Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Schlagwort: Neue Rechte

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Von der SED zur AfD? Warum die Neue Rechte die DDR schon 1981 als besonders „deutsch“ wahrnahm

Update und verändert, 5.9.16, 17:30 Uhr

Folgendes Zitat aus einer Studie der Linkspartei/PDS des Publizisten Erhard Crome aus dem Jahr 2001 könnte als Indikator dienen, warum die extreme Rechte in der Ex-DDR so viel Erfolg hat:

»Eins hat die DDR im Laufe ihrer 40jährigen Existenz geschafft, was in der BRD nie gelungen war, nämlich die Wörter ›Liebe‹ und ›Vaterland‹ immer wieder in einem Satz unterzubringen, z. B. in der Wendung ›Liebe zum sozialistischen Vaterland‹.“

Der Wahlerfolg für die Rechtsextremen der AfD vom 4. September 2016 ist schockierend. Vor allem an der Ostseeküste, Greifswalder Gegend vorneweg plus Rügen, haben die extremen Rechten, Rechtspopulisten, besorgten Bürger und Nazis teils um die 35% der Stimmen und mehr, wenn man dann noch die NPD dazu nimmt, die dort auch auf über 5% der Zweitstimmen kommt.

Flüchtlinge spielen in diesem Bundesland so gut wie keine Rolle. 2015 kamen 23.000 Flüchtlinge nach MeckPomm, davon sind ca. 1/3 geblieben.

“Im vergangenen Jahr wurden 23.080 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern registriert. 2016 sind es bislang 3.180 (Stand Ende Februar). Das Land muss exakt 2,03 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen. Das sieht der ‚Königsteiner Schlüssel‘ vor, eine Quote, die sich nach Bevölkerungszahl und Steueraufkommen richtet.”

So wenig wie der Antisemit Juden benötigt, so wenig braucht der Rassist sein Objekt der Begierde zu sehen etc. – es findet im Kopf statt, ohne hier den Verschwörungswahnsinn des Antisemitismus und die Vernichtungsabsicht gegenüber Juden oder Israel auf den Rassismus zu übertragen oder gleichzusetzen.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern stirbt eh aus, seit 1990 hat es 300.000 BewohnerInnen verloren und hat jetzt 1,6 Mio. Dass die Menschen dort gar kein Interesse am Überleben haben, zeigt sich daran, dass sie die wenigen Flüchtlinge, die dort ankamen, auch noch weghaben wollen und AfD wählen.

Der Rassismus in Mecklenburg-Vorpommern ist also extrem und beweist, dass Rassisten keine sichtbaren Flüchtlinge brauchen für ihren Hass und ihr völkisches Deutschtum.

Dass mittlerweile massive Teile der Bevölkerung, zwischen 15% (BaWü) und ca. 25 % in MeckPomm (AfD plus NPD) bzw. Sachsen-Anhalt rassistisch und deutschnational wählen, zeigt an, dass dieses Land ein enormes Problem mit der Bevölkerung hat.

Die Medien spielen eine entscheidende Rolle hierbei. Ohne die Auftritte bei Jauch, Maischberger oder Soft&Blöd wäre die Partei nicht da, wo sie jetzt ist, das wäre eine eigene medienpolitische Studie wert.

Nicht nur der Springer-Konzern beschäftigt (nicht nur einen, wie zu vermuten ist) Publizisten, die seit Jahren der Neuen Rechten Nahrung bieten und von der “öffentlichen”=guten, AfD-nahen und der “veröffentlichten”=bösen, nicht-nazistischen Meinung daher schwadronieren.

Auch die SPD muss gar nicht drum herum reden, sie selbst ist mit verantwortlich für die Hetze gegen Merkel, Erwin Sellering z.B., der alte und neue oberste Seemann im nordöstlichsten Bundesland, der Merkel mit verantwortlich machte für den Aufstieg der AfD.

Den Aufstieg der AfD verdankt die Partei dem Rassismus und Deutschtum, dem Antisemitismus und der Erinnerungsabwehr an Auschwitz durch weite Teile der Bevölkerung und der Medien. Ein obsessiver Hass auf Political Correctness, auf Gender, Homosexualität, alles irgendwie Linke oder so Kategorisierte, auf ökologisch Sensible wie gewerkschaftlich Organisierte wie auch die Sehnsucht nach einem Schießbefehl (nicht nur) an der Grenze ist typisch für die „besorgten Bürger“, wie Rechtsextreme heute bevorzugt genannt werden. Es geht ihnen um kollektive deutsche Identität, die das Fehlen einer Ich-Identität zu kompensieren verspricht, wie die Sozialpsychologie analysieren würde.

In einer Demokratie muss es dazu gehören, Teile der Bevölkerung zu beschimpfen und sie als “Pack” zu bezeichnen und sie nicht als Wähler “zurück” zu gewinnen. Die Menschen können sich ändern – oder auch nicht. Wir haben Aktionen erlebt, wo ganz normale Deutsche Flüchtlinge als „Dreck“ bezeichnet haben. Das führte Sigmar Gabriel seinerzeit dazu, von diesen Menschen ganz gezielt von „Pack“ zu reden.

Wer in einem Bundesland, das so gut wie keine Flüchtlinge je gesehen hat, diese zu DEM Thema macht, ist wahnsinnig und obsessiv rassistisch. Das trifft auf weite Teile der Ex-DDR zu, Sachsen vorneweg als bevölkerungsreichstes Ossi-Land. Und wer angesichts von Familien oder Alleinstehenden, die dem Horror Syriens entkommen sind, gegen diese Menschen hetzt und sie als “Dreck” diffamiert – hat selbst jede Menschlichkeit verloren.

Der autoritäre Charakter Vieler in der Ex-DDR kommt auch von der DDR Sozialisation her, aber nicht nur.

Doch jetzt wird es interessant: in einem extrem rechten, konservativen, schwarzrotgold illustrierten Sammelband mit dem Titel „Das Volk ohne Staat. Von der Babylonischen Gefangenschaft der Deutschen“ aus dem Jahr 1981 wird das deutsche Moment der SED und der DDR hochgehalten.

In einem Beitrag des extrem rechten Publizisten Klaus Motschmann heißt es, nachdem er bereits (seiner Lesart zufolge) pro-deutsche Passagen aus dem Werk von Friedrich Engels und Karl Marx wohlwollend zitierte:

„In der DDR-Verfassung ist die gesamtdeutsche Komponente dadurch unterstrichen worden, daß in Artikel 8 die ‚Überwindung der vom Imperialismus der deutschen Nation aufgezwungenen Spaltung‘ als ‚nationales Anliegen‘ in den Rang eines Verfassungsauftrages erhoben wurde. Der damalige Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht erkläre dieses ‚Anliegen‘ aus der ‚festen Überzeugung, daß der Sozialismus keinen Umweg um Westdeutschland machen wird, und daß der Tag kommt, wo die westdeutschen Arbeiter und ihre Verbündeten mit uns gemeinsam den Weg zu einem vereinigten sozialistischen Deutschland beschreiten werden.‘“

1984 schrieb DER Vordenker der Neuen Rechten in der Bundesrepublik, Henning Eichberg, mal wieder über die DDR. Eichberg erkannte nach seinen Versuchen u. a. die Grünen, die Republikaner und auch die SPD für das neu-rechte Projekt zu begeistern in den 1990er Jahren in der deutschen politischen Landschaft eine neue und weitere Möglichkeit für ›nationale‹ Politik: die PDS. Als Nachfolgepartei der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bot sie sich durchaus an.

Eichberg hat sich schon 1973 über die DDR-Forschung zu ‚Turnvater‘ Friedrich Ludwig Jahn anerkennend geäußert, weil sie dessen nationalrevolutionäre Theorie nicht kritisiert habe, wie es in der BRD Usus gewesen sei (was natürlich in West-Berlin niemand davon abhält, ein Jahn-Denkmal in der Hasenheide aus dem 19. Jahrhundert, das nicht nur zu Nazizeiten geehrt wurde, stehen zu lassen und heute wird Jahn auch in der ‘gesamtdeutschen’ Sportwissenschaft nicht selten wohlwollend rezipiert). Der Leipziger Sporthistoriker Willi Schröder wird dabei von ihm im Gegensatz zur BRD-Forschung positiv gewürdigt, da er Jahn als Beispiel für »Turnen und Nationalismus« gelobt und den ›Turnvater‹ vor Kritik an dessen Nationalismus in Schutz genommen habe:

»Die Verbindung dieses Patriotismus mit der Turner- und der Studentenbewegung wird in der DDR-Literatur positiv gewertet und detailliert aus den Quellen erforscht. Aus der reichhaltigen Literatur seien nur genannt: die für das folgende vor allem benutzte Habilitationsschrift von Willi Schröder: Burschenturner im Kampf um Einheit und Freiheit, Berlin 1967.«

In der BRD hingegen behandle man das Thema Jahn und Nationalismus »gern polemisch abwertend«. Eichberg schätzt die DDR übrigens auch in anderen Bereichen wegen ihres ›deutschen‹ Charakters, wie er in einem Text 1984 ausplaudert:

»›Westdeutschland geht den amerikanischen Weg. Das sieht man schon an den McDonald-Geschäften überall am Wege. Die Deutschen in der Bundesrepublik gleichen nicht mehr sich selbst. Wenn man die Deutschen als Volk erleben will, muß man in die DDR reisen. Dort stellen die Leute noch ihren Käse und ihre Würste selbst her.‹ – So sagt Lahmer Hirsch, Medizinmann der Lakota Sioux. Ich möchte grinsen, weil ich mir vorstelle, wie die Arbeiter von Leuna sich ihren Käse selbst herstellen. Aber dann sehe ich den Lahmen Hirsch selbst grinsen. Hat er nicht recht? Oft sagt ein Medizinmann nur das, was alle anderen in ihrem Innern schon wissen.«

So verwundert es nicht, wenn Eichberg in seinem wohlwollenden Gespräch mit der „linken“ Szene-Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation (Ä&K) 1979 von der »Körpersprache« spricht, die ihn mit »Freunden aus der DDR« verbinde und er sich in solchen gleichsam ›körperlichen‹ Situationen »als Deutscher« empfinde …

Soviel zum deutschnationalen Potential in der DDR, das seit 1990 in einem Maße losschlug, wie es selbst die Neue Rechte kaum für möglich gehalten hat.

Solange die demokratische politische Klasse es jedoch nicht lernt, Menschen mit Inhalten zu konfrontieren und nicht auf sie als mögliche Wähler zu schielen, so lange wird der Aufstieg der Nazis sich fortsetzen, nächstes Mal in Berlin. Man muss diese WählerInnen der AfD verachten dürfen, wie es der Publizist Christoph Giesa tut.
Wenn es eine einzige Politikerin in Europa und der westlichen Welt gab in den letzten 12 Monaten, die Anstand bewiesen hat und menschliche Wärme wie Weitsicht, war es Angela Merkel.
Das ist gar keine Apologie aller ihrer Politiken wie dem elenden Iran-Deal, der unerträglichen Austeritätspolitik, ihrer Erdogan-Politik und vielem anderen mehr. Sie ist eine Konservative und das ist keine fortschrittliche Perspektive im 21. Jahrhundert. Aber eben um Welten harmloser als der Neo-Nazismus und Rechtsextremismus, wie wir ihn heute wieder in Parlamenten und auf den Straßen wie in Dresden (Pegida) erleben.

Also: Der Hass, der Merkel von Rechtsextremen in Frankreich (Front National) über Faschisten, Rechtspopulisten, autoritären, völkischen, vom Ressentiment getriebenen PolitikerInnen in Holland (Wilders), Ungarn (Orbán), Österreich (Hofer, FPÖ) und Deutschland (AfD, NPD, Sahra Wagenknechts Linkspartei) und vielen Publizisten weit in der sog. bürgerlichen Mitte entgegenschlägt, ist unfassbar und zeigt an: die Neue Rechte strebt zur Macht. Und noch nie musste eine Kanzlerin oder ein Kanzler so stark gegen so widerwärtige Kräfte bestehen, denn dazu kommt ja noch die bayerische AfD-Light, die CSU.
Dabei will die AfD primär zerstören, die Demokratie zerstören um den Weg für eine Führerin (LePen) oder einen Führer (Höcke, Gauland, Hofer, Wilders etc.) freizuschießen.

Wer meint, WählerInnen von Nazis, die mit Aufmärschen der SA durchs Brandenburger Tor kokettieren und sie nachmachen (AfD, flankiert von den Neonazis der Identitären Bewegung) als “Protestwähler” klein zu reden, hat gar nicht kapiert, was die neu-rechte Stunden geschlagen.
Man muss das Pack angreifen und als solches benennen und das „demokratische Versagen“ klar auf den Punkt bringen, wie es Charlotte Knobloch tut.

Und man muss kein CDU-Fan sein um den Slogan “Merkel wird bleiben oder dieses Land wird untergehen” als geradezu emanzipatorischen Schlachtruf unserer Zeit zu erkennen. Und das wird kein fortschrittliches Ende sein, sondern ein rechtsextremes Fanal – auch für Europa.

Merkel steht dabei gleichsam als Begriff (und nicht nur als bürgerlicher Name) für antirassistisches, menschliches Handeln angesichts unfassbar brutaler Kriege unweit der Grenzen Europas in Syrien und dem Irak, aber auch der jihadistischen Gefahr in anderen Ländern wie Afghanistan, Pakistan und vielen weiteren Kriegen und lebensbedrohlichen Lebensumständen in vielen Ländern Afrikas.

Das nationale Denken in der DDR ist ein massives Problem und rührt auch von der Ideologie der SED her, wie schon vor 30 und 40 Jahren die rechtsextreme Neue Rechte in der Bundesrepublik erkannte und sich ein deutschnationales Potential in der DDR mit Strahlkraft in die BRD erhoffte. Jetzt ist es in vollem Wichs da.

Wie jetzt zum Beispiel Roland Nelles, Politik-Ressortleiter bei Spiegel Online in einem Video-Beitrag sagt, sind die Wähler der AfD sehr wohl als “Rassisten” zu bezeichnen.

Diese scharfe Kritik ist es, die in diesem Land viel zu lange gefehlt hat.

 

Der Verfasser, Dr. phil. Clemens Heni, promovierte 2006 an der Uni Innsbruck mit einer Studie über die Neue Rechte. Teile dieses Textes sind aus dem Kapitel „Eichberg und die DDR/PDS (1973–1998 ff.) dieser Dissertation, „Salonfähigkeit der Neuen Rechten“, Marburg 2007 (zweite Auflage Berlin 2017)

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Jakob – der Liebling der deutschen Volksgemeinschaft

 

Ein Wintermärchen, 2013

Auch ohne Schnee und Sonnenschein kuschelt das Land wieder, Anfang Januar 2013, es ist wie im Wintermärchen: Deutschland kennt keine Parteien mehr und nur noch Deutsche. Die Volksgemeinschaft im Jahr 2013 stellt sich hinter einen Journalisten, der auf Platz 9 der berüchtigtsten Antisemiten unserer Welt bzw. in die Top Ten der aus Sicht des Simon Wiesenthal Centers (SWC) “erwähnenswertesten antisemitischen respektive antiisraelischen Verunglimpfungen des vergangenen Jahres” geraten ist. Was stört die Deutschen am meisten daran? Der Antisemitismus des Jakob Augstein und die Diffamierung, Dämonisierung und Ausgrenzung Israels? Das Schweigen der Augsteins dieser Welt über die wirklichen Gefahren und Kriege auf dieser Welt?

Oder stört eher die Kritik am Antisemitismus und an Deutschland? Lassen wir das „gesunde Volksempfinden“ zu Wort kommen:

„Mich interessieren nur die Macht-Mechanismen, die Broder mit seiner Empfehlung offenlegt: Wie kann eine Institution wie das Wiesenthal-Zentrum, das als seriös bewertet wird und großen politischen Einfluß besitzt, die persönliche Antipathie einer Revolverschnauze aufgreifen und aus der eigenen Arbeit eine Karikatur machen? Wird durch die Nominierung Augsteins nicht die ganze Liste überdeutlich zu dem, was sie wohl zuvor schon war: eine Farce?“

Von wem ist dieses Zitat? Von Christian Bommarius und der Frankfurter Rundschau, die Broder lieber im Knast oder Schlimmerem sähe denn als Bürger in Freiheit, von Juliane Wetzel vom sog. „The German Edward Said Center for Holocaust distortion and post-colonial Antisemitism“ an der Technischen Universität (Zentrum für Antisemitismusforschung, ZfA),  vom evangelischen Antisemitismusverharmloser Klaus Holz, dem Deutschlandradio und WDR5 und seiner Journalistin Liane von Billerbeck („Berlinerin mit ausgeglichener Klimabilanz, zwei erwachsenen Kindern, dem Hang zu märkischen Seen und Dichterfürsten“), vom Deutschen Journalistenverband (was soll man von dem auch sonst erwarten?), von Michael Wolffsohn, der Antisemitismus als eher läppischen und harmlosen „Unsinn“ umetikettiert und womöglich das Ansehen Deutschlands gefährdet sieht wenn Augstein wahrheitsgetreu kategorisiert wird, immerhin ist Augstein der anerkannte Sohn eines der seinerzeit mächtigsten Medienmänner, Rudolf Augstein, der mit Herzblut alten SS- und anderen Nazimännern im Spiegel Unterschlupf bot, sowie der leibliche Sohn von Martin Walser, dessen antisemitische Paulskirchenrede im Oktober 1998 die Abwehr der Erinnerung an den Holocaust und die Jagdsaison auf jene, die erinnern, zumal Juden, inoffiziell in der Frankfurter Paulskirche eröffnete;

oder ist das obige Zitat von der ex-Weinkönigin und stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner, ihrem Kollegen im Geiste, Gregor Gysi von der antizionistischen Partei Die Linke, dem Journalisten Michel Friedman, für den weder Augstein noch Günter Grass auf so eine Liste gehören, oder doch eher von der konservativen Zeitung für Deutschland (FAZ), ihrem Feuilletonchef Nils Minkmar oder auch ihrem Interviewpartner, einem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden Salomon Korn, der  Augstein zwar so gut wie noch nie gelesen hat, aber sicher weiß, dass er zu Unrecht auf diese Liste des Simon Wiesenthal Centers gehört. Oder ist das repräsentative Zitat gar, Gottseibeiuns, von der jungen Welt, dem Neuen Deutschland, der taz, dem Freitag oder dem Vorzeige-Journalisten der ZEIT in solchen Fragen, Jörg Lau?

Nein, obiges Zitat ist von Götz Kubitschek, Autor der neu-rechten Postille Sezession, Geschäftsführer des Antaios Verlages, Co-Gründer des neu-rechten Instituts für Staatspolitik und ex-Redakteur der ebenso neu-rechten Jungen Freiheit. Selbst der Bundeswehr war sein Treiben zu bunt und er wurde 2001 vorübergehend wegen „rechtsextremistischen“ Aktivitäten entlassen. Kubitschek ist ein in der extrem rechten Szene beliebter Netzwerker, der im Oktober 2012 ein von bis zu 700 Leuten besuchtes Treffen (inklusive Politically Incorrect, PI) – „Zwischentag“ – organisierte.

Am 3. Januar 2013 stellte sich Kubitschek hinter Jakob Augstein und pries ein Büchlein an, das im Februar 2013 in seinem Verlag erscheinen soll:

„Günter Scholdt Vergeßt Broder! Sind wir immer noch Antisemiten? 96 seiten, gebunden, 8.50 € Schnellroda 2013.“

Der neu-rechte Aktivist Felix Strüning bewarb Kubitscheks extrem rechtes Netzwerk-Treffen im Oktober 2012 und lobt auch ein Antaios-Buch von Manfred Kleine-Hartlage, „Warum ich kein Linker mehr bin.“ Im selben Verlag erscheint auch einer der Superhelden der anti-muslimischen Liga, der norwegische Blogger Fjordman, der alle Muslime aus dem Westen schmeißen möchte, und zwar gründlich und langfristig (schrieb er im Dezember 2010). Antisemitismus, deutscher oder norwegischer Nationalismus, fast immer christlich grundiert, sowie Hass auf Muslime geben sich die Hand im Antaios-Verlag, der auch die Wehrmacht lobt und preist in ihrem „präventiven“ Krieg gegen die Sowjetunion, wie ein weiterer Titel dieser Propagandaschmiede verspricht. Schließlich, auch das ist Mainstream, wird der Antisemit und Käferaufspießer Ernst Jünger in diesem Verlag gefeiert.

Der Antisemitismus der rechten Szene (von neu-rechts bis rechtspopulistisch und rechtsextrem, je nach Lust und Laune soziologischer Differenzierung oder Appetit auf politikwissenschaftlichen Jargon) wird in dieser Hetze gegen Broder salonfähig. Denn obiges Zitat hätte von jedem anderen Augstein-Verteidiger kommen können. Nicht Augstein sei der Skandal, sondern Kritik am deutschen Antisemitismus, den der Sohn Martin Walsers gleichsam Pars pro toto verkörpert. Alle fühlen sich in Deutschland getroffen vom Simon Wiesenthal Center und kuscheln, von ganz links bis extrem rechts und mittendrin, wie im Wintermärchen.

 

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Völkische Legitimierung von Nazi-Gewalt: Henning Eichberg

  1. Juni 2010 ~ Publikative.org

Henning Eichberg ist der einflussreichste Vordenker und Theoretiker der Neuen Rechten in Deutschland. Seit 1978 ist Eichberg (Jg. 1942) in Erklärungsnot, da antifaschistische Gruppen in Stuttgart aufdeckten, dass er ein Nazi ist, der auch unter Pseudonymen wie Hartwig Singer oder Thorsten Sievers publizierte – teils auch gewaltverherrlichende Texte. Seitdem verbreitet er das Märchen er habe sich seit 1970 bis spätestens 1975 von rechten Kreisen gelöst. Noch im Jahr 2008 hat der damalige NPD-Funktionär und führende Ideologe der Partei Andreas Molau betont, er sehe sich in der Tradition Eichbergs.

Von Clemens Heni, zuerst bei Mut gegen rechte Gewalt veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung von Heni übernommen

Eichberg ist seit den 1970er Jahren der bekannteste Vertreter des „Ethnopluralismus“. Diese post-nationalsozialistische Ideologie ist heute im gesamten Rechtsextremismus bestimmend. Sie sieht Menschen unter dem Primat des „Volkes“ und ist eine codierte, typisch neu-rechte Formel für rassistische Denkmuster nach dem Ende des SS-Staates. Ethnopluralismus proklamiert ethnisch homogene Einheiten. Praktisch würde das heißen, ein Viertel in Berlin nur für Türken, eines für Araber, eines für „echte“ Deutsche. Der Rassismus des Ethnopluralismus hebt sich von der Herrenmenschenideologie nur vordergründig ab: der Höherwertigkeit steht nun die Gleichwertigkeit von Völkern gegenüber, weiterhin ist ethnische Reinheit die Grundlage des Denkens.

„Deutsches Deutschland“

Dem Mord an Amadeu Antonio Kiowa 1990 ging nicht nur eine gesamtgesellschaftliche, nationalistische Stimmung im ‚neuen‘ Deutschland seit dem 9. November 1989 voraus, vielmehr haben Neonazis und die Neue Rechte jahrzehntelang eine neo-nationalsozialistische Ideologie verfochten und propagiert, die sich in solchen Morden entlud. Eichberg hat 1978 das erste deutschsprachige Buch geschrieben, welches im Titel „Nationale Identität“ proklamiert. Darin schreibt er: „Kulturrevolution – für ein deutsches Deutschland. (…) Kein Sozialismus ohne Kulturrevolution. Kein Sozialismus ohne ein deutsches Deutschland, kein amerikanisiertes, kein russisches, kein multinationales (…).“ Er ist gegen den „Universalismus“ – und natürlich gegen eine „weltweit-amerikanische TV-Zivilisation“. Der Universalismus ist die Denktradition, die Menschenrechte für alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft durchsetzen will und dabei keine Relativierung dulden möchte. Zum Beispiel eine Relativierung à la für islamische Frauen gelten andere Rechte als für europäische, da ihre Kultur eine andere sei.

„Sozialismus von rechts“?

Eichberg ist auch deshalb für viele Neonazis eine Kultfigur, weil er noch aktiv mit ‚richtigen‘ Nazis kooperiert hat. Er ist ein Ziehkind des ehemaligen SS-Hauptsturmführers Arthur Ehrhard, und war auch als Jugendlicher bei Otto Strasser aktiv. Es wurden bis 1976 Texte von Eichberg in „La Plata Ruf“ veröffentlicht, einer Nazi-Postille die von Wilfred von Oven, früher Adjutant von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, in Argentinien herausgegeben wurde. Darin stellt Eichberg die Frage „Warum sind wir Sozialisten?“, zuvor hatte er bereits andernorts einen „Sozialismus von rechts“ eingefordert, in expliziter Anlehnung an Joseph Goebbels‘ „Nazi-Sozi“, einer antisemitischen Hetzschrift aus dem Jahr 1926.

Eichberg hat behauptet, „1975“ habe er seine „Mitarbeit bei konservativen Zeitschriften“ beendet. Diese Lüge hat ihm jedoch nicht geholfen. So war er wichtigster Autor der neu-rechten Zeitschrift „wir selbst“, welche von 1979 bis 2002 erschien. Dort wurden ex-SSler wie Franz Schönhuber exklusiv interviewt und Anzeigen zu revisionistischen und holocaustleugnenden Verlagen wie dem Hohenrain-Verlag geschalten. Seit 2004 ist Eichberg Zugpferd der neu-rechten Postille „Volkslust“. In dieser Zeitschrift schreibt er, dass nur das „Volk“ und die „Gemeinschaften“ Menschen ausmachen und droht: „Wo das ‚gute‘ Volk nicht gedacht werden darf, zeigt das Volk sich von der hässlichen Seite.“ Das ist eine typisch neu-rechte, sprachlich codierte Rechtfertigung von Nazi-Gewalt.

Wechsel nach links oder „volklich“/völkisch?

Entgegen dem Märchen, er sei nach links gewechselt, ist Eichberg der völkische Theoretiker nach Treblinka und Bergen-Belsen, der ein Reden über „das gute Volk“ salonfähig macht. Das gegen Individualität gerichtete Weltbild hat er selbstredend nicht erfunden – es war seit langem typisches Merkmal der deutschen Ideologie, lange vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Auch nach Auschwitz propagiert Eichberg eine völkische Ideologie, z.B. in seinem Band „Die Geschichte macht Sprünge“, 1996 im rechtsextremen Bublies Verlag erschienen. Basis der völkischen Ideologie Eichbergs ist ein rhetorischer Trick: er nennt völkische Propaganda „volklich“, in Anlehnung an den dänischen, antisemitischen Theologen N.F.S. Grundtvig. Dieses Adjektiv, das in verschiedenen Formen auch von völkischen Denkern vor und während des NS-Staates in Deutschland beliebt war, ist eine Art Code der Gegenintellektuellen.

Grundtvig sieht den Menschen nicht primär als Menschen, als Individuum mit Gedanken, der Möglichkeit selbständig zu denken, einer Persönlichkeit mit Wünschen, Traumata, Sehnsüchten etc., nein: für Völkische wie Eichberg oder Grundtvig gibt es Menschen nur als Teil eines „Volkes“. Auf „der Erde gibt es keine Menschlichkeit ohne Volklichkeit“, wie der dänische Theologe 1847 apodiktisch festlegt. Er wird von Eichberg mit dem Leitspruch sekundiert: „Wer von den Völkern nicht spricht, soll von den Menschen schweigen.“

Gemeinschaftsstiftung durch Antisemitismus

Eichberg hat häufig mit einer nationalen Linken kooperiert und das nationale Moment der Linken unterstützt. Er findet zum Beispiel die DDR-Sportwissenschaft insofern toll, als dort der völkische Vorturner, „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, gelobt worden sei. 1984 wendet sich Eichberg gegen den „amerikanischen Weg“ „Westdeutschlands“ mit seinen „McDonald-Geschäften“, er präferiert die DDR: „Wenn man die Deutschen als Volk erleben will, muß man in die DDR reisen.“ Auch die späteren nationalen Debatten in der PDS/Die Linke, wie die PDS-Beiträge „Die Sache mit der Nation“, schätzt der neue Rechte. Es erinnert an Martin Walsers nationales Geraune wenn „Volkslust“ postuliert, „daß die deutsche Geschichte nicht nur aus Auschwitz und Buchenwald“ bestehe. Nationalismus, sekundärer Antisemitismus, eine Erinnerungsabwehr an die Shoah und die deutschen Verbrecher/n geht bei Eichberg einher mit einer grundsätzlichen Ausrichtung der Linken: er stellt in einem Volkslust-Artikel die Frage „antiimperialistisch oder antideutsch“? In diesem Beitrag aus dem Jahr 2005 hetzt Eichberg gegen die USA und Israel, er wendet sich gegen „eine Identifikation mit dem Staat Israel“ und projiziert seinen eigenen Rechtsextremismus auf einen „dort jeweils herrschenden Rechtsextremismus (Bush, Sharon).“ Dazu passt, dass Eichberg auch seit Jahrzehnten für einen pro-islamistischen Kurs im rechten Lagen plädiert. Er lobt die ägyptischen, antisemitischen, „nativistischen“ Muslimbrüder und sieht im anti-Westlichen des Islamismus geradezu ein Vorbild.

Kein Podium für Volkstümelei

Kulturrelativismus und Antiuniversalismus sind elementare Bestandteile der Neuen Rechten und machen sie salonfähig, da sie als Theorien daherkommen und ihre Volkstümelei verbergen. Wenn man einem wie Eichberg eine Plattform bietet, sich auszubreiten und ihn mit Lob versieht, unterstützt man einen der wichtigsten Vordenker für rechte Gewalt.

Eichberg steht beispielhaft für die Ideologie des Ethnopluralismus – „Deutschland den deutschen Deutschen“; mit seinem antiuniversalistischen, kulturrelativistischen Antiamerikanismus und seinem antizionistischen Antisemitismus ist er jedoch in Deutschland und Europa Teil des Mainstream.

Dr. phil. Clemens Heni arbeitet u. a. zu Antisemitismus, deutscher Geschichte, Holocaust und post-Holocaust, Islamismus, Rechtsextremismus/Neue Rechte, Ideologiekritik und kritische Theorie. Er promovierte mit der Studie „Ein völkischer Beobachter in der BRD. Die Salonfähigkeit neu-rechter Ideologeme am Beispiel Henning Eichberg“. Zuletzt veröffentlichte er das Buch „Antisemitismus und Deutschland. Vorstudien zur Ideologiekritik einer innigen Beziehung“.

 

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Deutsche Lust Es wächst zusammen was zusammen gehört: Nation und Sozialismus – “Volkslust”

ww.hagalil.com, 14.10.2007

Alle wollen mitmachen. Seit einigen Jahren quellen die Feuilletons über, Buchtitel und Veranstaltungen sind voll mit »Deutschland denken«, »Die Berliner Republik als Vaterland«, »Wir Deutschen« oder »Der deutsche Weg«. Dem möchten natürlich die nationalrevolutionären Neuen Rechten in nichts nachstehen. WIR SELBST jedoch, das Hochglanz-Flaggschiff dieses Teils des ›modernen‹ Rechtsextremismus, das seit 1979 bevorzugt auf braun-grünen Tümpeln schipperte, hat das Erscheinen seit 2002 eingestellt. Das Nachfolgeprojekt firmiert nun seit 2004 mit bislang vier Ausgaben unter dem Namen VOLKSLUST.

Nicht nur Eva Herman treibt es Freudentränen in die Augen, wenn sie dort liest: »Unsere Kinder sollen nicht mehr verschämt zu Boden blicken, wenn sie jemand fragt, woher sie kommen und sie sollen sich im Klaren darüber sein, dass die deutsche Geschichte nicht nur aus Auschwitz und Buchenwald besteht.« Auf diesen sekundären Antisemitismus hat VOLKSLUST also keinerlei Monopol, vielmehr wird er heute von nahezu allen deutschen Dächern, Blättern, im Radio, Fernsehen, in Talkshows etc. wollüstig gepfiffen. VOLKSLUST übernimmt den zentralen Slogan von WIR SELBST: »Wer von den Völkern nicht reden will, sollte von ›dem Menschen‹ schweigen«.

Die antiindividualistische, antiliberale und antiuniversalistische, völkische Theorie nennt sich nun »linkes Nachdenken über die Nation und das Volk«, um eine »volkliche Vielfalt« zu erkämpfen, wie es einer der jüngeren Nachbeter Eichbergs, Alexander Raoul Lohoff, auf den Punkt bringt, der es sogar 2003 und 2007 mit Leserbriefen in die JUNGLE WORLD schaffte, zuletzt um seinen Praeceptor Germaniae in Schutz zu nehmen. Bemerkenswert ist die Kooperation des Sohnes von Willy Brandt, Peter Brandt, Professor für Geschichte und aktiv in der SPD, mit VOLKSLUST. Brandt fordert eine »folkelighed« ein, einem dänischen Begriff des Theologen Grundtvig aus dem 19. Jahrhundert, eine Art ›Völkischheit‹. Was er nicht unternimmt, ist die Analyse des bereits bei diesem Theologen dechiffrierbaren, exkludierenden und antijüdischen Nationalismus, der sich gegen Meïr Aaron Goldschmidt wandte.

Grundtvig dient VOLKSLUST als wichtigster Kronzeuge für eine vermeintlich harmlose Bedeutung des Wörtchens »volklich«, welches er 1848 prägte. Volklich ist jedoch nicht nur bei ihm, vielmehr auch bei den völkischen Nationalisten der Weimarer Republik und sodann im Nationalsozialismus, u.a. in der Sprachtheorie Leo Weisgerbers, verwendet worden. Volklich meint jeweils das gleiche wie völkisch. Neben Brandt tauchen PDSler wie Gerhard Brandster oder der von der DKP zum Islam konvertierte Dieter Schütt als Autoren auf, zudem der rechtsextreme Anti-Antifa-Publizist Claus Wolfschlag, der schon früher geradezu Steckbriefe von Rechtsextremismusforschern entwickelt hat. Der »Schriftleiter« Hanno Borchert wiederum wurde zuletzt dadurch einschlägig bekannt, dass er den Nazi-Barden Frank Rennicke, der in seinen Stücken die SS hochlobt und beim Nazi-Projekt Schulhof-CD aktiv war, in der letzten WIR SELBST-Nummer von 2002 in Schutz nahm vor der »Faschismuskeule«.

Das Heidnische, Antimonotheistische, vor allem das Antijüdische und Antichristliche haben traditionell eine große Bedeutung für die nationalrevolutionären Neuen Rechten, in VOLKSLUST wird regelmäßig darauf abgehoben. Ebenso kommen Noam Chomsky, Arundhati Roy oder Günther Nenning als Bezugspunkte vor, auch Robert Kurz, Roswitha Scholz oder das ›wert- und krisenkritische‹ Projekt exit werden ausführlich gewürdigt, zudem huldigen die obsessiv Völkischen »Wald und Licht«, der kosmologischen »Maja« oder publizieren Artikel der »Wertkritischen Kommunisten Leipzig«, welche die Kinderband Tokio Hotel hypen. »Antifas« sind für die volkslustigen Regimenter »Schwachköpfe«, sie werden mit »Hools« in eine Reihe gesetzt. In antisemitischer Analogie wird der Kampf gegen »›den Juden‹« mit heutiger Kritik am »›Islamofaschismus‹« gleichgesetzt. »Martin Walsers Aufruhr gegen die ›Auschwitzkeule‹« wird wohlwollend angeführt und als Zeichen für eine »volkliche Linke« registriert. Auschwitz wird zudem nur erwähnt, um es als westlich zu deklarieren, als »Fabrik«, also als »modern«, um ja nicht vom spezifisch deutschen, eliminatorischen Antisemitismus zu reden. Eine prima Entlastungsmöglichkeit für die Deutschen.

Diese Strategie ist wiederum keine genuin neu-rechte, vielmehr als postmodernistisches Syndrom zu erkennen, das immer wenn es von der ›Moderne‹, der ›Aufklärung‹ oder ›dem Menschen‹ hört, von »KZ« redet. In Eichbergs Text »antideutsch oder antiimperialistisch« zeigt er nachdrücklich, dass die gegenwärtige Rezeption von Dutschke oder Che Guevara – »Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker« – auch in der Neuen Rechten Wellen schlägt. Feindbild ist vor allem die »jungle world«, die sich anmaßte »Sherry statt Sharia« zu fordern. Heute sprüht die Volkslust, wenn zur Marx-Engels-Stiftung der DKP über »Linke und Nation« gegangen wird, wie es die Homepage der VOLKSLUSt vorschlägt. Sie zeigt sich auch darin, antizionistisch-linke Publikationsorte wie trend-online-partisan zu loben, wenn dort Eichberg vor Kritik in Schutz genommen wird.

VOLKSLUST steht für einen marginalen Kreis Neuer Rechter und Querfrontler, aber bezeichnender ist folgendes: sie bringen die politische Kultur des heutigen Deutschland mit seiner schwarzrotgoldenen Hurra-wir-sind-Deutsche-und-deshalb-so-froh-Ideologie auf einen gewissen Kulminationspunkt; Nation und Sozialismus sind im Kommen. Wer erinnert sich nicht an Friedrich Meinecke, den berühmten Historiker, nachdem in Berlin das historische Institut an der Freien Universität benannt wurde, der 1946 in seinem Pamphlet die deutsche Katastrophe Hitler als »brünstigsten Verkünder« und »Exekutor« dafür lobte, »die Verschmelzung der nationalen und der sozialistischen Bewegung« angegangen zu haben. VOLKSLUST kämpft für einen nationalen Sozialismus im 21. Jahrhundert.

Wer ist nicht stolz auf ein Land, das seiner Vergangenheit noch eine Zukunft bietet?

 

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