Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Schlagwort: Werder Bremen

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“Wir haben zumindest die Zweikämpfe nicht verloren, aber nur, weil wir nicht in sie hineingekommen sind” – Gibt es noch Hoffnung im Kampf gegen die Corona-Impf-Apartheid?

Von Dr. phil. Clemens Heni, 18. Mai 2021

Erstmal ist die Meldung der Woche natürlich Thomas Schaaf und Werder Bremen. Schaffen sie es noch, die Klasse zu halten?

Bleiben Sie weiterhin auf Platz 1 als das Team in der Ersten Bundesliga mit den meisten Spielen?

Mit Corona ist es wie im Fußball: Man muss schon in die Zweikämpf kommen, um sie wenigstens verlieren zu können oder anders gesagt: “Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt” oder “Wer nicht kämpft, hat schon verloren”.

Foto: privat, aus dem unten verlinkten Band aus dem Werkstatt Verlag

Es könnten in der Relegation Fin Bartels und Holstein Kiel warten, was brisant, aber für Werder auch gefährlich werden könnte. Diese Woche ist also spannend und Corona spielt nur die dritte Geige.

Die Corona-Fetischisten aber, die keine Zahlen lesen können, kein Risiko rational einschätzen können, die an Covid-19 glauben wie an eine Religion, die kein Verständnis dafür haben, dass das Mensch-Sein sich durch Kunst und Kultur und soziale Kontakte definiert und nicht durch das Vorhandensein eines negativen Tests auf ein x-beliebiges Virus oder sonst eine mögliche Erkrankung, diese Corona-Fetischisten werden verlieren. Sie haben schon jetzt ihr Mensch-Sein verloren, ja funktionieren halt im Kontrollstaat und haben die Panik internalisiert und jetzt wollen sie es uns anderen, dem (zugegeben: kleineren) denkenden Teil der Bevölkerung auch stehlen. Menschen werden gezwungen, mit unfassbarem psychischem Druck, sich impfen zu lassen, ohne zu sagen, dass man als Physiotherapeut auch mit doppelter Impfung im Altersheim, wo alle geimpft sind, weiterhin die Maske tragen und einen Test vorlegen muss. Sie sehen den Wahnwitz dahinter: Nicht ein Mensch kann sich nach Logik der Impfwahnsinnigen mehr tödlich oder überhaupt anstecken – aber trotzdem braucht es den Gessler-Hut des Corona-Zeitalters, der totalitärsten Form der Post-Demokratie, die wir kennen: die Maske.

Ich aber sage euch: Es wird wieder ein Leben ohne Corona-Impfung für die überhaupt nicht Gefährdeten, ein Leben ohne Test- und Maskenwahnsinn geben, Merkels historische Niederlage wird darin bestehen, dass ihre totalitäre Anmaßung, dass die “Pandemie” erst dann vorbei sei, wenn JEDER Mensch geimpft sei, ein völliger Schwachsinn ist. Das wird nie passieren. Niemals wird die ganze Welt, noch nicht mal ganz Berlin oder ganz Schöneberg oder ganz Deutschland oder die ganze EU, ganz Europa, ganz zu schweigen von Afrika und Asien – gegen ein so harmloses und nur für eine sehr spezifische Gruppe (von in den USA oder Europa häufig fettsüchtigen Personen) gefährliches Virus geimpft sein.

Daher gibt es Hoffnung, Merkel wird Geschichte sein wie ihre totalitäre Anmaßung, die sie mit weiten Teilen des Establishments teilt. Laschet wird pragmatischer sein, da muss man kein CDU-Anhänger sein, um das zu prognostizieren. Und, bitte, kein Beifall von der falschen Seite, von Verschwörungswahnwichteln (m/w/d), die jetzt mit Gates kommen. Und Leute, die jetzt in Bildbänden zur Corona-Kritik vorkommen, wo auch Verschwörungsideologen abgebildet sind, die den islamistischen Charakter von 9/11 in Abrede stellen, die haben politisch eh verloren und sind nicht mehr oder waren nie Teil des demokratischen, geschweige denn linken Spektrums der Coronapolitik-Kritiker*innen.

Wie komme ich also auf Hoffnung? Wie immer erstmal Florida, Florida, Florida, wo bekanntlich Ende Juni 2021 alle Corona bedingten “Maßnahmen” aufhören werden. Dort gibt es schon jetzt explizit das Verbot, Impfnachweise oder Impfpässe zu verlangen. Deutschland hingegen und Europa wollen die im Juni einführen. Das wird aber ganz sicher nicht reibungslos und vor allem nicht ohne Installierung eines Apartheid-Regimes klappen.

Eine erhebliche Zahl der Europäer*innen lehnt eine Impfung ab, das zeigt eine große offizielle Umfrage der Europäischen Union (EU) der “Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen” (European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions) von April 2021.

29 Prozent aller Männer und 25 Prozent aller Frauen lehnen eine Impfung sehr wahrscheinlich grundsätzlich (“very likely”) ab, zusammen mit den ebenso sehr skeptischen Männern und Frauen sind jetzt 34 Prozent in der ganzen EU-27 sehr stark oder vermutlich gegen eine Corona-Impfung. Diese Abnahme der Zustimmung zur Impfung geht einher mit schockierend hohen Zahlen für depressive Menschen, die Zustimmung zur Coronapolitik ist auf einem Allzeittief in der EU-27.

Das ist der Stand nach dem Astra Zeneca Disaster vom 11. März 2021, wo der Impfstoff vorübergehend ausgesetzt wurde. Davor waren insgesamt nur 25 Prozent skeptisch – auch das eine große Zahl -, aber jetzt sind es 34 Prozent.

Nach dem Bericht wollen EU-weit 64 Prozent eine Impfung vermutlich nehmen, allerdings nur 59 Prozent in Rumänien und 33 Prozent in Bulgarien.

Interessant oder schockierend ist die Impfideologie: Während es am Anfang immer hieß, die Alten und besonders Gefährdeten müssten geimpft werden, ist das jetzt kein Thema mehr. Dabei kann wie gestern in meinem Text und vielen anderen Texten gezeigt, so gut wie kein Mensch unter 70 eher an Corona als an einer schweren Grippe sterben. Wenn nach realistischer Berechnung der Infektionssterblichkeit für Menschen von 35-59 Jahren die Wahrscheinlichkeit, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 an Covid-19 zu sterben, bei 1:3333 liegt, dann ist sie offenkundig sehr gering.

Da ein Drittel der Bevölkerung in den USA oder in Europa zögerlich oder offen ablehnend einer Impfung gegenüber ist – weil diese Menschen keine Angst oder Panik haben oder aus gesundheitlichen Gründen die Impfung gar nicht nehmen können -, gibt es jetzt teils abstrus anmutende Kampagnen.

Während der 109. Bürgermeister der Stadt New York City, Bill de Blasio, ein sympathischer pro-israelischer Politiker ist,

hat er mit der freien Entscheidung für oder gegen die Corona-Impfung so seine Probleme. In einem Werbeclip fordert de Blasio nun die Bürger*innen von New York City auf, sich impfen zu lassen, dafür gebe es kostenlos eine Portion Pommes Frites und einen Hamburger von der Kette Share Shack. Der Bürgermeister kokettiert sogar damit, ob man das nicht auch zum Frühstück essen könnte!

Zum Frühstück einen Burger und ein paar Pommes – weil wir ja wissen, dass in den US 78 Prozent aller Corona-Toten übergewichtig bzw. fett (BMI über 30) waren.

Doch vielleicht können wir sogar daraus Hoffnung ziehen, denn was anderes als eine äußerst peinliche Verzweiflungstat ist so ein Video? Würden die Menschen Corona als riesige Gefahr für alle erkennen, würden sie dann zurückhaltend sein mit einer Impfung? Würden die Menschen auch in der EU so zurückhaltend sein, wenn sie spürten, dass Corona eine echte Gefahr für ALLE und nicht nur für eine sehr kleine Gruppe von sehr alten und sehr kranken Menschen ist?

Wenn die Impfpriorisierung ab dem 7. Juni in Deutschland fällt, zeigt das doch Folgendes: es ging nie um den Schutz der Alten und Gefährdeten, es ging um Gehorsam, Disziplin und Nicht-Denken, Nicht-Nachfragen, oder, um mit Jan Josef Liefers zu sprechen: “Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht”.

Wenn also ab dem 7. Juni alle Menschen, die das wollen, geimpft werden können, dann gibt es keinen Grund mehr, politisch eine Impf-Apartheid in Europa zu installieren, was das Reisen, das Ins-Restaurant- oder Einkaufen-Gehen betrifft. Denn jeder – wirklich jeder – kann dann ja den Kopf ausschalten, muss sich keine Gedanken über sein Nicht-Risiko mehr machen, und sich impfen lassen. Aber der andere, der denkende Teil der Bevölkerung, der darf dann nicht mehr diskriminiert werden – was er ohnehin nicht dürfte, aber was kümmert den Mainstream schon die Demokratie, die Rechtmäßigkeit oder wen kümmern schon Resolutionen wie jene Resolution 2361 der Parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 27. Januar 2021, die explizit festlegt, dass kein Mensch – kein Mensch – aufgrund seiner Weigerung, geimpft zu werden, “diskriminiert” werden darf?

7.3 with respect to ensuring a high vaccine uptake:

7.3.1 ensure that citizens are informed that the vaccination is not mandatory and that no one is under political, social or other pressure to be vaccinated if they do not wish to do so;
7.3.2 ensure that no one is discriminated against for not having been vaccinated, due to possible health risks or not wanting to be vaccinated;

Auch darin, dass es doch noch Gerichte geben wird, die auf dieser Resolution beharren, liegt die Hoffnung. Wobei diese Impf-Apartheid fast noch ein kleineres Problem in dieser Woche darstellt, als die Gefahr, dass Bremen in die Zweite Liga absteigt. Doch auch da gibt es ja Hoffnung und die heißt Thomas Schaaf 😉

Der Kern im Kampf um die Bundesliga oder gegen den Corona-Totalitarismus ist der gleiche:

“Wir haben zumindest die Zweikämpfe nicht verloren, aber nur, weil wir nicht in sie hineingekommen sind”. (Thomas Schaaf)

 

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Post-Stalinisten, Neue Rechte und Antifeministinnen Hand in Hand gegen die linke Kritik am Coronawahnsinn

Von Dr. phil. Clemens Heni, 27. Juni 2020

Es gibt zwei unterschiedliche Richtungen und Organe, die beide so tun, als wären sie nicht Mainstream und die sinnbildlich stehen für das Bejahen des Ausnahmezustandes und des Notstandes angesichts der Coronakrise. Da ist die linke Monatszeitschrift Konkret und dort das immer wieder neu-rechte Ideologie bedienende Online-Tagebuch Achgut.

Während zum Beispiel René Zeyer auf Achgut die Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion sehr richtig darstellt und die widerwärtige Häme fast der gesamten deutschen Presselandschaft, der politischen und kulturellen Elite angesichts der großen Militärparade Putins in Moskau auf dem Roten Platz angesichts des 75. Jahrestags des Sieges über Nazi-Deutschland attackiert, ist Achgut viel häufiger offen für neu-rechte Texte und Ideologie. So feierte dort jüngst die antifeministische Starautorin Birgit Kelle das Muttersein angesichts der Coronakrise.

Kelle schreibt:

Man darf mit Spannung erwarten, wie viele der Mütter nach der Krise immer noch denken, die Fremdbetreuung bereits von Babys sei alternativlos. Die Entschleunigung dieser Zeit schafft Spielraum für neue Erfahrungen und Emotionen, die man sich vorher als Mutter eventuell selbst verboten hat. Wie viele Mütter hören bereits seit Jahren nur, was sie alles angeblich nicht können? Gerade beweisen Millionen von ihnen, dass sie zu Erstaunlichem fähig sind, wenn es sein muss. Mögen sie sich das niemals wieder ausreden lassen.

Das zwangsweise Einsperren von Kindern wird als „Entschleunigung“ bezeichnet, ein Zynismus, den Kelle mit vielen auch alternativ-links-grünen Müttern teilen mag.

Grundsätzlich frappiert das Ignorieren aller anderen Frauen(gruppen), die sich nicht devot dem patriarchalen Reproduktionsdogma gebeugt haben, der Misshandelten, der Singles, der Seniorinnen, derer, die gerade ihre Existenz verloren haben – aber die sind ja auch vernachlässigbar, leisten sie doch nicht den einzigen wirklich wertvollen Beitrag, dessen man qua Ovarienbesitz fähig ist.

In Konkret (6/20, S. 21) wiederum zeigt Veronika Kracher ihre ganze Unkenntnis der Sachlage, lobhuldigt dem Einpeitscher, Panikmacher und wissenschaftlich höchst problematisch forschenden Drosten und macht aus einer linken Zeitschrift ein Propagandamedium für den Staatsnotstand, indem sie rational denkenden EpidemiologInnen, kritischen VirologInnen, anderen MedizinerInnen und allen sonstigen Kritiker*innen nichts weniger als Mord vorwirft:

… autoritär revoltierende Jammerlappen, denen ihre Freiheit, andere für sich krepieren zu lassen, wichtiger ist als das Tragen einer Schutzmaske.

Kracher ist sicher kein Jammerlappen, lediglich eine Person, die wirklich eine von Bakterien, Schweiß und Schleim vollgesogene Maske sich vor die große Klappe klemmt, undeutlich daherredet, wenn möglich rot-schwarze Streifen auf die Maske malt und sich wirklich mega lebensrettend vorkommt. Damit ist sie absoluter Panik-Mainstream. Bald bekommt sie einen Vertrag als Werbetexterin für Katjes. Jegliche wissenschaftliche (medizinische, sozialwissenschaftliche, psychologische, philosophische) Kritik an solchen Masken im Privatgebrauch ignoriert die delirierende Autorin, womit sie im selben Boot wie ihr Kollege Tomasz Konicz (ebd., S. 20) sitzt, der meint, das „Kapital“ wünsche sich ein Ende des Lockdowns genauso herbei wie das „Verschwörungstheoretiker“ und „Nazis“ tun würden. Konicz ist offenbar ein Fan von Merkel, Scholz und Söder, somit sowohl vom großen Kapital wie auch den Notstandsgesetzen.

Da war die tatsächliche Neue Linke 1964-68 in dieser Hinsicht weiter und bekämpfte die geplanten Notstandsgesetze.  Heute jubeln die Linken von der Linkspartei über Wannabe-Kanzler Habeck – der natürlich kein Linker ist, aber als irgendwie links der Mitte firmiert – hin zur Jugendantifa, die erbärmlichst mit ihren selbst geschneiderten Masken dümmlich herumhampeln.

Man ist schon erstaunt, wie wenig Demokratiekunde bei diesen drei AutorInnen angekommen ist seit 1945, bei Kelle, Kracher und Konicz. Das völlig willkürliche, beliebige Aussetzen von fast allen Grundrechten verursacht nicht mal ein Achselzucken, sondern frenetischen Beifall, auch wenn Kracher ernsthaft meint, sie könne sich dem Lager der Kritiker der „Maßnahmen des autoritären Staats“ zuordnen.

Immerhin gab es in der darauffolgenden Konkret (7/2020) zwei Leserbriefe, die „die polemische Herabwürdigung von fast allem, was sich kritisch zu Corona verhält“, „unakzeptabel“ beziehungsweise „beängstigend“ finden.

Auf einer Passauer Kundgebung „Freiheit2020“ sprach am 13. Juni 2020 Dr. Ronald Weikl,

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stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V.“ (MWGFD). Vorsitzender ist eben Sucharit Bhakdi, dessen neues Buch „Corona Fehlalarm?“ (geschrieben mit seiner Frau Karina Reiß) ich jüngst anpries. Doch dieser Verein MWGFD verlinkt die Rede von Weikl und hat nationalistisches Pathos, die Buchstaben GFD sind in schwarzrotgold getaucht.

So ist es auch kein Wunder, dass der eloquente Weikl allerhand Skandalöses vom Einzelhandel in Bayern zu erzählen hat (dass Menschen mit Attesten zum Nicht-Tragen eines Mund-Nase-Schutzes dennoch bestimme Läden nicht betreten dürfen, andere Elektronikläden hingegen doch), in seiner Rede wie selbstverständlich die zwischen linkem Verschwörungswahnsinn, Rechtsextremismus, Querfront und sonstiger Neuer Rechten oszillierenden Seiten KenFM, Achgut, Politically Incorrect (PI News), Nachdenkseiten, Rubikon und andere hochjubelt. Das seien die kritischen Medien. Vom Antisemitismus von PI, einer Seite, die sich schon vor Jahren mit Michael Stürzenberger gegen die Brit Mila und somit gegen jüdisches Leben in Deutschland aussprach, der rassistischen Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime auf PI News oder Achgut, vom antisemitischen Verschwörungswahnsinn von KenFM (Ken Jebsen: „ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat“), Rubikon (wie angesichts 9/11) oder den Nachdenkseiten, ist da kein kritisches Wort zu hören.

Grade die Nachdenkseiten sind typisch für als Kapitalismuskritik getarnte antisemitische Ressentiments (inklusive dem Antizionismus), was die aggressive Positionierung der Nachdenkseiten und ihres Machers Albrecht Müller für die Kabarettistin Lisa Fitz eindrücklich zeigt. Müller (Jg. 1938) saß für die SPD im Bundestag und war in den 1970er Jahren bis Anfang der 1980er Jahre im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt tätig.

Lisa Fitz steht in der Tat sinnbildlich für sehr viele sich „links“ oder als Anti-Nazi verstehenden Leute, die nie kapieren werden, wie Antisemitismus funktioniert, z.B. so: „Rothschilds, Rockefeller, Soros und Konsorten. Die auf dem Scheißeberg des Teufels Dollars horten“. Diese Ideologie aus einem Song von Fitz, die das Abstrakte des Kapitalismus personalisiert und dabei gerade Juden namentlich nennt,  und ihre Nähe zu Putins Propagandamedium Russia Today (RT) hat die Journalistin der Frankfurter Rundschau Katja Thorwarth kritisch analysiert.

Kritiker werden von Albrecht Müller im oben verlinkten Text als „Antisemitenjäger“ diffamiert. Dabei sind viele Linken insofern in der Tat heutzutage ein massives Problem, als sie den Wahnsinn der Coronamaßnahmen nicht nur nicht erkennen, sondern unterstützen. Man muss also gegen die katastrophalen und zum Nicht-Nachdenken aufpeitschenden Nachdenkseiten und gegen manche jener Linken (wie in Regensburg), die die „Nachdenkseiten“ oder alle möglichen Anti-Coronamaßnahmen-Kundgebungen kritisieren, gleichermaßen aktiv werden und politisch skeptisch und kritisch bleiben – also versuchen, rational die geistige oder besser ungeistige Situation der Zeit zu analysieren. Diese Linken haben es verpasst, sich wissenschaftlich zumal mit der amerikanischen und sonstigen internationalen kritischen Forschung zu SARS-CoV-2 zu beschäftigen – wie fast alle in Deutschland diesbezüglich versagen.

Eine sehr informative Kritik der autoritären staatlichen Maßnahmen in der Coronakrise, die ziemlich umfassend medizinisch und sozialwissenschaftlich argumentiert, liefert der Kinderarzt Dr. Martin Hirte aus München. Am 16. Mai 2020 sagte er auf einer “Freiheitsversammlung” an der Münchener Freiheit:

Das Asylrecht ist seit Wochen ausgesetzt.
Das Leben von Flüchtlingen hat keinen Preis.
Liebe AfD-Mitglieder: Ihr könnt nach Hause gehen.
Ihr habt schon gewonnen.

Wir wissen alle: Die Coronavirus-Krankheit ist nicht ungefährlich.
Für pflegebedürftige alte Menschen kann sie das Ende bedeuten.
Aber es sterben jedes Jahr 60 000 Menschen an Lungenentzündung.
Vor allem alte Menschen. Es würde reichen, diese Gruppe zu schützen.

Hirte nimmt aber auch Verschwörungsideologen und explizit Rechte in Schutz und verharmlost deren gefährliche Ideologie:

Liebe Politiker und Journalisten: wenn Rechte und Verschwörungstheoretiker auf die Straße gehen, fragt sie doch mal was sie antreibt. Vielleicht gehören einige ja zum dem Prekariat, das wir jetzt gerade vergrößern, zu den 4 Millionen Langzeitarbeitslosen, Mini-Jobbern und Hartz-IV-Empfängern.
Menschen, die verständlicher Maßen verzweifelt sind.
Und die wütend sind auf den obszönen Reichtum, mit dem manche meinen, die Wissenschaft, die Medien und die Weltpolitik beeinflussen zu dürfen.

Doch in welcher Beziehung steht Martin Hirte zu anderen Kritikern der Coronamaßnahmen wie Ronald Weikl, der sich auf so viele problematische rechte Online-Plattformen positiv bezieht? Die Seite “AusLiebezumGrundgesetz” verlinkt Reden von Weikl und ruft wie Hirte zu “Freiheitsversammlungen” (in München) auf.

Man muss ganz sicher kein Freund der pro-iranischen und die Gefahr des Islamismus verharmlosenden Grünenpolitikerin und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sein, um ihre Charakterisierung von Tichys Einblick, der von Weikl auch als super tolles Anti-Mainstream-Medium in der Coronakrise angepriesen wird, als „neurechte Plattform“, „deren Geschäftsmodell auf Hetze und Falschbehauptungen beruht“, zu teilen. Diese scharfe Kritik an Tichys Einblick ist eine Meinungsäußerung, die im Juni 2020 auch vom Oberlandesgericht Stuttgart als solche bestätigt wurde, Tichy verlor den Prozess.

Eine seriöse, liberale, linke Kritik der willkürlichen, autoritären und in die Gesundheitsdiktatur oder den Überwachungstechnikfaschismus führenden Politik ist weiterhin absolut marginal – aber es gibt sie.

Die viele Jahre eher verdeckt gehaltene Staatsliebe der vorgeblich kritischen neuen Linken zeigt jetzt ihre poststalinistische Fratze. Der Kinder-Küche-Herd Antifeminismus der alten und neuen Rechten zeigt sich im selber Brotbacken und kuschligen Homeschooling der gefangen gehaltenen Kinder. Diese perfide Affirmation der Coronamaßnahmen und des Lockdowns bejaht somit auch das Alleinlassen der Demenzkranken und Alten in Alten- und Pflegheimen, die von Beginn der Krise an nie wirklich geschützt, sondern eingesperrt wurden und jetzt völlig am Ende sind. Achgut changiert offenkundig zwischen Kritik an den Coronamaßnahmen und dem euphorischen Kokettieren mit der Kinder-Küche-Herd-Ideologie von Birgit Kelle und ihrem nicht zu unterschätzenden rechten Umfeld.

Die irrationale Panik vor einem Virus, das erwiesenermaßen für Menschen ohne Vorerkrankung unter 65 Jahren so gut wie vollkommen harmlos ist (siehe die Forschungen von John A. Ioannidis et al. aus Stanford)

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und auch 87jährige nicht grundsätzlich bedroht, nur, wenn die Person ohnehin ein schwaches Immunsystem hat und massiv vorerkrankt ist – diese Panik zeigt, mit was für erbärmlichen Gestalten wir seit jeher lebten, links und rechts und im vollgefressenen Wohlstands-Mainstream. Es gibt weltweit viel größere Gefahren auf dieser Welt als SARS-CoV-2: Armut, Wassernotstand, Hitzewellen ungeahnten Ausmaßes, Kriege (deutsche Rüstungsindustrie) und so weiter.

Wenn jetzt bei all diesen Gefahren auch in Industriegesellschaften – Influenza (Grippe), Klimawandel, Alkohol, Rauchen, Autoverkehr, Luftverschmutzung, Allergien etc. pp. – der absolute Notstand ausgerufen wird (wie es manche Ökoleninist*innen fordern, so der Kritiker Peter Nowak in unserem Buch „Corona und die Demokratie. Eine linke Kritik“), dann ist das ein Leben im Polizeistaat. Dann ist das ein Leben auf Abruf. Heute hier, morgen schon in Quarantäne oder im Lockdown.

Diese Todespanik, die als Konsequenz die Leute antreibt, lieber die ganze Welt einzusperren, anstatt die wirklich Gefährdeten zu schützen und für ein seriöses, kostenfreies und sehr großes Gesundheits- und Pflegesystem zu sorgen, diese Todespanik schlummerte ganz offenkundig in allen Menschen, fast allen Menschen.

Jede schwerere Grippe von 1970 oder 2018 war weit schlimmer als dieses Virus – und niemand wäre je auf die Idee gekommen, eine Gesundheitsdiktatur zu errichten. Jetzt schon. Warum? Die weltweite Gleichzeitigkeit dieser Panik ist umso schockierender. Der simultane Wahnwitz der a-sozialen Medien von Facebook bis Twitter, Instagram und Youtube mag ein entscheidender Faktor sein, die Leute hetzen sich selbst und andere 24/7 auf.

Extrem raffinierte oder perfide Politiker*innen haben Anfang 2020 diese nie dagewesene Panik der fast gesamten Gesellschaft umgehend erkannt und setzten zum größten Experiment der Weltgeschichte an – und alle machten mit, Linke fühlen sich als die Retter der Welt (wie immer) und die Rechten träumen von alten Volksgemeinschaftszeiten (wie immer). Konkret und Achgut flankieren mit den zitierten Texten den fanatischen Mainstream und denken beide, sie seien dissident.

Exakt wie Konkret agitiert denn auch der Berliner Tagesspiegel (hier: Sebastian Leber) gegen Menschen, die sich völlig zu Recht weigern, dem irrationalen Wahnsinn des Maskentragens (bis vor kurzem waren noch das Robert-Koch-Institut oder die WHO gegen das Tragen von Masken im Alltag) Folge zu leisten:

Vermutlich hilft da nur eines: die Verweigerer selbst anzusprechen und ihnen klarzumachen, dass sie sich schämen sollen. Dass Typen wie sie die Pandemie verlängern, teuer erkaufte Erfolge im Kampf gegen das Virus zunichte machen und Menschenleben gefährden. Dass sie niemals wissen werden, welche Infektionsketten sie losgetreten, welche Oma durch ihre Rücksichtslosigkeit auf dem Gewissen haben.

Wenn das seriöser Journalismus sein soll, dann wird Werder Bremen (Platz 1 der „ewigen Bundesligatabelle“ was die Anzahl der Spiele betrifft, vor dem 34. Spieltag der „Coronasaison“ sind es 1899) heute noch auf Platz 15 in der Bundesliga springen.

Man könnte darüber lachen, wäre die Situation nicht so dermaßen katastrophal, irrational und ernst. Die Neuen Rechten sind eine Gefahr wie schon vor dem Frühjahr 2020. Merkel, Scholz und Söder sind die großen Gewinner. Vernunft und Aufklärung haben verloren. Auch dank der „Linken“.

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