Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Schlagwort: keine Impfpflicht

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Noch mehr Hoffnung: Der Corona-Konsens der Panikindustrie gerät ins Wanken – massive Kritik am Regierungskurs im SPIEGEL

Von Dr. phil. Clemens Heni, 05. August 2021

Wir alle wissen nicht erst seit Herbert Marcuse, dass “repressive Toleranz” ein zentrales Element der bürglichen Kulturindustrie, ja des bürgerlichen Staates ist. Und dennoch gab es ja seit März 2020 so gut wie keine Opposition, keine repressive Toleranz nirgends.

In Berlin schlagen Uniformierte alte Frauen und junge Männer, ein Mann starb, vorgeblich nach einer Festnahme an einem “Herzinfarkt”. Doch jetzt ermittelt der UN-Sonderberichterstatter für Folter zur Berliner Polizei.

Wer die Bilder gesehen hat oder sogar als Berliner*in oder Demonstrant*in live dabei war, hat den Schock noch in den Gliedern und vor Augen. Darauf hatte mich ein Leser meiner Seite aus Ostfriesland hingewiesen. Ein anderer schreibt mir aus der schwäbischen Provinz kurz vor einem Konzertauftritt heute Abend, dass es womöglich – wir haben uns zu oft getäuscht – Hoffnung selbst im Spiegel gebe.

Denn jetzt attackiert ein Redakteur des Spiegel frontal das Panik-Narrativ von Seehofer, Scholz, Merkel, Drosten, Wieler, Lauterbach & Co.

Benjamin Knaack, Sportredakteur beim Spiegel, schreibt am 3. August 2021:

Schon die Unterüberschrift kommt zum Punkt:

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie würden enden, wenn alle ein Impfangebot bekommen hätten, hieß es. Nun wird plötzlich Druck auf jene ausgeübt, die es nicht annehmen wollen. So verspielt man Vertrauen.

Es ist sehr erhellend zu sehen, dass es eine solche rationale Stimme selbst beim Spiegel doch noch gibt, Benjamin Knaack. Er sieht die Gefahr durch Corona, aber er sieht vor allem, dass die Impfung jene schützt oder laut Ideologie schützen soll, die am meisten gefährdet sind: Alte und schwer Vorerkrankte (wobei manche Vorerkrankte sich wiederum gerade nicht impfen lassen können).

Knaack sieht endlich in einem Mainstreammedium an prominenter Stelle, dass die nicht abschätzbaren Kosten der Lockdown- und Panikpolitik den vorgeblichen Schutz, den die Maßnahmen bedeuten sollen, womöglich überwiegen, und zwar kurz-, mittel- und langfristig, Long Covid hin oder her – das gehört zum Leben. Aber gezielt Menschen, Millionen Menschen, die Bildung, das soziale Leben, ja jegliches Leben zu nehmen – das gehört nicht zum normalen Risiko. Von den Millionen Toten im Globalen Süden ist dabei noch gar nicht die Rede, dabei ist das der internationale Kern des Verbrechens, das das Corona-Regime zu verantworten hat.

Der Spiegel schreibt:

Klar möchte der Spiegel die Friedhofsruhe von vor März 2020 wieder haben. Aber das war eben eine Friedhofsruhe. Der Normalzustand der patriarchal-kapitalistischen und antisemitisch grundierten post-nazistischen Gesellschaft war nie einer, der verteidigenswert war. Linke waren schon vor 2020 Gesellschaftskritiker*innen – doch fast alle wurden dann zu ZeroCovid-Faschos. Da sind dann weichgewaschene Spiegel-Redakteure, die nie eine Revolution wollten, heute viel besser, da sie wenigstens wieder die Grundrechte und die Würde des Menschen im Blick haben, entgegen den Ex-Linken, die fantasieren, man könne ein Virus wie Corona ausrotten.

Das heißt sicher nicht, dass die ganze Redaktion des Spiegel verstanden hat, dass Corona ein ganz normaler Teil unseres Lebens ist, wie die Influenza und viele andere Viren, Keime und Erkrankungen. Aber es ist ein klares Zeichen, dass führende Journalisten doch anfangen zu erkennen, dass es so nicht weiter geht.

Es muss Schluss sein mit dem unerträglichen Impfdruck. Es ist eine freie Entscheidung einer Person, ob sie sich impfen lässt oder nicht. Corona ist keine Seuche, sondern ein respiratorisches Virus, das für die meisten Menschen völlig ungefährlich ist, vor allem für Menschen unter 50. Wer also im Sportverein oder in der Schule die Jungen quasi zwangsimpfen will, der oder die handelt fanatisch, antidemokratisch, unwissenschaftlich – da gerade für Kinder und Jugendliche die Impfung eine größere Gefahr darstellt als Corona.

Knaack schreibt im Jargon des besorgten Spiegel-Redakteurs:

Die meisten dieser Menschen begehen keine Straftaten, sind nette Nachbarn, oft angesehene Mitglieder ihrer Gemeinden. Und dennoch werden sie verächtlich gemacht, ihre Ängste abgetan. »Die All­ge­mein­heit muss hier für die Trägheit und die Dummheit der Impf­geg­ner zahlen«, wettert der Leopoldina-Forscher Armin Falk.

Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Manche dieser Leute wenden sich ab vom Staat, schlimmstenfalls sogar von der Demokratie. Andere entwickeln zumindest ein problembeladenes Verhältnis zur Polizei.

Nun: Das Thema der Stunde ist das problembeladene Verhältnis der Polizei zur Würde des Menschen. Siehe Berliner Polizei!

Also: Es gibt Hoffnung, natürlich sehr verschwurbelt und seicht formuliert, eben im Spiegel-Jargon, aber immerhin.

Update 6.8.21: In die gleiche Kerbe gegen den andauernden Coronawahn schlägt jetzt sogar ein weiteres Medium der Panikindustrie, der Berliner Tagesspiegel, von dem man das mindestens so wenig erwarten würde wie vom Spiegel. Der Leiter der Background-Redaktion „Gesundheit & E-Health“ beim Tagesspiegel, Thomas Trappe, wendet sich gegen die Diskriminierung von Nicht-Geimpften und vergleicht das nicht grundlos mit unserem Sozialsystem der Krankenversicherung, wo, so Trappe, 80 Prozent der Beiträge von nur 20 Prozent der Versicherten verwendet werden, eben den Kranken und Vulnerablen. Da wir alle mal krank und vulnerabel sein werden, ist das ein sozialer Zugang.

Schon bald muss eine andere Debatte beginnen, die dann wieder alle einschließt. Wollen wir Corona-Beschränkungen für alle? Oder für niemanden? Wahrscheinlich verletzt dies das Gerechtigkeitsempfinden vieler. Aber im Sinne der Zukunft unseres freiheitlichen Staates ist diese schwierige Diskussion unumgänglich.

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“Kinder müssen nicht vor Corona geschützt werden” – Schweriner OB Rico Badenschier (SPD) fordert “Ende der Corona-Maßnahmen”

Von Dr. phil. Clemens Heni, 29. Juli 2021

Der Oberbürgermeister der mecklenburg-vorpommerischen Landeshauptstadt Schwerin, Rico Badenschier (SPD), fordert ein “Ende der Corona-Maßnahmen”. In einer Pressemitteilung erläutert er seine Position. Im Interview mit NDR MV Live betont er, dass Kinder und Jugendliche gerade nicht geschützt werden müssen vor Corona. Sonst hätte die Ständige Impfkommission (Stiko) ja eine Impfempfehlung für 12-17-jährige ausgesprochen, was sie nicht tat.

Da am Montag wieder die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern öffnen – während in Baden-Württemberg und Bayern heute erst die Sommerferien beginnen -, plädiert er für ein Ende der Testpflicht und gegen jede Impfpflicht. Die Maske würde als letztes Puzzleteil des Corona-Regimes fallen (das er natürlich nicht so bezeichnet, aber er meint es so) – und das auch in sehr naher Zukunft. Er betont, dass in England nach einer Inzidenz von über 600 jetzt die Zahlen wieder sinken und das Gesundheitssystem zu keinem Zeitpunkt überfordert war. Auch eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer ist empirisch widerlegter Bullshit, betont der aus Karl-Marx-Stadt (DDR) stammende OB, der auch Mediziner ist (in anderen Worten).

Ein OB, der Schule machen muss – wenn das Land nicht in eine “Apartheiddiskussion” (Aiwanger) rutschen will bzw. wegen Typen wie Spahn, Söder, Kretschmann und Scholz schon gerutscht ist.

Es ist überhaupt bezeichnend, dass die fünf östlichen (“neuen”) Bundesländer aktuell die am wenigsten restriktive Politik machen, in Sachsen gilt in Land- und Stadtkreisen mit einer irrationalen Inzidenz von unter 10 keine Maskenpflicht mehr in Geschäften und Innenräumen.

Badenschier betont, dass schon eine Impfquote von 56 Prozent wie in Schwerin einen enorm starken Schutz derjenigen bedeutet, die eine Impfung wollten – das werden primär alte und sehr stark vorerkrankte Menschen sein. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssen sich alle jungen Menschen anstecken dürfen. Das nennt man Demokratie, Public Health und gelebte Solidarität.

Der Schweriner OB betont vor allem gegenüber der schlecht vorbereiteten ARD-Journalistin, dass die Veranstaltungsbranche, die Sport- und Kulturvereine einen weiteren Lockdown nicht überleben werden. Und dann gäbe es echte Probleme in dieser Gesellschaft …

 

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Randnotiz über das ‘Niveau’ von Twitter-Usern… – angereichert mit #nichtmeinaerztetag, gegen die direkte oder indirekte Corona-Impfpflicht

Von Dr. phil. Clemens Heni, 14. Mai 2021

Die meisten Menschen leben in einer Blase, einem Kokon oder einem selbst gewählten Gefängnis aus Halbwissen, Nichtwissen und Ignoranz. Das trifft aktuell bzw. seit März 2020 auf rechte wie linke und Querfront Verschwörungswahnwichtel zu, die es besonders massiv in der Coronapolitik-Kritiker*innen-Szene gibt, das trifft aber noch mehr auf die Regierungspolitik von Merkel & Co. zu und das trifft auf weiteste Teile der kulturellen Eite zu, auf die Medien, das Fernsehen, die Zeitungen und Journale, die NGOs, die Zivilgesellschaft, die Musiker*innen und Schauspieler*innen, die Wissenschaft.

Die Sterblichkeit von Corona ist um ein Vielfaches geringer als zu Beginn fantasiert: 0,15 bis 0,37 Prozent anstatt 3-4 Prozent. Die WHO und das Centers for Disease Control and Prevention in den USA sagten schon im Herbst 2020, dass die Sterblichkeit von Covid-19 für Menschen unter 70 Jahren bei 0,05 Prozent liege – unter der Sterblichkeit einer schweren Grippe.

Da über 80 Prozent überhaupt nichts oder so gut wie nichts von einer Corona-Infektion merken, ABER dadurch “genesen” sind und Antikörper haben, handelt es sich in Deutschland vermutlich um 21 bis 34 Millionen Menschen, die Corona hatten – fast alle merkten davon nichts. Da sich das Robert Koch-Institut seit März 2020 weigert, eine repräsentative Kohortenstudie zu machen, ahnen wir nur, dass 0,37 Prozent Sterblichkeit – oder 0,15 bis 0,23 Prozent, wie die WHO und Ioannidis schreiben – real sind. Wenn laut der Gangelt-Heinsberg-Studie 0,37 Prozent der Infizierten sterben und wir aktuell ca. 80.000 Tote “an” oder “mit” Corona haben, dann wären das 21 Millionen Menschen, die mit Corona in Berührung kamen und Antikörper haben, wobei nicht alle Antikörper entwickeln, aber durch die 80-prozentige T-Zellen-Abwehr auch eine Teilimmunität haben. Daher ja die relativ wenigen Toten.

Von daher ist die aktuelle Wahnidee des Ärztetages 2021, alle – alle – Kinder und Jugendlichen zu impfen, so unsagbar totalitär, nicht evidenzbasiert und willkürlich. So gut wie kein Kind ist an Corona gestorben, in kaum einem Landkreis gibt es Tote unter 20 Jahren, genau gesagt: in ganz Deutschland gab es in fast 15 Monaten Corona-Krise – die de facto eine Demokratie-Krise ungeahnten Ausmaßes ist – 19 (neunzehn) Tote “an” oder “mit” Corona im Alter von 0-19. Es gab Ende 2019 über 15 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 0-19 Jahren. Das heißt, eines von 806.000 Kindern starb an oder mit Corona. Das ist in jedem Einzelfall traurig, so wie es um jedes Kind, das an Grippe stirbt, traurig ist. Nur sterben bei einer schweren Grippe mehr Kinder als bei Corona.

 

Ein Beschluss des Deutschen Ärztetages vom Mai 2021 besagt nun, dass nur geimpfte Kinder und Jugendliche ein Recht haben werden, am Unterricht in Schulen teilzuhaben:

Der Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung eV“ hat ein Papier des Deutschen Ärztetages scharf kritisiert, in dem eine Corona-Impfung zur Voraussetzung an der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen am Unterricht postuliert wird.

Dagegen gibt es jetzt einen massiven Aufstand der Ärztinnen und Ärzte. Unter dem Hashtag #nichtmeinaerztetag finden sich Dutzende Kurzvideos, die sich vehement gegen diese nicht evidenzbasierte Forderung nach der Impfung von Kindern und Jugendlichen wenden.

Zwar stellt sich vordergründig Bundesgesundheitsminister Spahn gegen eine Impfpflicht – auch gegen eine Impfpflicht für Kinder und Jugendliche -, doch er sagte auch im März 2020, dass kein Lockdown oder Ähnliches geplant sei und wenige Tage später war dieser Todesstoß für die Demokratie vollzogen.

Jedenfalls wissen wir jetzt, nach 15 Monaten Pandemie, dass Kinder so gut wie keinerlei Gefahr durch dieses Virus droht. Wenn ein Kind von 800.000 bislang daran gestorben ist – wie gesagt: weniger als bei einer schweren Grippe -, dann gibt es überhaupt keinen Grund, 15 Millionen Kinder und Jugendliche, die sich noch körperlich in der Entwicklung befinden und ohnehin seit vielen Jahren körperlich regredieren (so musste ein Sportlehrer schon 2019 seine Gesichtsmuskeln kontrollieren, als er schockiert feststellte, dass locker die Hälfte der Klasse es nicht mehr wie früher ganz normal über den Rand aus dem Schwimmbecken schaffte), mit einem völlig uneinschätzbaren Impfstoff zu impfen, der sie vor gar nichts schützen MUSS – aber die Nebenwirkungen sind unbekannt. Warum sollte auch nur eine Mutter oder ein Vater ein Kind impfen lassen, wenn doch so gut wie kein Kind schwer an Corona erkrankte und so gut wie keines daran starb, ganz anders als bei einer schweren Grippe?

Und dann gibt es jene egoistischen Hanswürstchen, die sich mit 52 oder mit 31 wie Bolle auf den Impftermin freuen. Es geht mir nicht darum, eine Verschwörung von Gates hinter den Impfungen zu sehen, wie das in der Tat viele tun. Viele Verschwörungsideologen glauben seit 2001, dass der 11. September kein islamistischer Anschlag war, sondern eine “deep state” Verschwörung. Dann sind viele aus dieser Szene rassistisch motiviert und seit 2015 im Umfeld der AfD zu verorten, gegen Flüchtlinge.

Doch viele Flüchtlingsunterstützer und Antirassisten verhalten sich in der Corona-Krise selbst rassistisch, ignorant und zynisch. Es ist traurig, wenn jemand Corona bekommt und schwer atmen kann. Es ist auch traurig, wenn jemand an Corona stirbt. Es ist noch trauriger, wenn jemand – 20 bis 30 Prozent aller Toten auf Intensivstationen? – an der zu frühen Intubation wegen Corona stirbt. Corona ist ein Virus, dessen Verbreitung nicht zu verhindern ist. Das ist aber auch keine Katastrophe, wir kennen die Influenza und wie das RKI schreibt, kann man die Sterblichkeit von Corona mit “schweren Influenzawellen” vergleichen, siehe unten.

Die größte Katastrophe für die Demokratie in der BRD war das gezielte Schüren einer nie dagewesenen Massenpanik durch die deutsche Bundesregierung. Da die Politik offenbar im März 2020 spürte oder wusste, dass Corona nicht die tödliche Seuche ist, als die sie herbeigeschrien wurde, musste nachgeholfen werden. Das war für das Bundesinnenministerium der Zeitpunkt, Wissenschaftler einzuspannen, wie es ein totalitäres Regime wie in der Sowjetunion oder der DDR nicht übler hätte machen können. Die Welt kommentiert im Februar 2021:

Seit Beginn der Krise soll dieser Eindruck erweckt werden: Die Politik, sie reagiert bloß auf die Erkenntnisse der Experten. Was muss, das muss. Nicht umsonst verglich Bundeskanzlerin Angela Merkel Covid-19 Ende 2020 mit „einer Naturkatastrophe“.

Bloß: Was ist, wenn die Politik der Wissenschaft das gewünschte Forschungsziel vorab mit auf den Weg gibt? Dass genau das im Frühjahr 2020 geschehen ist, darauf deutet eine Recherche von WELT AM SONNTAG hin. Demnach bat das Bundesinnenministerium (BMI) Forscher, ein Modell zu erarbeiten, auf dessen Basis „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ geplant werden könnten. Nicht irgendwelche Forscher, sondern solche des Robert-Koch-Instituts, des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, des Instituts der Deutschen Wirtschaft, der Stiftung Wissenschaft und Politik und mehrerer Universitäten. Sie alle machten gerne mit.

Zuvor hatte ein Text in der Welt am Sonntag ausführlich über den Mega-Skandal berichtet (das “Panikpapier” selbst war seit April 2020 bekannt, aber nicht die genauen Umstände seines Entstehens bzw. Mailwechsel von Beteiligten):

Im E-Mail-Wechsel bittet etwa der Staatssekretär im Innenministerium, Markus Kerber, die angeschriebenen Forscher, ein Modell zu erarbeiten, auf dessen Basis „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ geplant werden könnten.

Die Wissenschaftler erarbeiteten dem Schriftverkehr zufolge in nur vier Tagen in enger Abstimmung mit dem Ministerium Inhalte für ein als geheim deklariertes Papier, das in den folgenden Tagen über verschiedene Medien verbreitet wurde. Darin wurde ein „Worst-Case-Szenario“ berechnet, laut dem in Deutschland mehr als eine Million Menschen am Coronavirus sterben könnten, würde das gesellschaftliche Leben so weitergeführt wie vor der Pandemie.

 

Dass Twitter etwas für einfache Gemüter ist, wird niemand bestreiten. Daher war Donald Trump der Tweet-Weltmeister. Keine lästigen Analysen oder abwägende Positionen, sondern kurze und meist dumpfe Statements sind angesagt auf Twitter, häufig auch nur durch Re-Tweeten, das kostet noch weniger Anstrengung, man verlässst sich einfach auf das, was ein anderer getwittert hat und muss gar nicht mehr selbst lesen, um was es eventuell ging.

Am 1. März 2021 zitierte ich in einem Text das Robert Koch-Institut wie folgt:

Die Analyse der Übersterblichkeit legt aber nahe, dass die COVID-19-Pandemie am Ende des Jahres 2020 etwa das Niveau schwerer Influenzawellen erreicht hat.

Dieser Satz ist aus einem Artikel von RKI-Mitarbeiter*innen sowie einem Kollegen vom Umweltbundesamt, der am 12. Februar 2021 im Ärzteblatt erschienen war.

Also ist Corona vergleichbar mit einer schweren Grippe. Punkt. Dass Corona teilweise andere Symptome hat und schneller zu Atembeschwerden führt als eine Grippe, scheint so zu sein. Das heißt aber noch nicht, dass es gefährlicher ist als eine schwere Grippe. Im Jahr 2020 gab es so gut wie keine Übersterblichkeit, wie das Statistische Bundesamt und der Spiegel berichteten, aktuell wurde mir in einem persönlichen Gespräch vermittelt, dass Überstunden seit Monaten bei Totengräbern kein Thema wären.

Am 2. März 2021 hatte ich einen Text publiziert, der auf die unermesslichen Kollateralschäden – weltweit! – der Coronapolitik hingewiesen hat:

Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Polizei lächerlicher gemacht, hat vulgärer und brutaler ihr Gesicht gezeigt, als seit März 2020 und der Corona-Krise. Und diesmal ist die Polizei Erfüllungsgehilfe der totalitären linken Monster, die ZeroCovid schreien, und alle nonstop einsperren wollen, während die Frauen und Kinder im Globalen Süden elendig WEGEN der Lockdownpolitik verrecken (schon jetzt 2,5 Millionen Menschen, wie eine schwedische Studie zeigt).

Einige Zeit später postet ein zukünftiger Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung, der Politologe Ismail Küpeli einen diffamierenden, völlig kontext- und argumentationslosen Post auf Twitter, der von der Journalistin Esther Schapira retweetet wurde:

Man sieht auch hier ganz exemplarisch, dass es auf Twitter nicht darauf ankommt, zu argumentieren, sachlich oder diskursiv zu sein oder zu bleiben. Schlagworte, Adjektive, oder kurze Sätze genügen hier, um Stimmung zu machen.

Die Ignoranz gegenüber den Kernaspekten meines Textes – die psychischen, politischen, demokratischen und menschlichen Kosten der Lockdownpolitik – ist beschämend und schockierend.

Denn was schrieb ich, was Küpeli oder Schapira so ausrasten lässt?

Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Polizei lächerlicher gemacht, hat vulgärer und brutaler ihr Gesicht gezeigt, als seit März 2020 und der Corona-Krise. Und diesmal ist die Polizei Erfüllungsgehilfe der totalitären linken Monster, die ZeroCovid schreien, und alle nonstop einsperren wollen, während die Frauen und Kinder im Globalen Süden elendig WEGEN der Lockdownpolitik verrecken (schon jetzt 2,5 Millionen Menschen, wie eine schwedische Studie zeigt).

Der Hinweis auf eine schwedische Studie – übrigens von Professor*innen am Karolinska Institut in Stockholm, das auch für die Vergabe des Medizin-Nobelpreises zuständig ist -, dass schon bislang (Stand Februar 2021) ca. 2,5 Millionen Menschen im Trikont an den Folgen der Lockdownpolitik gestorben sind, wird gar nicht erwähnt. Diese Toten scheinen in diesen Kreisen nicht zu zählen, anders kann man so einen despektierlichen Tweet nicht werten. [Update zur Quelle, “The 2.5 million who died as a result of pandemic restrictions lived mostly in the poor part of the world and were young,” 28. Februar 2021, https://newsbeezer.com/swedeneng/as-many-have-died-from-the-restrictions-as-the-corona/.]

Jede an der Public Health der ganzen Menschheit interessierte Person – und Corona betrifft ja alle, die Lockdownpolitik gefährdet die ganze Welt ebenso – würde stocken, in sich gehen und skeptisch werden ob der Politik der Bundesregierung.

Denn wenn laut einer wissenschaftlichen Studie – auf die der schwedische Arzt Sebastian Rushworth hingewiesen hatte, inklusive einem Link zu einem schwedischen Film über die Studie – 2,5 Millionen Menschen an den Folgen der Lockdownpolitik gestorben sind, ist das eine Katastrophe. Es geht um verschobene Kinderimpfungen gegen Masern, unterbrochene Lieferketten, Hunger, Tuberkulose und andere Krankheiten, die bis 2020 teilweise massiv zurückgegangen waren, aber in 2020 stieg die Kindersterblichkeit erstmals wieder an, und zwar nicht wegen Corona, sondern wegen der Coronapolitik. Auch häusliche Gewalt, Mangel an (Schul)Bildung von Mädchen und Frauen, weniger Verhütung und mehr Zwangsverheiratung sind desaströse Folgen der Lockdownpolitik.

Angesichts dieser Dramatik, die nur der Coronapolitik geschuldet ist, sollte man zumindest wissenschaftlich nachhaken und nicht auf Twitter Stimmung machen gegen einen Politologen, der noch selbst denkt und Kritik übt an diesen schockierenden Zuständen.

Ich habe sehr viele Texte zu Corona publiziert und wäge also die Coronapolitik, den Mainstream, mit den Folgekosten ab. Das machen viele Kritiker*innen. Ignorant*innen jedoch diffamieren die Kritik und kümmern sich nicht um den Inhalt. Ich hatte schon im Oktober 2020 geschrieben:

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm der UN – das “World Food Programme (WFP)”.

In einem Gespräch mit Telepolis sagt Hans Peter Vikoler, der seit 27 Jahren für das WFP arbeitet, am 16. Oktober 2020 einige der wichtigsten Worte des Jahres 2020:

Ende letzten Jahres waren etwa 85 Millionen Menschen von Unterernährung betroffen, mit dem Beginn der Pandemie stieg ihre Zahl sprunghaft an auf 135 Millionen, inzwischen spricht man schon von 270 Millionen. Die Auswirkungen von Covid zeigen sich auf globaler Ebene weniger im Gesundheitsbereich und vielmehr als soziales Elend infolge der Lockdowns, Handelsbeschränkungen und unterbrochenen Lieferketten.

Anstatt wie religiöse Eiferer den Zeugen Coronas anzuhängen, würde also ein kritischer Politologe oder eine kritische Journalistin hier nachdenklich werden und z.B. mit dem World Food Programme Kontakt aufnehmen oder mit den schwedischen Forscher*innen, die jene Studie gemacht haben über die Folgen der präzedenzlosen Lockdownpolitik im Trikont.

Dabei ist ja z.B. bei Schapira erkennbar, dass sie sich gegen Antisemitismus wendet, gegen Rechtsextremismus oder linken und islamistischen Judenhass, was jeweils sehr wichtig ist.

Und dann aber direkt unter dem Retweet gegen meine Person ein Retweet von Jutta Ditfurth. Sie jammert, sie habe “Long Covid”, was traurig ist – aber was sagt sie denn zu den Millionen Lockdowntoten im Trikont, die nicht mehr jammern können? Was sagt sie zu den Long Ambrosia Opfern in Deutschland, die wegen des immer stärker werdenden LKW- und PKW-Verkehrs den immer aggressiver werdenden Ambrosia-Pollen ausgesetzt sind und ebenso schlecht Luft bekommen zu bestimmten Jahreszeiten und das seit Jahren und nicht nur vorübergehend ein, zwei Jahre?

Dieser unfassbare Egoismus von Menschen, die früher mal so taten, als seien sie Linke und internationalistisch, ist beachtlich. Damit wird jede Diskussion über die Kollateraltoten und Lockdown-, Quarantäne-, Maskenwahn-, A-soziale-Distanzierungs-Geschädigten der Coronapolitik hier und im Trikont abgelehnt und ignoriert.

Menschen, die auf diese Opfer hinweisen, werden diffamiert, hier Liefers und die #allesdichtmachen-Schauspieler*innen und somit indirekt auch die Anti-Lockdown-Wissenschaftler*innen Prof. Jay Bhattacharya, der wirklich weiß, was in Indien passiert, da er von dort kommt und Familie in Indien hat, oder Sunetra Gupta und Martin Kulldorff (auf die weist Liefers in seinem genialen Video indirekt hin), die drei Protagonisten der Great Barrington Declaration, die einen “gezielten Schutz” der Alten und Schutzbedürftigen forderten seit Oktober 2020 und die at the end of the day die großen moralischen Gewinner sein werden.

Diese drei herausragenden Forscher*innen argumentieren evidenzbasiert und kümmern sich um die Wanderarbeiter*innen in Indien oder Sri Lanka nicht minder als um die Alten und Gefährdeten in Kalifornien, London oder Boston…

Dass es aber auch Twitter-User gibt, die mich kennen (ich hatte vor Jahren ein Buch von Schapira und Hafner publiziert, ich hatte aber auch ein Interview mit Gelbart gemacht und publiziert) und z.B. die Kampagne #allesdichtmachen loben und als sehr wichtig erachten, zeigt Nathan Gelbart, ehemaliger langjähriger Vorsitzender von Keren Hayesod Deutschland:

 

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