Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Schlagwort: Totalitarismustheorie

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„Günther Oettinger war nie Mitglied der NSDAP“!

Original auf Achgut.com, 13.04.2007

Filbinger ist tot. Spät ist er gestorben, doch auch sein Vorbild Ernst Jünger wurde recht alt, das scheint eine Macke von Konservativen, Reaktionären, Konservativ-Revolutionären, Faschisten oder Antisemiten zu sein. Wer wissen möchte, wer Filbinger war, kann sich die zum Glück erfolgreiche Diskussion des Jahres 1978 vergegenwärtigen, als Filbingers NS-Vergangenheit zum Sturz als Ministerpräsident von Baden-Württemberg führte.

Man kann aber auch anders vorgehen: Denn dass nun gestern, am 11. April 2007, vom gegenwärtigen Ministerpräsidenten des schwäbischen Musterländles eine geschichtsklitternde und lobhudelnde Rede gehalten wurde zu Ehren des Ex-Marinerichters mit einer Vorliebe für Todesurteile ihm nicht-genehmer Menschen, passt ins Bild eines Landes, das so richtig „zivilisiert“ wurde (Antje Vollmer). Die Nazis sind böse, „wir“ waren nie welche und wenn doch, dann un- oder unterbewusst und auf keinen Fall gerne. Günther Oettinger z. B. ist kein Nazi, er ist auch nie Mitglied der NSDAP gewesen. Er wurde 1953 geboren. Oettinger ist gleichwohl bekannt für seine sowohl ausdruckslose Persönlichkeit als auch deutsch-nationalen Positionen, er sang vor ein paar Jahren gern das Deutschlandlied in allen drei Strophen in Tübingen bei seiner Burschenschaft Ulmia. Dass Oettinger nun herumposaunt, ganz evangelisch, der Katholik Filbinger – hier haben wir quasi eine ökumenische Volksgemeinschaft Baden-Württembergs par excellence vor uns – sei „kein Nazi gewesen“, das ist ein Witz. Ein Blick in eine Rede von Filbinger aus dem Jahr 1998 erhellt wie deutsch-national und den NS verharmlosend bis affirmierend dieser stolze Deutsche dachte, bis in sein Grab hinein.

„Festvortrag von Prof. Dr. Hans Filbinger auf der 7. Weikersheimer Hochschulwoche 1998: Dr. Hans Filbinger Meine Bilanz in den Umbrüchen unseres Jahrhunderts.“

Filbinger setzt ein:

„Historisch gesichert ist heute die Tatsache, daß die etwa 13 Millionen Menschen, die für Hitler im Jahre 1933 stimmten, keineswegs wußten oder auch nur wünschten, was sie wählten. Ihr beherrschender Gedanke war, aus der extremen wirtschaftlichen Notlage mit über 6 Millionen Arbeitslosen herauszukommen.“

Ach was: die SA, die Mörderbande vor und nach 1933, hatte nicht klar gemacht, um was es geht, nämlich eine antimarxistische, antijüdische, deutsch-nationale Revolution in Deutschland, antiparlamentarisch und antidemokratisch, kriegsverherrlichend, extrem brutal und männerbündisch? Wenig später in diesem im rechtskonservativen Studienzentrum Weikersheim gehaltenen Vortrag Filbingers heißt es dann – und das hat Oettinger einfach abgeschrieben und auf den Toten selbst gemünzt:

„Die Deutschen waren kein Volk von Nazis.“

Die Deutschen also als Opfer, das ist ja seit Jahrzehnten Mainstream. Und noch weiter geht es in der die Verbrechen der Deutschen derealisierenden Märchenstunde:

„Die deutsche Katastrophe hat die religiöse Grundlage unseres Volkes nicht zerstört.“

Na super, möchte man jubeln: Wir – „Wir“ – Deutsche habe noch ne Grundlage, christlich-religiös, das nimmt uns keiner. Im Ausdruck „deutsche Katastrophe“ hört der geübte Hörer unschwer den Historiker Friedrich Meinecke heraus, der ein groteskes Büchlein mit diesem Titel bereits 1947 in einer dritten Auflage unter seine deutsche Volksgemeinschaft der Verlierer gebracht hatte. Darin heißt es u.a.:

„Und die große in der Luft liegende Idee, die Verschmelzung der nationalen und der sozialistischen Bewegung, fand an ihm [Hitler, d. Verf.!] ohne Frage den brünstigsten und den entschlossensten Exekutor. Dieser sein Anteil an einer großen objektiven Idee seiner Zeit muß rundweg anerkannt werden.“

In dieser Tradition steht auch Filbinger, etwas religiöser gefärbt womöglich, aber ebenso deutlich deutsch-national. Filbinger war zwar 1933 im bündischen Neudeutschland aktiv, einer katholischen Jugendgruppierung, die nicht ganz auf HJ-Linie lag, aber ihr Anspruch war so abstossend deutsch wie andere „Bewegungen“ auch:

„Unser Bund hat bei seiner Gründung, als widerchristliche und volksfremde Kräfte das Vaterland bedrohten, in herrliche Begeisterung sich den Namen ›Neudeutschland‹ gewählt.“

Auf diesen Text weist Hans der Tote extra hin auf seiner Homepage http://www.hans-filbinger.de/images/gaubrief.gif .

Dieser Bund „Neudeutschland“, den Filbinger noch 1998 gern erinnert, hat sich 1919 gegründet. Wenn er sich offenbar gegen „volksfremde“ und „widerchristliche“ Kräfte gegründet hat – in der ersten Demokratie in Deutschland, der Weimarer Republik! – dann sagt das alles aus über den reaktionären Grundtenor dieser Jugendbande. Mag es der Hass auf Marxismus und Sozialdemokratie sowie Juden und Ostjuden oder auch areligiöse Liberale sowie Kommunismus sein, der als Kampf gegen „volksfremde“ oder „widerchristliche“ Kräfte in den deutsch-national-christlichen Herzen zu glühen beginnt, es ist die Ausgangsbasis von Hans Filbinger: gegen „volksfremde“ Kräfte in Deutschland, 1933, 1945, 1978, 1998 bis 2007. Dass die Deutschen gar nicht wussten wen sie wählten und an die Macht hievten, 1933, das fabulierte der alte CDUler schon. Doch es kommt noch bunter:

„Die Anfänge der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland waren beschwerlich genug. Die Städte und Industriezentren waren zerstört, die Nahrungsmittel am Anfang knapp und die allgemeine Arbeitslosigkeit war noch gesteigert durch den Zuzug von ca. 12 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten. Stalin hatte die Vertreibung als Mittel eingesetzt, um den Westen Deutschlands für eine kommunistische Machtübernahme reif werden zu lassen. Die kommunistische Partei spielte nicht nur im Osten, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschlands eine zerstörerische Rolle. Gegen die Wiederbeschaffung wurde eine sogenannte ›Friedensbewegung‹ in Gang gesetzt, die unter der Parole ›Ohne mich‹ die Aufstellung der Bundeswehr zu verhindern suchte.“

Hier spricht nun der Revanchist, der autistisch sich und seine ganz normalen Deutschen als die Opfer des Nationalsozialismus herbeiimaginiert und die jüdische Erinnerung brutal und aggressiv zur Seite stösst, ja Filbinger leugnet in dieser Rede insofern den Holocaust, als dieser einfach verschwiegen wird. Juden, Antisemitismus und die Vernichtung der europäischen Juden tauchen überhaupt nicht auf. In einer Rede, in der es zentral um den Nationalsozialismus geht, ja die Folgen für „die Deutschen“ auf abstossende Weise herausgekehrt werden, nicht vom Holocaust zu sprechen, ist de facto eine Holocaustleugnung. Dass Filbinger dann auch noch die Wiederbewaffnung der BRD gutheißt ist logisch. Die „Not“ wird als eine des Krieges und vor allem der Kriegsfolgen herbeigefaselt, die Vernichtung der Juden wird selbstverständlich als Prämisse des Wiederaufbaus vorausgesetzt ohne sie zu erwähnen:

„Nicht möglich wäre diese mutige Politik ohne die Tat des Wirtschaftsministers Ludwig Erhard gewesen, der durch die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft das deutsche Wirtschaftswunder herbeigeführt und dadurch die Politik aus der äußersten Not bis in relativen Wohlstand geführt hat.“

Direkt anschließend kommt natürlich die Totalitarismustheorie, die wiederum in traditionell rechtsextremer Weise die Deutschen entschuldigt und „den Kommunismus“ diffamiert, genauso schlimm gewesen zu sein als der deutsche Nationalsozialismus:

„Unsere Epoche ist das ›Jahrhundert der totalen Verführung‹ genannt worden, in dem zwei verwandte Ideologien mit totalitären Denkformen und Zielsetzungen um die Herrschaft kämpfen: Die marxistische Klassentheorie in Rußland und die nationalsozialistische Rassentheorie in Deutschland.“

Da nun heute jedoch von Oettinger der Kampf gegen den Marxismus gepriesen wird ist darin nicht nur ein Echo der national-sozialistischen Propaganda von vor und nach 1933 zu erkennen, nein, vielmehr sekundiert der Stuttgarter Landesvater auch hier seinen Urgroßvater Filbinger. Oettinger im O-Ton von Freiburg am 11. April 2007:

„Wenn Baden-Württemberg in der Bildung heute bundesweit vorne liegt und wenn unser Land in den 70-er Jahren dem marxistischen Zeitgeist widerstanden hat, dann verdanken wir dies vor allem Hans Filbinger.“

Diese Hetze ist beachtlich für das angeblich „nach-ideologische Zeitalter“, man sieht richtig den Schaum vor dem Mund bei diesem schwäbischen Antikommunisten und Filbinger-Möchte-gern-Ziehsohn. Doch wie sah es Filbinger mit dem Marxismus im allgemeinen und jüdischen Intellektuellen im besonderen?

„Kein Wunder, daß die Menschheit von den totalitären Ideologien beider Spielarten geheilt ist. In den 5Oer Jahren war die Ablehnung des Kommunismus ebenso wie des Faschismus-Nationalsozialismus unbestritten. Doch erstaunlicherweise blieb es dabei nicht. In den 60er Jahren erfahren wir eine ›Neuaufladung ideologischer Energien und ideeller Verführungen‹, verwandt den Ausbrüchen und Irrungen der ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Die marxistischen Theorien erlebten eine Renaissance, insbesondere bei der studentischen Jugend. Die sogenannte Kulturrevolution wurde durch Vorgänge in den USA und in Frankreich inspiriert. Wahrend sie jedoch dort relativ bald verebbte, machten es die Deutschen gründlicher. Die Universitäten wurden mit wenigen Ausnahmen Schauplätze revolutionärer Umtriebe. Maßgebliche Antriebskraft war die ›kritische Theorie‹ der Frankfurter Schule unter den Sozialphilosophen Marcuse, Adorno, Horckheimer und Habermas. Die Stichworte ›Emanzipation‹, ›Demokratisierung‹, ›Selbstverwirklichung‹, ›Verweigerung‹, ›antiautoritäre Erziehung‹ u.a. verwirrten die Köpfe der Studenten und führten zu den bekannten Exzessen. Lehre und Forschung an vielen unserer hohen Schulen wurden stark beeinträchtigt. Damit einher ging jene ›Befreiung zur Sexualität‹, deren Auswirkungen wir heute in der Lawine von Pornographie und Perversion erleben müssen.“

Juden wie Adorno seine also für „Pornographie und Peversion“ verantwortlich, „Horckheimer“ (sic!) habe die Forschung „beeinträchtigt“ und zu „Exzessen“ angeheizt. Das hört sich nun wirklich an, als spräche die NPD oder irgendeine offen neonationalsozialistische oder auch neu-rechte Organisation! Filbinger möchte keine „Demokratisierung“, er möchte lieber einen autoritären Staat wie damals den Nationalsozialismus, dem er so brav gedient hat als Jurist. Er hetzt im gleichen Duktus gegen Liberalität und Aufklärung, Juden und Kommunisten, wie es sein Bund Neudeutschland und viele andere schon zu Weimarer Zeiten getan haben, um dem Nationalsozialismus den Boden zu bereiten und die Demokratie zu zerstören. Filbinger möchte die Demokratie auch wieder zerstören, wenn er gegen Adorno oder Habermas hetzt, welche unzweifelhaft für Aufklärung, Universalismus und „Selbstverwirklichung“ stehen. Die Hetze gegen die Frankfurter Schule, also die Kritische Theorie, ist zwar Mainstream auch in der Wissenschaft, aber diese ekelhafte Hetze von Filbinger gegen Adorno, Horkheimer und selbst Habermas ist doch an Perfidie, Anstachelung zum Hass und antiintellektueller Hetze nicht zu überbieten. Der schwäbische Landesvater jedoch macht für die konkreten Wahlerfolge dieser organisierten Nazis die Linke verantwortlich, letztlich also auch Marcuse, Adorno, Horkheimer und Habermas:

„Ende der 60er Jahre gab es in Baden-Württemberg und auch in anderen Bundesländern ein rechtsradikales Zwischenspiel. Die NPD, eine rechtsextremistische Partei, errang bei den Wahlen im Jahre 1968 10 % der Stimmen in Baden-Württemberg, ohne zuvor auch nur ein einziges Mandat besessen zu haben. Das war die Folge der Umtriebe der linkssozialistisch-kommunistischen Kulturrevolutionäre, die das in jeder Demokratie latent vorhandene Wählerpotential auf der rechtsextremistischen Seite mobilisierte.“

Nicht etwas die bloße Existenz von Alt-Nazis, Ex-SAlern, Ex-SSlern, Wehrmachtsoffizieren etc., welche die deutsche Geschichte hochleben ließen und jede Kritik am Nationalsozialismus oder jede Erinnerung an die deutschen, präzedenzlosen Verbrechen rabiat wegstiessen, trug zum Wahlerfolg der NPD bei. Nicht die mediale Hetze gegen alles Antiautoritäre (dessen Gehalt selbstkritisch immer reflektiert werden muss, aber doch niemals von einem Salonreaktionären wie Filbinger oder seiner Freunde in der Stuttgarter Regierungsbank oder dem Bundesinnenminister, der zu der Trauerfeier in Freiburg auch angerollt kam). Dieses konservativ-reaktionäre, geistig-moralische Geschwätz revitalisiert Filbinger in folgendem Punkt noch, als er auf die Zeit nach 1989 zu sprechen kommt:

„Daß die rechtsradikalen Parteien in der Bundesrepublik nur eine marginale Rolle spielten, wurde propagandistisch durch die Großaufnahmen randalierender Radaubrüder und krimineller Skinheads überspielt. So verstanden es die von der Geschichte Widerlegten, sich wieder Gehör zu verschaffen. Nach bewährtem Muster wurde der Antifaschismus politisch auch gegen ›Konservative‹ instrumentalisiert. Der Kanon dessen, was politisch korrekt sei, wurde von angepaßten Wächtern der politischen Moral formuliert. es bildete sich die politische Correctness als eine Institution, die vorschreiben will, was gedacht und was gesagt werden darf: ›Kommunismus ist gut, Faschismus ist schlecht‹. Mit der Faschismuskeule werden diejenigen verfolgt, die nicht links stehen. Erstaunlich ist es, daß diese Strategie und Taktik Abnehmer findet, wie auf dem Medienmarkt zusehen ist, obwohl sie von den Blamierten der Weltgeschichte stammt.“

Auch hier ist die Agitation gegen Antifaschismus bezeichnend und typisch. Weiter geht’s im nationalen Rausch Filbingers:

„Zusammen mit Freunden habe ich im Jahre 1979 das Studienzentrum Weikersheim als eine geistig politische Initiative gegründet, die den Staat befähigen sollte, mit den Herausforderungen unserer Zeit fertig zu werden. Wir haben schon in der Mitte der 8Oer Jahre das Scheitern des Marxismus erkannt und auf einem großen Kongreß in Mannheim dem Thema eine beachtliche Breitenwirkung verschafft.“

Die Deutschen kämpfen gegen Marx, den Juden, und seine Epigonen, Adorno, Horkheimer, das ist offenbar regierungsamtlich in Deutschland auch 2007 völlig d’accord und common sense, ja staatsbürgerliche Pflicht. Filbinger kaute diesen Nationalismus, der auch aus Oettinger nur so heraussprudelt, Jahrzehnte davor vor. „Die Nation“ ist natürlich eines der Schlüsselwörter hierbei:

„Wenn ich nach den Defiziten frage, so liegen diese im Bereich der deutschen Identität und folgen aus der Erblast, die uns das Dritte Reich aufgebürdet hat. Man hat gesagt, daß wir Deutsche von einem Volk der Machtbesessenheit zu einem Volk der Machtvergessenheit geworden seien, ein Wort, das einen unbestreitbaren Wahrheitsgehalt besitzt. Nichts Geringeres als die Existenz unsres Volkes steht auf dem Spiel, wenn wir die Identifikation mit uns selbst und als Nation nicht meistern. (…) Wenn wir nach den Bezugspunkten für das Leben unseres Volkes Ausschau halten, dann muß unweigerlich der Begriff N a t i o n seinen Platz erhalten. Der Begriff war lange Zeit wegen des nationalistischen Mißbrauchs verfemt. Auch wurde verkündet, daß das Aufgehen Deutschlands in Europa die Nation ohnedies obsolet machen werde. Man glaubte, wir bekämen einen europäischen Bundesstaat, der die nationalen Identitäten zum Verschwinden bringe. Das hat sich als Irrtum erwiesen.“

So hört es sich, wenn ein Hans Filbinger spricht. Sind das keine Nazi-Töne? Rhetorisch gewunden, weil ja offen nazistische Propaganda im Jahr 1998 oder im Jahr 2007 unter Strafe steht? Wer jedoch substantiell etwas zur politischen Kultur der Erinnerungsabwehr im postnationalsozialistischen Deutschland sagen möchte, muss sich die Apologie dieser Töne Filbingers durch einen lebenden, zudem schwäbischen Ministerpräsidenten im April 2007 wortwörtlich zu Gemüte führen. Denn das ist Deutschland wie es trauert, erinnert, hetzt und abwehrt. Deutlicher geht es nicht. Und nie vergessen: Günther Oettinger war niemals Mitglied der NSDAP.

 

Die wirklich unwahrste Unwahrheit über die Nazis

Original auf LizasWelt am 12. Januar 2007

Es gibt viele Möglichkeiten, das unvorstellbare Grauen, das die Deutschen im Nationalsozialismus veranstaltet haben, zu bagatellisieren. Zu den beliebtesten gehören der Antizionismus – der Hass auf Israel als jüdischen Staat –, der Antirassismus – nach dem Motto: „Die Juden von heute sind die Türken“ oder, avancierter: „die Moslems“ – und der Antiimperialismus – das Ressentiment gegen vermeintlich finstere Mächte, zumal gegen die USA.

Daneben finden sich noch weitere Formen dieses Relativierungsspiels, etwa die Totalitarismustheorie, nach der die DDR ein genauso verbrecherisches System gewesen sei wie der Nationalsozialismus. Und auch die Strategie, Anschlussstellen in der deutschen Geschichte zu suchen, die nicht durch die „Sichtblende Auschwitz“ verstellt seien, ist Ausdruck der unheimlichen Sehnsucht nach der Nation.

Diese „Sichtblende Auschwitz“ ist dabei nicht nur im links-deutschen, antirassistischen Antizionismus zu Hause – wo der habilitierte Soziologe und Leiter des evangelischen Studienwerks Villigst, Klaus Holz, mit Freunden über sie spricht –, diese „Sichtblende Auschwitz“ war es vielmehr auch, die den ostdeutschen Theologen Richard Schröder so erzürnte, dass er dafür gleich die Theodor-Heuss-Gedächtnisrede halten durfte:

„Namentlich im Westen ist die Meinung weit verbreitet, in der deutschen Geschichte ließe sich nichts Erfreuliches finden. Erfreulicherweise kann man feststellen, dass diese Haltung unter unseren Studenten nicht mehr dominiert.“ (1)

Mit der Schamlosigkeit eines ganz normalen Deutschen von heute brachte Schröder exemplarisch auf den Punkt, was stattdessen angesagt ist (2):

„Mitte der neunziger Jahre bin ich nach Washington eingeladen worden zu einer kleinen Gesprächsrunde von Deutschen mit Amerikanern, die an amerikanischen Hochschulen den Holocaust lehren. Eine von ihnen trug Folgendes vor. Auch unter den amerikanischen Juden wirke sich die Säkularisation aus. Viele verstehen sich nicht mehr von Gottes Erwählung her, sondern sehen ihre Identität im Holocaust begründet: die Juden, das Volk der unsäglichen Opfer. Diese Identität sei aber, einer Waage gleich, nur stabil, wenn die Deutschen den Holocaust in ihre Identität aufnehmen und sich als das Volk der Täter verstehen. Ich habe geantwortet, das sei unmöglich. Das würde ja heißen, dass wir uns als das verworfene Volk definieren. Jedes Volk sei frei in der Definition seiner Identität. Mit der Selbstdefinition über andere aber hätten wir Deutschen sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Eisiges Schweigen…“

„Mein Führer“: Die Shoa als Folge frühkindlicher Misshandlungen

Konjunktur haben seit einiger Zeit auch Hitler-Filme – niemand soll schließlich sagen, das könnten nur die Amis. Nach dem Untergang am Familientisch im Führerbunker kommt jetzt mit Mein Führer – die Wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler eine angebliche Komödie in die Kinos. Deren Regisseur Dani Levy ist dabei kein Unbekannter; bereits sein Film Alles auf Zucker zeigte, wie das vermeintlich heitere Spiel mit antijüdischen Klischees in sein Gegenteil umschlagen und dennoch – oder gerade deshalb – zum Kinohit werden kann.

Aber Levy hat noch ganz andere Ideen in petto, antipädagogische nämlich. Denn in seinem neuen Film erzählt er eine alte und erbärmliche, aber offenbar wohl gelittene und daher unverwüstliche These neu: Die Erziehungsmethoden im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien so brutal gewesen, dass Hitler und seine Generation die körperlichen Qualen nur hätten überwinden können, indem sie die europäischen Juden ermordeten. Folgt man dieser Sichtweise, dann richtete sich die Shoa gar nicht willentlich und absichtsvoll gegen Juden; nein, sie war einfach ein tragischer, trostloser Reflex un- oder falsch verarbeiteter Internalisierungen von Herrschaft, besonders der des Vaters.

Hitler erscheint so als Opfer der Geschichte, als bloße Folge herrschaftlicher Praktiken um die Jahrhundertwende, böser Pädagogik also. Was die Deutschen wiederum – ganz so, wie der Verfassungsrichter und Professor an der Humboldt-Universität, Richard Schröder, es wollte – des Vorwurfs enthebt, ein Tätervolk zu sein, wenn selbst Hitler als Kind Opfer von Misshandlungen wurde, also letztlich nichts für seine Taten konnte.

Und es geht noch weiter: Der zweite Protagonist des Films, ein Jude namens Adolf (!) Grünbaum (gespielt von Ulrich Mühe, im Foto rechts), hat mit Hitler schließlich sogar Mitleid. Er soll ihn mit einem Goldbarren erschlagen, doch er lässt es schließlich. Darüber können vor allem Antisemiten lachen: Ein Jude, direkt aus dem KZ entkommen, der sich anschickt, mit einem Goldbarren Hitler in die ewigen Jagdgründe zu befördern – ein weiterer gründlich misslungener Versuch, antijüdische Klischees ins Komische zu ziehen.

Nicht besser ist jedoch die nachfolgende Wendung im Film: Grünbaum sieht Hitler schließlich als jemanden, der selbst verfolgt wurde, als einen der Kindheit nie entkommenen kleinen Hampelmann und Badewannenplanscher mit unverdauten Gefühlen und Demütigungen. Antisemitismus? Spielte keine Rolle: Juden traf es nur so, zufällig, en passant, weil sie eben da waren. Und wäre die Erziehung früher nicht so heftig gewesen, wäre alles anders gekommen. Beeindruckend simpel, das Ganze.

Aber vermutlich ziemlich erfolgreich, nicht zuletzt weil der Film durch seinen Regisseur Dani Levy eine Art Koscher-Stempel aufgedrückt bekommt. Theodor W. Adorno hatte schon Anfang der 1950er Jahre in einer empirischen Untersuchung festgestellt, wie gerne sich die Deutschen jüdischer Kronzeugen bedienen, wenn es ihnen passt. Der Hauptdarsteller des neuen Hitler-Films, Helge Schneider, bestätigt diese Erkenntnis, wenn er betont, dass Levy schließlich ein jüdischer Regisseur sei und er, Schneider, deshalb selbst bei einem Hitler-Film gerne und ungeniert mitwirke. Mittlerweile bereut Schneider seine Zustimmung – und das als Hauptdarsteller. Levy hingegen zeigt sich in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung unbeeindruckt:

„Für mich hat Hitler nichts Überdimensioniertes. Aber mich interessiert nicht so sehr seine Persönlichkeit, sondern die Idee, dass er als von seinem Vater gequältes Kind einen Zeitgeist repräsentiert. Die Behauptung, die ich im Film – mit Psychoanalytikern wie Alice Miller – aufstelle, ist, dass die sogenannte ‚schwarze Pädagogik’ mitprägend, mitursächlich für den Nationalsozialismus war. Zu Hitlers Zeit war es gängig, dass die Kinder auf ziemlich brutale, ungerechte und willkürliche Weise gezüchtigt wurden. Ich betrachte diese Misshandlung der Kinder damals als ein ‚systemisches Feld’, das den Boden für die spätere Gleichgültigkeit im NS- Staat, für dessen ausgeprägte Nicht-Empathie, geschaffen hat. Wie viele andere habe ich mich immer gefragt, wie es möglich war, dass vor den Augen eines ganzen Volkes ethnische Säuberungen stattfinden konnten, Schikanen und letztlich auch Deportationen. Diese alltägliche Gewalt musste bei den Menschen doch auf eine spezifische Befindlichkeit gestoßen sein, die das für richtig befunden hat – und das erschreckt mich angesichts des Nationalsozialismus am allermeisten.“

Die Internalisierung von Herrschaft

Levy – der den nationalsozialistischen Terror auf „ethnische Säuberungen“, „Schikanen“ und „letztlich (!) auch (!) Deportationen“ herunterbricht, ihm also jegliche Spezifik nimmt – verpasst den Kern einer Dialektik der Aufklärung haarscharf und dennoch ums Ganze. Seine möglicherweise beabsichtigte Kritik an Herrschaft als Bedingung für Gewalt schlägt in die Affirmation des Geredes von „der Moderne“ oder „der schwarzen Pädagogik“ um, die zum Nationalsozialismus geführt habe – ganz unspezifisch, so, als ob Deutschland ein Land wie jedes andere, in dem Kinder geschlagen wurden, gewesen wäre.

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno hatten 1947 dagegen wesentlich treffender analysiert, wie sich die Internalisierung von Herrschaft auf die Konstituierung des bürgerlichen Subjekts auswirkt (3): Sie untersuchten männliche Identität dort als mathematische, alles beherrschende, und sie kritisierten nicht zuletzt Hegels Dialektik als Wunsch nach dem Vorrang des Allgemeinen vor jeder Besonderheit. Persönliche Individualität, Devianz, Abweichung per se, würden in der bürgerlichen Gesellschaft verfemt. Psychoanalytisch geschult untersuchen die beiden Philosophen der Kritischen Theorie sodann die existenzielle Bedeutung der pathischen Projektion, zumal sexueller Wünsche oder Bedürfnisse, vom Hass auf die Zirkulationssphäre bei gleichzeitiger Vergötterung der Produktion nicht zu schweigen: All dies sind Aspekte des modernen, des eliminatorischen Antisemitismus. Sie haben den Nationalsozialismus entscheidend geprägt, nicht die „schwarze Pädagogik“.

„Die Ruderer, die nicht zueinander sprechen können, sind einer wie der andere im gleichen Takte eingespannt, wie der moderne Arbeiter in der Fabrik, im Kino und im Kollektiv“,

schrieben Horkheimer und Adorno weiter. Das freie (Aus-) Leben stranguliert sich selbst in Person des Odysseus: Dieser lässt sich an den Mast fesseln und versagt es sich so, zu den gefährlich becircend singenden Sirenen zu rudern. Die Arbeiter-Ruderer werden später noch besser beherrscht: Ihnen verstopft Wachs die Ohren. Diese Abtötung sinnlicher Erfahrung, sinnlicher Wünsche und Sehnsüchte ist (nicht nur) für die beiden Philosophen das Urbild bürgerlicher Selbstherrschaft. Und genau in diesem Kontext steht nun auch Levy (Foto) mit seiner Schuldzuweisung an die aggressive Pädagogik:

„Nun, in den meisten europäischen Ländern ist es erst seit Mitte der neunziger Jahre strafbar, ein Kind zu malträtieren. Das zeigt doch, wie lange es gedauert hat, bis Gewalt als Erziehungsmaßnahme verboten wurde. Unser Erziehungsstil ist politisch wie alles Private überhaupt, und wir haben da eine große Verantwortung.“

Das ist nicht etwa ein Zitat eines Allerweltspädagogen der Universität Tübingen, nein: es ist die Reaktion des Regisseurs Dani Levy auf die Frage „Was haben Sie herausgefunden? Es geht dabei ja auch um die Einzigartigkeit der Nazi-Verbrechen.“ Was für eine Antwort!

Wie Unkraut im Schrebergarten

Nach Daniel Gottlob Moritz Schreber heißen bis heute die entsprechenden Gärten. Schreber war im 19. Jahrhundert ein „Volkserzieher“ und Naturdomestizierer ersten Ranges; seine Bücher erreichten ungewöhnlich hohe Auflagen. Schrebers Philosophie war eine (pädagogische) Vorwegnahme der Freund-Feind-Dichotomie eines Carl Schmitt und also sehr deutsch, etwa, wenn er schrieb:

„Die edlen Keime der menschlichen Natur sprießen in ihrer Reinheit fast von selbst hervor, wenn die unedlen (das Unkraut) rechtzeitig verfolgt und ausgerottet werden.“

Bereits hier deutet sich an, was im eliminatorischen Antisemitismus schließlich Praxis wurde – wobei es gerade kein Zufall war, dass Verfolgung und Massenmord – bei Schreber „ausrotten“ genannt – in Deutschland Juden trafen: Sie waren es, die mit Ungeziefer und Unkraut identifiziert wurden, wie es sich schon in Schrebers Vernichtungs- und Ausmerzungspädagogik anbahnte.

Die ganze Dimension dieser Naturbeherrschung, wie sie in der Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno analysiert wird, hatte in Schreber einen nicht unbedeutenden Apologeten und Protagonisten, der wahrlich wusste, wovon er schrieb. Denn die Menschenversuche an seinen eigenen Kindern – Ans-Bett-Binden oder eine kalte Dusche bei nächtlichen Erektionen, zwangsweises aufrechtes Sitzen inklusive der Herstellung eigens dafür entwickelter Geräte etc. (4) – führten bei einem Sohn zum Selbstmord und trieben den anderen in den Wahnsinn. Letzterer ging als Daniel Paul Schreber in die Geschichte der Psychoanalyse ein, unter anderem bei Freud.

Entscheidend ist jedoch eine Analyse, die in diesem Zusammenhang auf die deutsche Spezifik und vor allem auf die Spezifik des Antisemitismus abstellt:

„Dabei wurde ‚jüdisch‘ zu einem Synonym für ‚intellektuell‘, dementsprechend wurden das ‚Blut‘ und die ‚Rasse‘ des Juden auch mit genau den Vokabeln umschrieben, die zugleich zur Diffamierung des ‚Intellektuellen‘ dienten: ‚fremd‘ oder ‚zersetzend‘ zum Beispiel“,

so die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun (5). Nicht die brutalen Erziehungsmethoden per se sind also das Problem. Doch das sieht Dani Levy nicht, der unbedingt einen Film über Hitler machen wollte. Und deshalb begeht er einen entscheidenden Fehler: Für ihn sind Juden nicht die Feinde der Deutschen, nicht die Jahrtausende alte Projektionsfläche für Christen, Heiden, Polytheisten und deutsche Nationalisten, nicht die Gruppe von Menschen, die im Nationalsozialismus Opfer der pathischen Projektion der Deutschen geworden sind und für das Antivolk gehalten wurden.

Nein: Juden erscheinen als zufällige, beliebige, austauschbare Opfer – und an diesem Punkt träfe sich Levy sogar mit einer unreflektierten Lektüre der Dialektik der Aufklärung, denn auch Horkheimer und Adorno sind in dieser Hinsicht stellenweise sehr unkritisch.

Die Empathie für das Böse

Wieso aber wurden gerade in Deutschland, und nicht nur während des Nationalsozialismus, Juden beschuldigt, Geld zu raffen und um ein goldenes Kalb zu tanzen? Wieso wurden ausgerechnet Juden von den Deutschen bereits im 19. Jahrhundert und sogar noch früher der „Intellektualität“ geziehen? Wieso wurden Juden von Carl Schmitt, dem Rechtswissenschaftler des NS-Staates, als undeutsch denunziert?

Wurde etwa auch Carl Schmitt als kleines Kind geschlagen, so wie Hitler? Noch einmal Levy:

„Man wird als Zuschauer dazu gebracht, sich in Hitler einzufühlen – genau so, wie sich auch der Jude Adolf Grünbaum in den Mörder seines Volkes einfühlt und ihn am Ende deshalb nicht mehr töten kann, weil er in ihm ein zerrüttetes, armes Kind sieht.“

Die Deutschen sind neidisch darauf, sich nicht in einen ihrer bekanntesten Männer, Hitler, einfühlen zu dürfen. Deshalb gab es bereits den Untergang, der diese Empathie für das Böse ermöglichte. Dabei geht es darum, das Tabu zu brechen, das darin liegt und liegen muss, Hitler als ganz normalen Menschen zu sehen. Er war wie jeder Deutsche, Österreicher und andere willige Vollstrecker im Nationalsozialismus verantwortlich für seine Taten.

Keine soziologische oder pädagogische Theorie kann diese Verantwortlichkeit leugnen oder aus dem Weg räumen. Und genau das ist auch der Grund etwa für den Hass auf Daniel J. Goldhagen. Um es in den Worten des leider viel zu wenig bekannten Wissenschaftlers Fred Kautz zu sagen, der in einer Studie zur Debatte um Goldhagens Buch schrieb (6), die ganz normalen Deutschen wollten nicht hören

„von Soldaten, die exerzierten und ihre Spinde in Ordnung brachten, und die – während sie das Feuer auf bestimmte Menschengruppen eröffneten, dachten ‚was geht’s mich an, was ich will’, insofern ihr Denken dabei überhaupt eine Rolle spielte; von Bürgermeistern, Landräten und Regierungspräsidenten, die für die Verwaltung zuständig waren, wobei sie mehr als 1.000 Ausnahmegesetze, Anordnungen und Durchführungsbestimmungen herausgaben, die Juden betrafen, sich aber keine weiteren Gedanken darüber machten; von Eisenbahnern, die für den Transport von Juden nach Auschwitz zuständig waren und ihrem Geschäft gedankenlos nachgingen usw. Sie alle fallen als Individuen nicht ins Gewicht, denn es ist, als hätte Hans Mommsen sich seiner Lehre vom ‚Funktionalismus’ das scholastische Motto individuum est ineffabile, vom Individuum kann man nicht sprechen, zu eigen gemacht. Das konnte für Deutsche den vorteilhaften Anschein erwecken, das Individuum sei undurchschaubaren Mächten ausgesetzt und der Aufklärung entzogen. Alle waren in Prozesse verwickelt, in denen sie mehr Getriebene als Vorantreiber waren, denn als solche stolperten sie von einer Zwangslage in die andere. Getrieben, geschubst und gezerrt wurden sie von einem böswilligen Deus ex machina namens ‚Eigendynamik’, der ihnen eine Option nach der anderen verbaute, bis ihnen nichts weiter übrig blieb, als den Holocaust zu ‚implementieren’“.

Dani Levy vermittelt einen Eindruck davon, wie auch vermeintlich kritische Geister darauf kommen können, von einer „Sichtblende Auschwitz“ zu reden. Denn die Botschaft des Interviews der Neuen Zürcher Zeitung mit Levy lautet: Auschwitz verdunkelt viel zu sehr, dass Hitler auch mal ein Kind war. Und so treffen sich Klaus Holz, der evangelische Soziologe mit bestem, linkem Gewissen, Richard Schröder, der evangelische Theologe mit deutschen Gefühlen, und Dani Levy, der Schweizer Jude und Regisseur – hinter dieser „Sichtblende“.

Update 14. Januar 2007: Fiktiv sollen sie sein, der Name und die Person des „Adolf Grünbaum“. Warum Levy hier noch einmal kräftig daneben gegriffen hat, steht in dem Beitrag Wahrheit ohne Mühe.

Anmerkungen
(1) Richard Schröder (2003): „Deutschlands Geschichte muss uns nicht um den Schlaf bringen.“ Plädoyer für eine demokratische deutsche Erinnerungskultur, Stuttgart (Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus), S. 11.
(2) Ebd.: S. 14
(3) Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W. (1947/1989): Dialektik der Aufklärung, Frankfurt/Main
(4) Schreber, Daniel Gottlob Moritz (1858): Kallipädie oder Erziehung zur Schönheit durch naturgetreue und gleichmäßige Förderung normaler Körperbildung, lebenstüchtiger Gesundheit und geistiger Veredelung und insbesondere durch möglichste Benutzung specieller Erziehungsmittel, Leipzig
(5) Braun, Christina von (1994): Der Mythos der „Unversehrtheit“ in der Moderne: Zur Geschichte des Begriffs „Die Intellektuellen“, in: Amstutz, Nathalie/Kuoni, Martina (Hg.): Theorie – Geschlecht – Fiktion, Basel/Frankfurt/Main, S. 25-45
(6) Kautz, Fred (1998): Gold-Hagen und die „Hürnen Sewfriedte“. Die Holocaust-Forschung im Sperrfeuer der Flakhelfer, Berlin/Hamburg

 

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