menschenversuchsmäßig (“Notzulassung” der Impfstoffe) diese Impfstoffe sind. Nach der Logik der Panikindustrie verhindert die Impfung gerade bei alten Menschen, dass die an dieser Viruserkrankung Covid-19 sterben könnten. Da fast alle Toten über 70 und die meisten über 80 Jahre alt waren, kann kaum noch jemand an Corona sterben.

Da es aktuell so gut wie keine Obduktionen gibt, wissen wir auch nicht, ob die offiziellen 200 oder 300 Toten am Tag tatsächlich an Covid-19 starben oder ob da nur ein perfider positiver Test vorlag, die Todesursache aber komplizierter war. Aber das ist trotzdem zweitrangig, da ja selbst im Jahr 2020 mit den ca. 40.000 Corona-Toten so gut wie keine Übersterblichkeit bestand, sprich: Es starben jene Menschen, die ohnehin gestorben wären. Das ist in jedem einzelnen Fall traurig, aber auch kein bisschen trauriger als jene Millionen Toten, die aufgrund der Lockdownpolitik des Westens in Sri Lanka oder Indien sterben. Doch die Toten im Globalen Süden wurden erst produziert durch die Politik, sie wären sonst eben gerade nicht gestorben – im Gegensatz zu den alten und kranken Menschen, die im Westen starben, die wären auch sonst an etwas anderem gestorben, sonst hätte es ja eine extreme Übersterblichkeit gegeben.

Es wurde zu keinem Zeitpunkt von der Politik die evidenzbasierte Medizin auch nur angehört. Da herrscht ein Fanatismus vor, der Filbinger gerührt hätte. Eine Kompromisslosigkeit, wie wir sie von Ex-K-Gruppen-Leuten wie Kretschmann kennen.

Im März 2021 wütete das Virus so wahnwitzig extrem, dass wir eine Untersterblichkeit von 11 Prozent hatten im Vergleich zu den letzten Jahren. Im Freien ist laut der Forschung eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen. Masken wiederum helfen überhaupt nichts – sonst hätte es ja trotz Maskenwahn nicht 70.000 Tote “an” oder nur “mit” Corona bislang gegeben.

Wäre Corona eine Seuche, wären allein im März und April 2020, wo es keine Maskenpflicht gab und bis Mitte März keine Beschränkungen, Hunderttausende, ja Millionen elendig verreckt. Doch es starb so gut wie niemand.

Die Folgen der Lockdowns sind katastrophal. Arbeitslosigkeit führt zu früherem Tod. Todespanik, gewollte Panik, die von Horst Seehofer (CSU) im März 2020 bestellt wurde von sog. “Wissenschaftlern”, hat das Immunsystem von Millionen Menschen geschwächt und die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert. Das Schweigen des Bundesverfassungsgerichts macht die Katastrophe perfekt.

Jetzt will Merkel ein totalitäres, die Gewaltenteilung de facto beendendes Gesetz erlassen, einen Zusatz zum Infektionsschutzgesetz. Aufgaben der Exekutive werden von der Legislative bestimmt – die wahnwitzige und irrationale, von keinem seriösen Wissenschaftler unterstützte Anwendung der “7-Tages-Inzidenz” von 100 pro 100.000 Einwohner soll es ermöglichen, das ganze Land einzusperren. Dann darf sich nur noch ein Hausstand mit einer weiteren Person treffen.

Maßnahmen, von denen der Nazi Hans Filbinger nicht mal träumen konnte.

Während jedoch bundesweit die Kritik täglich schärfer wird, sogar im Bundeskanzleramt scheint es denkende und kritische, minimal kritische, Menschen zu geben, Jurist*innen in diesem Fall, so hat das alles für Baden-Württemberg überhaupt keine Relevanz. Das Ländle ist bereits so totalitär, wie der Bund jetzt erst werden soll. Das Einsperren ab einer Inzidenz von 100 von 21 Uhr bis 5 Uhr ist bereits Usus im Schwabenland und ab kommenden Montag wird das alles noch verschärft und die totalitäre Landesregierung verbietet es dann auch tagsüber, dass sich ein Haushalt mit mehr als einer weiteren Person trifft.

Wie kaum jemand hat die Infektionsepidemiologin und Medizinerin Professorin Ines Kappstein jüngst in einem Gutachten für das Amtsgericht Weimar deutlich gemacht, dass die internationale Forschungslage es nicht hergibt, dass Masken etwas bringen würden. Masken produzieren Panik und Masken machen Kinder und Erwachsene eher erst wirklich anfällig für Krankheitserreger, weil kaum ein Mensch, der nicht im OP-Saal arbeitet als Arzt oder Krankenschwester, solche Masken richtig verwendet – und zweitens, weil Masken gar nicht vor der Infektion mit einem für fast alle Menschen harmlosen Erreger wie SARS-CoV-2 schützen. Doch Erkenntnisse der Wissenschaft ignoriert Winfried Kretschmann.

Dass der entscheidende Parameter die Zahl der Patienten in Krankenhäusern ist und diese Zahl war und ist zu keinem Zeitpunkt eine auch nur annähernd katastrophale Situation gewesen, das zählt nicht. Es geht um eine Volksgemeinschaft der Hygienefanatiker und der Freiheitsfeinde.

Und da jubelt doch der Hans Filbinger und winkt von oben herab: Heil Gesundheit, Heil Hygiene! Natürlich ist Kretschmann kein Nazi. Kretschmann ist ein Grüner und ein Mensch, der nur alles Gute möchte für seine Untertanen – gerade auch nachts von 21 Uhr bis 5 Uhr. Er würde auch niemals von “Schädlingen am Volksganzen” reden (wie Filbinger), wenn es um Demonstrationen gegen seine irrationale, nicht evidenzbasierte Coronapolitik geht. Er diffamiert nur Demonstrant*innen und freut sich über Demonstrationsverbote und über das willkürliche Festlegen von Ausgangssperren, was Filbinger Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte.

 

Hier das Kapitel von 2018:

 

3.1) Neudeutscher juristischer Nationalsozialismus: Hans Filbinger

Filbinger berichtet einem Bundesbruder von einem Treffen der Neu­deut­sch­en im Jahr 1933:

Aus einem ‚Jüngerenkreis‘ (…) Du fragst nach dem tatsächlich Stattgehabten in unserm Kreis? Zuviel darfst Du da nicht erwarten: Was wir getan haben, war ein An­fangen, wesentliche Menschen zu werden. Darum suchten wir Beziehung zu finden zu Ganzheitswerten wie Kunst, Gemeinschaft, Natur, Religion. Alles war be­scheidenes Beginnen.[1]

„Es ist schon sehr spät, da zieht die gleiche Gruppe – manche stecken schon im Schlafanzug mit Mantel drüber – auf den Schloßberg. Unterwegs wirds immer stiller, keiner spricht mehr. Es ist eine sternenhelle Nacht. Unten in Freiburg brennen nur noch wenige Lichter, der Münsterturm steht wie ein ragender Schatten. Wirklich andächtig singen wir vom Gipfel aus unsere schönsten Lieder. – Romantik und Ausgelassenheit, – auch das ist zuweilen notwendig und schön. Zum Abschluß unseres Einführungskreises sitzen wir im Hof unseres Heims in der Laube. Alles klingt noch einmal zusammen, was der Kreis gewollt hatte in seiner Mittlerrolle zu Gruppe und Bund und echtem Men­sch­sein. Mannheim/Freiburg i. B. Dein Hanns Filbinger.“[2]

Filbinger auf dem Weg zu „echtem Menschsein“ auf dem Freiburger Schloss­­berg. Ein Blick in eine Rede von Filbinger aus dem Jahr 1998[3] erhellt wie er diesen Nationalsozialismus erinnert. Er setzt ein:

Historisch gesichert ist heute die Tatsache, daß die etwa 13 Millionen Men­schen, die für Hitler im Jahre 1933 stimmten, keineswegs wußten oder auch nur wün­sch­ten, was sie wählten. Ihr beherrschender Gedanke war, aus der extremen wirt­schaft­lichen Notlage mit über 6 Millionen Arbeitslosen her­aus­zu­kommen.[4]

Damit wird der ‚nationale Aufbruch‘ von 1933 entschuldigend verstanden. Doch hatte die SA, diese Mörderbande vor und nach 1933, nicht klar ge­macht, um was es ging, nämlich eine antimarxistische, antijüdische, deut­sch-nat­io­nale Revolution in Deut­sch­land, antiparlamentarisch und anti­demo­­krat­isch, kriegsverherrlichend, brutal und männer­bün­d­isch? Wenig spät­er in diesem im rechts­konservativen Studienzentrum Weik­ers­heim ge­halt­en­en Vortrag Filbingers heißt es dann:

Die Deutschen waren kein Volk von Nazis.[5]

Die Deutschen also vielmehr ein Opfer? Und weiter geht es: „Die deutsche Katastrophe hat die religiöse Grundlage unseres Volkes nicht zerstört.“ Na super, möchte man jubeln: Wir – „Wir“ – Deutschen habe noch eine Grund­lage, christlich-religiös, die nimmt uns keiner. Trotz Au­sch­witz oder vielleicht auch wegen? Wie auch immer, christlich-abendländisch, das sei prima. Die Analyse der Situation unmittelbar nach 1945 wird weiter unter an Hand zweier sehr denkwürdiger Texte aus dem Umfeld Filbingers untersucht. Schon jetzt fällt unschwer auf, dass der Ausdruck „deutsche Kata­strophe“ auf den Historiker Friedrich Meinecke anspielt (nach dem das geschichswissenschaftliche Institut der Freien Universität Berlin benannt ist), der ein Buch mit diesem Titel – Die deutsche Katastrophe – 1947 in einer dritten Auflage unter seine deutsche Volksgemeinschaft gebracht hatte. Darin heißt es:

Und die große in der Luft liegende Idee, die Verschmelzung der nationalen und der sozialistischen Bewegung, fand an ihm [Hitler, CH] ohne Frage den brünst­ig­sten und den entschlossensten Exekutor. Dieser sein Anteil an einer großen ob­jek­tiv­en Idee seiner Zeit muß rundweg anerkannt werd­en.[6]

In dieser Tradition steht auch Filbinger, religiöser gefärbt womöglich, aber ebenso deutsch-national. Filbinger war im bündischen Neudeutschland aktiv, der nicht ganz auf HJ-Linie lag, aber dessen Anspruch so deutsch war wie der anderer Bewegungen auch:

Unser Bund hat bei seiner Gründung, als widerchristliche und volksfremde Kräfte das Vat­erland bedrohten, in herrlicher Begeisterung sich den Namen ‚Neu­deut­schland‘ gewählt.

Auf diese Passage weist Filbinger extra hin auf seiner Homepage.[7] Mag es der Hass auf Marxismus, Säkularismus, Atheismus oder Sozialdemokratie sowie Juden und Ostjuden oder auch areligiöse Liberale sowie Komm­un­is­mus sein, der als Kampf gegen „volksfremde“ oder „widerchristliche“ Kräfte in den deutsch-national-sozial-christlichen Herzen zu glühen beginnt, es ist die Aus­gangs­basis von Hans Filbinger: gegen „volksfremde“ Kräfte in Deutschland, 1919, 1933, 1945, 1978, 1998 bis 2007. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, sagte in Freiburg in seiner Trauerrede für Filbinger am 11. April 2007:

Wenn Baden-Württemberg in der Bildung heute bundesweit vorne liegt und wenn unser Land in den 70-er Jahren dem marxistischen Zeitgeist wid­er­standen hat, dann verdanken wir dies vor allem Hans Filbinger.[8]

Das ist in seinem agitatorischen Impetus, der alles andere als nüchtern ist, beachtlich für das angeblich ‚nach-ideologische Zeitalter‘. Doch wie hielt es Filbinger mit dem Marxismus im Allgemeinen und jüdischen Intellektuellen im Besonderen?

Kein Wunder, daß die Menschheit von den totalitären Ideologien beider Spielarten geheilt ist. In den 5Oer Jahren war die Ablehnung des Komm­u­nis­mus ebenso wie des Faschismus-Nationalsozialismus unbestritten. Doch er­staun­lich­er­weise blieb es dabei nicht. In den 60er Jahren erfahren wir eine ‚Neuaufladung ideo­lo­gischer Energien und ideeller Verführungen‘, verwandt den Ausbrüchen und Irrungen der ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Die marx­istischen Theorien er­lebten eine Re­naissance, insbesondere bei der stud­ent­ischen Jugend. Die so­ge­nan­nte Kul­tur­re­vo­lut­ion wurde durch Vorgänge in den USA und in Frankreich in­spi­r­iert. Während sie jedoch dort relativ bald verebbte, machten es die Deut­schen gründlicher. Die Uni­ver­sitäten wurden mit wenigen Ausnahmen Schauplätze rev­olutionärer Umtriebe. Maßgebliche An­triebskraft war die ‚kritische Theorie‘ der Frankfurter Schule unter den Sozial­philosophen Marcuse, Adorno, Horck­heimer [sic!] und Habermas. Die Stich­­worte ‚Eman­zip­at­ion‘, ‚Demo­krat­isier­ung‘, ‚Sel­bst­­verwirklichung‘, ‚Ver­weig­er­ung‘, ‚antiautoritäre Erziehung‘ u.a. verwirrten die Köpfe der Studenten und führ­t­en zu den bekannten Exzessen. Lehre und Forschung an vielen un­s­er­er hohen Schul­en wurden stark beeinträchtigt. Damit einher ging jene ‚Befreiung zur Sex­u­a­li­tät‘, deren Auswirkungen wir heute in der Lawine von Por­nographie und Per­ver­sion erleben müssen.[9]

Juden wie Adorno seien also für neue „totalitäre Ideologien“, „Pornographie und Perversion“ verantwortlich, „Horckheimer“ [sic] habe die Forschung „be­ein­trächt­­igt“ und zu „Exzessen“ angeheizt. Dieser Antisemitismus und diese Angst vor Glück, Sexualität[10] und Emanzipation, ja dieses Ressentiment gegen autonome Lebensweisen, die nicht religiös, hierarchisch und herr­schaftlich sind, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, sind typische Ideologeme der Katho­lik­en des Bundes Neudeutschland der 1930er Jahre. Die Ideologie Filbingers aus dem Jahr 1998 lässt einen Blick in sein Wirken im Natio­nal­soz­ia­lismus sinnvoll erscheinen.

1935 schreibt Hans Filbinger als junger, sehr en­gagierter Mann für seinen Bund Neudeutschland einen pro­gram­matischen Ar­tikel: Natio­nal­soz­ialistisches Strafrecht. Kritische Wür­dig­ung des geltenden Straf­­ge­setz­buch­es und Ausblick auf die kommende Straf­rechtsreform.

Schon seit Jahrzehnten ist eine lebhafte Problematik um unser geltendes Straf­ge­setz­buch entstanden. Das Gesetzbuch trat im Jahre 1871 in Kraft und ist durch die Entwicklung des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens längst überholt. Das Bedürfnis nach einem Strafrechtsneubau wurde immer dring­en­der, die Re­form­lit­er­atur schwoll mehr und mehr an und schließlich wurde im Jahre 1925 dem Reichs­­rat ein Entwurf vorgelegt. Aber es kam nicht zum Ge­setz und das war gut so. Denn dem Entwurf fehlte, genau so wie dem Reichs­strafgesetzbuch, die einheitliche welt­anschauliche Grundlage. Es muss­te For­der­ungen der verschiedensten Welt­an­schau­ungsgruppen be­rück­sicht­igen und dies geschah auf Kosten der Klarlinigkeit und Geschlossenheit. Erst der Natio­nal­sozialismus schuf die geistigen Vor­aus­setz­ung­en für einen wirk­samen Neu­bau des deutschen Rechts und in der Tat sind die Arbeiten schon so weit vor­geschritten, dass das deutsche Volk in Bälde sein neues Strafgesetzbuch er­halten wird.[11]

Filbinger macht sich als angehender Jurist dezidiert für die Schaffung eines natio­nalsozialistischen Strafrechts stark. Die Heterogenität einer Demo­­kratie sei für ein neues Strafgesetzbuch schädlich gewesen, weswegen er auch aus juristischer Per­­spektive die Weimarer Republik ablehnt:

Das geltende StGB, das von liberalem Geiste geschaffen wurde, stellte in den Mitt­el­punkt seiner Schutzbestimmungen das Individuum. Die Existenz des freien Ein­zel­nen, dessen größtmögliche Freiheit von staatlichen Eingriffen und seine ge­sich­erte wirtschaftliche Betätigung war das Ziel des alten StGB.

Das nationalsozialistische Strafrecht.

Für das nationalsozialistische Strafrecht dagegen wird der Schutz der Volks­ge­mein­­schaft an erster Stelle stehen. Der Einzelne wird nicht mehr als Einzelner, sondern als Glied der Gesamtheit gesehen und erhält als solches nur seinen straf­rechtlichen Schutz.“[12]

Dieser Antiindividualismus ist Kernbestandteil des Nationalsozialismus. Nur das Volk, die Volksgemeinschaft und der Staat zählen, subjektive Wünsche, Interessen, Hoffnungen und Sehnsüchte werden zugunsten einer homogenen Gemeinschaft abgewehrt und bekämpft. Der Staat und die Volks­ge­meinschaft sind oberstes Ziel jeden Handelns. Das möchte Filbinger juristisch festlegen lassen.

Diese Denkweise war dem Liberalen unbekannt. (…) Das Verbrechen gegen den Staat ist darum kein Schlag gegen eine bürokratische Institution, sondern Angriff gegen den Bestand der Volksgemeinschaft, also schwerstes Ver­brech­en, das die Rechts­ordnung überhaupt kennt. ‚Die erstarkte Staatsgewalt sieht in der Wach­sam­keit gegenüber Angriffen auf ihren inneren und äußeren Bestand und in der Bereitstellung einer wirksamen Abwehr ihre erste Auf­gabe.‘ Daher wurden die Hoch- und Landesverratsbestimmungen noch vor Er­scheinen des Re­form­ge­setz­buch­es durch Novellengesetze neugefasst. Sie ent­halten geg­en­üb­er früher be­deut­en­de Verschärfungen, vor allem durch die Androhung der Todesstrafe und die Schaff­­ung neuer Tatbestände.[13]

Schwerstes Verbrechen sei ein Verbrechen gegen den Staat, welches in Zu­kunft mit der Todesstrafe geahndet werden müsse. Es wird ein anti­anar­chistischer Staatsfetischismus erkennbar, der deutsch zu sein scheint und sich gegen jedes liberale Recht setzt. Logisch verbunden ist damit die anti­semit­ische wie eugenische ‚Volksgesundheit‘ und ‚Rasse­rein­heit‘, welche die von Filbinger pro­pa­gier­te Volksgemeinschaft hervorbringen soll:

„Schutz der Blutsgemeinschaft.

Die Bestimmungen über Hoch- und Landesverrat schützen den Staat als recht­lich or­ganisierte Volksgemeinschaft. Darüber hinaus muß diese aber auch in ihrem nat­ür­lichen Bestande und ihrem religiösen und sittlichen An­schau­ungsleben ge­sich­ert werden. Die Volksgemeinschaft ist nach natio­nal­soz­ia­list­ischer Auf­fass­ung in erster Linie Blutsgemeinschaft (d.h. das Blutselement gilt als fundierender als das ge­schicht­liche, völkische oder sprachlich-kulturelle Element). Diese Bluts­ge­mein­schaft muß rein erhalten und die rassisch wert­vollen Bestandteile des deutschen Volkes planvoll vorwärtsentwickelt werden. Die Denkschrift des preuß­ischen Ju­stiz­min­ist­ers fordert daher Schutz­be­stimm­ungen für die Rasse, für Volksbestand und Volksgesundheit, darüber hinaus aber auch für die geistigeren Ele­mente des Volksseins: für Religion und Sitte, schließlich für Volksehre und Volks­frieden. Im Zusammenhang damit erhält auch die Familie im Hinblick auf ihre Be­deut­ung für die Volks­ge­mein­schaft einen umfassenden strafrechtlichen Schutz. Höhn­ische Her­absetzung der Ehe in Wort, Bild oder Schrift läuft dem Sitt­lich­keits­em­pfinden des Volkes ebenso zuwider, wie willkürliche Eingriffe in die Zeug­ungs­kraft oder das keim­ende Leben und wird daher unter Strafe gestellt werden.[14]

Es ist bemerkenswert, dass Filbinger auch eine Art nationalen Sozialismus an­strebt, der juristisch den „liberalen Eigentumsbegriff“ überwinden möchte:

Der liberale Eigentumsbegriff, der eine unumschränkte Ver­wend­ungs­frei­heit zum Inhalt hat, wird eine starke Einschränkung erfahren.[15]

Der Biologismus und Rassismus kehrt wieder, indem die gesellschaftliche Be­dingt­heit von Devianz geleugnet wird und Ab­weich­ler von der Norm als „Schädlinge am Volksganzen“, als zu eli­mi­nier­ende Feinde stilisiert werd­en:

Schädlinge am Volksganzen jedoch, deren offenkundiger verbrecherischer Hang immer wieder strafbare Handlungen hervorrufen wird, werden un­schäd­lich ge­macht werden. Das bisher geltende Strafrecht hat gegenüber solchen Schädlingen off­enkundig versagt. Man vertiefte sich in das Seel­en­leben des Verbrechers, fand dieses durch Erbanlagen, Erziehung und Umwelt ungünstig beeinflusst und war mehr auf Besserung des – meist un­ver­bess­er­lichen – Täters, als auf eine ein­drucks­volle und scharfe Strafe sowie wirk­samen Schutz der Gesamtheit bedacht.[16]

Schließlich wird ein wiederum spezifisch deutscher Aspekt her­vor­ge­hob­en: die Verschränkung von Volk und Mensch. Ein Richter kann nach genuin nationalsozialistischer Auffassung nur aus dem eigenen Volk kommen, er muss gleichsam organisch ge- und verwachsen sein mit Heimat und ‚Volks­tum‘. Gesetze gelten somit nicht universell, sowenig wie irgendein Richter Recht sprechen dürfe im NS-Deutschland, nein: nur ein ‚echter‘ Deutscher könne ‚deutsches Recht‘ sprechen:

Über all dem Einzelnen der Strafrechtsreform darf aber nicht vergessen werden, dass ein Gesetz nur dann Eingang beim Volke findet, wenn es durch lebendige Richt­erpersönlichkeiten gesprochen und verkörpert wird. Das Richt­erideal der ‚Auf­klärungszeit vom ‚Subsumptionsautomat, der bei Einwurf der Sachlage das Urteil abgibt, oder dem Manne, der nur Mund des Gesetzes ist‘ [Zitat von Heinrich Henkel: Strafrichter u. Gesetz im neuen Staat, S. 18, CH] – besteht für uns nicht mehr. Das neue Recht verlangt den neuen Juristen, der aus Kenntnis und Ver­bund­enheit mit dem Volke des Volkes Recht spricht. Mannheim. Hanns Filbinger.[17]

Hans Filbinger war wenige Jahre später dieser neue Jurist. Er kämpfte für ein ‚rassereines‘ Deutschland, autoritär, völkisch und unerbittlich. Sein ethno­plura­list­isches bzw. ‚rassebasiertes‘ Verständnis von Recht sticht stark hervor und sekundiert Carl Schmitt.[18] Aus diesem Filbinger, welcher den „Schutz der Blutsgemeinschaft“ einforderte, einen Wid­er­stands­käm­p­fer gegen den NS-Staat herbei zu fabulieren, wie es der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Günther Oett­inger getan hat,[19] ist be­zei­ch­nend für die polit­ische Kultur. Nur eine politische Kultur der Er­inn­er­ungs­ver­weig­erung lässt einen Oett­ing­er vor 700 geladenen Gästen, inklusive dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäu­b­le, das sagen, was er gesagt hat in Freiburg im Breisgau.

Ebenfalls in den Werkblättern des Bundes Neudeutschland, in denen Filbingers Plädoyer für ein nationalsozialistisches Strafrecht publiziert wurde, schaltete regelmäßig, z. B. im Heft Oktober 1937/Januar 1938, das NS-Wint­er­hilfs­werk Werbung, mit Reichsadler, Hakenkreuz und dem Spruch „Der Samm­ler und Helfer des WHW steht freiwillig im Dienste des Volkes. Achte ihn durch dein Opfer!“ oder aber: „Ein Volk hilft sich selbst“ Winterhilfswerk 1938/39, wie es wenig später heißt. Ein Volk hilft sich selbst – das mag als Wahlspruch auch für das Post-NS-Deutschland gelten.

Kurt Georg Kiesinger, Mitglied der NSDAP und später Bundeskanzler der BRD, dem Beate Klarsfeld unter den Rufen „Nazi! Nazi!“ am 7. November 1968 eine Ohrfeige verpasste,[20] machte den Weg frei für Hans Filbinger als Landesvater im Ländle. Filbinger hätte die warmen, ihn und das Neudeutschland inklusive Weikersheim von jedem Fanatismus, Antisemitismus und Nationalismus exkulpierenden Worte seines Nach-Nach-Nachfolgers Oettinger dankbar aufgenommen.

Wer wird später einmal Oet­t­inger exkulpieren, der die erste Strophe des Deutschlandliedes so gerne singt[21] wie sein schwäbischer Kollege Gerhard Mayer-Vorfelder (1933–2015), ehemaliger Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von 2001 bis 2006, Vereinspräsident des VfB Stuttgart (1975–2000) und Kultus- beziehungsweise Finanzminister in Baden-Württemberg von 1981 bis 1998, der in den 1980er Jahren vorschlug, in Schulen alle drei Strophen der Hymne zu singen?[22]

Wenngleich sich bestimmte Formen eines gesamtgesellschaftlichen Trends lokal oder regional unterschiedlich äußern und Baden-Württemberg auch nach 1945 besonders anfällig für alte und neue Nazis war – Filbinger und sein Vorgänger Kurt Georg Kiesinger waren die bekanntesten Beispiele, aber auch der Wahlerfolg der NPD 1968 mit 9,82 % zeigte das Potential für rechte Politik im Ländle –, so ist doch für eine Analyse von politischer Kultur und Ideologie elementar, welche Entwicklungs- und Veränderungsprozesse sie generell in einem Land erfahren. Insofern kann die Analyse beispielsweise einer einzelnen Gruppe wie dem Bund Neudeutschland exemplarisch stehen. Das dialektische Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem ist im Auge zu behalten. Deshalb wird, über Filbinger hinaus, im Folgenden die generelle Ausrichtung des katholischen Bundes Neudeutschland analysiert.

 

[1] Hanns Filbinger (1933): Aus einem ‚Jüngerenkreis‘, in: Werkblätter von Neudeutschland Älterenbund, Heft 7/8, 6. Jg., Okt./Nov., S. 204–205, hier S. 204.

[2] Ebd., S. 205.

[3] Hans Filbinger (1998): Festvortrag von Prof. Dr. Hans Filbinger auf der 7. Weikersheimer Hochschulwoche 1998: Dr. Hans Filbinger Meine Bilanz in den Umbrüchen unseres Jahrhunderts“, http://www.hans-filbinger.de/indexprint.php?kat=DO
KUMENTE&ukat=Festvortrag%201998&uukat=&uuukat=&printstatus=1 (03.09.
2009).

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Friedrich Meinecke (1947): Die deutsche Katastrophe. Betrachtungen und Er­inn­erungen. Dritte Auflage, Wiesbaden: Eberhard Brockhaus Verlag, S. 107.

[7] http://www.hans-filbinger.de/images/gaubrief.gif (12.04.2007).

[8] Günther H. Oettinger (2007): Ansprache des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger anlässlich des Staatsakts zum Tod von Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Filbinger am 11. April 2007 im Freiburger Münster, http://www.sz-online.de/nachrichten/dokumente/filbinger.pdf (12.05.
2008).

[9] Filbinger 1998.

[10] Gerhard Henschel (2008): Neidgeschrei. Antisemitismus und Sexualität, Hamburg: Hoffmann und Campe.

[11] Hanns Filbinger (1935): Nationalsozialistisches Strafrecht. Kritische Würdig­ung des gelt­enden Strafgesetzbuches und Ausblick auf die kommende Strafrechtsreform, in: Werkblätter, 7. Jg., Heft 5–6, März/April, S. 265–269, hier S. 265.

[12] Ebd., S. 266.

[13] Ebd., S. 267.

[14] Ebd.

[15] Ebd., S. 268.

[16] Ebd.

[17] Ebd., S. 269.

[18] Vgl. Raphael Gross (2000): Carl Schmitt und die Juden, Frankfurt am Main: Suhrkamp.

[19] „Auch Kauder nannte Filbinger einen Gegner der Nazis“, FAZ, 22.04.2007, http:
//www.faz.net/aktuell/politik/streit-um-oettinger-rede-auch-kauder-nannte-filbinger-einen-gegner-der-nazis-1438391.html (05.07.2018): „Mit Günther Oettinger hat nicht zum ersten Mal ein Christdemokrat den verstorbenen früheren Marinerichter und Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Hans Filbinger, einen Gegner der Nazis genannt. Auch CDU/CSU-Fraktionschef Kauder hat diese Meinung vertreten.“

[20] Im Frühjahr 2018 gab es eine Ausstellung in Paris zu Ehren von Serge und Beate Klarsfeld, Marc Zitzmann (2018): „Den Opfern verpflichtet. Das Mémorial de la Shoah in Paris zeigt das Engagement von Serge und Beate Klarsfeld, Jüdische Allgemeine, 08. Februar 2018, https://www.juedische-allgemeine.de/article/view
/id/30774 (05.07.2018).

[21] „Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Günther Oettinger hat bei einer Veranstaltung die erste Strophe des Deutschlandliedes (‚Deutschland, Deutschland über alles …‘) gesungen und damit scharfe Kritik bei der SPD des Landes ausgelöst. Oettinger sang bei einer Feier der Tübinger Landsmannschaft Ulmia, einer Burschenschaft“, 19. Juni 2000, http://www.rp-online.de/politik/erste-strophe-des-deutschlands-liedes-gesungen-aid-1.2257216 (12.05.2018). Dieser völkische Nationalismus führte nicht zum vorzeitigen Ruhestand, sondern half Oettinger, seine Karriere als EU-Kommissar voranzutreiben.

[22] Peter Ahrens (2015): „Der schwäbische Patriarch“, 18.08.2015, http://www.
spiegel.de/sport/fussball/gerhard-mayer-vorfelder-ist-tot-der-schwaebische-patri
arch-a-1048610.html (05.07.2018).

 

Aufrufe: 342

Einfach mal losplappern, die NZZ druckt es ohnehin: “Wie der Lockdown auf uns wirkt, hängt von unserer Reaktion auf den Lockdown ab” – Der Fall des Virologen Hendrik Streeck

Von Dr. phil. Clemens Heni, 15. April 2021

Die ganze Ignoranz, die Unwissenschaftlichkeit und die früher von uns linken Student*innen als “Fachidiotie” bezeichnete reduktionistische Denkweise, das ganze virologische oder medizinische Korsett, das Menschen einzwängt im Denken, zeigt sich in dem weit überschätzten und als Gegenspieler zum Begründer der Panikindustrie, Christian Drosten, von den Medien gehypten Hendrik Streeck aus Bonn. In einem Interview mit der Neuen Zürchen Zeitung vom 15. April 2021 sagt Streeck nach über einem Jahr Lockdown:

Kann das menschliche Immunsystem durch Lockdowns geschwächt werden?

Es kann, aber muss nicht.

Es folgt eine ausbalancierte Antwort?

Genau. Denn wie der Lockdown auf uns wirkt, hängt von unserer Reaktion auf den Lockdown ab. Wenn man keinen Sport mehr treibt, sich schlecht ernährt und aus den Angstzuständen nicht mehr herauskommt, dann beeinträchtigt der Lockdown das menschliche Immunsystem bestimmt. Aber man kann ja aus der Not eine Tugend machen und so viel Sport treiben wie schon lange nicht mehr – dann dürfte das Immunsystem sogar gestärkt werden.

Gibt es Studien, inwiefern Angstzustände und Stress das Immunsystem schwächen?

Die gibt’s, aber das ist nicht mein Fachgebiet. (Herv. CH)

Es wundert mich nicht, was Streeck über den Lockdown sagt. Es ist Mainstream, ist Talkshow-Geschätz eines maximal Halbgebildeten, was Streeck ja auch sofort zugibt, er ist kein Psychologe, ja nicht mal ein Allgemeinmediziner, der zumindest grob eine Ahnung hat oder haben sollte von dem Verhältnis von Stress, Angst und Panik und dem Immunsystem. Wer nach 13 Monaten Lockdown ernsthaft meint, es sei nicht klar, ob Lockdowns schädlich sind, hat ein massives Problem mit der Realität. Streeck ist gefangen in seinem überbezahlten Job an der Universität, wo er im Labor steht (wenn er gerade keine Interviews gibt und rumreist zu Talkshows) und hat keine  – keine – Ahnung, wie es Dutzenden von Millionen Menschen geht, die beengt wohnen, die nicht mehr in den Club oder das Theater oder die Bibliothek, ja nicht mal ins Restaurant, nicht in Geschäfte, nicht in die Sauna oder das Hallenbad, nicht in den Zug oder ein Flugzeuge steigen können, ohne körperlich verletzt zu werden mit einer Zwangsmaske etc. pp. Da von den möglichen positiven Aspekten des Lockdowns zu reden, ist zynisch und abstoßend, ja geradezu perfide.

Dass Streeck der “Philosoph unter den Virologen” sei, wie die NZZ schreibt, dementiert das Interview selbst. Streeck, immerhin ist er da ehrlich, konstatiert, dass er ganz sicher kein Philosoph ist:

Wie wird das neue Normal aussehen?

Da sollten Sie besser einen Philosophen fragen.

Hier zeigt sich wiederum wie affirmativ die NZZ die Fragen stellt, da von einem “neuen Normal” schon mal ausgegangen wird.

Noch absurder – das sollte Epidemiolog*innen schockieren, denke ich, behauptet Streeck Folgendes:

Wie viele Menschen sind von Natur aus immun gegen das Coronavirus?

Das weiss man nicht. Was man hingegen schätzt: Jede fünfte Infektion verläuft ohne Symptome.

Wie bitte? Nur 20 Prozent der “Infektionen” sollen “ohne Symptome” verlaufen? Das widerspricht allen Erkenntnissen der internationalen epdidemiologischen Forschung. Die Weltgesundheitsorganisation ging Anfang Oktober 2020 davon aus, dass ca. 750 Millionen Menschen mit Corona “infiziert” seien, aber nur ca. 36 Millionen “Fälle” waren gemeldet. Das heißt, es gab damals ca. 20 mal mehr “Fälle” als bekannt, fast alle werden symptomlos oder ganz mild gewesen sein. Man kann von dem Rest davon ausgehen, dass die Menschen so gut wie keine Symptome hatten, jedenfalls nicht zum Arzt gingen. Das heißt, die WHO ging im Oktober 2020 davon aus, dass 95 Prozent aller Fälle nicht gemeldet wurde und fast alle davon werden asymptomatisch gewesen sein. Nimmt Streeck als Virologe aus Bonn am Rhein die internationale epidemiologische Forschung zur Kenntnis?

Eine Studie vom 31. März 2021 analysiert den Prozentsatz der “Fälle” in Holland, die nichts von einer Berührung mit SARS-CoV-2 merkten (“Estimating the asymptomatic proportion of SARS-CoV-2 infection in the general population: Analysis of a nationwide serosurvey in the Netherlands“). Dieser wissenschaftliche Artikel ist noch nicht mal kritisch in dem Sinne, dass er das irrationale und epidemiologisch noch nie in der Geschichte der Public Health für die ganze Welt angewandte Testen auf ein für fast alle Menschen harmloses Virus (verglichen mit HIV oder Ebola oder Pocken etc.) kritisiert, schlimmer: der Artikel promotet das irrationale und als kriminell zu bezeichnende Massentesten symptomfreier und gesunder Menschen. Bekanntlich steht auf den Beipackzetteln auch der Schnelltests, dass sie nur bei Verdacht auf Covid-19 angewandt werden sollen oder dürfen:

Screenshot eines PDF, das mir zugespielt wurde

Anyway: Das Ergebnis der Studie aus Holland zeigt, dass in 70 Prozent aller Fälle die “Infektion” (die also keine war) ohne Symptome verläuft. Medizinisch, auch das sollte Streeck wissen, ich als Politologe weise ihn darauf hin, gilt eine Infektion nur dann als Infektion, wenn sich Erreger vermehren und zwar so stark vermehren, dass der Körper sich dagegen wehrt, also eine Reaktion hervorruft: Halsweh, Husten, Fieber, Schüttelfrost gar, oder auch nur das beliebte Sich-etwas-schlapp-fühlen – “Ich fühle mich so schlapp seit 2 Stunden, schließt alle Restaurants, alle Geschäfte, alle Theater, alle Flughäfen und alle Schulen und Universitäten und Diskotheken!”

Also widerspricht diese aktuelle Studie aus Holland der absurden Behauptung von Streeck, dass nur 20 Prozent aller “Infektionen” ohne Symptome verlaufe.

Laut einer ebenso aktuellen Studie eines der führenden Epidemiologen weltweit, John Ioannidis aus Stanford vom 26. März 2021 (“Reconciling estimates of global spread and infection fatality rates of COVID‐19: An overview of systematic evaluations“), gibt es derzeit zwischen 1,5 und 2 Milliarden Corona-“Fälle” auf der Welt – und nicht die geradezu harmlos anmutenden 139 Millionen, die offiziell angegeben werden. Das wiederum heißt, dass zwischen 90 und 93 Prozent aller Fälle asymptomatisch verläuft.

Eventuell verstehen meine Leserinnen und Leser, wie die NZZ und Streeck darauf kommen, dass nur 20 Prozent der “Infizierten” ohne Symptome sei, während es doch in Realität zwischen 70 und 95 Prozent sind, wenn wir uns an der WHO und der internationalen epidemiologischen Forschung orientieren.

Selbst Streeck ging letztes Jahr noch davon aus, dass es mindestens sechsmal mehr “Fälle” in Gangelt im Kreis Heinsberg gab, daher kam er ja auch die bis heute gültige Infektionssterblichkeit von 0,37 Prozent.

Im Folgenden möchte ich für jene, die es verpasst haben, zwei Abschnitte aus dem Buch “Gefährderansprache” von Oktober 2020 online zur Verfügung stellen. In diesen Abschnitten versuchte ich Streeck kritisch zu lesen, ihn zu würdigen, wo es angebracht ist, und ihn zu kritisieren, wo es not-wendig ist: Beim Thema Verschwörungsmythen!

Hier also die beiden Abschnitte aus dem Buch:

Der Bonner Virologe Professor Hendrik Streeck sprach Mitte August 2020 im Münsteraner Dom über Corona.[1] Mit seinem Team von über 40 Mitarbeiter*innen von der Uni Bonn hat er in der seitdem weltweit bekannten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, unweit der Grenze zu den Niederlanden, erforscht, wie groß die Gefahr von Corona wirklich ist. Sie ist um das Zehnfache geringer, als wir tagtäglich vom Robert Koch-Institut (RKI) aus Berlin gesagt bekommen: Die Sterblichkeit liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent, ähnlich wie in Island (0,3 Prozent). Das liegt daran, dass Streeck auch jene Personen entdeckt hat, die keine oder kaum Symptome hatten und die in den offiziellen Statistiken überhaupt nicht als „Fälle“ aufgetaucht sind. Die Universität Bonn hatte am 4. Mai 2020 von der Studie berichtet:

Im Zentrum der Studie steht die Sterblichkeitsrate der Infektion (sog. Infektionssterblichkeit, infection fatality rate, IFR), die den Anteil der Todesfälle unter den Infizierten angibt. Diese muss von der Fallsterblichkeit unterschieden werden (case fatality rate, CFR). Die IFR ist aus verschiedenen Gründen der verlässlichere Parameter, und dessen Bestimmung wird international für SARS-CoV-2 gefordert. ‚Mit unseren Daten kann nun zum ersten Mal sehr gut geschätzt werden, wie viele Menschen nach einem Ausbruchsereignis infiziert wurden. In unserer Studie waren das 15 Prozent für die Gemeinde Gangelt. Mit der Gesamtzahl aller Infizierter kann die Infektionssterblichkeit (IFR) bestimmt werden. Sie liegt für SARS-CoV-2 für den Ausbruch in der Gemeinde Gangelt bei 0,37 Prozent‘, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Mit der IFR lässt sich anhand der Zahl der Verstorbenen auch für andere Orte mit anderen Infektionsraten abschätzen, wie viele Menschen dort insgesamt infiziert sind. Der Abgleich dieser Zahl mit der Zahl der offiziell gemeldeten Infizierten führt zur sogenannten Dunkelziffer. Diese ist in Gangelt rund 5-fach höher als die offiziell berichtete Zahl der positiv getesteten Personen. Legt man für eine Hochrechnung etwa die Zahl von fast 6.700 SARS-CoV-2-assoziierten Todesfällen in Deutschland zugrunde, so ergäbe sich eine geschätzte Gesamtzahl von rund 1,8 Millionen Infizierten. Diese Dunkelziffer ist um den Faktor 10 größer als die Gesamtzahl der offiziell gemeldeten Fälle (162.496 am 03.05.2020, 07:20 Uhr).[2]

Es gibt also bis zu zehnmal mehr „Fälle“ als das Robert Koch-Institut uns tagtäglich seit dem 1. März 2020 erzählt. Warum hat das RKI keine eigene Studie geplant, und zwar zur Hochphase der Epidemie im März 2020 oder wenigstens im April 2020, um Menschen zu testen und heraus zu bekommen, wie hoch diese Dunkelziffer der Menschen ist, die mit SARS-CoV-2 in Berührung kamen, aber nie krank wurden? Diese korrekte Forschung von Streeck hat also bis heute – Mitte Oktober 2020 – trotz seiner Beratertätigkeit für den Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet so gut wie keinerlei Einfluss auf die Politik. Und schon gleich gar keinen Einfluss auf die vom Robert Koch-Institut falsch angegebene Todesrate (die zwischen ca. 3,3 und 4,3 Prozent liegt), da das RKI sich weigert, die Infektionssterblichkeit zu nennen und nur die Fallsterblichkeit nimmt.

Streeck will Hoffnung machen und lehnt den Begriff „zweite Welle“ ab, da Corona eine „Dauerwelle“ sei, ein Virus, das nicht mehr weggehen wird, was aber auch „keine Katastrophe“ sei.[3] Wir müssen „pragmatisch“ damit leben lernen und zum Beispiel die empirische Forschung von Streeck und seinem wissenschaftlichen Team ernstnehmen, dass Oberflächen so gut wie keine Gefahr der Übertragung dieses Virus darstellen – das macht eine Vielzahl sogenannter „Hygienekonzepte“ hinfällig, wenn manche Leute meinen, ein Kugelschreiber, eine Stuhllehne oder ein Türgriff seien Gefahrenquellen – das sind sie, so Streeck, eben gerade nicht, wenn es um Ansteckungen mit SARS-CoV-2 geht.

Verharmlosen die Fuldaer Zeitung und die Deutsche Welle Verschwörungsmythen?

Allerdings ist auch beim eben vorgestellten Hendrik Streeck mitunter in Ansätzen zu erkennen, dass ihm die enorme mediale Präsenz seiner Person nicht immer gut tut: Er überschätzt sich womöglich etwas als Virologe und meint, damit Politik machen zu können wie sein Kollege und Scharfmacher Drosten, nur softer. Es gilt aber, der Virologie das Heft aus der Hand zu nehmen und wieder interdisziplinär und gesamtgesellschaftlich zu denken und handeln. Das wäre ein Public Health-Ansatz, der soziale, ökonomische, psychologische, kulturelle und medizinische Aspekte gemeinsam betrachtet. Die Virologie hat keinerlei Ahnung von der Gesellschaft, sie ist eine Laborwissenschaft.

Die Medien wiederum greifen häufig nur dann Streeck positiv auf, wenn er nicht das RKI oder die falsche Todesrate kritisiert. Das wird aber nicht betont, sondern Streeck neuerdings mit der Aussage zitiert, dass Corona viermal gefährlicher als die Grippe sei. Er meint vielleicht die schnelle Ausbreitung, Übertragbarkeit oder die starke Viruslast bei manchen Infizierten. Aber viermal stärker? Für alle Altersgruppen? Woran misst er das? Gab es viermal mehr Arztbesuche wegen Corona, viermal mehr Infizierte? Dabei geben die Daten der Realität – 25.000 Grippetote 2018, 9000+ Coronatote 2020 – das erst mal nicht her, 2020 gibt es in Deutschland wie zitiert keinerlei Übersterblichkeit, es sind also trotz der Epidemie nicht mehr Menschen gestorben, als man statistisch ohnehin erwartet hätte (bis 30. Juni 2020)[4], aber das zitiert die Fuldaer Zeitung nicht.[5]

Dabei gab es 2018 bereits eine Grippeimpfung, die Millionen Menschen auch gemacht hatten. Bei Corona gibt es bislang keine Impfung und fast dreimal weniger Tote. Das spricht jedenfalls nicht zwingend dafür, dass Corona „viermal“ gefährlicher ist als die Grippe, egal welche virologischen Details Streeck herausfand. Wir reden hier zudem über eine Zeit, wo es noch keine Maskenpflicht gab, die Gangelt/Heinsberg-Studie wurde von Ende März bis in die erste Aprilwoche hinein gemacht.

Nach einer Analyse von Mitarbeiter*innen der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts von 2016 war die „Letalität“ (=Infektionssterblichkeit) 1969/70 bei der Grippe in der BRD (+DDR) „0,29 %“.[6] Streeck hat für Gangelt eine Letalität von 0,37 % bei Corona herausbekommen. Wie kann Streeck dann behaupten, Corona sei „viermal“ gefährlicher als die Grippe? Er spricht ja ganz allgemein von Grippe, also ist damit auch jene von 1969/1970 gemeint. Streeck mag dieses Medienspiel der soften Panikindustrie genießen, auch er scheint mitunter von der evidenzbasierten Medizin zur eminenzbasierten zu wechseln. Er tut oft so, als wolle er die Panik drosseln, aber agiert dann doch selbst panisch. Gleichwohl schiebt er in dem Interview hinterher:

Wir haben im Kreis Heinsberg selber herausgefunden, dass das Virus mindestens viermal gefährlicher ist als eine saisonale Grippe. Es hat natürlich immer auch etwas mit der Population zu tun, in der getestet wird. Es ist ein Virus, das man ernst nehmen muss, aber natürlich auch nicht überdramatisieren kann.[7]

Er schürt massiv die Panik und behauptet, Corona sei viermal gefährlicher als die Grippe und sagt sofort man „kann natürlich nicht überdramatisieren“? Was jetzt? Viermal gefährlicher ist doch überdramatisieren.

Was sagt nun der Kopf des quasi österreichischen RKI, Franz Allerberger, Leiter der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), einem österreichischen Staatsunternehmen, zur Sterblichkeit von Corona?

Bei den Schätzungen der Mortalitätsrate von Covid-19 hält sich Allerberger an jene des US-Epidemiologen John Ioannidis (Uni Stanford), der von einem vergleichsweise geringen Wert von rund 0,25 Prozent ausgeht, der nicht unumstritten ist. ‚Das ist auch der Wert, der sich aus den Zahlen von Ischgl ergibt, wo bei einer Durchseuchungsrate von mehr als 42 Prozent der knapp 1.600 Bewohner nur zwei Tote vermeldet wurden‘, sagt Allerberger.[8]

Allerberger ist aktuell Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Public Health Mikrobiologie des Robert Koch-Instituts, er ist also auch in Deut­schland bekannt.[9] Im Gespräch mit dem Standard heißt es:

‘Am Ende des Tages sind diese Mortalitätsdaten das Einzige, was für einen Public-Health-Experten wie mich zählt‘, sagt Allerberger.

Vor diesem Hintergrund wäre es interessant zu wissen, was die Deutsche Welle, die Fuldaer Zeitung und Streeck zu Allerberger sagen. Immerhin bezieht sich der Österreicher auf Professor John P.A. Ioannidis, der in diesem Buch noch ausführlich dargestellt werden wird und der im Gegensatz zu Streeck ein Epidemiologe ist und weltweite Zusammenhänge analysiert, ja ähnlich wie die Public Health-Forschung die Gesamtgesellschaft im Blick hat und nicht nur labortechnisch ein Virus untersucht. Festzuhalten ist: „Österreichs oberster Virendetektiv“ (Standard) Franz Allerberger sagt, dass die Todesrate, Infektionssterblichkeit oder Letalität von Corona der einer Grippe entspricht und ungefähr bei 0,25 Prozent liegt. Streeck behauptet, Corona sei „viermal gefährlicher“ als die Grippe.

Wem soll man glauben? Ist es eine Frage des Glaubens oder der Daten und der evidenzbasierten Wissenschaft? Streeck unterscheidet noch nicht mal im Interview zwischen der Gefahr für junge, ganz junge, mittelalte, alte und sehr alte Menschen. Wir wissen, dass Corona für junge Menschen um den Faktor 1000 weniger gefährlich ist also für sehr alte Menschen (siehe die Great Barrington Erklärung).

Das Interview Streecks mit der Deutschen Welle sowie der Text in der Fuldaer Zeitung sind aber noch viel problematischer. Es geht um das Umdefinieren dessen, was eine „Verschwörungstheorie“, besser, was Verschwörungsmythen sind. Denn das, was die Fuldaer Zeitung hier als sechs „Verschwörungstheorien“ präsentiert und was auf einem Interview von Streeck mit der Deutschen Welle (DW) basiert[10], ist problematisch.

Es gibt Verschwörungstheorien, und die sind gefährlich, z.B. dass Juden, Israel oder Amerika hinter Corona steckten, dass Bill Gates die Weltherrschaft via Zwangsimpfung wolle oder dass es Corona gar nicht geben würde und eine Erfindung böser Mächte sei. Doch keine davon wird erwähnt. Die Fuldaer Zeitung schreibt, was sie, die Deutsche Welle und Streeck für „Verschwörungstheorien“ bezüglich Corona halten:

Aussage 1: ‚Das Coronavirus ist gar nicht so gefährlich, die Gefahr wird von Medien, Politikern und Wissenschaftlern aufgebauscht‘, Aussage 2: ‚In Italien oder den USA gibt es so viele Tote. Hier gar nicht. Da stimmt doch etwas nicht‘, Aussage 3: ‚Das Virus ist bereits so oft mutiert, da bringt eine Impfung gar nichts. Oder man muss sich jedes Jahr wie bei der Grippe neu impfen lassen‘, Aussage 4: ‚Diese Impfungen sind höchst gefährlich und greifen unsere DNA an. Außerdem will nur die Pharmaindustrie dran verdienen‘, Aussage 5: ‚Das Coronavirus stammt aus einem Labor in China oder wurde versehentlich freigesetzt‘, Aussage 6: ‚Die Corona-Maßnahmen sind völlig übertrieben. Ich will meine Freiheit zurück.‘‘[11]

Mindestens fünf und eigentlich alle der hier von der Fuldaer Zeitung und in der Langversion von der Deutschen Welle und Streeck präsentierten sechs „Verschwörungstheorien“ sind schlicht keine Verschwörungstheorien, sondern nur andere Positionen. Dazu gehört selbst die Nr. 5, da ein „versehentliches“ Freisetzen des Virus ja wohl kaum eine Verschwörung sein kann, sonst wäre es nicht „versehentlich“.

Oder nehmen wir die These Nr. 6: „Die Corona-Maßnahmen sind völlig übertrieben. Ich will meine Freiheit zurück.“ Wo liegt hier die behauptete Verschwörung? Oder die „Aussage Nr. 3“, dass eine Impfung nichts bringe, da das Virus mutiere – wo ist da eine Ver­schwörungstheorie? Und dann die „Aussage Nr. 1“: „Das Coronavirus ist gar nicht so gefährlich, die Gefahr wird von Medien, Politikern und Wissenschaftlern aufgebauscht.“ Was soll daran eine Verschwörungstheorie sein? Selbst wenn Corona gefährlicher sein sollte, als gedacht, wo soll in dieser Aussage eine Verschwörung stecken?

Vielmehr erwecken diese reißerische Überschrift und diese sechs „Aussagen“ den Eindruck, als wollten die Fuldaer Zeitung, die Deutsche Welle und Hendrik Streeck jede Meinung, die die Coronapolitik kritisiert, als eine von Verschwörungsmythenanhänger*innen diffamieren. Damit aber relativieren die Deutsche Welle, die Fuldaer Zeitung und Streeck selbst den tatsächlichen Antisemitismus der Verschwörungsideologie ganz vehement, denn die Protokolle der Weisen von Zion, die gefährlichste aller Verschwörungstheorien bis heute, waren eine (russische) Fälschung von 1905 und beinhalten eine tödliche Ideologie und antisemitische Agitation gegen Juden.

Die heutigen Verschwörungsideologien angesichts von Corona sind auch gefährlich – und keine passt zu dem obigen Schema der Deutschen Welle oder der Fuldaer Zeitung. Ich hatte bereits am 20. März 2020 zu Corona-Verschwörungsmythen geschrieben[12]:

China[13] wiederum, wie ein Sprecher des dortigen Außenministeriums,[14] fantasiert, die USA stünden hinter dem Virus und wollen China schaden. Solcher Verschwörungswahnsinn[15] kommt in anderer Form auch im Iran[16], der Türkei[17] oder in Russland vor. Schon wird der Coronavirus, sein Entstehen und die Verbreitung etc. antisemitisch[18] gedeutet.

So sehen Verschwörungsmythen bezüglich Corona zum Beispiel aus: Das American Jewish Committee (AJC) hat eine Übersicht über einige der übelsten antisemitischen Verschwörungsmythen zu Corona weltweit zusammengestellt, vom brasilianischen antizionistischen Cartoonisten Carlos Latuff über ägyptische, jordanische, palästinensische Beispiele hin zu amerikanischen Neonazis und deren Hetze gegen Juden, z.B. mit einem Cartoon, der eine Ratte zeigt, die in den israelischen Farben blau-weiß angemalt ist, einen Davidstern auf dem Rücken hat und beschriftet ist mit „The Real Plague“.[19] Auch George Soros kommt häufig bei Verschwörungswahnwichteln zu Corona vor, wie in Deutschland[20] oder den USA[21].

Man muss also auch angesichts von Corona solche Verschwörungsmythen bekämpfen und die weniger offensichtlichen umgehend knacken – doch genau das tun weder die Deutsche Welle noch die Fuldaer Zeitung oder deren Kronzeuge Hendrik Streeck. Dass die „Corona-Maßnahmen“ „völlig übertrieben“ sind, ist eine Meinung und keine Verschwörungstheorie. Mit dieser entgrenzten Nicht-Definition von Verschwörungstheorie leisten die Deutsche Welle und Fuldaer Zeitung der Aufklärung einen Bärendienst.

Sie kritisieren gar keine Verschwörungsideologen, die es gibt und die gefährlich sind, sondern verharmlosen die wirklichen Verschwörungswahnwichtel, wenn sie schon Menschen mit einer anderen Meinung, die keinerlei bösen Akteure herbeifantasieren, als Verschwörungsideologie-Anhänger*innen diffamieren.

Wer also, wie es in diesem Buch von vielen zitierten Professor*innen und anderen Autor*innen geschieht, die „Co­rona-Maßnahmen“ als „völlig übertrieben“ charakterisiert, und das evidenzbasiert sowie demokratietheoretisch, der oder die wird von der Fuldaer Zeitung, der Deutschen Welle oder Hendrik Streeck offenbar als Anhänger*in von Verschwörungstheorien betrachtet und entsprechend sozial geächtet und diffamiert. Die Mission scheint erfüllt: Die Diskussion über die Verhältnismäßigkeit, Rechtmäßigkeit und über die Demokratie in Zeiten der Coronapolitik ist beendet, bevor sie richtig beginnen durfte. Hendrik Streeck ist sicher ein guter Virologe – aber bei sozial- und geisteswissenschaftlichen Themen wie der Analyse und Kritik von Verschwörungsmythen sollte er sich besser zurückhalten.

Ganz anders dagegen der oben zitierte Auftritt Streecks in der ARD-Sendung zu Corona am 5. Oktober 2020 abends zur Primetime, wo er völlig richtig sagt, dass aktuell und in Zukunft selbst „20.000 Neuinfektionen“ bundesweit am Tag „kein Problem“ darstellten, weil fast niemand mehr krank wird.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=MVcCRDQJOmE.

[2] „Ergebnisse der ‚Heinsberg-Studie‘ veröffentlicht“, 04.05.2020, https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020.

[3] „Hendrik Streeck im Dom. „Wir brauchen Routine im Umgang mit dem Virus“, 20.08.2020, https://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/4254
586-Hendrik-Streeck-im-Dom-Wir-brauchen-Routine-im-Umgang-mit-dem-Virus.

[4] Aust 2020.

[5] „Coronavirus-Verschwörungstheorien: Virologe Hendrik Streeck stellt klar: ‚Diese Thesen sind eindeutig falsch‘“, 02.10.2020, https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/
coronavirus-verschwoerungstheorien-virologe-hendrik-streeck-bonn-sechs-thesen-impfstoff-90053780.html.

[6] Udo Buchholz/Silke Buda/Annicka Reuß et al. (2016): Todesfälle durch Influenzapandemien in Deutschland 1918 bis 2009. Bundesgesundheitsbl. 59, S 523–536 (2016), 17. März 2016, https://doi.org/10.1007/s00103-016-2324-9.

[7] Fabian Schmidt (2020): Virologe Streeck entkräftet Verschwörungstheorien. Was denkt einer der führenden deutschen Corona-Experten über abstruse oder auch plausibel klingende Thesen von Verschwörungstheoretikern, „Querdenkern“ oder Impfgegnern?, 17. September 2020, https://www.dw.com/de/virologe-streeck-entkr%C3%A4ftet-verschw%C3%B6rungstheorien/a-54959531.

[8] Klaus Taschwer (2020): Österreichs oberster Virendetektiv. Franz Allerberger analysiert mit seinem Team von der Ages, wo und wie sich das Coronavirus in Österreich ausbreitet. Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick, 01. August 2020, https://www.derstandard.de/story/2000119089756/oesterreichs-oberster-virendetektiv.

[9] https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/WissBeirat_PH/Mitglieder_Gaeste/mitglieder_node.html;jsessionid=631B44791C0749148F3868406A95DBC2.internet052.

[10] Schmidt 2020.

[11] „Viermal gefährlicher als eine Grippe. Coronavirus: Verschwörungstheorien haben gegen Top-Virologen Hendrik Streeck keine Chance“, 11.10.2020, https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/coronavirus-verschwoerungstheorien-virologe-hendrik-streeck-grippe-leiter-heinsberg-studie-bonn-90053780.html.

[12] Clemens Heni (2020a): Jenseits von Ausnahmezustand und Verschwörungswahnsinn: Kritiker*innen der Corona-Massenhysterie aller Länder vereinigt euch, 20. März 2020, https://www.clemensheni.net/jenseits-von-ausnahmezustand-und-verschwoerungswahnsinn-kritikerinnen-der-corona-massenhysterie-aller-laender-vereinigt-euch/.

[13] Gerry Shih (2020): Conspiracy theorists blame U.S. for coronavirus. China is happy to encourage them, 05. März 2020, https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/conspiracy-theorists-blame-the-us-for-coronavirus-china-is-happy-to-encourage-them/2020/03/05/50875458-5dc8-11ea-ac50-18701e14e06d_story.html.

[14] Lijian Zhao, 12. März 2020 auf Twitter: „It might be US army who brought the epidemic to Wuhan“, https://twitter.com/zlj517/status/1238111898828066823?s=20.

[15] Aaron Bandler (2020): Rosanna Arquette Claims in Deleted Tweet That Israel Knew About Coronavirus and Put ‘Lives at Risk for Profit’, 17. März 2020, https://jewishjournal.com/news/united-states/312218/rosanna-arquette-claims-in-deleted-tweet-that-israel-knew-about-coronavirus-and-put-lives-at-risk-for-profit/. Rosanna Arquette ist eine Schauspielerin (u.a. „Pulp Fiction“, 1994), die am 17. März 2020 in einem Tweet die perfide Frage aufwarf, ob Israel schon seit einem Jahr an einem Impfstoff arbeite und dass die Pharma-Firma des Bruders von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Kushner Oscar, der Hauptinvestor in den neuen Impfstoff sei. Das ist eine typische Verschwörungsideologie, wie wir sie auch in anderer Form vom Coronaskeptikerlager kennen. Doch genau auf solche perfiden Ideologien gehen weder die Deutsche Welle und Streeck noch die Fuldaer Zeitung ein.

[16] Kasra Aarabi (2020): Iran Knows Who to Blame for the Virus: America and Israel. The regime’s ideological army is spinning conspiracy theories even as it helps spread the virus among Iran’s long-suffering people, 19. März 2020, https://foreignpolicy.com
/2020/03/19/iran-irgc-coronavirus-propaganda-blames-america-israel/.

[17] Louis Fishman (2020): As Coronavirus Cases Spike in Turkey, So Does anti-Semitism. Erdogan is cracking down on ‘provocative’ and ‘unfounded’ social media posts on the coronavirus. Will he halt pro-government channels spreading conspiracy theories blaming the outbreak on the Jews?, 19. März 2020, https://www.haaretz.com/middle-east-news/turkey/.premium-as-coronavirus-cases-spike-in-turkey-so-does-anti-semitism-1.8682725.

[18] Rossella Tercatin (2020): Will the coronavirus lead to yet another spike in antisemitism in the US? „It happens every time there is a major pandemic: it happened with Africans around Ebola, and it happened recently with the Orthodox community in New York City around the measles scare that we had“, 09. März 2020, https://www.jpost.com
/Diaspora/Antisemitism/Will-the-coronavirus-lead-to-yet-another-spike-in-antisemitism-in-the-US-620252.

[19] Alyssa Weiner (2020): Global Trends in Conspiracy Theories Linking Jews with Coronavirus, 01. Mai 2020, https://www.ajc.org/news/global-trends-in-conspiracy-theories-linking-jews-with-coronavirus.

[20] Angesichts einer Anti-Coronamaßnahmen-Demonstration in Hannover Anfang September 2020, auf der es wenige Nazis oder Reichsbürgerfahnen gegeben habe, schreiben drei Journalist*innen: „Auch ein anderer ist sich sicher, es seien ‚Finanzkräfte, die im Hintergrund wirken, die nicht in der ersten Reihe stehen‘, am Werk. Der nächste sieht einen ‚Staatsputsch‘ hinter dem sehr ‚wenige Reiche, sehr Mächtige‘ stecken würden. Das Parlament spiele dabei keine Rolle mehr. Fast alle von uns auf der Demonstration Befragten sehen Drahtzieher im Hintergrund, die bei der Pandemie und den Maßnahmen gegen diese eine Rolle spielen würden. Mal ist es Bill Gates, dann wieder George Soros oder Finanzeliten, die angeblich die Fäden ziehen. Johanna Thiemecke von der Amadeu Antonio Stiftung gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus sieht in solchen Sichtweisen ‚antisemitisch strukturiertes Denkverhalten‘, bei dem Einzelne für die Pandemie und ihre Auswirkungen verantwortlich gemacht würden“, Philipp Hennig/Jörg Hilbert/Lea Struckmeier (2020): Corona-Demos: Was eint die Protestierenden?, 15.09.2020, https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Corona-Demos-Was-eint-die-Protestierenden,coronademo204.html. Bei aller richtigen Kritik am Antisemitismus und an Verschwörungswahnwichteln erkennt man doch erschreckend wenig Reflektionsvermögen der drei Autor*innen, was die Gefährdung der Demokratie durch die Regierungspolitik und eine politisierte Virologie betrifft.

[21] Weiner 2020.

 

Aufrufe: 547

Enttäuschung bei der Bundesregierung: Jetzt fallen auch noch die Zahlen der belegten Intensivbetten mit Covid-19

Von Dr. phil. Clemens Heni, 14. April 2021

Mit Update vom 15.4. (unten)

Wie berichtet, fallen seit drei Wochen die Zahlen aller Hospitalisierungen wegen oder mit Corona. Damit sind alle Einlieferungen in Krankenhäuser mit Patient*innen gemeint, die einen positiven Test auf das Virus SARS-CoV-2 haben. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung an Covid-19, aber darum geht es jetzt nicht.

Es geht darum, dass diese Zahl der Hospitalisierungen, also den Einweisungen oder Einlieferungen auf Normalstationen und auf Intensivstationen seit drei Wochen abnimmt und zwar von

5591 auf 3985. Das betrifft den Zeitraum 22. März 2021 bis Sonntag, den 11. April 2021.

Das ist ein

Rückgang aller Hospitalisierungen wegen Corona um 29 Prozent in den letzten drei Wochen.

Gleichzeitig aber, und das macht es für den denkenden Teil Bevölkerung so unnachvollziehbar, stieg die Zahl der Fälle mit Corona auf den Intensivstationen vom 13. März 2021 mit 2713 Personen auf 4667 Personen am gestrigen Dienstag, den 13. April. Seit heute, 14. April, sinken die Zahlen erstmalig wieder, und zwar aktuell auf 4653.

Man kann sich die Zahlen hier herunterladen:

Man kann das nicht wirklich nachvollziehen und niemand der sog. Offiziellen versucht es zu erklären: Wie kann es sein, dass die Hospitalisierungen um 29 Prozent abnehmen, um fast 2000 Menschen pro Woche, aber gleichzeitig die Zahl der belegten Intensivbetten zwar so gut wie gleich bleibt, aber behauptet (!) wird, dass die Zahl der Corona-Patient*innen auf ICUs massiv angestiegen sei. Ein Großteil dieser Patienten kann nicht neu eingeliefert worden sein, sondern bekam die Corona-Infektion oder den positiven Test erst im Krankenhaus. Das wäre ein Fall für den Staatsanwalt und für die evidenzbasierte Medizin.

Ein Großteil muss sogar mit anderen Krankheiten oder wegen Unfällen im Krankenhaus gewesen sein und sich offenbar wohl erst dort mit Corona infiziert haben, sonst macht der Rückgang ALLER Hospitalisierungen wegen Corona in diesem Zeitraum überhaupt keinen Sinn.

Es kann sich also nicht nur um Corona-Patienten handeln, die auf Normalstation lagen und dann hat sich die Lage verschlechtert und sie kamen auf die ICU, das wäre wiederum nicht logisch, weil ja auch die Einlieferungen auf die Normalstation zurückgingen.

Und an den über Monate herbei fantasierten Gefahren durch die “Mutanten” oder durch B.1.1.7 kann es auch nicht liegen, weil diese Mutation (ein ganz üblicher Vorgang für Viren) doch “nicht tödlicher sei”, wie jetzt britische Forscher entdeckt haben.

Der Höchststand der ICU-Patient*innen im Frühjahr 2020 lag übrigens fast exakt zur gleichen Zeit, nämlich am 18. April 2020 mit 2928 Patient*innen. Damals dachten viele epidemiologisch schlecht bewanderten Menschen, dass Deutschland alles richtig mache und die Bundesregierung so charismatisch sei, dass Corona lieber in Italien, Frankreich oder Spanien und UK wüte, aber doch “nicht bei uns”. Im Herbst verging diesen Leuten dann ihre Arroganz, obwohl ja rein statistisch gesehen auch im Herbst/Winter 2020 überhaupt nichts Dramatisches passierte, was die Sterblichkeit betrifft – dramatisch war die Quarantäne für die Grundrechte, um mit Heribert Prantl zu reden.

Die Todeszahlen “an” oder nur “mit” Covid-19 liegen derzeit (13.4.21) bei ca. 220 am Tag im 7-Tagesschnitt – auch das keine hohe Zahl, soviel waren es auch Mitte März, wobei der 7-Tages-Durchschnitt Anfang März bei 300 lag und wir ja laut Statistischem Bundesamt im ganzen März 2021 eine Untersterblichkeit von 11 Prozent haben, verglichen mit den vorausgegangenen Jahren.

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020 sind jetzt aber Millionen Menschen geimpft und können nach der Logik der Impfindustrie an Covid-19 nicht mehr sterben. Das betrifft fast alle Menschen über 80 Jahren, die ja den mit Abstand größten Anteil aller Todesfälle “an” oder nur “mit” Covid hatten.

Daher müsste es Entspannung geben. Aber das Gegenteil ist der Fall, der Hygienestaat mit Impfpass/Reisezertifikat, Zwangstesten von SchülerInnen, ArbeitnehmerInnen, RestaurantbesucherInnen etc. wird immer irrationaler und brutaler. Die Medien heizen die Politiker weiter an, nicht nachzulassen im Quälen und irrationalen und paternalistischen Beherrschen, Züchtigen und Einsperren der Bevölkerung.

Viele Menschen werden den Druck, den Merkel & Co. über 13 Monate aufbauten, nicht mehr aushalten und sterben, erstmal ‘nur’ innerlich und in ein paar Monaten oder Jahren auch körperlich zugrunde gehen. Diese Toten hat dann Merkel persönlich zu verantworten, wie auch Kretschmann, Söder, Laschet und wie sie alle heißen.

Fazit:

Die Zahlen der Hospitalisierungen insgesamt – Normalstation und ICUs – und die Zahl der Patient*innen mit Corona auf Intensivstationen nimmt ab.

Wieder nichts mit der “dritten” Welle, wieder nichts mit dem exponentiellen Wachstum der Hospitalisierungen. Wieder eine Blamage und Schande für die Regierungen und für die Talk-Show-Gäste von Illner, Lanz, Maischberger, Plasberg, Will etc., jene Hellseher*innen, die meist einen Twitter-Account, aber wenig Sachkenntnis von Medizin, Epidemiologie, Gesellschaft und der Würde des Menschen haben.

Update, 15.04.2021, 20:30 Uhr:

Auch heute liegt die Zahl der Patienten auf Intensivstationen gleich niedrig wie gestern und zwar bei wiederum 4653 Personen. Wie gestern erläutert sank die Zahl am 13.4.2021 erstmals seit dem 13. März. Ein Grund zur Entspannung, auch wenn selbst die höchste Belegung im Januar keinerlei Dramatik war.

Was aber sagt offenbar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute auf der Bundespressekonferenz?

Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 liegt wieder bei fast 5.000.“ Dieses Aufrunden von 4.680 mag legitim sein. Weiter sagte Spahn: „Die Intensivmediziner rechnen damit, dass wir Ende des Monats, also in zwei Wochen, sogar 6.000 Covid-19 Patienten in den Intensivstationen werden versorgen müssen.”

Warum sagt dieser Mann die Unwahrheit? Warum informiert Spahn offenkundig absichtlich die Bevölkerung falsch, wenn doch ganz offiziell vom RKI bzw. Intensivregister jeder Mensch gestern und heute sehen kann, dass die Zahlen der ICU-Belegungen erstmals seit Wochen gesunken sind und zuvor auch keinerlei exponentielles Wachstum zu verzeichnen war, sondern nur leichte Steigerungen wie von 4642 (12.4.) auf 4668 (13.4)?

Und warum schweigt Spahn zu seinem persönlichen Versagen, die Bereitstellung von eigentlich 40.000 Betten auf ICUs zu gewähleisten?

Prof. Dr. Maurizio Bach, Senior-Professor für Soziologie an der Europa Universität Flensburg und Professor Emeritus der Universität Passau, schreibt Ende März 2021:

Dabei stand am Anfang der Pandemie nicht einmal die Furcht der Leute vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus im Zentrum. Zur Verbreitung der Angst trugen unter anderem Virologen und vermutlich sachlich überforderte, aber machtpolitisch agile Politiker, wesentlich bei. Das belegt ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums vom April 2020, in dem ganz unverblümt das Erzielen einer „Schockwirkung“ in der Bevölkerung angestrebt wurde. Dabei sollten unter anderem „Urängste“, wie die Angst vor dem Erstickungstod und vor der Ohnmacht der Angehörigen, geweckt werden. Das Gefahren- und Angstlevel in der Gesellschaft wird seitdem durch alarmierende Fernsehansprachen der Bundeskanzlerin, Verlautbarungen des RKI sowie apokalyptische Visionen nicht scheuende Talkshow-Experten auf einem hohen Niveau gehalten.

Das funktioniert selbst dann, wenn in den Krankenhäusern nachweisbar mehr als die Hälfte der verfügbaren Intensivbetten nicht belegt und die Zahl der „an und mit“ Corona Verstorbenen deutlich rückläufig ist (Von den samt Notfallreserve in Deutschland verfügbaren ca. 40.000 Intensivbetten waren selbst am Gipfel der zweiten Pandemiewelle  zu keinem Zeitpunkt mehr als 20.000 Betten belegt, unabhängig von den behandelten COVID-19-Patienten).

Aufrufe: 1075

Seite 1 von 42

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén