Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Monat: April 2021 Seite 1 von 2

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Setzt sich im April die Untersterblichkeit ungebremst fort?

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 16. April 2021

Die ersten vier Tage im April 2021 zeigen wiederum niedrigere Todeszahlen als in den vergangenen fünf Jahren seit 2016. So starben an diesen ersten vier Tagen im April 2021 9874 Menschen – das sind 10,1 Prozent weniger als im Schnitt der letzten 5 Jahre (2016/2017/2018/2019/2020), wo 10.984 starben.

Dabei wurde seit 2016 die Gesellschaft deutlich älter, es gibt immer mehr Über-80-jährige, was rein statistisch zu mehr Todesfällen führen müsste. Corona scheint eine so heftige Krankheit zu sein bzw. sie wird spätestens seit März 2021 so richtig zur apokalyptischen Seuche, dass jetzt immer weniger Menschen sterben.

Am 4. April 2017 starben zum Beispiel 2695 Menschen, an diesen Tag erinnern Sie sich bestimmt, es lagen überall an den Ortsausgängen die Toten und Särge, die nicht mehr abtransportiert werden konnten.

Jetzt im März 2021 war es noch schlimmer (11 Prozent Untersterblichkeit laut Statistischem Bundesamt). Dieser krasse Trend setzt sich womöglich im April fort. Es starben am 4. April 2021 2383 Menschen und alle Läden sind geschlossen (bis auf Supermärkte etc.), alle Restaurants, Kinos, Sportveranstaltungen, ganze Fußball-Teams werden in Quarantäne geschickt (jetzt die arme Hertha BSC aus Berlin), damit überhaupt noch eine Chance besteht, dass wenigstens zwei oder drei Profi-Fußballer diese Zeit überleben.

Natürlich sind das nur Momentaufnahmen, epidemiologisch betrachtet geht es nicht um einzelne Tage oder Wochen oder Monate, nicht mal um Jahre, sondern um mehrere Jahre im Kontext, aber wem sage ich das, Sie und wir wissen das ja alles.

Jedenfalls kann es die Politik der Bundes- und Landesregierungen schaffen, wenn sie sich richtig anstrengen, dass bald gar niemand mehr stirbt in diesem Land, jedenfalls nicht an Virusinfektionen.

Viele dachten immer, es gehe um das Grundgesetz oder um die Würde des Menschen oder gar um die Revolution und den Sozialismus und die Anarchie.

Doch das war ein Fehler. Es geht darum, dass jedes Jahr immer weniger Menschen sterben, gerade in Gesellschaften, die immer älter werden.

Es geht nicht um ein würdevolles, sondern um ein langes Leben. Diese metaphysische Erkenntnis verdanken wir unseren Corona-Helden. Danke.

 

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Winfried Kretschmann fügt der Demokratie noch mehr Schaden zu, als der Nazi Hans Filbinger je konnte

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 16. April 2021

Ich habe mich bekanntlich 2018 in meinem Buch “Der Komplex Antisemitismus” unter anderem intensiv mit dem katholischen Bund Neudeutschland befasst. Unten poste ich das Kapitel zu Hans Filbinger, da es viel zeigt über die politische (Un)Kultur in Baden-Württemberg auch und gerade nach 1945.

Was jedoch selbst ein Nazi wie Filbinger nicht schaffte, das schafft Winfried Kretschmann von den Grünen: Er sperrt das ganze Ländle einfach ein. Kein Mensch, der nicht gerade einen Hund hat, darf nachts zwischen 21 Uhr und 5 Uhr das Haus verlassen. Krieg gegen ein Virus, wie ihn der große französische Denker Macron ausgerufen hat.

Wir wissen, empirisch gesichert, dass Corona für Menschen unter 60 so gut wie keine Gefahr darstellt. Die Infektionssterblichkeit liegt weltweit bei 0,15 Prozent, so Prof. John Ioannidis, an dem sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert.

In vielen Landkreisen, wie in Heilbronn, starb nicht ein Mensch unter 35 Jahren. Das macht jede Schulschließung, jede Schließung einer Universität zu einem totalitären Willkürakt, von dem ein Filbinger nicht mal träumen konnte. Aktuell gehen die Hospitalisierungen wegen oder nur mit Covid-19 bundesweit massiv zurück, was am Frühjahr liegt. Zudem sind schon über 20 Millionen Menschen geimpft, egal wie sinnlos oder sinnvoll oder doch eher menschenversuchsmäßig (“Notzulassung” der Impfstoffe) diese Impfstoffe sind. Nach der Logik der Panikindustrie verhindert die Impfung gerade bei alten Menschen, dass die an dieser Viruserkrankung Covid-19 sterben könnten. Da fast alle Toten über 70 und die meisten über 80 Jahre alt waren, kann kaum noch jemand an Corona sterben.

Da es aktuell so gut wie keine Obduktionen gibt, wissen wir auch nicht, ob die offiziellen 200 oder 300 Toten am Tag tatsächlich an Covid-19 starben oder ob da nur ein perfider positiver Test vorlag, die Todesursache aber komplizierter war. Aber das ist trotzdem zweitrangig, da ja selbst im Jahr 2020 mit den ca. 40.000 Corona-Toten so gut wie keine Übersterblichkeit bestand, sprich: Es starben jene Menschen, die ohnehin gestorben wären. Das ist in jedem einzelnen Fall traurig, aber auch kein bisschen trauriger als jene Millionen Toten, die aufgrund der Lockdownpolitik des Westens in Sri Lanka oder Indien sterben. Doch die Toten im Globalen Süden wurden erst produziert durch die Politik, sie wären sonst eben gerade nicht gestorben – im Gegensatz zu den alten und kranken Menschen, die im Westen starben, die wären auch sonst an etwas anderem gestorben, sonst hätte es ja eine extreme Übersterblichkeit gegeben.

Es wurde zu keinem Zeitpunkt von der Politik die evidenzbasierte Medizin auch nur angehört. Da herrscht ein Fanatismus vor, der Filbinger gerührt hätte. Eine Kompromisslosigkeit, wie wir sie von Ex-K-Gruppen-Leuten wie Kretschmann kennen.

Im März 2021 wütete das Virus so wahnwitzig extrem, dass wir eine Untersterblichkeit von 11 Prozent hatten im Vergleich zu den letzten Jahren. Im Freien ist laut der Forschung eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen. Masken wiederum helfen überhaupt nichts – sonst hätte es ja trotz Maskenwahn nicht 70.000 Tote “an” oder nur “mit” Corona bislang gegeben.

Wäre Corona eine Seuche, wären allein im März und April 2020, wo es keine Maskenpflicht gab und bis Mitte März keine Beschränkungen, Hunderttausende, ja Millionen elendig verreckt. Doch es starb so gut wie niemand.

Die Folgen der Lockdowns sind katastrophal. Arbeitslosigkeit führt zu früherem Tod. Todespanik, gewollte Panik, die von Horst Seehofer (CSU) im März 2020 bestellt wurde von sog. “Wissenschaftlern”, hat das Immunsystem von Millionen Menschen geschwächt und die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert. Das Schweigen des Bundesverfassungsgerichts macht die Katastrophe perfekt.

Jetzt will Merkel ein totalitäres, die Gewaltenteilung de facto beendendes Gesetz erlassen, einen Zusatz zum Infektionsschutzgesetz. Aufgaben der Exekutive werden von der Legislative bestimmt – die wahnwitzige und irrationale, von keinem seriösen Wissenschaftler unterstützte Anwendung der “7-Tages-Inzidenz” von 100 pro 100.000 Einwohner soll es ermöglichen, das ganze Land einzusperren. Dann darf sich nur noch ein Hausstand mit einer weiteren Person treffen.

Maßnahmen, von denen der Nazi Hans Filbinger nicht mal träumen konnte.

Während jedoch bundesweit die Kritik täglich schärfer wird, sogar im Bundeskanzleramt scheint es denkende und kritische, minimal kritische, Menschen zu geben, Jurist*innen in diesem Fall, so hat das alles für Baden-Württemberg überhaupt keine Relevanz. Das Ländle ist bereits so totalitär, wie der Bund jetzt erst werden soll. Das Einsperren ab einer Inzidenz von 100 von 21 Uhr bis 5 Uhr ist bereits Usus im Schwabenland und ab kommenden Montag wird das alles noch verschärft und die totalitäre Landesregierung verbietet es dann auch tagsüber, dass sich ein Haushalt mit mehr als einer weiteren Person trifft.

Wie kaum jemand hat die Infektionsepidemiologin und Medizinerin Professorin Ines Kappstein jüngst in einem Gutachten für das Amtsgericht Weimar deutlich gemacht, dass die internationale Forschungslage es nicht hergibt, dass Masken etwas bringen würden. Masken produzieren Panik und Masken machen Kinder und Erwachsene eher erst wirklich anfällig für Krankheitserreger, weil kaum ein Mensch, der nicht im OP-Saal arbeitet als Arzt oder Krankenschwester, solche Masken richtig verwendet – und zweitens, weil Masken gar nicht vor der Infektion mit einem für fast alle Menschen harmlosen Erreger wie SARS-CoV-2 schützen. Doch Erkenntnisse der Wissenschaft ignoriert Winfried Kretschmann.

Dass der entscheidende Parameter die Zahl der Patienten in Krankenhäusern ist und diese Zahl war und ist zu keinem Zeitpunkt eine auch nur annähernd katastrophale Situation gewesen, das zählt nicht. Es geht um eine Volksgemeinschaft der Hygienefanatiker und der Freiheitsfeinde.

Und da jubelt doch der Hans Filbinger und winkt von oben herab: Heil Gesundheit, Heil Hygiene! Natürlich ist Kretschmann kein Nazi. Kretschmann ist ein Grüner und ein Mensch, der nur alles Gute möchte für seine Untertanen – gerade auch nachts von 21 Uhr bis 5 Uhr. Er würde auch niemals von “Schädlingen am Volksganzen” reden (wie Filbinger), wenn es um Demonstrationen gegen seine irrationale, nicht evidenzbasierte Coronapolitik geht. Er diffamiert nur Demonstrant*innen und freut sich über Demonstrationsverbote und über das willkürliche Festlegen von Ausgangssperren, was Filbinger Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte.

 

Hier das Kapitel von 2018:

 

3.1) Neudeutscher juristischer Nationalsozialismus: Hans Filbinger

Filbinger berichtet einem Bundesbruder von einem Treffen der Neu­deut­sch­en im Jahr 1933:

Aus einem ‚Jüngerenkreis‘ (…) Du fragst nach dem tatsächlich Stattgehabten in unserm Kreis? Zuviel darfst Du da nicht erwarten: Was wir getan haben, war ein An­fangen, wesentliche Menschen zu werden. Darum suchten wir Beziehung zu finden zu Ganzheitswerten wie Kunst, Gemeinschaft, Natur, Religion. Alles war be­scheidenes Beginnen.[1]

„Es ist schon sehr spät, da zieht die gleiche Gruppe – manche stecken schon im Schlafanzug mit Mantel drüber – auf den Schloßberg. Unterwegs wirds immer stiller, keiner spricht mehr. Es ist eine sternenhelle Nacht. Unten in Freiburg brennen nur noch wenige Lichter, der Münsterturm steht wie ein ragender Schatten. Wirklich andächtig singen wir vom Gipfel aus unsere schönsten Lieder. – Romantik und Ausgelassenheit, – auch das ist zuweilen notwendig und schön. Zum Abschluß unseres Einführungskreises sitzen wir im Hof unseres Heims in der Laube. Alles klingt noch einmal zusammen, was der Kreis gewollt hatte in seiner Mittlerrolle zu Gruppe und Bund und echtem Men­sch­sein. Mannheim/Freiburg i. B. Dein Hanns Filbinger.“[2]

Filbinger auf dem Weg zu „echtem Menschsein“ auf dem Freiburger Schloss­­berg. Ein Blick in eine Rede von Filbinger aus dem Jahr 1998[3] erhellt wie er diesen Nationalsozialismus erinnert. Er setzt ein:

Historisch gesichert ist heute die Tatsache, daß die etwa 13 Millionen Men­schen, die für Hitler im Jahre 1933 stimmten, keineswegs wußten oder auch nur wün­sch­ten, was sie wählten. Ihr beherrschender Gedanke war, aus der extremen wirt­schaft­lichen Notlage mit über 6 Millionen Arbeitslosen her­aus­zu­kommen.[4]

Damit wird der ‚nationale Aufbruch‘ von 1933 entschuldigend verstanden. Doch hatte die SA, diese Mörderbande vor und nach 1933, nicht klar ge­macht, um was es ging, nämlich eine antimarxistische, antijüdische, deut­sch-nat­io­nale Revolution in Deut­sch­land, antiparlamentarisch und anti­demo­­krat­isch, kriegsverherrlichend, brutal und männer­bün­d­isch? Wenig spät­er in diesem im rechts­konservativen Studienzentrum Weik­ers­heim ge­halt­en­en Vortrag Filbingers heißt es dann:

Die Deutschen waren kein Volk von Nazis.[5]

Die Deutschen also vielmehr ein Opfer? Und weiter geht es: „Die deutsche Katastrophe hat die religiöse Grundlage unseres Volkes nicht zerstört.“ Na super, möchte man jubeln: Wir – „Wir“ – Deutschen habe noch eine Grund­lage, christlich-religiös, die nimmt uns keiner. Trotz Au­sch­witz oder vielleicht auch wegen? Wie auch immer, christlich-abendländisch, das sei prima. Die Analyse der Situation unmittelbar nach 1945 wird weiter unter an Hand zweier sehr denkwürdiger Texte aus dem Umfeld Filbingers untersucht. Schon jetzt fällt unschwer auf, dass der Ausdruck „deutsche Kata­strophe“ auf den Historiker Friedrich Meinecke anspielt (nach dem das geschichswissenschaftliche Institut der Freien Universität Berlin benannt ist), der ein Buch mit diesem Titel – Die deutsche Katastrophe – 1947 in einer dritten Auflage unter seine deutsche Volksgemeinschaft gebracht hatte. Darin heißt es:

Und die große in der Luft liegende Idee, die Verschmelzung der nationalen und der sozialistischen Bewegung, fand an ihm [Hitler, CH] ohne Frage den brünst­ig­sten und den entschlossensten Exekutor. Dieser sein Anteil an einer großen ob­jek­tiv­en Idee seiner Zeit muß rundweg anerkannt werd­en.[6]

In dieser Tradition steht auch Filbinger, religiöser gefärbt womöglich, aber ebenso deutsch-national. Filbinger war im bündischen Neudeutschland aktiv, der nicht ganz auf HJ-Linie lag, aber dessen Anspruch so deutsch war wie der anderer Bewegungen auch:

Unser Bund hat bei seiner Gründung, als widerchristliche und volksfremde Kräfte das Vat­erland bedrohten, in herrlicher Begeisterung sich den Namen ‚Neu­deut­schland‘ gewählt.

Auf diese Passage weist Filbinger extra hin auf seiner Homepage.[7] Mag es der Hass auf Marxismus, Säkularismus, Atheismus oder Sozialdemokratie sowie Juden und Ostjuden oder auch areligiöse Liberale sowie Komm­un­is­mus sein, der als Kampf gegen „volksfremde“ oder „widerchristliche“ Kräfte in den deutsch-national-sozial-christlichen Herzen zu glühen beginnt, es ist die Aus­gangs­basis von Hans Filbinger: gegen „volksfremde“ Kräfte in Deutschland, 1919, 1933, 1945, 1978, 1998 bis 2007. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, sagte in Freiburg in seiner Trauerrede für Filbinger am 11. April 2007:

Wenn Baden-Württemberg in der Bildung heute bundesweit vorne liegt und wenn unser Land in den 70-er Jahren dem marxistischen Zeitgeist wid­er­standen hat, dann verdanken wir dies vor allem Hans Filbinger.[8]

Das ist in seinem agitatorischen Impetus, der alles andere als nüchtern ist, beachtlich für das angeblich ‚nach-ideologische Zeitalter‘. Doch wie hielt es Filbinger mit dem Marxismus im Allgemeinen und jüdischen Intellektuellen im Besonderen?

Kein Wunder, daß die Menschheit von den totalitären Ideologien beider Spielarten geheilt ist. In den 5Oer Jahren war die Ablehnung des Komm­u­nis­mus ebenso wie des Faschismus-Nationalsozialismus unbestritten. Doch er­staun­lich­er­weise blieb es dabei nicht. In den 60er Jahren erfahren wir eine ‚Neuaufladung ideo­lo­gischer Energien und ideeller Verführungen‘, verwandt den Ausbrüchen und Irrungen der ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Die marx­istischen Theorien er­lebten eine Re­naissance, insbesondere bei der stud­ent­ischen Jugend. Die so­ge­nan­nte Kul­tur­re­vo­lut­ion wurde durch Vorgänge in den USA und in Frankreich in­spi­r­iert. Während sie jedoch dort relativ bald verebbte, machten es die Deut­schen gründlicher. Die Uni­ver­sitäten wurden mit wenigen Ausnahmen Schauplätze rev­olutionärer Umtriebe. Maßgebliche An­triebskraft war die ‚kritische Theorie‘ der Frankfurter Schule unter den Sozial­philosophen Marcuse, Adorno, Horck­heimer [sic!] und Habermas. Die Stich­­worte ‚Eman­zip­at­ion‘, ‚Demo­krat­isier­ung‘, ‚Sel­bst­­verwirklichung‘, ‚Ver­weig­er­ung‘, ‚antiautoritäre Erziehung‘ u.a. verwirrten die Köpfe der Studenten und führ­t­en zu den bekannten Exzessen. Lehre und Forschung an vielen un­s­er­er hohen Schul­en wurden stark beeinträchtigt. Damit einher ging jene ‚Befreiung zur Sex­u­a­li­tät‘, deren Auswirkungen wir heute in der Lawine von Por­nographie und Per­ver­sion erleben müssen.[9]

Juden wie Adorno seien also für neue „totalitäre Ideologien“, „Pornographie und Perversion“ verantwortlich, „Horckheimer“ [sic] habe die Forschung „be­ein­trächt­­igt“ und zu „Exzessen“ angeheizt. Dieser Antisemitismus und diese Angst vor Glück, Sexualität[10] und Emanzipation, ja dieses Ressentiment gegen autonome Lebensweisen, die nicht religiös, hierarchisch und herr­schaftlich sind, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, sind typische Ideologeme der Katho­lik­en des Bundes Neudeutschland der 1930er Jahre. Die Ideologie Filbingers aus dem Jahr 1998 lässt einen Blick in sein Wirken im Natio­nal­soz­ia­lismus sinnvoll erscheinen.

1935 schreibt Hans Filbinger als junger, sehr en­gagierter Mann für seinen Bund Neudeutschland einen pro­gram­matischen Ar­tikel: Natio­nal­soz­ialistisches Strafrecht. Kritische Wür­dig­ung des geltenden Straf­­ge­setz­buch­es und Ausblick auf die kommende Straf­rechtsreform.

Schon seit Jahrzehnten ist eine lebhafte Problematik um unser geltendes Straf­ge­setz­buch entstanden. Das Gesetzbuch trat im Jahre 1871 in Kraft und ist durch die Entwicklung des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens längst überholt. Das Bedürfnis nach einem Strafrechtsneubau wurde immer dring­en­der, die Re­form­lit­er­atur schwoll mehr und mehr an und schließlich wurde im Jahre 1925 dem Reichs­­rat ein Entwurf vorgelegt. Aber es kam nicht zum Ge­setz und das war gut so. Denn dem Entwurf fehlte, genau so wie dem Reichs­strafgesetzbuch, die einheitliche welt­anschauliche Grundlage. Es muss­te For­der­ungen der verschiedensten Welt­an­schau­ungsgruppen be­rück­sicht­igen und dies geschah auf Kosten der Klarlinigkeit und Geschlossenheit. Erst der Natio­nal­sozialismus schuf die geistigen Vor­aus­setz­ung­en für einen wirk­samen Neu­bau des deutschen Rechts und in der Tat sind die Arbeiten schon so weit vor­geschritten, dass das deutsche Volk in Bälde sein neues Strafgesetzbuch er­halten wird.[11]

Filbinger macht sich als angehender Jurist dezidiert für die Schaffung eines natio­nalsozialistischen Strafrechts stark. Die Heterogenität einer Demo­­kratie sei für ein neues Strafgesetzbuch schädlich gewesen, weswegen er auch aus juristischer Per­­spektive die Weimarer Republik ablehnt:

Das geltende StGB, das von liberalem Geiste geschaffen wurde, stellte in den Mitt­el­punkt seiner Schutzbestimmungen das Individuum. Die Existenz des freien Ein­zel­nen, dessen größtmögliche Freiheit von staatlichen Eingriffen und seine ge­sich­erte wirtschaftliche Betätigung war das Ziel des alten StGB.

Das nationalsozialistische Strafrecht.

Für das nationalsozialistische Strafrecht dagegen wird der Schutz der Volks­ge­mein­­schaft an erster Stelle stehen. Der Einzelne wird nicht mehr als Einzelner, sondern als Glied der Gesamtheit gesehen und erhält als solches nur seinen straf­rechtlichen Schutz.“[12]

Dieser Antiindividualismus ist Kernbestandteil des Nationalsozialismus. Nur das Volk, die Volksgemeinschaft und der Staat zählen, subjektive Wünsche, Interessen, Hoffnungen und Sehnsüchte werden zugunsten einer homogenen Gemeinschaft abgewehrt und bekämpft. Der Staat und die Volks­ge­meinschaft sind oberstes Ziel jeden Handelns. Das möchte Filbinger juristisch festlegen lassen.

Diese Denkweise war dem Liberalen unbekannt. (…) Das Verbrechen gegen den Staat ist darum kein Schlag gegen eine bürokratische Institution, sondern Angriff gegen den Bestand der Volksgemeinschaft, also schwerstes Ver­brech­en, das die Rechts­ordnung überhaupt kennt. ‚Die erstarkte Staatsgewalt sieht in der Wach­sam­keit gegenüber Angriffen auf ihren inneren und äußeren Bestand und in der Bereitstellung einer wirksamen Abwehr ihre erste Auf­gabe.‘ Daher wurden die Hoch- und Landesverratsbestimmungen noch vor Er­scheinen des Re­form­ge­setz­buch­es durch Novellengesetze neugefasst. Sie ent­halten geg­en­üb­er früher be­deut­en­de Verschärfungen, vor allem durch die Androhung der Todesstrafe und die Schaff­­ung neuer Tatbestände.[13]

Schwerstes Verbrechen sei ein Verbrechen gegen den Staat, welches in Zu­kunft mit der Todesstrafe geahndet werden müsse. Es wird ein anti­anar­chistischer Staatsfetischismus erkennbar, der deutsch zu sein scheint und sich gegen jedes liberale Recht setzt. Logisch verbunden ist damit die anti­semit­ische wie eugenische ‚Volksgesundheit‘ und ‚Rasse­rein­heit‘, welche die von Filbinger pro­pa­gier­te Volksgemeinschaft hervorbringen soll:

„Schutz der Blutsgemeinschaft.

Die Bestimmungen über Hoch- und Landesverrat schützen den Staat als recht­lich or­ganisierte Volksgemeinschaft. Darüber hinaus muß diese aber auch in ihrem nat­ür­lichen Bestande und ihrem religiösen und sittlichen An­schau­ungsleben ge­sich­ert werden. Die Volksgemeinschaft ist nach natio­nal­soz­ia­list­ischer Auf­fass­ung in erster Linie Blutsgemeinschaft (d.h. das Blutselement gilt als fundierender als das ge­schicht­liche, völkische oder sprachlich-kulturelle Element). Diese Bluts­ge­mein­schaft muß rein erhalten und die rassisch wert­vollen Bestandteile des deutschen Volkes planvoll vorwärtsentwickelt werden. Die Denkschrift des preuß­ischen Ju­stiz­min­ist­ers fordert daher Schutz­be­stimm­ungen für die Rasse, für Volksbestand und Volksgesundheit, darüber hinaus aber auch für die geistigeren Ele­mente des Volksseins: für Religion und Sitte, schließlich für Volksehre und Volks­frieden. Im Zusammenhang damit erhält auch die Familie im Hinblick auf ihre Be­deut­ung für die Volks­ge­mein­schaft einen umfassenden strafrechtlichen Schutz. Höhn­ische Her­absetzung der Ehe in Wort, Bild oder Schrift läuft dem Sitt­lich­keits­em­pfinden des Volkes ebenso zuwider, wie willkürliche Eingriffe in die Zeug­ungs­kraft oder das keim­ende Leben und wird daher unter Strafe gestellt werden.[14]

Es ist bemerkenswert, dass Filbinger auch eine Art nationalen Sozialismus an­strebt, der juristisch den „liberalen Eigentumsbegriff“ überwinden möchte:

Der liberale Eigentumsbegriff, der eine unumschränkte Ver­wend­ungs­frei­heit zum Inhalt hat, wird eine starke Einschränkung erfahren.[15]

Der Biologismus und Rassismus kehrt wieder, indem die gesellschaftliche Be­dingt­heit von Devianz geleugnet wird und Ab­weich­ler von der Norm als „Schädlinge am Volksganzen“, als zu eli­mi­nier­ende Feinde stilisiert werd­en:

Schädlinge am Volksganzen jedoch, deren offenkundiger verbrecherischer Hang immer wieder strafbare Handlungen hervorrufen wird, werden un­schäd­lich ge­macht werden. Das bisher geltende Strafrecht hat gegenüber solchen Schädlingen off­enkundig versagt. Man vertiefte sich in das Seel­en­leben des Verbrechers, fand dieses durch Erbanlagen, Erziehung und Umwelt ungünstig beeinflusst und war mehr auf Besserung des – meist un­ver­bess­er­lichen – Täters, als auf eine ein­drucks­volle und scharfe Strafe sowie wirk­samen Schutz der Gesamtheit bedacht.[16]

Schließlich wird ein wiederum spezifisch deutscher Aspekt her­vor­ge­hob­en: die Verschränkung von Volk und Mensch. Ein Richter kann nach genuin nationalsozialistischer Auffassung nur aus dem eigenen Volk kommen, er muss gleichsam organisch ge- und verwachsen sein mit Heimat und ‚Volks­tum‘. Gesetze gelten somit nicht universell, sowenig wie irgendein Richter Recht sprechen dürfe im NS-Deutschland, nein: nur ein ‚echter‘ Deutscher könne ‚deutsches Recht‘ sprechen:

Über all dem Einzelnen der Strafrechtsreform darf aber nicht vergessen werden, dass ein Gesetz nur dann Eingang beim Volke findet, wenn es durch lebendige Richt­erpersönlichkeiten gesprochen und verkörpert wird. Das Richt­erideal der ‚Auf­klärungszeit vom ‚Subsumptionsautomat, der bei Einwurf der Sachlage das Urteil abgibt, oder dem Manne, der nur Mund des Gesetzes ist‘ [Zitat von Heinrich Henkel: Strafrichter u. Gesetz im neuen Staat, S. 18, CH] – besteht für uns nicht mehr. Das neue Recht verlangt den neuen Juristen, der aus Kenntnis und Ver­bund­enheit mit dem Volke des Volkes Recht spricht. Mannheim. Hanns Filbinger.[17]

Hans Filbinger war wenige Jahre später dieser neue Jurist. Er kämpfte für ein ‚rassereines‘ Deutschland, autoritär, völkisch und unerbittlich. Sein ethno­plura­list­isches bzw. ‚rassebasiertes‘ Verständnis von Recht sticht stark hervor und sekundiert Carl Schmitt.[18] Aus diesem Filbinger, welcher den „Schutz der Blutsgemeinschaft“ einforderte, einen Wid­er­stands­käm­p­fer gegen den NS-Staat herbei zu fabulieren, wie es der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Günther Oett­inger getan hat,[19] ist be­zei­ch­nend für die polit­ische Kultur. Nur eine politische Kultur der Er­inn­er­ungs­ver­weig­erung lässt einen Oett­ing­er vor 700 geladenen Gästen, inklusive dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäu­b­le, das sagen, was er gesagt hat in Freiburg im Breisgau.

Ebenfalls in den Werkblättern des Bundes Neudeutschland, in denen Filbingers Plädoyer für ein nationalsozialistisches Strafrecht publiziert wurde, schaltete regelmäßig, z. B. im Heft Oktober 1937/Januar 1938, das NS-Wint­er­hilfs­werk Werbung, mit Reichsadler, Hakenkreuz und dem Spruch „Der Samm­ler und Helfer des WHW steht freiwillig im Dienste des Volkes. Achte ihn durch dein Opfer!“ oder aber: „Ein Volk hilft sich selbst“ Winterhilfswerk 1938/39, wie es wenig später heißt. Ein Volk hilft sich selbst – das mag als Wahlspruch auch für das Post-NS-Deutschland gelten.

Kurt Georg Kiesinger, Mitglied der NSDAP und später Bundeskanzler der BRD, dem Beate Klarsfeld unter den Rufen „Nazi! Nazi!“ am 7. November 1968 eine Ohrfeige verpasste,[20] machte den Weg frei für Hans Filbinger als Landesvater im Ländle. Filbinger hätte die warmen, ihn und das Neudeutschland inklusive Weikersheim von jedem Fanatismus, Antisemitismus und Nationalismus exkulpierenden Worte seines Nach-Nach-Nachfolgers Oettinger dankbar aufgenommen.

Wer wird später einmal Oet­t­inger exkulpieren, der die erste Strophe des Deutschlandliedes so gerne singt[21] wie sein schwäbischer Kollege Gerhard Mayer-Vorfelder (1933–2015), ehemaliger Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von 2001 bis 2006, Vereinspräsident des VfB Stuttgart (1975–2000) und Kultus- beziehungsweise Finanzminister in Baden-Württemberg von 1981 bis 1998, der in den 1980er Jahren vorschlug, in Schulen alle drei Strophen der Hymne zu singen?[22]

Wenngleich sich bestimmte Formen eines gesamtgesellschaftlichen Trends lokal oder regional unterschiedlich äußern und Baden-Württemberg auch nach 1945 besonders anfällig für alte und neue Nazis war – Filbinger und sein Vorgänger Kurt Georg Kiesinger waren die bekanntesten Beispiele, aber auch der Wahlerfolg der NPD 1968 mit 9,82 % zeigte das Potential für rechte Politik im Ländle –, so ist doch für eine Analyse von politischer Kultur und Ideologie elementar, welche Entwicklungs- und Veränderungsprozesse sie generell in einem Land erfahren. Insofern kann die Analyse beispielsweise einer einzelnen Gruppe wie dem Bund Neudeutschland exemplarisch stehen. Das dialektische Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem ist im Auge zu behalten. Deshalb wird, über Filbinger hinaus, im Folgenden die generelle Ausrichtung des katholischen Bundes Neudeutschland analysiert.

 

[1] Hanns Filbinger (1933): Aus einem ‚Jüngerenkreis‘, in: Werkblätter von Neudeutschland Älterenbund, Heft 7/8, 6. Jg., Okt./Nov., S. 204–205, hier S. 204.

[2] Ebd., S. 205.

[3] Hans Filbinger (1998): Festvortrag von Prof. Dr. Hans Filbinger auf der 7. Weikersheimer Hochschulwoche 1998: Dr. Hans Filbinger Meine Bilanz in den Umbrüchen unseres Jahrhunderts“, http://www.hans-filbinger.de/indexprint.php?kat=DO
KUMENTE&ukat=Festvortrag%201998&uukat=&uuukat=&printstatus=1 (03.09.
2009).

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Friedrich Meinecke (1947): Die deutsche Katastrophe. Betrachtungen und Er­inn­erungen. Dritte Auflage, Wiesbaden: Eberhard Brockhaus Verlag, S. 107.

[7] http://www.hans-filbinger.de/images/gaubrief.gif (12.04.2007).

[8] Günther H. Oettinger (2007): Ansprache des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger anlässlich des Staatsakts zum Tod von Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Filbinger am 11. April 2007 im Freiburger Münster, http://www.sz-online.de/nachrichten/dokumente/filbinger.pdf (12.05.
2008).

[9] Filbinger 1998.

[10] Gerhard Henschel (2008): Neidgeschrei. Antisemitismus und Sexualität, Hamburg: Hoffmann und Campe.

[11] Hanns Filbinger (1935): Nationalsozialistisches Strafrecht. Kritische Würdig­ung des gelt­enden Strafgesetzbuches und Ausblick auf die kommende Strafrechtsreform, in: Werkblätter, 7. Jg., Heft 5–6, März/April, S. 265–269, hier S. 265.

[12] Ebd., S. 266.

[13] Ebd., S. 267.

[14] Ebd.

[15] Ebd., S. 268.

[16] Ebd.

[17] Ebd., S. 269.

[18] Vgl. Raphael Gross (2000): Carl Schmitt und die Juden, Frankfurt am Main: Suhrkamp.

[19] „Auch Kauder nannte Filbinger einen Gegner der Nazis“, FAZ, 22.04.2007, http:
//www.faz.net/aktuell/politik/streit-um-oettinger-rede-auch-kauder-nannte-filbinger-einen-gegner-der-nazis-1438391.html (05.07.2018): „Mit Günther Oettinger hat nicht zum ersten Mal ein Christdemokrat den verstorbenen früheren Marinerichter und Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Hans Filbinger, einen Gegner der Nazis genannt. Auch CDU/CSU-Fraktionschef Kauder hat diese Meinung vertreten.“

[20] Im Frühjahr 2018 gab es eine Ausstellung in Paris zu Ehren von Serge und Beate Klarsfeld, Marc Zitzmann (2018): „Den Opfern verpflichtet. Das Mémorial de la Shoah in Paris zeigt das Engagement von Serge und Beate Klarsfeld, Jüdische Allgemeine, 08. Februar 2018, https://www.juedische-allgemeine.de/article/view
/id/30774 (05.07.2018).

[21] „Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Günther Oettinger hat bei einer Veranstaltung die erste Strophe des Deutschlandliedes (‚Deutschland, Deutschland über alles …‘) gesungen und damit scharfe Kritik bei der SPD des Landes ausgelöst. Oettinger sang bei einer Feier der Tübinger Landsmannschaft Ulmia, einer Burschenschaft“, 19. Juni 2000, http://www.rp-online.de/politik/erste-strophe-des-deutschlands-liedes-gesungen-aid-1.2257216 (12.05.2018). Dieser völkische Nationalismus führte nicht zum vorzeitigen Ruhestand, sondern half Oettinger, seine Karriere als EU-Kommissar voranzutreiben.

[22] Peter Ahrens (2015): „Der schwäbische Patriarch“, 18.08.2015, http://www.
spiegel.de/sport/fussball/gerhard-mayer-vorfelder-ist-tot-der-schwaebische-patri
arch-a-1048610.html (05.07.2018).

 

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Einfach mal losplappern, die NZZ druckt es ohnehin: “Wie der Lockdown auf uns wirkt, hängt von unserer Reaktion auf den Lockdown ab” – Der Fall des Virologen Hendrik Streeck

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 15. April 2021

Die ganze Ignoranz, die Unwissenschaftlichkeit und die früher von uns linken Student*innen als “Fachidiotie” bezeichnete reduktionistische Denkweise, das ganze virologische oder medizinische Korsett, das Menschen einzwängt im Denken, zeigt sich in dem weit überschätzten und als Gegenspieler zum Begründer der Panikindustrie, Christian Drosten, von den Medien gehypten Hendrik Streeck aus Bonn. In einem Interview mit der Neuen Zürchen Zeitung vom 15. April 2021 sagt Streeck nach über einem Jahr Lockdown:

Kann das menschliche Immunsystem durch Lockdowns geschwächt werden?

Es kann, aber muss nicht.

Es folgt eine ausbalancierte Antwort?

Genau. Denn wie der Lockdown auf uns wirkt, hängt von unserer Reaktion auf den Lockdown ab. Wenn man keinen Sport mehr treibt, sich schlecht ernährt und aus den Angstzuständen nicht mehr herauskommt, dann beeinträchtigt der Lockdown das menschliche Immunsystem bestimmt. Aber man kann ja aus der Not eine Tugend machen und so viel Sport treiben wie schon lange nicht mehr – dann dürfte das Immunsystem sogar gestärkt werden.

Gibt es Studien, inwiefern Angstzustände und Stress das Immunsystem schwächen?

Die gibt’s, aber das ist nicht mein Fachgebiet. (Herv. CH)

Es wundert mich nicht, was Streeck über den Lockdown sagt. Es ist Mainstream, ist Talkshow-Geschätz eines maximal Halbgebildeten, was Streeck ja auch sofort zugibt, er ist kein Psychologe, ja nicht mal ein Allgemeinmediziner, der zumindest grob eine Ahnung hat oder haben sollte von dem Verhältnis von Stress, Angst und Panik und dem Immunsystem. Wer nach 13 Monaten Lockdown ernsthaft meint, es sei nicht klar, ob Lockdowns schädlich sind, hat ein massives Problem mit der Realität. Streeck ist gefangen in seinem überbezahlten Job an der Universität, wo er im Labor steht (wenn er gerade keine Interviews gibt und rumreist zu Talkshows) und hat keine  – keine – Ahnung, wie es Dutzenden von Millionen Menschen geht, die beengt wohnen, die nicht mehr in den Club oder das Theater oder die Bibliothek, ja nicht mal ins Restaurant, nicht in Geschäfte, nicht in die Sauna oder das Hallenbad, nicht in den Zug oder ein Flugzeuge steigen können, ohne körperlich verletzt zu werden mit einer Zwangsmaske etc. pp. Da von den möglichen positiven Aspekten des Lockdowns zu reden, ist zynisch und abstoßend, ja geradezu perfide.

Dass Streeck der “Philosoph unter den Virologen” sei, wie die NZZ schreibt, dementiert das Interview selbst. Streeck, immerhin ist er da ehrlich, konstatiert, dass er ganz sicher kein Philosoph ist:

Wie wird das neue Normal aussehen?

Da sollten Sie besser einen Philosophen fragen.

Hier zeigt sich wiederum wie affirmativ die NZZ die Fragen stellt, da von einem “neuen Normal” schon mal ausgegangen wird.

Noch absurder – das sollte Epidemiolog*innen schockieren, denke ich, behauptet Streeck Folgendes:

Wie viele Menschen sind von Natur aus immun gegen das Coronavirus?

Das weiss man nicht. Was man hingegen schätzt: Jede fünfte Infektion verläuft ohne Symptome.

Wie bitte? Nur 20 Prozent der “Infektionen” sollen “ohne Symptome” verlaufen? Das widerspricht allen Erkenntnissen der internationalen epdidemiologischen Forschung. Die Weltgesundheitsorganisation ging Anfang Oktober 2020 davon aus, dass ca. 750 Millionen Menschen mit Corona “infiziert” seien, aber nur ca. 36 Millionen “Fälle” waren gemeldet. Das heißt, es gab damals ca. 20 mal mehr “Fälle” als bekannt, fast alle werden symptomlos oder ganz mild gewesen sein. Man kann von dem Rest davon ausgehen, dass die Menschen so gut wie keine Symptome hatten, jedenfalls nicht zum Arzt gingen. Das heißt, die WHO ging im Oktober 2020 davon aus, dass 95 Prozent aller Fälle nicht gemeldet wurde und fast alle davon werden asymptomatisch gewesen sein. Nimmt Streeck als Virologe aus Bonn am Rhein die internationale epidemiologische Forschung zur Kenntnis?

Eine Studie vom 31. März 2021 analysiert den Prozentsatz der “Fälle” in Holland, die nichts von einer Berührung mit SARS-CoV-2 merkten (“Estimating the asymptomatic proportion of SARS-CoV-2 infection in the general population: Analysis of a nationwide serosurvey in the Netherlands“). Dieser wissenschaftliche Artikel ist noch nicht mal kritisch in dem Sinne, dass er das irrationale und epidemiologisch noch nie in der Geschichte der Public Health für die ganze Welt angewandte Testen auf ein für fast alle Menschen harmloses Virus (verglichen mit HIV oder Ebola oder Pocken etc.) kritisiert, schlimmer: der Artikel promotet das irrationale und als kriminell zu bezeichnende Massentesten symptomfreier und gesunder Menschen. Bekanntlich steht auf den Beipackzetteln auch der Schnelltests, dass sie nur bei Verdacht auf Covid-19 angewandt werden sollen oder dürfen:

Screenshot eines PDF, das mir zugespielt wurde

Anyway: Das Ergebnis der Studie aus Holland zeigt, dass in 70 Prozent aller Fälle die “Infektion” (die also keine war) ohne Symptome verläuft. Medizinisch, auch das sollte Streeck wissen, ich als Politologe weise ihn darauf hin, gilt eine Infektion nur dann als Infektion, wenn sich Erreger vermehren und zwar so stark vermehren, dass der Körper sich dagegen wehrt, also eine Reaktion hervorruft: Halsweh, Husten, Fieber, Schüttelfrost gar, oder auch nur das beliebte Sich-etwas-schlapp-fühlen – “Ich fühle mich so schlapp seit 2 Stunden, schließt alle Restaurants, alle Geschäfte, alle Theater, alle Flughäfen und alle Schulen und Universitäten und Diskotheken!”

Also widerspricht diese aktuelle Studie aus Holland der absurden Behauptung von Streeck, dass nur 20 Prozent aller “Infektionen” ohne Symptome verlaufe.

Laut einer ebenso aktuellen Studie eines der führenden Epidemiologen weltweit, John Ioannidis aus Stanford vom 26. März 2021 (“Reconciling estimates of global spread and infection fatality rates of COVID‐19: An overview of systematic evaluations“), gibt es derzeit zwischen 1,5 und 2 Milliarden Corona-“Fälle” auf der Welt – und nicht die geradezu harmlos anmutenden 139 Millionen, die offiziell angegeben werden. Das wiederum heißt, dass zwischen 90 und 93 Prozent aller Fälle asymptomatisch verläuft.

Eventuell verstehen meine Leserinnen und Leser, wie die NZZ und Streeck darauf kommen, dass nur 20 Prozent der “Infizierten” ohne Symptome sei, während es doch in Realität zwischen 70 und 95 Prozent sind, wenn wir uns an der WHO und der internationalen epidemiologischen Forschung orientieren.

Selbst Streeck ging letztes Jahr noch davon aus, dass es mindestens sechsmal mehr “Fälle” in Gangelt im Kreis Heinsberg gab, daher kam er ja auch die bis heute gültige Infektionssterblichkeit von 0,37 Prozent.

Im Folgenden möchte ich für jene, die es verpasst haben, zwei Abschnitte aus dem Buch “Gefährderansprache” von Oktober 2020 online zur Verfügung stellen. In diesen Abschnitten versuchte ich Streeck kritisch zu lesen, ihn zu würdigen, wo es angebracht ist, und ihn zu kritisieren, wo es not-wendig ist: Beim Thema Verschwörungsmythen!

Hier also die beiden Abschnitte aus dem Buch:

Der Bonner Virologe Professor Hendrik Streeck sprach Mitte August 2020 im Münsteraner Dom über Corona.[1] Mit seinem Team von über 40 Mitarbeiter*innen von der Uni Bonn hat er in der seitdem weltweit bekannten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, unweit der Grenze zu den Niederlanden, erforscht, wie groß die Gefahr von Corona wirklich ist. Sie ist um das Zehnfache geringer, als wir tagtäglich vom Robert Koch-Institut (RKI) aus Berlin gesagt bekommen: Die Sterblichkeit liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent, ähnlich wie in Island (0,3 Prozent). Das liegt daran, dass Streeck auch jene Personen entdeckt hat, die keine oder kaum Symptome hatten und die in den offiziellen Statistiken überhaupt nicht als „Fälle“ aufgetaucht sind. Die Universität Bonn hatte am 4. Mai 2020 von der Studie berichtet:

Im Zentrum der Studie steht die Sterblichkeitsrate der Infektion (sog. Infektionssterblichkeit, infection fatality rate, IFR), die den Anteil der Todesfälle unter den Infizierten angibt. Diese muss von der Fallsterblichkeit unterschieden werden (case fatality rate, CFR). Die IFR ist aus verschiedenen Gründen der verlässlichere Parameter, und dessen Bestimmung wird international für SARS-CoV-2 gefordert. ‚Mit unseren Daten kann nun zum ersten Mal sehr gut geschätzt werden, wie viele Menschen nach einem Ausbruchsereignis infiziert wurden. In unserer Studie waren das 15 Prozent für die Gemeinde Gangelt. Mit der Gesamtzahl aller Infizierter kann die Infektionssterblichkeit (IFR) bestimmt werden. Sie liegt für SARS-CoV-2 für den Ausbruch in der Gemeinde Gangelt bei 0,37 Prozent‘, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Mit der IFR lässt sich anhand der Zahl der Verstorbenen auch für andere Orte mit anderen Infektionsraten abschätzen, wie viele Menschen dort insgesamt infiziert sind. Der Abgleich dieser Zahl mit der Zahl der offiziell gemeldeten Infizierten führt zur sogenannten Dunkelziffer. Diese ist in Gangelt rund 5-fach höher als die offiziell berichtete Zahl der positiv getesteten Personen. Legt man für eine Hochrechnung etwa die Zahl von fast 6.700 SARS-CoV-2-assoziierten Todesfällen in Deutschland zugrunde, so ergäbe sich eine geschätzte Gesamtzahl von rund 1,8 Millionen Infizierten. Diese Dunkelziffer ist um den Faktor 10 größer als die Gesamtzahl der offiziell gemeldeten Fälle (162.496 am 03.05.2020, 07:20 Uhr).[2]

Es gibt also bis zu zehnmal mehr „Fälle“ als das Robert Koch-Institut uns tagtäglich seit dem 1. März 2020 erzählt. Warum hat das RKI keine eigene Studie geplant, und zwar zur Hochphase der Epidemie im März 2020 oder wenigstens im April 2020, um Menschen zu testen und heraus zu bekommen, wie hoch diese Dunkelziffer der Menschen ist, die mit SARS-CoV-2 in Berührung kamen, aber nie krank wurden? Diese korrekte Forschung von Streeck hat also bis heute – Mitte Oktober 2020 – trotz seiner Beratertätigkeit für den Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet so gut wie keinerlei Einfluss auf die Politik. Und schon gleich gar keinen Einfluss auf die vom Robert Koch-Institut falsch angegebene Todesrate (die zwischen ca. 3,3 und 4,3 Prozent liegt), da das RKI sich weigert, die Infektionssterblichkeit zu nennen und nur die Fallsterblichkeit nimmt.

Streeck will Hoffnung machen und lehnt den Begriff „zweite Welle“ ab, da Corona eine „Dauerwelle“ sei, ein Virus, das nicht mehr weggehen wird, was aber auch „keine Katastrophe“ sei.[3] Wir müssen „pragmatisch“ damit leben lernen und zum Beispiel die empirische Forschung von Streeck und seinem wissenschaftlichen Team ernstnehmen, dass Oberflächen so gut wie keine Gefahr der Übertragung dieses Virus darstellen – das macht eine Vielzahl sogenannter „Hygienekonzepte“ hinfällig, wenn manche Leute meinen, ein Kugelschreiber, eine Stuhllehne oder ein Türgriff seien Gefahrenquellen – das sind sie, so Streeck, eben gerade nicht, wenn es um Ansteckungen mit SARS-CoV-2 geht.

Verharmlosen die Fuldaer Zeitung und die Deutsche Welle Verschwörungsmythen?

Allerdings ist auch beim eben vorgestellten Hendrik Streeck mitunter in Ansätzen zu erkennen, dass ihm die enorme mediale Präsenz seiner Person nicht immer gut tut: Er überschätzt sich womöglich etwas als Virologe und meint, damit Politik machen zu können wie sein Kollege und Scharfmacher Drosten, nur softer. Es gilt aber, der Virologie das Heft aus der Hand zu nehmen und wieder interdisziplinär und gesamtgesellschaftlich zu denken und handeln. Das wäre ein Public Health-Ansatz, der soziale, ökonomische, psychologische, kulturelle und medizinische Aspekte gemeinsam betrachtet. Die Virologie hat keinerlei Ahnung von der Gesellschaft, sie ist eine Laborwissenschaft.

Die Medien wiederum greifen häufig nur dann Streeck positiv auf, wenn er nicht das RKI oder die falsche Todesrate kritisiert. Das wird aber nicht betont, sondern Streeck neuerdings mit der Aussage zitiert, dass Corona viermal gefährlicher als die Grippe sei. Er meint vielleicht die schnelle Ausbreitung, Übertragbarkeit oder die starke Viruslast bei manchen Infizierten. Aber viermal stärker? Für alle Altersgruppen? Woran misst er das? Gab es viermal mehr Arztbesuche wegen Corona, viermal mehr Infizierte? Dabei geben die Daten der Realität – 25.000 Grippetote 2018, 9000+ Coronatote 2020 – das erst mal nicht her, 2020 gibt es in Deutschland wie zitiert keinerlei Übersterblichkeit, es sind also trotz der Epidemie nicht mehr Menschen gestorben, als man statistisch ohnehin erwartet hätte (bis 30. Juni 2020)[4], aber das zitiert die Fuldaer Zeitung nicht.[5]

Dabei gab es 2018 bereits eine Grippeimpfung, die Millionen Menschen auch gemacht hatten. Bei Corona gibt es bislang keine Impfung und fast dreimal weniger Tote. Das spricht jedenfalls nicht zwingend dafür, dass Corona „viermal“ gefährlicher ist als die Grippe, egal welche virologischen Details Streeck herausfand. Wir reden hier zudem über eine Zeit, wo es noch keine Maskenpflicht gab, die Gangelt/Heinsberg-Studie wurde von Ende März bis in die erste Aprilwoche hinein gemacht.

Nach einer Analyse von Mitarbeiter*innen der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts von 2016 war die „Letalität“ (=Infektionssterblichkeit) 1969/70 bei der Grippe in der BRD (+DDR) „0,29 %“.[6] Streeck hat für Gangelt eine Letalität von 0,37 % bei Corona herausbekommen. Wie kann Streeck dann behaupten, Corona sei „viermal“ gefährlicher als die Grippe? Er spricht ja ganz allgemein von Grippe, also ist damit auch jene von 1969/1970 gemeint. Streeck mag dieses Medienspiel der soften Panikindustrie genießen, auch er scheint mitunter von der evidenzbasierten Medizin zur eminenzbasierten zu wechseln. Er tut oft so, als wolle er die Panik drosseln, aber agiert dann doch selbst panisch. Gleichwohl schiebt er in dem Interview hinterher:

Wir haben im Kreis Heinsberg selber herausgefunden, dass das Virus mindestens viermal gefährlicher ist als eine saisonale Grippe. Es hat natürlich immer auch etwas mit der Population zu tun, in der getestet wird. Es ist ein Virus, das man ernst nehmen muss, aber natürlich auch nicht überdramatisieren kann.[7]

Er schürt massiv die Panik und behauptet, Corona sei viermal gefährlicher als die Grippe und sagt sofort man „kann natürlich nicht überdramatisieren“? Was jetzt? Viermal gefährlicher ist doch überdramatisieren.

Was sagt nun der Kopf des quasi österreichischen RKI, Franz Allerberger, Leiter der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), einem österreichischen Staatsunternehmen, zur Sterblichkeit von Corona?

Bei den Schätzungen der Mortalitätsrate von Covid-19 hält sich Allerberger an jene des US-Epidemiologen John Ioannidis (Uni Stanford), der von einem vergleichsweise geringen Wert von rund 0,25 Prozent ausgeht, der nicht unumstritten ist. ‚Das ist auch der Wert, der sich aus den Zahlen von Ischgl ergibt, wo bei einer Durchseuchungsrate von mehr als 42 Prozent der knapp 1.600 Bewohner nur zwei Tote vermeldet wurden‘, sagt Allerberger.[8]

Allerberger ist aktuell Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Public Health Mikrobiologie des Robert Koch-Instituts, er ist also auch in Deut­schland bekannt.[9] Im Gespräch mit dem Standard heißt es:

‘Am Ende des Tages sind diese Mortalitätsdaten das Einzige, was für einen Public-Health-Experten wie mich zählt‘, sagt Allerberger.

Vor diesem Hintergrund wäre es interessant zu wissen, was die Deutsche Welle, die Fuldaer Zeitung und Streeck zu Allerberger sagen. Immerhin bezieht sich der Österreicher auf Professor John P.A. Ioannidis, der in diesem Buch noch ausführlich dargestellt werden wird und der im Gegensatz zu Streeck ein Epidemiologe ist und weltweite Zusammenhänge analysiert, ja ähnlich wie die Public Health-Forschung die Gesamtgesellschaft im Blick hat und nicht nur labortechnisch ein Virus untersucht. Festzuhalten ist: „Österreichs oberster Virendetektiv“ (Standard) Franz Allerberger sagt, dass die Todesrate, Infektionssterblichkeit oder Letalität von Corona der einer Grippe entspricht und ungefähr bei 0,25 Prozent liegt. Streeck behauptet, Corona sei „viermal gefährlicher“ als die Grippe.

Wem soll man glauben? Ist es eine Frage des Glaubens oder der Daten und der evidenzbasierten Wissenschaft? Streeck unterscheidet noch nicht mal im Interview zwischen der Gefahr für junge, ganz junge, mittelalte, alte und sehr alte Menschen. Wir wissen, dass Corona für junge Menschen um den Faktor 1000 weniger gefährlich ist also für sehr alte Menschen (siehe die Great Barrington Erklärung).

Das Interview Streecks mit der Deutschen Welle sowie der Text in der Fuldaer Zeitung sind aber noch viel problematischer. Es geht um das Umdefinieren dessen, was eine „Verschwörungstheorie“, besser, was Verschwörungsmythen sind. Denn das, was die Fuldaer Zeitung hier als sechs „Verschwörungstheorien“ präsentiert und was auf einem Interview von Streeck mit der Deutschen Welle (DW) basiert[10], ist problematisch.

Es gibt Verschwörungstheorien, und die sind gefährlich, z.B. dass Juden, Israel oder Amerika hinter Corona steckten, dass Bill Gates die Weltherrschaft via Zwangsimpfung wolle oder dass es Corona gar nicht geben würde und eine Erfindung böser Mächte sei. Doch keine davon wird erwähnt. Die Fuldaer Zeitung schreibt, was sie, die Deutsche Welle und Streeck für „Verschwörungstheorien“ bezüglich Corona halten:

Aussage 1: ‚Das Coronavirus ist gar nicht so gefährlich, die Gefahr wird von Medien, Politikern und Wissenschaftlern aufgebauscht‘, Aussage 2: ‚In Italien oder den USA gibt es so viele Tote. Hier gar nicht. Da stimmt doch etwas nicht‘, Aussage 3: ‚Das Virus ist bereits so oft mutiert, da bringt eine Impfung gar nichts. Oder man muss sich jedes Jahr wie bei der Grippe neu impfen lassen‘, Aussage 4: ‚Diese Impfungen sind höchst gefährlich und greifen unsere DNA an. Außerdem will nur die Pharmaindustrie dran verdienen‘, Aussage 5: ‚Das Coronavirus stammt aus einem Labor in China oder wurde versehentlich freigesetzt‘, Aussage 6: ‚Die Corona-Maßnahmen sind völlig übertrieben. Ich will meine Freiheit zurück.‘‘[11]

Mindestens fünf und eigentlich alle der hier von der Fuldaer Zeitung und in der Langversion von der Deutschen Welle und Streeck präsentierten sechs „Verschwörungstheorien“ sind schlicht keine Verschwörungstheorien, sondern nur andere Positionen. Dazu gehört selbst die Nr. 5, da ein „versehentliches“ Freisetzen des Virus ja wohl kaum eine Verschwörung sein kann, sonst wäre es nicht „versehentlich“.

Oder nehmen wir die These Nr. 6: „Die Corona-Maßnahmen sind völlig übertrieben. Ich will meine Freiheit zurück.“ Wo liegt hier die behauptete Verschwörung? Oder die „Aussage Nr. 3“, dass eine Impfung nichts bringe, da das Virus mutiere – wo ist da eine Ver­schwörungstheorie? Und dann die „Aussage Nr. 1“: „Das Coronavirus ist gar nicht so gefährlich, die Gefahr wird von Medien, Politikern und Wissenschaftlern aufgebauscht.“ Was soll daran eine Verschwörungstheorie sein? Selbst wenn Corona gefährlicher sein sollte, als gedacht, wo soll in dieser Aussage eine Verschwörung stecken?

Vielmehr erwecken diese reißerische Überschrift und diese sechs „Aussagen“ den Eindruck, als wollten die Fuldaer Zeitung, die Deutsche Welle und Hendrik Streeck jede Meinung, die die Coronapolitik kritisiert, als eine von Verschwörungsmythenanhänger*innen diffamieren. Damit aber relativieren die Deutsche Welle, die Fuldaer Zeitung und Streeck selbst den tatsächlichen Antisemitismus der Verschwörungsideologie ganz vehement, denn die Protokolle der Weisen von Zion, die gefährlichste aller Verschwörungstheorien bis heute, waren eine (russische) Fälschung von 1905 und beinhalten eine tödliche Ideologie und antisemitische Agitation gegen Juden.

Die heutigen Verschwörungsideologien angesichts von Corona sind auch gefährlich – und keine passt zu dem obigen Schema der Deutschen Welle oder der Fuldaer Zeitung. Ich hatte bereits am 20. März 2020 zu Corona-Verschwörungsmythen geschrieben[12]:

China[13] wiederum, wie ein Sprecher des dortigen Außenministeriums,[14] fantasiert, die USA stünden hinter dem Virus und wollen China schaden. Solcher Verschwörungswahnsinn[15] kommt in anderer Form auch im Iran[16], der Türkei[17] oder in Russland vor. Schon wird der Coronavirus, sein Entstehen und die Verbreitung etc. antisemitisch[18] gedeutet.

So sehen Verschwörungsmythen bezüglich Corona zum Beispiel aus: Das American Jewish Committee (AJC) hat eine Übersicht über einige der übelsten antisemitischen Verschwörungsmythen zu Corona weltweit zusammengestellt, vom brasilianischen antizionistischen Cartoonisten Carlos Latuff über ägyptische, jordanische, palästinensische Beispiele hin zu amerikanischen Neonazis und deren Hetze gegen Juden, z.B. mit einem Cartoon, der eine Ratte zeigt, die in den israelischen Farben blau-weiß angemalt ist, einen Davidstern auf dem Rücken hat und beschriftet ist mit „The Real Plague“.[19] Auch George Soros kommt häufig bei Verschwörungswahnwichteln zu Corona vor, wie in Deutschland[20] oder den USA[21].

Man muss also auch angesichts von Corona solche Verschwörungsmythen bekämpfen und die weniger offensichtlichen umgehend knacken – doch genau das tun weder die Deutsche Welle noch die Fuldaer Zeitung oder deren Kronzeuge Hendrik Streeck. Dass die „Corona-Maßnahmen“ „völlig übertrieben“ sind, ist eine Meinung und keine Verschwörungstheorie. Mit dieser entgrenzten Nicht-Definition von Verschwörungstheorie leisten die Deutsche Welle und Fuldaer Zeitung der Aufklärung einen Bärendienst.

Sie kritisieren gar keine Verschwörungsideologen, die es gibt und die gefährlich sind, sondern verharmlosen die wirklichen Verschwörungswahnwichtel, wenn sie schon Menschen mit einer anderen Meinung, die keinerlei bösen Akteure herbeifantasieren, als Verschwörungsideologie-Anhänger*innen diffamieren.

Wer also, wie es in diesem Buch von vielen zitierten Professor*innen und anderen Autor*innen geschieht, die „Co­rona-Maßnahmen“ als „völlig übertrieben“ charakterisiert, und das evidenzbasiert sowie demokratietheoretisch, der oder die wird von der Fuldaer Zeitung, der Deutschen Welle oder Hendrik Streeck offenbar als Anhänger*in von Verschwörungstheorien betrachtet und entsprechend sozial geächtet und diffamiert. Die Mission scheint erfüllt: Die Diskussion über die Verhältnismäßigkeit, Rechtmäßigkeit und über die Demokratie in Zeiten der Coronapolitik ist beendet, bevor sie richtig beginnen durfte. Hendrik Streeck ist sicher ein guter Virologe – aber bei sozial- und geisteswissenschaftlichen Themen wie der Analyse und Kritik von Verschwörungsmythen sollte er sich besser zurückhalten.

Ganz anders dagegen der oben zitierte Auftritt Streecks in der ARD-Sendung zu Corona am 5. Oktober 2020 abends zur Primetime, wo er völlig richtig sagt, dass aktuell und in Zukunft selbst „20.000 Neuinfektionen“ bundesweit am Tag „kein Problem“ darstellten, weil fast niemand mehr krank wird.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=MVcCRDQJOmE.

[2] „Ergebnisse der ‚Heinsberg-Studie‘ veröffentlicht“, 04.05.2020, https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020.

[3] „Hendrik Streeck im Dom. „Wir brauchen Routine im Umgang mit dem Virus“, 20.08.2020, https://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/4254
586-Hendrik-Streeck-im-Dom-Wir-brauchen-Routine-im-Umgang-mit-dem-Virus.

[4] Aust 2020.

[5] „Coronavirus-Verschwörungstheorien: Virologe Hendrik Streeck stellt klar: ‚Diese Thesen sind eindeutig falsch‘“, 02.10.2020, https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/
coronavirus-verschwoerungstheorien-virologe-hendrik-streeck-bonn-sechs-thesen-impfstoff-90053780.html.

[6] Udo Buchholz/Silke Buda/Annicka Reuß et al. (2016): Todesfälle durch Influenzapandemien in Deutschland 1918 bis 2009. Bundesgesundheitsbl. 59, S 523–536 (2016), 17. März 2016, https://doi.org/10.1007/s00103-016-2324-9.

[7] Fabian Schmidt (2020): Virologe Streeck entkräftet Verschwörungstheorien. Was denkt einer der führenden deutschen Corona-Experten über abstruse oder auch plausibel klingende Thesen von Verschwörungstheoretikern, „Querdenkern“ oder Impfgegnern?, 17. September 2020, https://www.dw.com/de/virologe-streeck-entkr%C3%A4ftet-verschw%C3%B6rungstheorien/a-54959531.

[8] Klaus Taschwer (2020): Österreichs oberster Virendetektiv. Franz Allerberger analysiert mit seinem Team von der Ages, wo und wie sich das Coronavirus in Österreich ausbreitet. Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick, 01. August 2020, https://www.derstandard.de/story/2000119089756/oesterreichs-oberster-virendetektiv.

[9] https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/WissBeirat_PH/Mitglieder_Gaeste/mitglieder_node.html;jsessionid=631B44791C0749148F3868406A95DBC2.internet052.

[10] Schmidt 2020.

[11] „Viermal gefährlicher als eine Grippe. Coronavirus: Verschwörungstheorien haben gegen Top-Virologen Hendrik Streeck keine Chance“, 11.10.2020, https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/coronavirus-verschwoerungstheorien-virologe-hendrik-streeck-grippe-leiter-heinsberg-studie-bonn-90053780.html.

[12] Clemens Heni (2020a): Jenseits von Ausnahmezustand und Verschwörungswahnsinn: Kritiker*innen der Corona-Massenhysterie aller Länder vereinigt euch, 20. März 2020, https://www.clemensheni.net/jenseits-von-ausnahmezustand-und-verschwoerungswahnsinn-kritikerinnen-der-corona-massenhysterie-aller-laender-vereinigt-euch/.

[13] Gerry Shih (2020): Conspiracy theorists blame U.S. for coronavirus. China is happy to encourage them, 05. März 2020, https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/conspiracy-theorists-blame-the-us-for-coronavirus-china-is-happy-to-encourage-them/2020/03/05/50875458-5dc8-11ea-ac50-18701e14e06d_story.html.

[14] Lijian Zhao, 12. März 2020 auf Twitter: „It might be US army who brought the epidemic to Wuhan“, https://twitter.com/zlj517/status/1238111898828066823?s=20.

[15] Aaron Bandler (2020): Rosanna Arquette Claims in Deleted Tweet That Israel Knew About Coronavirus and Put ‘Lives at Risk for Profit’, 17. März 2020, https://jewishjournal.com/news/united-states/312218/rosanna-arquette-claims-in-deleted-tweet-that-israel-knew-about-coronavirus-and-put-lives-at-risk-for-profit/. Rosanna Arquette ist eine Schauspielerin (u.a. „Pulp Fiction“, 1994), die am 17. März 2020 in einem Tweet die perfide Frage aufwarf, ob Israel schon seit einem Jahr an einem Impfstoff arbeite und dass die Pharma-Firma des Bruders von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Kushner Oscar, der Hauptinvestor in den neuen Impfstoff sei. Das ist eine typische Verschwörungsideologie, wie wir sie auch in anderer Form vom Coronaskeptikerlager kennen. Doch genau auf solche perfiden Ideologien gehen weder die Deutsche Welle und Streeck noch die Fuldaer Zeitung ein.

[16] Kasra Aarabi (2020): Iran Knows Who to Blame for the Virus: America and Israel. The regime’s ideological army is spinning conspiracy theories even as it helps spread the virus among Iran’s long-suffering people, 19. März 2020, https://foreignpolicy.com
/2020/03/19/iran-irgc-coronavirus-propaganda-blames-america-israel/.

[17] Louis Fishman (2020): As Coronavirus Cases Spike in Turkey, So Does anti-Semitism. Erdogan is cracking down on ‘provocative’ and ‘unfounded’ social media posts on the coronavirus. Will he halt pro-government channels spreading conspiracy theories blaming the outbreak on the Jews?, 19. März 2020, https://www.haaretz.com/middle-east-news/turkey/.premium-as-coronavirus-cases-spike-in-turkey-so-does-anti-semitism-1.8682725.

[18] Rossella Tercatin (2020): Will the coronavirus lead to yet another spike in antisemitism in the US? „It happens every time there is a major pandemic: it happened with Africans around Ebola, and it happened recently with the Orthodox community in New York City around the measles scare that we had“, 09. März 2020, https://www.jpost.com
/Diaspora/Antisemitism/Will-the-coronavirus-lead-to-yet-another-spike-in-antisemitism-in-the-US-620252.

[19] Alyssa Weiner (2020): Global Trends in Conspiracy Theories Linking Jews with Coronavirus, 01. Mai 2020, https://www.ajc.org/news/global-trends-in-conspiracy-theories-linking-jews-with-coronavirus.

[20] Angesichts einer Anti-Coronamaßnahmen-Demonstration in Hannover Anfang September 2020, auf der es wenige Nazis oder Reichsbürgerfahnen gegeben habe, schreiben drei Journalist*innen: „Auch ein anderer ist sich sicher, es seien ‚Finanzkräfte, die im Hintergrund wirken, die nicht in der ersten Reihe stehen‘, am Werk. Der nächste sieht einen ‚Staatsputsch‘ hinter dem sehr ‚wenige Reiche, sehr Mächtige‘ stecken würden. Das Parlament spiele dabei keine Rolle mehr. Fast alle von uns auf der Demonstration Befragten sehen Drahtzieher im Hintergrund, die bei der Pandemie und den Maßnahmen gegen diese eine Rolle spielen würden. Mal ist es Bill Gates, dann wieder George Soros oder Finanzeliten, die angeblich die Fäden ziehen. Johanna Thiemecke von der Amadeu Antonio Stiftung gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus sieht in solchen Sichtweisen ‚antisemitisch strukturiertes Denkverhalten‘, bei dem Einzelne für die Pandemie und ihre Auswirkungen verantwortlich gemacht würden“, Philipp Hennig/Jörg Hilbert/Lea Struckmeier (2020): Corona-Demos: Was eint die Protestierenden?, 15.09.2020, https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Corona-Demos-Was-eint-die-Protestierenden,coronademo204.html. Bei aller richtigen Kritik am Antisemitismus und an Verschwörungswahnwichteln erkennt man doch erschreckend wenig Reflektionsvermögen der drei Autor*innen, was die Gefährdung der Demokratie durch die Regierungspolitik und eine politisierte Virologie betrifft.

[21] Weiner 2020.

 

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Enttäuschung bei der Bundesregierung: Jetzt fallen auch noch die Zahlen der belegten Intensivbetten mit Covid-19

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 14. April 2021

Mit Update vom 15.4. (unten)

Wie berichtet, fallen seit drei Wochen die Zahlen aller Hospitalisierungen wegen oder mit Corona. Damit sind alle Einlieferungen in Krankenhäuser mit Patient*innen gemeint, die einen positiven Test auf das Virus SARS-CoV-2 haben. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung an Covid-19, aber darum geht es jetzt nicht.

Es geht darum, dass diese Zahl der Hospitalisierungen, also den Einweisungen oder Einlieferungen auf Normalstationen und auf Intensivstationen seit drei Wochen abnimmt und zwar von

5591 auf 3985. Das betrifft den Zeitraum 22. März 2021 bis Sonntag, den 11. April 2021.

Das ist ein

Rückgang aller Hospitalisierungen wegen Corona um 29 Prozent in den letzten drei Wochen.

Gleichzeitig aber, und das macht es für den denkenden Teil Bevölkerung so unnachvollziehbar, stieg die Zahl der Fälle mit Corona auf den Intensivstationen vom 13. März 2021 mit 2713 Personen auf 4667 Personen am gestrigen Dienstag, den 13. April. Seit heute, 14. April, sinken die Zahlen erstmalig wieder, und zwar aktuell auf 4653.

Man kann sich die Zahlen hier herunterladen:

Man kann das nicht wirklich nachvollziehen und niemand der sog. Offiziellen versucht es zu erklären: Wie kann es sein, dass die Hospitalisierungen um 29 Prozent abnehmen, um fast 2000 Menschen pro Woche, aber gleichzeitig die Zahl der belegten Intensivbetten zwar so gut wie gleich bleibt, aber behauptet (!) wird, dass die Zahl der Corona-Patient*innen auf ICUs massiv angestiegen sei. Ein Großteil dieser Patienten kann nicht neu eingeliefert worden sein, sondern bekam die Corona-Infektion oder den positiven Test erst im Krankenhaus. Das wäre ein Fall für den Staatsanwalt und für die evidenzbasierte Medizin.

Ein Großteil muss sogar mit anderen Krankheiten oder wegen Unfällen im Krankenhaus gewesen sein und sich offenbar wohl erst dort mit Corona infiziert haben, sonst macht der Rückgang ALLER Hospitalisierungen wegen Corona in diesem Zeitraum überhaupt keinen Sinn.

Es kann sich also nicht nur um Corona-Patienten handeln, die auf Normalstation lagen und dann hat sich die Lage verschlechtert und sie kamen auf die ICU, das wäre wiederum nicht logisch, weil ja auch die Einlieferungen auf die Normalstation zurückgingen.

Und an den über Monate herbei fantasierten Gefahren durch die “Mutanten” oder durch B.1.1.7 kann es auch nicht liegen, weil diese Mutation (ein ganz üblicher Vorgang für Viren) doch “nicht tödlicher sei”, wie jetzt britische Forscher entdeckt haben.

Der Höchststand der ICU-Patient*innen im Frühjahr 2020 lag übrigens fast exakt zur gleichen Zeit, nämlich am 18. April 2020 mit 2928 Patient*innen. Damals dachten viele epidemiologisch schlecht bewanderten Menschen, dass Deutschland alles richtig mache und die Bundesregierung so charismatisch sei, dass Corona lieber in Italien, Frankreich oder Spanien und UK wüte, aber doch “nicht bei uns”. Im Herbst verging diesen Leuten dann ihre Arroganz, obwohl ja rein statistisch gesehen auch im Herbst/Winter 2020 überhaupt nichts Dramatisches passierte, was die Sterblichkeit betrifft – dramatisch war die Quarantäne für die Grundrechte, um mit Heribert Prantl zu reden.

Die Todeszahlen “an” oder nur “mit” Covid-19 liegen derzeit (13.4.21) bei ca. 220 am Tag im 7-Tagesschnitt – auch das keine hohe Zahl, soviel waren es auch Mitte März, wobei der 7-Tages-Durchschnitt Anfang März bei 300 lag und wir ja laut Statistischem Bundesamt im ganzen März 2021 eine Untersterblichkeit von 11 Prozent haben, verglichen mit den vorausgegangenen Jahren.

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020 sind jetzt aber Millionen Menschen geimpft und können nach der Logik der Impfindustrie an Covid-19 nicht mehr sterben. Das betrifft fast alle Menschen über 80 Jahren, die ja den mit Abstand größten Anteil aller Todesfälle “an” oder nur “mit” Covid hatten.

Daher müsste es Entspannung geben. Aber das Gegenteil ist der Fall, der Hygienestaat mit Impfpass/Reisezertifikat, Zwangstesten von SchülerInnen, ArbeitnehmerInnen, RestaurantbesucherInnen etc. wird immer irrationaler und brutaler. Die Medien heizen die Politiker weiter an, nicht nachzulassen im Quälen und irrationalen und paternalistischen Beherrschen, Züchtigen und Einsperren der Bevölkerung.

Viele Menschen werden den Druck, den Merkel & Co. über 13 Monate aufbauten, nicht mehr aushalten und sterben, erstmal ‘nur’ innerlich und in ein paar Monaten oder Jahren auch körperlich zugrunde gehen. Diese Toten hat dann Merkel persönlich zu verantworten, wie auch Kretschmann, Söder, Laschet und wie sie alle heißen.

Fazit:

Die Zahlen der Hospitalisierungen insgesamt – Normalstation und ICUs – und die Zahl der Patient*innen mit Corona auf Intensivstationen nimmt ab.

Wieder nichts mit der “dritten” Welle, wieder nichts mit dem exponentiellen Wachstum der Hospitalisierungen. Wieder eine Blamage und Schande für die Regierungen und für die Talk-Show-Gäste von Illner, Lanz, Maischberger, Plasberg, Will etc., jene Hellseher*innen, die meist einen Twitter-Account, aber wenig Sachkenntnis von Medizin, Epidemiologie, Gesellschaft und der Würde des Menschen haben.

Update, 15.04.2021, 20:30 Uhr:

Auch heute liegt die Zahl der Patienten auf Intensivstationen gleich niedrig wie gestern und zwar bei wiederum 4653 Personen. Wie gestern erläutert sank die Zahl am 13.4.2021 erstmals seit dem 13. März. Ein Grund zur Entspannung, auch wenn selbst die höchste Belegung im Januar keinerlei Dramatik war.

Was aber sagt offenbar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute auf der Bundespressekonferenz?

Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 liegt wieder bei fast 5.000.“ Dieses Aufrunden von 4.680 mag legitim sein. Weiter sagte Spahn: „Die Intensivmediziner rechnen damit, dass wir Ende des Monats, also in zwei Wochen, sogar 6.000 Covid-19 Patienten in den Intensivstationen werden versorgen müssen.”

Warum sagt dieser Mann die Unwahrheit? Warum informiert Spahn offenkundig absichtlich die Bevölkerung falsch, wenn doch ganz offiziell vom RKI bzw. Intensivregister jeder Mensch gestern und heute sehen kann, dass die Zahlen der ICU-Belegungen erstmals seit Wochen gesunken sind und zuvor auch keinerlei exponentielles Wachstum zu verzeichnen war, sondern nur leichte Steigerungen wie von 4642 (12.4.) auf 4668 (13.4)?

Und warum schweigt Spahn zu seinem persönlichen Versagen, die Bereitstellung von eigentlich 40.000 Betten auf ICUs zu gewähleisten?

Prof. Dr. Maurizio Bach, Senior-Professor für Soziologie an der Europa Universität Flensburg und Professor Emeritus der Universität Passau, schreibt Ende März 2021:

Dabei stand am Anfang der Pandemie nicht einmal die Furcht der Leute vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus im Zentrum. Zur Verbreitung der Angst trugen unter anderem Virologen und vermutlich sachlich überforderte, aber machtpolitisch agile Politiker, wesentlich bei. Das belegt ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums vom April 2020, in dem ganz unverblümt das Erzielen einer „Schockwirkung“ in der Bevölkerung angestrebt wurde. Dabei sollten unter anderem „Urängste“, wie die Angst vor dem Erstickungstod und vor der Ohnmacht der Angehörigen, geweckt werden. Das Gefahren- und Angstlevel in der Gesellschaft wird seitdem durch alarmierende Fernsehansprachen der Bundeskanzlerin, Verlautbarungen des RKI sowie apokalyptische Visionen nicht scheuende Talkshow-Experten auf einem hohen Niveau gehalten.

Das funktioniert selbst dann, wenn in den Krankenhäusern nachweisbar mehr als die Hälfte der verfügbaren Intensivbetten nicht belegt und die Zahl der „an und mit“ Corona Verstorbenen deutlich rückläufig ist (Von den samt Notfallreserve in Deutschland verfügbaren ca. 40.000 Intensivbetten waren selbst am Gipfel der zweiten Pandemiewelle  zu keinem Zeitpunkt mehr als 20.000 Betten belegt, unabhängig von den behandelten COVID-19-Patienten).

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Venceremos und Hoffnung aus Amerika oder: Jenseits von Merkels Angst- und Panik-Tsunami und von Verschwörungsmythen (“Davos”)

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 14. April 2021

Es gibt Hoffnung aus Amerika. Das spricht paradoxerweise sowohl gegen die apokalyptischen Töne weiter Teile der “Corona-Maßnahmen”-Kritiker*innen, die nur ein einziges Wort kennen: “Davos”, und das spricht natürlich noch viel mehr gegen die Politik, gegen die Medien und die Mehrzahl der Deutschen, die auch nur ein Wort bzw. einen Ausdruck kennen: “die Zahlen”.

Die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist verfassungswidrig. Die Rechtsanwältin Jessica Hamed schreibt in der Berliner Zeitung vom 13. April 2021:

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur erneuten Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist verfassungswidrig. (…) Das geplante Gesetz ist schon deshalb verfassungswidrig, weil die bis in den Wesensgehalt von vielen Grundrechten eingreifenden Maßnahmen an den reinen Inzidenzwert anknüpfen – und das, obwohl der Bundestag erst im März beschlossen hatte, dass er gerade nicht mehr alleiniger Maßstab sein soll.

Wenn sich also jetzt fast alle ARD- und ZDF-Mitarbeiter*innen, so gut wie alle Chefredaktionen der Zeitungen, der Radioanstalten, alle Bürger- und Oberbürgermeister*innen, alle Landesregierungen und alle anderen Verantwortlichen an dieses neue geplante Gesetz halten sollten, dann handelten sie verfassungswidrig, ergo: illegal. Sie machten und machen sich alle strafbar. Früher oder später wird es so kommen, wenn nicht der SPD-Kanzler Helmut Schmidt Recht behält, wie Hamed resümiert:

Es ist nicht der erste Fall einer entfesselten Staatsmacht in der Bundesrepublik. Schon einmal tagten inoffizielle Krisenstäbe, wurden fragwürdige Gesetze erlassen und eine Nachrichtensperre verhängt. Helmut Schmidt, Bundeskanzler von 1974 bis 1982, kommentierte die Geschehnisse rund um den Deutschen Herbst im Jahr 1977 später mit den Worten: „Ich kann nur nachträglich den deutschen Juristen danken, dass sie das alles nicht verfassungsrechtlich untersucht haben.“

Er war immerhin noch dankbar, die hiesigen Regierenden hingegen scheinen dieses „Entgegenkommen“ jedoch gerade zu einzufordern.

Entscheidend für die psychische Stabilität wenigstens der wenigen Kritiker*innen der Coronapolitik ist nun, dass wir bereits jetzt wissen, dass es anders, dass es demokratisch laufen kann: Amerika.

Dem Panik- und Angst-Tsunami von Merkel, Söder, Kretschmann, Habeck, Scholz oder Georg Restle (ARD) und der in weiten Teilen jetzt totalitären, post-stalinistischen “Antifa” gilt es die Würde des Menschen entgegen zu setzen.

Wenn jetzt noch wahnsinniger getestet wird, also wenn weiterhin wie von Merkel geplant, alle Menschen, die zu fast 100 Prozent “gesund”, also jedenfalls nicht wegen Corona krank sind (sondern nur an all den anderen millionenhaft auftretenden chronischen Krankheiten wie Alkohol-, Nikotin- oder Fettsucht, oder wie Asthma, Pollenallergien, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Behinderungen unterschidlichster Art etc. pp.), wenn alle diese Menschen, wir alle, auf ein für fast alle Menschen völlig harmloses Virus getestet werden, dann sieht das so aus:

Bei 20 Millionen Selbsttests pro Woche und einer selbst auf den optimistischsten Herstellerangaben basierenden Quote von 99 Prozent Richtigkeit, also rein statistisch von einem Prozent falsch-positiven, ergäbe das eine 7-Tages-Inzidenz von 240 im ganzen Land. Dafür muss nicht ein Mensch richtig positiv und todkrank sein, nicht einer. Bei 40 Millionen Tests pro Woche (das entspräche so ungefähr einem Test pro “Arbeitnehmer”) läge die Inzidenz allein schon wegen der Fehlhaftigkeit noch des besten Labors und des bestens Selbst- oder PCR-Tests bei 481.

Umgerechnet auf eine typische Arbeiterstadt wie Neckarsulm bei Heilbronn, sähe das so aus: Wenn von den 15.710 Audi-Arbeiter*innen (bei einer Bevölkerung in Neckarsulm von 26.528) jede und jeder einmal pro Woche getestet wird und ein Prozent rein statistisch falsch-positiv ist, also 157 Personen, ergibt das eine 7-Tages-Inzidenz von 603! Da sind die Schüler*innen und alle anderen, die vom totalitären Testregime gezwungen werden sollen, sich zu testen bzw. testen zu lasen, noch gar nicht eingerechnet. Von diesen 157 Audi-Arbeiter*innen muss nicht ein einziger krank sein, also nicht mal wie fast alle Corona-“Fälle” asymptomatisch, sondern einfach gar nicht mit Corona in Kontakt gekommen sein, diese Zahl würde nur den rein technisch falschen Tests entsprechen, die es statistisch geben wird, weil ja selbst laut Herstellerangaben kein Test zu 100 Prozent funktioniert. Das wird jedes Test-Labor bestätigen, egal ob die Mitarbeiter*innen Pro-Lockdown oder Pro-Menschenrechte sind.

Selbst bei einer statistischen Trefferquote von 99,5 Prozent, also nur 0,5 Prozent falsch-positiven Testergebnissen (die sich ebenso im genauso nur 99 oder 99,5 prozentig richtigen – im allerbesten Fall – PCR-Labor-Wiederholungstest bestätigen würden) gäbe das eine 7-Tages-Inzidenz von 301 in der Audi-Stadt Neckarsulm.

Ohne dass auch nur ein Mensch in Neckarsulm oder bei Audi (eine solche Fabrik wird ja zu dem jeweiligen Ort gerechnet, egal, wie viele der Arbeiter*innen dort auch leben) krank wäre, würde die Stadt für alle Zeiten im Lockdown verharren.

Das sähe für jede Stadt ungefähr so aus.

Lediglich Dörfer oder Stadtteile, wo so gut wie niemand arbeit, alle arbeitslos oder Rentner*innen oder Selbständige sind – also da, wo niemand sich testet, da könnte es noch LEBEN geben, da wäre die Inzidenz dann auf fast Null (0). Es lebe die 30-Prozent Arbeitslosenquote von Oberhausen oder das Nicht-Testen in einem x-beliebigen Rentner- und Selbständigen-Dorf in der Uckermark.

Der Testwahnsinn muss enden oder dieses Land wird alle Geschäfte, alle Theater, alle Veranstaltungen, jedes private und öffentliche Leben mindestens bis zum Ende von Merkel im September 2021 bzw. bis zum Ende von Laschet/Söder/Baerbock im September 2025 mutwillig zerstören – von den Millionen Toten im Globalen Süden, die es jetzt schon gibt, wie immer nicht zu schweigen.

Was aber völlig inakzeptbel ist, ist Folgendes von dem “Bürgerjournalist, Podcaster und Zeremoniar” Daniel Stricker aus der Schweiz. Stricker ist völlig zu Recht und dankenswerter Weise ein Kritiker der Coronapolitik, bzw. er wurde zu so einem Kritiker. In einem Gespräch mit dem Arzt und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wodarg vom 6. April 2021 spricht Stricker davon, dass – basierend auf Zahlen, die ich hier schon vor Monaten zitierte – aufgrund der Lockdownpolitik im Globalen Süden ” bis zu 135 Millionen den Hungertod” sterben könnten, so David Beasley vom World Food Programme (WFP). Bekanntlich ist das World Food Programme Friedensnobelpreisträger 2020.

Stricker fragt nun Wodarg, ob “Corona das Potential hat” – also die Corona- und Lockdownpolitik, gerade nicht das Virus –

das größte Menschheitsverbrechen zu werden.

Diese Frage bejaht Wolfgang Wodarg mehr oder weniger, auf die NS-Zeit und Auschwitz gehen sie nicht weiter ein, soweit ich das gesehen und gehört habe.

Diese Äußerung oder Frage von Stricker ist jedoch eine Leugnung, dass Auschwitz und die Shoah das größte Menschheitsverbrechen waren. Nie zuvor oder danach gab es den Plan, ein ganzes Volk zu vernichten.

Der Antisemitismus und der Mord an den Juden, die Vernichtung des europäischen Judentums durch die Deutschen im Nationalsozialismus, waren das größte Menschheitsverbrechen.

Das hat mit den katastrophalen Verbrechen der Coronapolitik nichts zu tun. Das erinnert vielmehr an die ebenso erinnerungsabwehrenden, also sekundär-antisemitischen Zahlenspielereien der Antikommunisten, die von 100 Millionen Toten der kommunistischen Regime seit 1932 (Hungerkrise in der Ukraine) daherreden (“Schwarzbuch des Kommunismus”, Prager Deklaration etc.). Siehe dazu mein Kapitel “Die Abwehr der Erinnerung an den Holocaust und die komparatistische Obsession” in dem Band Clemens Heni /Thomas Weidauer (Hg.), Ein Super-GAUck. Politische Kultur im neuen Deutschland von 2012, S. 7-42.

Das gleiche Problem mit dem Infragestellen, dass Auschwitz und der Holocaust das größte Menschheitsverbrechen waren, haben also nicht nur die taz und postkoloniale Hetzer*innen, sondern auch manche Vertreter des sog. Corona-Untersuchungsausschusses wie der Rechtsanwalt Rainer Füllmich, ich habe im Januar 2021 in “Antisemitismus im Zeitalter von Corona (BICSA Working Paper, Januar 2021 – Jubiläum, 10 Jahre BICSA)” darüber geschrieben.

Also die Szene der Coronapolitik-Kritiker*innen muss sich von solchen absurden Äußerungen, dass die Coronapolitik das “Potential” hätte, das “größte Menschheitsverbrechen zu werden”, distanzieren.

“Wir” können nicht einerseits die völlig irrationale Coronapolitik von Scholz und Merkel kritisieren, das menschenverchtende Testen von gesunden Menschen, das menschenverachtende Masken-, Abstands- und Lockdown-Regime und andererseits der sekundär-antisemitischen Reaktionsweise einer Kleinredung von Auschwitz und einer Leugnung der Einzigartikeit des Holocaust das Wort reden.

Niemand plant via Coronapolitik eine bestimmte Gruppe von Menschen auszulöschen, so wie es die Deutschen mit den Juden planten und durchführten.

***

Es gibt aber auch viele rationale Kritiker*innen der Coronapolitik. Und um nicht alle Leser*innen zu deprimieren, gilt es Hoffnung zu geben. Und es gibt türkisblaue, glitzernde Meeres-Hoffnung wie aus dem sonnenverwöhnten Miami im Süden Floridas.

In den USA läuft es in einigen wichtigen Bundesstaaten nicht auf Angst, Panik und biopolitische Herrschaft hinaus, sondern auf Selbstverantwortung, Rationalität und Verhältnismäßigkeit. Im Gegensatz zur Politik von Angela Merkel und Olaf Scholz gilt in diesen US-Bundesstaaten noch die Würde des Menschen als unantastbar.

Diese US-Bundesstaaten, vorneweg der sunshine state Florida, haben der Lockdownpolitik abgeschworen, haben den Maskenwahn beendet und werden die Würde des Menschen weiter wahren, indem sie keine Impfpässe für ein normales Erkältungsvirus wie Corona (und nicht etwa Pocken, Typhus oder Polio etc.) je zulassen werden.

Nur am Rande: Ein solches Handbuch über die US-Bundesstaaten könnte es in Deutschland gar nicht geben – allein solche Beschreibungen wie im chapter zu South Dakota, wo der Autor en passant von den Aufzügen in der Lower East Side von New York City berichtet, wo am Shabbes die Aufzüge so programmiert sind, dass sie in jedem Stockwert halten, zeigen das:

Die Betonung der Souveränität der Anti-Lockdownstaaten in den USA ist nun auch deshalb so wichtig, weil weite Teile der Coronapolitik-Kritiker*innen wirklich glauben, das kann wie eine Religion wirken, dass es eine Verschwörung der Mächtigen der Welt gibt, den “Great Reset”, der die ganze Wirtschaft und das Leben im neoliberalen Kapitalismus neu ordnen möchte. Diese Leute schreien dann immer “Davos”, das sei das Symbol der Verschwörung, des Kapitalismus, von Jeff Bezos, George Soros oder Mark Zuckerberg und Sundar Pichai (Google bzw. Alphabet und somit auch YouTube).

Kürzlich löschte YouTube ein Video des Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis, von seiner Plattform – es geht um eine wissenschaftliche Diskussion über die Folgen der Lockdown- und Maskenpolitik mit den Professor*innen Sunetra Gupta von der Universität Oxford, Jay Bhattacharya von der Universität Stanford und seinem Kollegen Scott Atlas sowie einem weiteren Epidemiologen, der z.B. die Stadt New York City in Fragen von Epidemien berät, Martin Kulldorff aus Harvard.

Diese Löschung einer wissenschaftlichen Diskussion ist ein weiterer Tiefpunkt im totalitären Gehabe von YouTube und somit Google. Während man dort unendlich viel islamistische, antisemitische, anti-israelische, gewaltverherrlichende, verschwörungsideologische, Holocaust leugnende, den Holocaust verharmlosende und sonstige widerwärtige Propaganda weiterhin finden kann, wurde diese auf höchstem wissenschaftlichen Niveau befindliche Diskussionsrunde zensiert. Chinesische oder iranische Verhältnisse bei Google/YouTube. Sie können sich die Diskussion, über die ich ja im März berichtet hatte, weiterhin hier anschauen. Das American Institute for Economic Research hat auch ein Transkript der Veranstaltung gemacht.

Was nun entscheidend ist für das Verständnis des Verschwörungslagers zu “Davos” sind zwei Aspekte:

Erstens ist Davos seit 9/11 und 2003 für die antikapitalistisch-antisemitische Szene ein Symbol. Ich schrieb 2013 in meiner Studie “Antisemitism: A Specific Phenomenon” über folgenden Vorgang von 2003 – ich verbinde seit März 2020 also immer meine politikwissenschaftliche Analyse, meine Studien zur politischen Kultur zumal Deutschlands, meine antifaschistische Forschung zu Antisemitismus und auch zu Antiamerikanismus mit der präzdenzlosen Coronapolitik-Zeit, dem pandemic turn.

An incorrect analysis of capitalism, riddled with the old images of Mammon, thus returns time and again. Piwitt’s words quoted above – that there is “nothing more homeless, more rootless, more like Ahasver, than capital” – expresses this paradigmatically. On January 25, 2003, 20,000 people, first and foremost European Leftists, demonstrated against the World Economic Forum in Davos and some dressed up as Jews dancing around a Golden Calf[1]: a kind of feel-good antisemitism, because the

“anti-Semitism linked to the struggle against globalization presents a point of contact for the Right and the Left which has not existed so openly since the heyday of national bolshevism.”[2]

These foes of Jews consider themselves Leftist, free, emancipated and progressive, and not Nazis. Political scientist Daniel J. Goldhagen analyzed this image:

“An emblematic image of globalized antisemitism is of Donald Rumsfeld wearing a yellow star inscribed with ‘sheriff,’ followed by a cudgel wielding Ariel Sharon who is flanked by a golden calf. (…) That this scene, expressing the putative globalized nature and predations of the Jews, was created for an anti-globalization demonstration in Davos is no mere coincidence.”[3]

[1] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14065/1.html (visited March 30, 2012).

[2] Andrei S. Markovits (2004): Amerika, dich haßt sich’s besser. Anti­ameri­kanis­mus und Antisemitismus in Europa, Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 194. Markovits analyzes this scene in Davos, cf. ibid., 193–194.

[3] Daniel Jonah Goldhagen (2003): “The Globalization of Antisemitism,” http://www.forward.com/articles/8736/ (visited March 30, 2012).

Zweitens: Die Tatsache, dass ein ökonomisch führender US-Bundesstaat wie Florida mit seinem Gouverneur von Google bzw. YouTube zensiert wird, zeigt, dass es hier nicht um die Mächtigen versus dem armen Volk geht. Ein Gouverneur eines der größten Staaten in den USA ist mächtig und ist Elite und Mainstream und kann mehr realpolitisch entscheiden als Tech-Giganten aus Kalifornien. YouTube wird nicht entscheiden, ob es in Texas oder Florida und Georgia einen Maskenpflicht oder Lockdowns oder Impfpässe gibt – das entscheiden souveräne Politiker, die sich zudem wie in Florida  auf höchstem wissenschaftlichen Niveau beraten lassen -, während bei YouTube zwar brutale autokratische Herrscher, aber auch Hetzer und zumal gegenüber Antisemitismus, Neonazismus, Islamismus und Volksverhetzung sehr tolerante Persönchen sitzen.

Die Wirtschaftsmacht von Florida beträgt ca. 0,946 Billionen US-$ im Jahr.

Gemeinsam mit sieben weiteren US-Bundesstaaten, die sich gegen den vorgeblichen Plan von Bill Gates (Microsoft) wenden, alle Menschen gegen Corona zu impfen, die also gegen Impfpässe, gegen den Lockdown und gegen die Maskenpflicht sind und das jeweils mit Gesetzen oder executive orders verboten haben, hat Florida so viel ökonomische Macht wie die ganze Bundesrepublik Deutschland: ca. 3, 99 Billionen US-$ Bruttosozialprodukt im Jahr.

Diese acht freiheitlichen, anti-autoritären, Anti-Lockdown, Anti-Impfpass und Anti-Masken US-Bundesstaaten haben also ein so großes Bruttoinlandsprodukt (Gross Domestic Product, GDP) wie die ganze BRD, die 2020 ein GDP von 3,998 Billionen US-$ hatte:

Texas (1,713 Billionen US-$ GDP)

Florida (0,946 Billionen US-$ GDP)

Georgia (0,539 Billionen US-$ GDP)

Missouri (0,280 Billionen US-$ GDP)

Kansas (0,157 Billionen US-$ GDP)

Arkansas (0,115 Billionen US-$ GDP)

Nebraska (0,115 Billionen US-$ GDP)

Mississippi (0,101 Billionen US-$ GDP)

Das Bruttoinlandsprodukt oder GDP dieser acht Anti-Corona-Lockdown-Staaten: 3,966 Billionen US-$.

Das zeigt, die Politik von Merkel und die Ideologie von Gates und zumal der ZeroCovid-Totalitären ist gescheitert, das ist jetzt schon klar. Es gibt keine Verschwörung, die ganze Welt zu impfen, mit Masken zu foltern, zwangszutesten oder einzusperren. Führende Politiker und mächtige Bundesstaaten im mit Abstand reichsten und mächtigsten Land der Erde, Amerika, machen eben gerade nicht mit.

Es wird niemals darum gehen, dass die ganze Welt gegen ein so harmloses Virus wie Corona geimpft werden wird. Die IT-Monoplisten Microsoft, Google, Facebook oder Amazon werden sich nicht gegen eine solche Wirtschaftskraft und politische Macht durchsetzen.

Gäbe es eine böse Verschwörung, dann würde doch niemals der US-Präsident Joe Biden in Folge der Verbote von Impfpässen durch US-Bundesstaaten wie Florida, auch für die ganze USA solche Impfässe (die ja unausgesprochen das Ziel von Gates oder Merkel wären oder sind) verwerfen. Das mächtigste Land der Erde stellt sich gegen die zentrale Forderung von Gates – dass alle Menschen auf der Erde gegen Corona geimpft sein müssen, damit die Pandemie zu Ende wäre. Gates hat schon jetzt verloren und mit ihm Angela Merkel.

Die Hoffnung liegt also in den USA, gerade in diesen genannten acht US-Bundesstaaten, die ein Vorbild sind für viele weitere US-Bundesstaaten.

Venceremos – wir werden siegen, die Würde des Menschen wird siegen.

Nehmen wir es zudem auch immer von der lustigen Seite:

Über Florida lacht die Sonne, über Klabauterbach und Merkel lacht die ganze aufgeklärte Welt.

 

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RKI gibt Entwarnung: Immer weniger Hospitalisierungen wegen Corona – Extra Bonus: Mein Ausblick auf ein sozialistisches Gesundheitssystem

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 13. April 2021

Jene Person, die viele als “Kanzlerin” bezeichnen, kann keine Zahlen lesen. Also sind auch Aussagen wie

Merkel betonte: „Die Lage ist ernst.“

Sie verwies dabei auf die steigende Zahl der Neuinfektionen und die steigende Zahl der Intensivpatienten. Die dritte Welle habe das Land im Griff. „Wenn wir warten würden, bis alle Intensivbetten belegt sind, dann ist es zu spät. Das dürfen wir nicht zulassen“, betonte Merkel.

nicht evidenzbasiert, dumm oder – wahrscheinlicher – intentional böse.

Die Bundesregierung hat es vor März 2020 nicht geschafft, ausreichend Personal für die Krankenhäuser zu organisieren und hat seit März 2020 versagt, wie keine Regierung jemals seit 1945 in diesem Land versagt hat und kann noch im April 2021 es nicht gewährleisten, dass die angeblichen 30.000 Intensivbetten auch BETREIBBAR sind. Das ist komplettes Staatsversagen.

Die Krankenhäuser verschieben Patienten und tun offenbar so, als ob es besonders schlimm wäre, wenn jemand an Covid-19 stirbt, aber egal, ob jemand an Herzversagen, einer herkömmlichen Lungenembolie oder an multiplem Organversagen oder an Suizid (den die Bundesregierung zu verantworten hätte) stirbt.

Es gab keine zynischere Zeit als jene, in der wir leben – zu BRD/DDR-Zeiten -, wo es diese Unterscheidung gab und gibt in absolut hinnehmbare Tote – das sind fast alle – und absolut nicht hinnehmbare Tote, das sind besonders kranke und besonders alte Menschen, die auch ohne Covid gestorben wären, aber jetzt steht halt Covid-19 als Todesursache drauf oder jedenfalls mit dabei.

Es gibt aktuell etwas mehr Patienten mit dem Label Corona darauf als noch vor wenigen Wochen (die Höchstzahl von über 5700 Covid-Patienten von Januar ist aber weit entfernt und war auch damals nicht ansatzweise ein Katastrophenfall), aber die Gesamtzahl der Intensivbetten bleibt fast gleich, immer so um die 20.000/21.000 herum.

Gäbe es in den Krankenhausgesellschaften und bei den Krankenhausbetreiber*innen in diesem Land seriöse Menschen, dann gäbe es für alle angeblichen (!) 30.000 Betten ausreichend Personal.

Warum gibt es das nicht? Warum kümmert das Jens Spahn nicht? Weil sie kapitalistische Verbrecher Monster sind, die für exakt solche Tendenzen stehen, Helios ist nur ein Beispiel für eine perverse, aber logische, weil kapitalistische Kosten-Nutzen-Kalkulation auch bei der Gesundheit – wie in allen Bereichen des Lebens:

In einem sozialistischen Staat oder besser einer sozialistischen, anarchistischen Gesellschaft gäbe es ein kostenloses Gesundheitssystem, gäbe es für die 30.000 Intensivbetten ausreichend und gut bezahltes Personal, dafür keine Armee, keine wahnwitzigen Megaprojekte wie Stuttgart 21 oder noch ne weitere Autobahn, es gäbe keine kapitalistische Gesellschaftsstruktur, keine Patientenpauschale à la Ulla Schmidt (SPD), es gäbe Friede Freude und Eierkuchen für ALLE.

Könnte diese oben erwähnte Person also Zahlen lesen, wüsste sie, dass die Hospitalisierungen seit Wochen abnehmen. Auch wenn das RKI auf wirklich bemerkenswert desolate Arte und Weise arbeitet und z.B. die Hospitalisierungen am 30. März 2021 für die vorausgegangene Woche 12/21 (22.-28.03.2021) mit 3627 angab, so hat sich diese Zahl jetzt bis heute, 13. April auf sage und schreibe 5591 erhöht!

In zwei Wochen wurden plötzlich rückwirkend (!!!) 1964 hospitalisierte Patient*innen “entdeckt” oder was? Waren die im Keller versteckt worden und werden jetzt, um ggf. Panik zu verbreiten, hervorgeholt? Das war eine ganz normale Woche, wie kann so etwas passieren?

Jedenfalls sind trotz dieser wirklich grotesk schlechten Arbeitsweise – die in jedem seriösen Betrieb zur Entlassung nicht nur des Leiters (Wieler), sondern auch derjenigen führen würde, die so schludrig, schlampig und unprofessionell mit einer Excel-Tabelle arbeiten -, die aktuellen Zahlen wiederum ein Zeichen der Entspannung:

Laut den Zahlen des RKI vom 13. April 2021 (die übrigens zuerst falsch hochgeladen wurden, es fehlte just die aktuelle Woche, das merkte man dann dort zwischen ca. 18:30 Uhr und ca. 18:40 Uhr, die neue Datei hieß dann “Klinische_Aspekte-2”, die erste Datei hatte keine Ziffer am Ende) fiel die Zahl der Hospitalisierungen von der 13. auf die 14. Woche von 4961 auf 3985 Personen.

Zuvor war sie schon von 5591 in Woche 12/21 (22.-28.03.2021) auf 4961 in Woche 13 gefallen.

Sprich: Selbst nach den offiziellen Zahlen des RKI sinken die Zahlen der Hospitalisierungen seit zwei Wochen und zwar massiv:

Vom 22. März bis zum 11. April 2021 sank die Zahl der wegen oder nur mit Covid-19 Hospitalisierten um 29 Prozent!

Dieser enorme Rückgang wäre eine Nachricht wert. Das wäre – gäbe es seriösen Journalismus in diesem Land – morgen die Headline der großen Tageszeitungen.

Doch der Deutsche Bundestag ignoriert diese positiven Zahlen und dreht durch wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Ebenso wäre es berichtenswert – angenommen der Deutsche Bundestag hat noch ein Interesse an der Realität, wovon ich nicht ausgehe, von Ausnahmen abgesehen -, dass es laut Statistischem Bundesamt im März 2021 11 Prozent weniger Tote gab als im Durchschnitt der Vorjahre.

Diese positiven Nachrichten werden nun dazu führen, dass diese Woche der Deutsche Bundestag die Gewaltenteilung, den Föderalismus und den demokratischen Charakter der Bundesrepublik Deutschland in eine Willkürherrschaft, in einen totalen Hygienestaat, in eine irrationale Gesundheitsdiktatur und in einen totalitären Staat im Sinne von Angela Merkel und der SPD/CDU/CSU/Grünen verwandeln wird.

Die offiziellen RKI-Zahlen, die ich auch hier wieder präsentiere, die sind für die Staatsanwält*innen und die Richter*innen, die es früher oder später geben wird, die diese verfassungswidrige, nicht evidenzbasierte Wahnsinnspolitik verurteilen werden.

Es gibt Hoffnung. Die Zeit wird kommen, wo es keine Fallpauschale mehr gibt, wo es keinen Jens Spahn und keinen Klaubauterbach mehr gibt.

Die Zeit wird kommen, in der das Gesundheitssystem frei, sozialistisch und anarchistisch sein wird, mehr oder weniger, früher oder später. Wir werden es erleben.

 

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Wout Weghorst oder die Kanzlerin: Wer stellt wirklich eine Gefahr für die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland dar?

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 12. April 2021

Kein Mensch hat der Selbstbestimmung, der Demokratie und dem Leben der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland so viel Schaden zugefügt wie diese Frau.

Es gibt immer Hoffnung, aber zu sagen, es sei leicht, die Hoffnung zu behalten, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Aber es gibt sie. Immer.

Es wird eine Rückkehr zur Rationalität und evidenzbasierten Medizin, vor allem zur gesamtgesellschaftlichen Public Health und der Selbstverantwortlichkeit, der realistischen Risikoeinschätzung geben. Die Frage ist: Wie viele Menschen werden bis dahin noch in den Tod getrieben werden von der Politik und den Medien?

So gut wie kein Mensch unter 65 Jahren ist an Covid-19 gestorben. Es gab 2020 so gut wie keine Übersterblichkeit in Deutschland, bestes Beispiel: Frankfurt am Main. In den ersten drei Wochen im März 2021 starben mehr als 25 Prozent weniger Menschen – 20.000 weniger – als in den ersten drei Wochen im März 2018, als eine Grippewelle durchs Land rollte, die so groß war, dass niemand sie sah.

Die Infektionssterblichkeit für Corona liegt weltweit bei ca. 0,15 Prozent.

Es hätte von Anfang an um die Selbstverantwortlichkeit der Menschen gehen müssen.

Es hätte um den Respekt vor der rationalen Entscheidungsfähigkeit der Menschen gehen müssen, um das Ernstnehmen der Bürger*innen, wie es Schweden vorgemacht hat und Florida und Texas, Georgia und Dutzende weitere US-Bundesstaaten nachmachten und jetzt noch konsequenter umsetzen.

Wenn in vielen Land- und Stadtkreisen nicht ein einziger Mensch unter 34 Jahren an diesem für sie völlig harmlosen Virus starb, dann ist es ein Verbrechen, diesen jungen Menschen mehr als ein ganzes Jahr ihres Leben zu stehlen. 17-jährigen das 17-jährig-Sein oder 8-jährigen das 8-jährig-Sein zu stehlen ist perfide, böse, ja ein Verbrechen an der Persönlichkeitsentwicklung von Menschen – undenkbar für eine Demokratie, wie wir sie bis Ende Februar 2020 kannten.

Es ist unerträglich und es ist ihr Wille, dass sich erwachsene Menschen nicht selbstbestimmt in Caféhäusern treffen dürfen – so etwas gab es nicht mal zu DDR-Zeiten, so etwas gab es noch nie in der Geschichte der Menschheit; wegen einem Virus, das ganz exakt einschätzbar ist und das relativ harmlos ist. Punkt.

Jeder Mensch hat das Recht, sich anzustecken, lebensgefährliche Sportarten auszuüben, zu rauchen, Krapfen zu essen, manche sind sogar so krass und masochistisch und gehen z.B. auf die Bundespressekonferenz und schauen den Sprecher*innen der Bundesregierung ins Gesicht.

Alte Menschen hätten von Anfang an selbst entscheiden können müssen, ob sie Verwandte oder Freund*innen treffen wollen oder nicht. Doch die Politik und die Alters- und Pflegeheimbetreiber*innen handelten und handeln menschenverachtend und haben die Alten isoliert und weggesperrt.

Doch jetzt wird das alles diese Woche noch unfassbarer, es steht die Krönung des Autoritarismus, des Irrationalismus und der Gewalt auf der Tagesordnung – weil sie es so will:

Durch die für diese Woche geplanten Änderungen im sog. Infektionsschutzgesetz, den dann bei völlig willkürlich festgelegten „Zahlen“ und somit – das ist präzedenzlos – gesetzlich festgeschriebenen Ausgangssperren und Schließungen von allen Restaurants, „nicht systemrelevanten“ Geschäften, allen Theatern, Kinos, Universitäten, Bildungsstätten, Schulen, Bibliotheken, Diskotheken, Clubs, Zoos, Gedenkstätten, Vergnügungsparks, Massagesalons, von allen Open-Air-Festivals, dem Verbot von Breitensport und von Zuschauer*innen bei allen Sportveranstaltungen (während die Profis sehr wohl Sport treiben dürfen, Brot und Spiele – nur ohne Zuschauer*innen live vor Ort) und vielem mehr hat sie dem Leben und der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland mehr Schaden zugefügt, als es alle Neonazis und Islamisten mit ihren brutalen Mordanschlägen je getan haben.

Durch ein solches Gesetz wird der Föderalismus zerstört.

Wer zudem behauptet, dass eine Maske im Freien Nutzen bringt, sagt absichtlich nicht die Wahrheit und ignoriert die Forschung.

Wer behauptet, dass Aerosole bei Corona eine Gefahr seien, fantasiert ebenso und hat die evidenzbasierte Medizin nicht auf seiner Seite. Professorin Dr. med. Ines Kappstein hat ein 87-seitiges Gutachten für ein Urteil des Amtsgerichts Weimar vom 8. April 2021 (Az.: 9 F 148/21) verfasst, das seinesgleichen sucht. Kappstein ist Expertin für Krankenhaushygiene und für epidemiologische Fragen.

Das Netzwerk Kritische Richter und Staatsanwälte (KRiStA) begrüßt die Entscheidung des Amtsgerichts Weimar zur Rückkehr zur Normalität an Schulen. Mit Beschluss vom 08.04.2021 (Aktenzeichen: 9 F 148/21) hatte das Gericht im Wege der einstweiligen Anordnung Lehrern, Schulleitungen und weiteren Vorgesetzten einer Regelschule und einer Grundschule untersagt, die Schüler zum Tragen von Masken, zum Einhalten von Mindestabständen und zur Teilnahme an Corona-Tests zu verpflichten. Weiter hatte es angeordnet, den Präsenzbetrieb an den betroffenen Schulen aufrechtzuerhalten.

(…)

„Die Weimarer Entscheidung ist nicht nur ein Paukenschlag in der Sache“, sagte Oliver Nölken. „Sie ist vor allem auch in ihrer Methodik Maßstab und Vorbild für Richterinnen und Richter in ganz Deutschland.“ Gerichte hätten den entscheidungserheblichen Sachverhalt zunächst sorgfältig zu ermitteln und erst dann zu bewerten. Es reiche dazu nicht aus, sich ungeprüft und kritiklos auf amtliche Quellen zu verlassen. Vielmehr müsse ein Richter sich auch die Mühe machen, sich unbefangen mit abweichenden fachlichen Auffassungen auseinandersetzen. Dabei komme es nicht darauf an, die Person derer zu bewerten, die abweichende Ansichten äußerten, sondern das Gewicht ihrer Argumente zu wägen.

Nölken rief den Freistaat Thüringen und seine betroffenen Behörden und Schulen auf, die Gerichtsentscheidung zu befolgen. In einer ersten Stellungnahme hatte das Bildungsministerium in Erfurt die praktische Relevanz des Weimarer Beschlusses angezweifelt und zudem angekündigt, gegen die Entscheidung vor das Oberlandesgericht Jena ziehen zu wollen. Bei sorgfältiger Prüfung der Rechtslage werde der Staatsregierung aber sicher auffallen, dass nach § 57 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) gar kein Rechtsmittel gegen eine einstweilige Anordnung des Familiengerichts gegeben sei. „In einem Rechtsstaat muss man Gerichtsentscheidungen auch dann respektieren, wenn sie einem nicht gefallen. Das gilt auch für die Thüringer Staatsregierung“, stellte KRiStA-Sprecher Oliver Nölken klar.

Ines Kappstein betont in ihrem Gutachten z.B.:

FFP-Masken (i.d.R. als FFP2-Masken) wurden fast ausschließlich bei Betreten des Zimmers von Patienten mit offener Tuberkulose der Atemwege eingesetzt (oder auch bei der Bronchoskopie von Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose).

(…)

Es gibt aus der im Beitrag des RKI zitierten Fachliteratur keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Masken (ganz gleich welcher Art), die von der normalen Bevölkerung im öffentlichen Raum (Geschäfte, ÖPNV, Schulen etc.) getragen werden, die Erregerübertragung bei respiratorischen Infektionen reduzieren können.

(…)

Von der Deutschen Bahn AG (DB) und dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) wurde aus Anlass der Corona-Pandemie das Projekt ‚Luftqualität in Schienenfahrzeugen‘ durchgeführt. (…) Eine Verbreitung im ganzen Waggon oder eine indirekte über das Belüftungssystem gab es nicht. Interessant ist (1) das Ergebnis, dass ein an einem Tisch der Erregerquelle unmittelbar gegenübersitzender Fahrgast (also naher face-to-face-Kontakt mit ca. 1 – 2 m Abstand) nur mit 0,2% der freigesetzten Partikel in Kontakt kommt, an den Sitzplätzen davor und daneben auf der anderen Gangseite kamen dagegen nur 0,01% an. Mit anderen Worten: Selbst für die direkt gegenübersitzende Person bestünde praktisch kein Risiko, mit einem freigesetzten Erreger in Kontakt zu kommen.

(…)

Dass dennoch in Deutschland die Maskenpflicht verhängt wurde, ist nicht mit den Anforderungen des IfSG in § 1 (2) in Einklang zu bringen, wonach Infektionsschutzmaßnahmen evidenzbasiert sein sollten. Politische Entscheidungen sieht das IfSG nicht vor, und dennoch werden seit dem ersten Lockdown im März 2020 politische Entscheidungen getroffen, die keine wissenschaftliche Grundlage haben.

(…)

Dass man inzwischen aber das Lüften von Räumen als eine ‚Hygienemaßnahme‘ betrachtet, ist quasi ein Rückschritt in die Zeit früherer Jahrhunderte, wo man die Entstehung von Krankheiten auf ‚krankmachende Luft‘ zurückführte (Miasmentheorie [142]), weil man noch keine Infektionserreger kannte.

(…)

Es gibt keine Belege dafür, dass Gesichtsmasken unterschiedlicher Art das Infektionsrisiko durch SARS-CoV-2 überhaupt oder sogar nennenswert senken können. Diese Aussage trifft auf Menschen aller Altersgruppen zu, also auch auf Kinder und Jugendliche sowie auf asymptomatische, präsymptomatische und symptomatische Personen.

Im Gegenteil besteht eher die Möglichkeit, dass durch die beim Tragen von Masken noch häufigeren Hand-Gesichtskontakte das Risiko erhöht wird, selbst mit dem Erreger in Kontakt zu kommen oder Mit-Menschen damit in Kontakt zu bringen.

 

Wer darüber hinaus leugnet, dass es gut wäre, wenn sich ein Großteil der jungen Menschen angesteckt und somit selbst immunisiert hätte, hat ein krankhaftes Verhältnis zur Realität. In Schweden ist nicht ein Kind bzw. Jugendlicher von den 1,8 Millionen Schüler*innen, an Covid-19 gestorben und nur ca. ein Dutzend wurde kurzfristig krank. Das ist der lebende Beweis, dass Schulen ohne Masken, ohne Tests und ohne Panik geöffnet sein können. Dank Schweden und seit Herbst 2020 Dank Florida haben wir diese Beweise.

Wer nach über 12 Monaten Corona immer noch nicht sieht, dass dieses Virus in all seinen Mutationen für Menschen unter 65 so gut wie keine Gefahr darstellt, leidet an einem selbst verschuldeten Realitätsverlust.

Wer ignoriert, dass Corona eine “Epidemie der Alten” ist, daher sterben auch so gut wie keine Menschen in Afrika oder Asien daran, der oder die hat den Bezug zur Realität auch vollkommen verloren.

Durch ein solches Gesetz wird der Verhältnismäßigkeit, der evidenzbasierten Medizin und der sozialwissenschaftlichen Public Health, der Betrachtung der Gesundheit der gesamten Bevölkerung, ja dem Blick auf alle „Kollateralschäden“ weltweit durch so präzedenzlose „Maßnahmen“, eine kategoriale Absage erteilt.

Ohne die Mittäter*innen aus CDU/CSU, SPD, Grünen, Linken, FDP, Freien Wählern und vorneweg den Massenmedien hätte sie es nicht geschafft, der Demokratie so extremen Schaden zuzufügen.

Sie hat absichtlich irrational gehandelt, sie weiß ob der Alternativen und wirft diese auf die Mülldeponie.

Die geplante Ergänzung des ohnehin mit einer Demokratie inkompatiblen „Infektionsschutzgesetzes“ soll z.B. die Zahl „100“ beinhalten, also eine sog. „7-Tages-Inzidenz“ des Vorkommens eines x-beliebigen Virus oder eines sonstigen Erregers, und ab dieser Zahl werden 83 Millionen Menschen in Deutschland mindestens von 21 Uhr bis 5 Uhr am Morgen eingesperrt, die privaten Kontakte beschränkt, ein Vorgang, den es in der Geschichte der Menschheit so noch nie gab, und das öffentliche und private Leben so gut wie vollständig lahmgelegt.

Diese Zahl von 100 ist zu Einhundert Prozent falsch. Der Mediziner und Epidemiologe Prof. Matthias Schrappe hat schon vor Monaten mit seiner Arbeitsgruppe gezeigt, warum diese Zahl völlig absurd, falsch und unwissenschaftlich ist:

Wenn man z.B. 1,5 Millionen Menschen pro Woche testet und bekommt 150.000 oder 100.000 oder 50.000 neue „Fälle“ – die auf einem wissenschaftlich nicht dafür geeigneten Test basieren und ohne Konsultation eines Arztes, so die WHO, ohnehin wertlos sind –, dann ist das nur ein kleiner Bruchteil derer, die während der Verbreitung eines Virus erkannt werden. Denn in der Gruppe der restlichen 81,5 Millionen Bewohner*innen der BRD wird es ja ebenso „Infektionen“ (die fast alle keine sind, sondern nur positive Testergebnisse, davon viele falsch-positiven) geben – und zwar viel mehr als jene lächerlichen 100 pro 100.000 Einwohner*innen.

Wenn sie jetzt durchdreht, weil Berlin eine “Inzidenz” von angenommen 125 hat, dann hätte Berlin in diesem Fall in Wahrheit eher eine Inzidenz von 1000 oder 1250 oder noch mehr – so die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale epidemiologische Forschung.

In Wirklichkeit liegt die Zahl der mit einem Virus – hier SARS-CoV-2, in Zukunft SARS-Merkel+X oder wie immer das Virus benannt werden wird – in Berührung gekommenen Menschen um den Faktor 6, 10 oder gar 20 höher. Die WHO ging schon im Oktober 2020 davon aus, dass die damaligen 36 Mio „Fälle“ in Wahrheit ca. 750 Millionen „Fälle“ sind, weltweit.

Aktuell geht die internationale Forschung wie von Prof. John Ioannidis von der Universität Stanford in Kalifornien davon aus, dass zwischen 1,5 und 2 Milliarden Menschen in Berührung kamen mit Corona (SARS-CoV-2) – das macht bei ca. 3 Mio. Toten eine Infektionssterblichkeit von 0,15 Prozent, das entspricht „schweren Influenzawellen“ (was selbst das RKI im Februar 2021 zugegeben hat), ist also nichts Besorgniserregendes, nichts Präzedenzloses und nichts besonders Dramatisches. Das Leben ist ein Risiko und die Wahrscheinlichkeit am Leben zu sterben, liegt exakt bei 100 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit an den neu-deutschen Zuständen – der “neuen Normalität” – zu sterben, also früher zu sterben, als es vor März 2020 denkbar war, ist durch ihre Politik seit März 2020 exponentiell gestiegen. Arbeitslosigkeit und schlechtere Schul- und Berufsausbildung führen zwangsläufig zu einem kürzeren Leben. Die psychische Belastung von Dutzenden Millionen Menschen allein in Deutschland hat für eine Demokratie nie geahnte Dimensionen erreicht. Die Menschen sind mit ihren Nerven am Ende – nur die mini-kleine Gruppe der politischen und kulturellen Elite feixt, klatscht und schreit nach ewigem Lockdown und ZeroCovid.

Da auch Geimpfte das Virus bekommen und als “positiv” gelten können, kann mit diesem neuen geplanten Gesetz ein ewiger Lockdown problemlos festgezurrt werden. Nur wenn die wahnsinnige Testerei, die menschenverachtende Testerei von gesunden Menschen aufhört, kann es wieder Normalität geben.

In Ergänzung zum alten Punk-Spruch:

Deutschland muss sterben, damit wir leben können

, heißt es jetzt:

Der PCR- und der Schnelltest müssen sterben, damit wir leben können.

Noch nie in der Geschichte der BRD wurde alles geschlossen, noch nie wurde das private Leben so reglementiert und in seinen Grundfesten zerbröselt wie durch ihre Politik seit März 2020. Sie wollte nicht auf die kritische epidemiologische und vor allem nicht auf die sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung hören.

Die „Notstandsgesetze“ von 1968 wurden viele Jahre (besonders intensiv ab 1964) sehr kontrovers und kritisch diskutiert. Der Widerstand gegen die Notstandsgesetze war ein zentrales Element der 68er-Bewegung.

Jetzt soll ein Gesetz, das alle Notstandsgesetze in den Schatten stellt, in wenigen Tagen durch den Bundestag gepeitscht werden. Sie will es so. Es ist ihr Fanatismus, der diesen Wahnsinn bundespolitisch festschreiben soll in einem Bundesgesetz.

Und seien wir doch endlich ehrlich: Die einzigen, die was Relevantes zu einer solchen Krise zu sagen haben, sind jene, die sich mit dem Leben der Menschen beschäftigen, Philosoph*innen, wir Doktores der Philosophie, wir Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen, Kulturwissenschaftler*innen, die wenigen verbliebenen kritischen Mediziner*innen, wenige kritische Theaterleute oder Historiker*innen und Psycholog*innen – und wir Fußballer, wir Pop- und Rockmusikerinnen und Kabarettisten, wir kommen unten darauf zurück.

Doch sie wollte diese Leute absichtlich nicht hören, wie wir von den Einschüchterungsversuchen von ihr auf die Arbeitsgruppe von Prof. Schrappe wissen.

Es gibt Menschen, viele Menschen, die kriegen Panikattacken, wenn sie nachts oder tagsüber eingesperrt sind, wenn sie eine Maske tragen müssen, die, so der internationale Forschungsstand, wie ihn niemand besser dargestellt hat als Professorin Ines Kappstein in ihrem beeindruckenden, ausführlichen, wissenschaftlichen Gutachten für ein Urteil des Amtsgerichts Weimar vom 8. April 2021, nichts bringt.

Es gibt auch viele Dutzende Millionen Menschen alleine in diesem Land, deren Leben um viele Monate oder Jahre verkürzt wird, weil sie psychisch von ihr und ihrer Politik seit März 2020 zerstört wurden, weil sie ihnen jede Hoffnung auf ein normales Leben genommen hat – was „normal“ war bis 2020, das heißt nicht gut oder schön, eben kapitalistisch, patriarchal, umweltzerstörend etc., aber man konnte darüber frei diskutieren, dazu was trinken und essen gehen, ins Kino oder Theater gehen, um sich zu erholen vom Normalzustand etc.

Dabei wissen wir, es gibt dieses normale Leben von Februar 2020 sehr wohl immer noch und wird es immer geben: in Florida, in Texas, Georgia oder South Dakota in den USA, oder in Schweden.

Doch anstatt den Menschen zu sagen „Es wird dieses Jahr bei der Fußball-Europameisterschaft“ Fans im Stadion geben – und die wird es geben, nicht nur in England –, produziert diese Frau eine Panik, wie es sie in einer Demokratie nie hätte geben dürfen.

Das liegt, wie gesagt, nicht nur in ihr oder ihrem persönlichen autoritären Charakter, das liegt auch an den willigen Helfer*innen und Helfern der Parteien im Deutschen Bundestag, die jetzt ihre Selbstabschaffung beschließen werden. Wir kennen so einen Vorgang aus der deutschen Geschichte und damit meine ich nicht die DDR.

Zu einer Zeit also, wo laut Robert Koch-Institut allein von der Kalenderwoche 12 auf die Woche 13 (bis 4. April 2021) die Anzahl der Hospitalisierten von 4800 auf 3200 zurückging, in einer Zeit, wo fast alle Menschen über 80 geimpft sind und somit nach Logik der Herrschenden nicht mehr an Corona sterben können, in einer Zeit wo die wöchentlichen Todeszahlen so niedrig sind wie zuletzt Mitte November und weniger als 20 Prozent der „an“ oder häufig nur „mit“ Corona Verstorbenen von Mitte Januar bedeuten, in einer Zeit also, wo die Krise am Abklingen ist, weil zudem das Frühjahr da ist, in einer solchen Zeit dreht sie so durch wie kein Kanzler vor ihr.

Sie mag keine Diskussionen, sie hasst regelrecht die rationale wissenschaftliche Debatte und sie duldet keinen Widerspruch. Sie agiert wie eine Rasende, eine Furie, als eine, der wirklich alle Sicherungen durchgebrannt sind – und das sage ich nicht im Duktus der rechten Hetzer*innen von Identitärer Bewegung über die NPD, AfD und manchen WELT-Journalisten, die von einer „Leitkulturorgie nach den kulturmarxistischen Merkelpartys“ faseln.

Es gibt theoretisch immer noch die Hoffnung auf Karlsruhe. Karlsruhe und die Richter*innen am Bundesverfassungsgericht könnten erwachen und urteilen, dass eine 7-Tages-Inzidenz, wie sie aktuell berechnet wird, wissenschaftlich nicht haltbar ist und dass niemals ein Bundesgesetz vorschreiben darf, dass die Bevölkerung nach Belieben – und ein Inzidenzwert von 100 ist völlig beliebig, vielleicht ändern ihn Annalena Baerbock, Olaf Scholz, Bodo der Ramelow, Söder, Laschet oder Robert Habeck auf 24 oder 7, im Einklang mit ihren ZeroCovid-Verrückten –, eingesperrt werden darf.

Wenn diese geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Deutschen Bundestag verabschiedet wird und es im Bundesrat auch durchgeht (so sie nicht einen Trick findet, dass es dort gar nicht erst vorgelegt werden muss) und wenn es dann ein Hampelmann im Schloss Bellevue unterzeichnen sollte, dann ist das das Ende der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland – und sei es nur das Ende der Demokratie für die Monate Oktober bis Mai. Von Juni bis September, wenn selbst noch harmlosere Viren wie SARS-CoV-2 schlafen, könnte es, natürlich „abgespeckt“, etwas Leben geben. Das ist keine Dystopie mehr.

Und trotzdem wird es diese Frau nicht schaffen, uns die Hoffnung zu nehmen. Weil wir wissen, dass es Richter wie in Weimar gibt, weil wir wissen, dass die Realität harmlos ist, dass so gut wie kein Mensch, der nicht massiv vorerkrankt war oder sehr alt, je an Corona (Covid-19) starb oder sterben wird, weil wir wissen, dass es rationale bürgerliche Politiker wie Ron DeSantis oder Greg Abott gibt, weil wir wissen, dass es Medizinerinnen und epidemiologisch und infektionskundliche Expertinnen wir Professorin Ines Kappstein gibt, die detailliert zeigen können, dass die Maske, egal was für eine, nichts bringt, aber Panik bewirken soll, weil wir wissen, dass das Testen gesunder Menschen und das Bekanntmachen des Testergebnisses – wie im Unterrichtsraum einer Schule – gegen jegliche Menschenwürde und gegen den Datenschutz verstoßen und weil wir wissen, dass Ärztinnen und Ärzte bislang noch nicht mal im Krankenhaus bei der Visite Masken aufzogen, weil Abstand halten bei Menschen, die z.B. an einer Atemwegserkrankung leiden, ausreichend ist.

Die größte Hoffnung liegt, und das ist paradox, im einfachen Volk. Das einfache Volk wird diesen Wahnwitz nicht mehr lange mitmachen, man sieht das daran, dass viele Impftermine nicht wahrgenommen werden – weil die Leute keine Angst haben und das Risiko rational einschätzen können. Jene, die die Angst verbreiten und auch oft haben, sind primär die politischen und kulturellen Eliten, die sich die historische Chance, ein ganzes Volk biopolitisch zu züchtigen, nicht nehmen lassen werden.

Wir werden sehen, ob das einfache Volk da noch länger mitmacht. Der holländische Weltklassefußballer, Nationalspieler und Stürmer beim VfL Stadt des-Kraft-durch-Freude (KdF)-Wagens bei Fallersleben Wolfsburg, Wout Weghorst, hatte im Dezember 2020 geschrieben:

Stell dir vor, es gibt einen Impfstoff, der so sicher ist, dass du bedroht werden musst, ihn zu nehmen – für eine Krankheit, die so tödlich ist, dass man getestet werden muss, um zu wissen, dass man sie hat.

Das ist keine „Verschwörungstheorie“, wie ein fanatischer und nicht rationaler ZDF-Moderator fanatisiert und ihn aggressivster Art und Weise den Fußballer am letzten Samstagabend attackierte, nein, das ist eine Deskription der Realität. Ist es keine Bedrohung, wenn Menschen gesagt wird, ohne Impfung würden manche Grundrechte nicht mehr gelten? Ist es keine Drohung, wenn zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften unterschieden wird – obwohl Influenza genauso gefährlich sein kann wie Corona, aber niemals ein Impfpass für die Grippe für die ganze Bevölkerung auch nur angedacht war?

Wout Weghorst ist neben Nena und Mathias Richling eine der Mainstream-Berühmtheiten, die noch selbst denken kann und Kritik übt am herrschenden Irrationalismus. Wer es nicht als Bedrohung empfindet, wenn einem ohne Impfung GRUNDRECHTE wie die Bewegungsfreiheit, die Berufsfreiheit (kein Bibliotheksbesuch ohne Impfung etc.) oder die Religionsfreiheit etc. verwehrt werden können, dann hat jener ZDF-Agitator des Aktuellen Sportstudios ein Problem mit dem klaren Denken und nicht Weghorst.

Und darin liegt vielleicht die größte Hoffnung, weil es nur ganz wenige Richter*innen in Karlsruhe gibt und es unwahrscheinlich ist, dass die aufwachen und noch rational urteilen können, es aber viele Millionen Weghorsts gibt, nicht, was das Tore schießen betrifft, aber was das selber Denken betrifft.

Die Hoffnung und das rationale Denken können nicht eingesperrt werden, das wird nicht mal die unwissenschaftlichste und brutalste Kanzlerin in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland schaffen.

Corona kann für eine sehr kleine Gruppe von Menschen, die man von Anfang an hätte schützen können und müssen, in Absprache mit diesen Menschen, gefährlich werden. Für alle anderen ist es so gefährlich wie eben eine Grippe, nicht schön, aber kein tödliches Drama. Es ist traurig um jeden Menschen, der an Hunger starb, weil die Tagelöhner in Indien oder Sri Lanka wegen der Lockdownpolitik nichts mehr zu Essen fanden.

Es ist traurig, wenn Menschen an Corona sterben. Es ist allerdings eher kriminell, Menschen, die „mit“ Corona starben, als Tote, die „an“ Corona starben zu deklarieren. Es ist unentschuldbar, dass Menschen keine Möglichkeit mehr sehen, als sich umzubringen, weil sie die 13+x-monatige Panikmache, die Angst, die Hysterie und die Ausweglosigkeit nicht mehr ertragen können, sprich: weil sie im Gegensatz zur politischen und kulturellen Elite noch wie Menschen fühlen und handeln.

Doch es gibt Hoffnung, die wird es immer geben.

Du bist Wout Weghorst, DU bist Nena, DU bist Mathias Richling.

Wir sind die Zukunft dieses Landes, wie alle anderen Coronapolitik-Kritiker*innen weltweit stehen wir für die Zukunft der Rationalität, der Menschenwürde, wir stehen für die Verhältnismäßigkeit, die Heterogenität und den Diskurs, für die Selbstverantwortlichkeit und für die (gerade auch) internationale Solidarität, die von den a-sozialen ZeroCovid-Gesundheitsfetischist*innen und der Realpolitik mit Füßen getreten wird.

 

Update:

Siehe dazu auch Die Welt vom 12.04.2021, Kommentar von Susanne Gaschke:

Im Kanzleramt regiert eine „No Covid“-Sekte. Sie verfolgt ein fiktives Ziel – keine Ansteckungen in einem globalisierten Land – und leider haben viele Medien dieser Fiktion mit der Kritik am föderalen „Flickenteppich“ der Corona-Regelungen Schützenhilfe geleistet.

Schließlich habe ich selbst am 4. Dezember 2020 (damit war ich selbstredend nicht der erste) gefordert, dass der Staat 180.000 neue Pflegkräfte einstellen soll, für jedes der offiziellen ca. 30.000 Intensivbetten sechs neue Pflegekräfte in Krankenhäusern in diesem Land. Das wäre ein lächerlicher Betrag von 10,8 Milliarden Euro im Jahreshaushalt und es könnte zu keinem Zeitpunkt mehr Panik geschürt werden, wir hätten zu wenige Betten oder zu wenige Pflegekräfte. Doch Spahn, Merkel, Scholz und Seehofer wollen nicht, dass es der Bevölkerung gut geht, dass sie gut versorgt ist und gerade im Notfall gut versorgt. Nein, das wollen diese Existenzen nicht. Sie wollen die größte Panik seit dem Ende der Nazi-Zeit. Ich also schrieb am 4. Dezember 2020 und nie war es aktueller als heute:

Nehmen wir mal die ca. 30.000 Intensivbetten, die es gibt und reden noch gar nicht von den über 11.000 Notfallbetten, die immer aufgeführt werden, aber nicht ein einziges dieser Betten wurde seit März 2020 in Anspruch genommen, aber dafür die ganze Gesellschaft in eine Mega-Panik versetzt. Nehmen wir also 30.000 Intensivbetten und verlangen von der Bundesregierung, jedes Bett mit sechs weiteren ausgebildeten Pflegekräften auszustatten und zwar mit einem Bruttomonatslohn von 5000€, um diesen Beruf einigermaßen seriös zu entlohnen. Das wären 10,8 Milliarden Personalkosten extra pro Jahr. Eine völlig lächerliche Summe angesichts der fast 1000 Milliarden, die uns der Lockdown die nächsten Jahrzehnte kosten wird. Allein der besonders perfide und sinnlose Lockdown im November 2020 kostete über 10 Milliarden Euro. Es brachte eine viel höhere Zahl an Toten und an Infizierten, was völlig logisch ist für den beginnenden Winter.

Ganz ähnlich argumentiert am 9. April 2021 ironischerweise der nicht gerade als Linker bekannte ehemalige Ministerpräsident und CDU-Politiker aus Hessen, Roland Koch:

Und wenn die Intensivstationen nicht ausreichten, müssen wir nach zwölf Monaten weitere eingerichtet haben. Er erwarte von seiner Regierung, dass sie ihm glaubhaft nachweise, dass sie alle Anstrengungen unternehme, ihm ein “selbstbestimmtes Leben in privater und wirtschaftlicher Hinsicht zu erlauben, auch wenn wir mit diesem oder einem anderen Virus noch lange leben müssen”.

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QMRA bestätigt: “Schubsi” Einkaufswagengriffe unnötig – Man kann vermutlich an Schiebegriffen auch lecken, ohne sich anzustecken

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 10. April 2021

Das amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC), bekanntlich eine Art Pendant zum Robert Koch-Institut (RKI), hat jetzt festgestellt, dass sämtliche Hygienemaßnahmen, was Oberflächen betrifft, angesichts von Corona schlichtweg Blödsinn waren.

Vermutlich wissen Sie bereits von den neuesten Erkenntnissen der Quantitative microbial risk assessment (QMRA) – der beliebten “Quantitativen mikrobiologischen Risikoeinschätzung”, jenem Hobby, dem wir seit März 2020 doch alle täglich frönen. Wenn es halt Spaß macht? Was also sind die neuesten News von QMRA?

Darüber berichtet der immer äußerst gut informierte Jeffrey A. Tucker vom American Institute for Economic Research (AIER):

On April 5, however, the CDC page was replaced by a much-simplified set of instructions, which includes now this discreet note: “In most situations, the risk of infection from touching a surface is low.” Oh is that so?

The link goes to the following:

Quantitative microbial risk assessment (QMRA) studies have been conducted to understand and characterize the relative risk of SARS-CoV-2 fomite transmission and evaluate the need for and effectiveness of prevention measures to reduce risk. Findings of these studies suggest that the risk of SARS-CoV-2 infection via the fomite transmission route is low, and generally less than 1 in 10,000, which means that each contact with a contaminated surface has less than a 1 in 10,000 chance of causing an infection.

Whoops.

Sprich: es besteht eine extrem geringe Wahrscheinlichkeit sich über Oberflächen mit einem respiratorischen Virus, das sich von Mensch zu Mensch überträgt, zu “infizieren”. Die ganze Panik jener Oberstudiendirektor*innen, die einen Stift, mit dem eine Schülerin oder ein Lehrer ein Dokument unterzeichnen mussten, umgehend “desinifizierten” oder jener “Hygienebeauftragter” in Supermärkten, die ihre Einkaufswägen desinfizierten, sowie jener panikgetriebenen Hanswürstchen, die nur mit Gummihandschuhen Einkaufswägen benutzten bis hin zu jenen Müttern aus Cuxhaven oder Passau, die den Vater ihres zweijährigen Sohnes verließen, weil jener erlaubt hatte, dass sich das quietschfidele Kleinkind beim Rutschen und Schaukeln danach die Hände ableckte. Imagine!

Es gibt Dinge, das glaubt man gar nicht. Nehmen wir “Schubsi” – Schubsi gibt es beim Baumarkt Hornbach und mit Schubsi können sie kontaktlos ihren Wagen durch den Supermarkt oder Baumarkt schieben und sogar die Türen von Kühl- oder Gefrierregalen aufschieben – ohne mit den ach-so-umgehend-tödlichen Keimen auf den Oberflächen in Berührung zu kommen. Sie finden unter diesem Link ein Video, das Ihnen demonstriert, wie dieser Corona-Irrsinn funktioniert (angenommen, “Schubsi” gibt es erst nach dem März 2020, wenn es “Schubsi” schon zuvor gab, könnte das auf eine weitere mögliche Ursache der ganzen Krise hindeuten – ein Wink für Verschwörungswahnwichtel, das zu checken).

Ein solcher hygienischer Wahnwitz wird jetzt vom CDC in den USA pulverisiert: maximal einer von 10.000 Menschen könnte sich via einer Oberfläche mit Corona “anstecken” (mit welch geringer Viruslast wird nicht angegeben). Einer von Zehntausend.

Um es etwas makaber zu machen: Das erinnert an jene “Ureinwohner*innen”, die es auf der Insel North Sentinel Island, einige Hundert Seemeilen von Indien entfernt gibt, die am 17. November 2018 einen christlichen Missionar nach mehrmaligen Warnungen, ihnen zu nahe zu kommen, nach dessen Ankunft auf der Insel ermordeten. Nicht etwa aus Habgier oder Lust am Töten – sondern aus “Eigenschutz”. Das ist die tragische Geschichte von John Allen Chau (1991-2018).

Historisch stimmt sie ja völlig mit dem elenden Ende von vielen Millionen native Americans oder native Australians überein, die aufgrund der Keime, Viren und Bakterien, die von den Europäern eingeschleppt worden waren, ganz elendig zugrunde gingen und die Kolonisator*innen in der Folge von Christopher Kolumbus am 12. Oktober 1492 gerade nicht töteten und nicht zurück drängten -, ein Thema, das schon Anfang der 1990er Jahre im Rahmen von (autonomen) Seminaren an der Universität Tübingen am Institut für Politikwissenschaft über Ökologie und Entwicklungspolitik aktuell war (mein Sujet “ökologischer Imperialismus”).

Jeffrey A. Tucker jedenfalls ist immer eine Lektüre wert. Man muss sich halt bewusst machen, dass er ein anarchistischer Kapitalist ist und kein antikapitalistischer Anarchist. Tucker ist aber ein Antifaschist und hat ein Buch gegen Faschismus bzw. gegen “rechten Kollektivismus” publiziert, was gleichwohl offenkundig eine gewisse Nähe zur Ideologie vom Rot=Braun-Totalitarismus andeutet. Er ist aber insbesondere ein scharfer Kritiker von Donald Trump.

Tucker hat von Anfang an den Irrationalismus der Coronapolitik erkannt und scharf analysiert und kritisiert.

In Zeiten, wo wirklich selbst ernannte “Antifas” bei Reden gegen die Coronapolitik und “für die Grundrechte” “BUUUH” schreien (ist z.B. heute passiert), sind solche echten Antifaschisten und Coronapolitik-Kritiker wie Tucker von enormer Bedeutung. Da sind dann wir linken Coronapolitik-Kritiker*innen viel näher dran an den anarchistischen Kapitalisten als an den vermeintlich linken ZeroCovid-“Antifas”, denen der Tod der Millionen im Trikont und der Suizid der Erschöpften und Entrechteten hierzulande so was von völlig egal ist. Was für eine Schande für die “Antifa” diese Witzfiguren darstellen.

Das American Institute for Economic Research war jenes Think Tank, das den berühmten Great Barrington Declaration Forscher*innen Sunetra Gupta, Jay Bhattacharya und Martin Kulldorff in jenem idyllischen Fleckchen Erde im Westen von Massachusetts Obdach gab, um diese so bedeutende Erklärung zu verfassen. Besonders Gupta hat betont, dass sie als Linke politisch nichts mit dem AIER teilt – außer der gemeinsamen Kritik an der irrationalen, medizinisch nicht evidenzbasierten und politisch totalitären Coronapolitik der USA oder Europas.

Sie können sich wieder wie früher ganz entspannt an ihrem Einkaufswagen wanzl EL 150 festhalten und danach wie bislang immer wieder mal die Finger ablutschen, ohne umgehend die Beerdigung buchen zu müssen – das ist doch cool!

Also wieder Hoffnung. Sparen Sie sich vielleicht die 4,90 € für die “Schubsi” Einkaufswagengriffe und schlotzen dafür gemeinsam mit anderen einen fetten Eisbecher.

 

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So wenige Tote “an” oder “mit” Corona wie seit Mitte November nicht mehr – Deshalb dreht Merkel jetzt noch mehr durch

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 10. April 2021

Aktuell sterben im Schnitt nur noch 171 Menschen “an” oder lediglich “mit” Corona – so niedrig war die Zahl zuletzt Mitte November am 16. November 2020 mit 177 Toten. Am 10. Januar waren es zum Höhepunkt der Corona-Krise 905 Tote “an” oder nur “mit” Corona pro Tag in einer Woche. Mittlerweile sind über 10 Millionen Menschen gegen Corona geimpft, davon fast alle Altersheimbewohner*innen und alle anderen Menschen über 80 Jahren. Es ist also ausgeschlossen, medizinisch ausgeschlossen, dass jetzt mehr Menschen sterben als im Januar oder auch Februar.

Sie sehen wie steil die Kurve der Todesfälle seit Januar abfällt. Das sind gute Nachrichten – das sind also Nachrichten, die ihnen kein Heute-Journal und keine Tagesschau je bieten werden:

Und das bringt uns zur Kanzlerin. Sie ignoriert diese Zahlen absichtlich und nicht mehr nur aus Blödheit, Dummheit oder Ignoranz, wie manche im März 2020 noch vermuteten. Mit der jetzt geplanten abermaligen Änderung des Infektionsschutzgesetzes, das bundesweit einheitliche Regelungen per Gesetz festlegen will, wird deutlich, dass es ihr um das Zerstören der parlamentarischen Demokratie, des Föderalismus und der Gewaltenteilung der Bundesrepublik Deutschland geht.

Im Gegensatz zu Deutschland ist Amerika eine funktionierende Demokratie. Dort kann Joe Biden toben wie er will, die Maskenpflicht ist in Florida schon im September 2020 gefallen und Biden wird sie nie wieder einführen können. Doch genau das will Merkel. Sie will von Berlin aus entscheiden, wer in Saarbrücken nachts rausgehen darf und wer nicht. Die wissenschaftlich als völlig irrational analysierte “7-Tages-Inzidenz” soll jetzt mit dem Wert 100 den Wert gesetzlich (!) festschreiben, ab dem noch mehr Totalitarismus herrscht als ohnehin schon seit März 2020. Das wäre so, als wenn Merkel sagen würde, wer mehr als 5 Bücher im Jahr liest, bekommt einen Monat Stubenarrest. Da lachen die Deutschen und ihre migrantischen Freund*innen aber herzlich.

Ich frage Sie ganz ernsthaft: Welcher denkende Mensch, der noch einen Bezug zur Realität hat, würde der Bevölkerung nicht freudestrahlend sagen, dass nur noch 18 Prozent so viele Menschen an C sterben als noch im Januar – 171 am Tag im 7-Tagesschnitt, bei ca. 2500 Toten am Tag insgesamt. WO soll da eine Krise sein? Welches Gericht wird das jemals rückblickend als “Epidemie von nationaler Tragweite” deklarieren? Selbst die 900 Toten am Tag im Januar waren keine auch nur ansatzweise Katastrophe.

Laut Statistischem Bundesamt starben z.B. am 21. März 2018 während einer schweren Influenzawelle insgesamt 3320 Menschen. Am 21. März 2021 – angeblich haben wir eine “Epidemie von nationaler Tragweite” – starben 2478 Menschen.

Das zeigt den Realitätsverlust von Angela Merkel, Söder, Kretschmann, Müller und allen anderen Verantwortlichen bzw. Herrschenden.

Es sterben aktuell also so wenige Menschen wie seit Mitte November 2020 nicht mehr. Deshalb gibt es jetzt die gesundheitsgefährdende FFP2 Maskenpflicht – weder Merkel noch der Müller aus Berlin hören auf die wahren Expert*innen wie die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die zur FFP2 Maske sagen:

Der Beschluss des Berliner Senats zu einem FFP2-Masken-Tragegebot gefährdet die Bevölkerung.

Also gefährdet auch die geplante Gesetzesänderung des Infektionsschutzgesetzes, sollte dort eine solche menschenverachtende FFP2-Maskenpflicht festgeschrieben werden für bestimmte Orte, die Bevölkerung.

Der Kern aber ist: vorneweg Angela Merkel hat das Denken vollends eingestellt, sie informiert die Bevölkerung absichtlich falsch und sagt nicht, wie wenige Menschen aktuell überhaupt an diesem für fast alle Menschen unter 70 Jahren ohnehin nicht sehr gefährlichen Virus erkranken oder sterben. Sie erkennt auch nicht, dass totalitäre Ausgangssperren die Menschen offenkundig einsperren und sich die Menschen primär zu Hause “anstecken” – also werden sich zu Hause immer mehr Menschen anstecken, je enger und dichter und länger sie zusammen sind. Daher ja auch die vielen Zehntausenden Toten im ganzen Winter und Frühjahr “an” oder nur “mit” Corona – auch wegen und nicht trotz des Lockdowns.

Und vor allem wird häusliche Gewalt und Panik bei Jugendlichen und Kindern und allen anderen Menschen exponentiell geschürt, wenn man weiß, man ist die ganze Nacht eingesperrt – wie im Gefängnis.

Im Freien kann sich kein Mensch mit Corona infizieren – wer anderes behauptet, lügt absichtlich, vorsätzlich und hat keinerlei medizinische Evidenz hinter sich.

Ausgangssperren töten – sie befördern sexuelle und häusliche Gewalt, Gewalt gegen Kinder, sie töten die Gesellschaft. Masken töten die Gesellschaft und bewirken außerhalb von OP-Sälen nichts (siehe dänische Studie, wie mehrfach verlinkt). Florida hat keine Maskenpflicht und weniger Tote als das maskenwahnsinnige New York City, obwohl in Florida mehr alte und vulnerable Menschen leben.

Es sterben aktuell nur noch 18 Prozent so viele Menschen “an” oder lediglich “mit” Corona als noch im Januar. Diese eminent positive Nachricht sollte die Headline aller Tageszeitungen sein. Doch die Headline ist Merkels Wahnsinn. Und es wird psychiatrische Gutachten brauchen, um irgendwann herauszufinden, an welchem Punkt die Kanzlerin durchdrehte, warum und ob sie noch Chancen der Heilung hat – das gilt auch für Winfried Kretschmann, Markus Söder und natürlich den Turbo-Brücken-Lockdown-Opportunisten Armin Laschet.

Und für die ganzen Rechten oder auch jene Querfront-Trottel, von Achgut über Boris Reitschuster und Multipolar, KenFM, Rubikon oder NachDenkseiten und Querdenken: Nein, das hat überhaupt nichts mit Merkels Pro-Flüchtlingspolitik von 2015 zu tun, nein, das hat nichts mit einer “Verschwörung” von Klaus Schwab und Bill Gates zu tun, nein, das hat nichts damit zu tun, dass wir kritischen Autor*innen das Gendersternchen verwenden und nein, das hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass wir einer Klimakastrophe, den Folgen menschgemachter Klimaveränderung, entgegen sprinten. Entgegen dieser Klimakatastrophe wird Corona nicht mal eine winzige Fußnote sein. Totalitäre Monster von links jedoch umarmen Merkel und planen die Öko-Diktatur.

Und auch jene ach-so-liberalen Manifestschreiber*innen, die sich auf Popper beziehen und häufig Popper waren, die haben nicht kapiert, dass bis Februar 2020 die Welt keineswegs in Ordnung war. Es war und ist der Kapitalismus, der Krankenpfleger*innen schlecht bezahlt und Überstunden machen lässt, es war und ist der Kapitalismus, der Menschen als Ware betrachtet, atomisiert und gegeneinander ausspielt. Es war und ist die politische Kultur und die deutsche Mentalität, die von autoritären Charakteren und Staatsfetischist*innen bestimmt sind. Es sind Deutsche, die immer so getan haben, als ob sie aus der Beschäftigung mit der Nazi-Zeit etwas gelernt hätten. Dass sie das nicht getan haben, zeigt der unfassbare Gehorsam, die unfassbare Liebe zur Gewalt, zum Quälen und zum Irrationalismus, die fast alle Medien, die gesamte politische Klasse und Dutzende Millionen von Blockwart-Deutschen definiert.

Das alles kam im März 2020 nicht vom Himmel geflogen. Merkel hat den autoritären Charakter der Deutschen nur animiert, wieder seine eklige Fratze zu zeigen, wie zuvor 2006 beim “Sommermärchen”, nur noch viel brutaler.

Der Journalist Peter Nowak erinnert im Neuen Deutschland (ND) daran, dass es endlich eine linke Kritik am Lockdownwahnsinn braucht und dass vor März 2020 nicht alles gut war:

Nun hat es in der jüngeren Vergangenheit nicht an Erklärungen gemangelt, die eine angeblich oder tatsächlich bedrohte Diskussionskultur beklagten. Erinnert sei nur an den »Appell für freie Debattenräume«, der Unterstützer*innen aus verschiedenen europäischen Ländern bekam und sich gegen eine »Cancel Culture« in Hochschulen und Medienhäusern wandte. Jetzt soll es gleich ein Manifest sein, dessen kurzer Text dann sehr floskelhaft wirkt. Da wird der soziale Friede und der gesellschaftliche Zusammenhalt angemahnt, der angeblich bedroht sei. Nun ist bekannt, dass den liberalen Freund*innen der offenen Gesellschaft Begriffe wie Klassen oder gar Klassenkampf ein Gräuel sind. Deshalb werden sie auch nie begreifen, dass sozialer Frieden und Zusammenhalt in einer kapitalistischen Gesellschaft Ideologie sind und auf Ein- sowie Unterordnung zielen. Wenn dann in dem Manifest noch als Ziel benannt wird, man wolle sich besonnen, in Ruhe und ohne Angst über Corona und die Folgen austauschen, dann denkt man an Fernseh-Talkrunden à la Anne Will und Ähnliches.

Das aber wäre nun wahrlich keine Alternative zur autoritären Diskussionsverweigerung vieler Linker in der Corona-Frage. Zumal die »offene Gesellschaft« durchaus kein antiautoritäres Projekt ist, wie Karl Popper, einer der theoretischen Begründer des Konzepts in seinem Hauptwerk »Die offene Gesellschaft und ihre Feinde« deutlich machte. Zum Glück haben inzwischen nicht nur Liberale, sondern auch Linke erkannt, dass nach einem Jahr Corona-Lockdown eine kritische Bestandsaufnahme, die auch die Rolle großer Teile der Linken mit einschließt, notwendig ist. Dabei sollte die Frage nicht ausgeklammert werden, ob nicht der tiefe Pessimismus einer Weltgesellschaft, die sich eher das Ende der Menschheit als das des Kapitalismus vorstellen kann, ein Grund dafür ist, dass wir aus dem Lockdown nicht mehr herauskommen.

 

 

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Prof. Katrin Gierhake (“Königin von Deutschland”) rät Merkel “eine Woche Klausur”: “Eine Woche die Argumente der Kritiker studieren”

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Von Dr. phil. Clemens Heni, 9. April 2021

In einem sehr interessanten Video-Gespräch der Mittelbayerischen Zeitung aus Regensburg mit Prof. Dr. Katrin Gierhake, Professorin für Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg, kritisiert Gierhake die aktuelle Coronapolitik der Regierung Merkel frontal, wissenschaftlich fundiert und differenziert. Sie wehrt die Angriffe von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf das Grundgesetz und die Grund- und Freiheitsrechte ab – es darf niemals “Privilegien” für Geimpfte oder Getestete geben, das ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

Das entspricht übrigens auch der Position der amerikanischen Regierung unter Joe Biden, die sich ja jetzt vehement gegen Impfpässe ausspricht. Man stellt sich bei Spahn in der Tat die Frage, ob er nicht ein Prüffall für den Verfassungsschutz sein sollte – wer die Grundrechte an Bedingungen knüpft, ist womöglich ein Verfassungsfeind, das würde ich ergänzend zu Gierhake hier als Politologe einwerfen.

Gierhake beschäftigt sich seit Monaten kritisch mit der Coronapolitik. Am 4. März 2021 schrieb sie treffend:

Diese Sicht der Dinge wird in der öffentlichen Debatte eher selten zu Gehör gebracht. Die Mehrheit scheint unter dem Titel ‘Wissenschaft’ allein virologische oder medizinische Expertise zu verstehen. Damit wird aber ein Teil des typisch Menschlichen, der natürliche Selbsterhaltungstrieb, verabsolutiert und das, was den Menschen als Menschen eigentlich einzigartig macht, seine Freiheit in Sozialität, ignoriert. Das passt in einen Zeitgeist, der es nicht mehr versteht, Einheiten zu denken, sondern mit naturwissenschaftlichem Hochmut einzelne Aspekte des menschlichen Lebens verabsolutiert und dadurch das Wesentliche aus den Augen verliert: Die Würde des Einzelnen als geistigem Wesen.

 

Als Katrin Gierhake am Ende des 24-minütigen Gesprächs gefragt wird, was sie denn an der Stelle der Kanzlerin machen würde, sagt sie Folgendes:

Also alternativlos ist das, was die Kanzlerin macht, ganz gewiss nicht.

Dann geht es im Sinne von Rio Reiser weiter (“König von Deutschland”), “Ich denk mir was der Kohl da kann, kann ich auch, ich würd Vivaldi hör’n tagein tagaus” – “Das alles und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär”.

 

Rio Reiser:

Die Socken und die Autos dürften nicht mehr stinken
Ich würd’ jeden Morgen erst mal ein Glas Schampus trinken
Ich wär’ chicer als der Schmidt und dicker als der Strauß
Und meine Platten kämen ganz groß raus
Reinhard Mey wäre des Königs Barde
Paola und Kurt Felix wären Schweizer Garde
Vorher würd’ ich gern wissen, ob sie Spaß verstehen
Sie müssten achtundvierzig Stunden ihre Show ansehen.

In diesem Sinne sagte nun die imaginierte “Königin von Deutschland” und Coronapolitik-Kritikerin, Grund- und Freiheitsrechte-Verteidigerin, die Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Regensburg Katrin Gierhake Folgendes:

Aber wenn Sie mich jetzt konkret fragen, was ich anders machen würde, wenn ich Königin von Deutschland wäre, wäre meine erste Antwort, dass ich mich mal eine Woche lang zurückziehen würde, so das meine Regierungsgeschäfte irgendwie ermöglichen würden, eine Woche Klausur und eine Woche intensives Studium der Publikationen meiner Kritiker.

Das ganze Video kann man sich hier anschauen.

Das Gespräch mit Professorin Katrin Gierhake zeigt eindrücklich, dass die frontale Kritik am Kurs von Angela Merkel längst im Mainstream angekommen ist und jetzt auch immer mehr Mainstream-Tageszeitungen ausführlich über diese Kritik am antidemokratischen, nicht evidenzbasierten und zumal rechtlich vermutlich verfassungsfeindlichen Kurs berichten. Ganz konkret sagte sie, dass sofort alle Grundschulen geöffnet gehören und das ohne jede Maske. Das sollte man ergänzen: es mus ALLES sofort geöffnet werden. Wer sich schützen will, bleibt zu Hause – aber präventiv ohne jegliche Datenbasis 83 Millionen Menschen über mittlerweile mehr als 12 Monate de facto einzusperren, das kann nicht legal sein. Time will tell – bis dahin werden die Politiker noch viele Menschen in den Tod treiben, vor allem im Globalen Süden, ich werde das immer und immer wieder betonen, weil ja gerade die ZeroCovid-A-Sozialen der “Linken” das ignorieren, was das größte Verbrechen  seit dem Ende des Stalinismus ist.

Gierhake jedenfalls betont in dem Gespräch auch, dass es hoffentlich sehr bald zu den “Hauptsacheverfahren” an den Gerichten kommen wird und sich dann womöglich herausstellt, dass die GESAMTE Coronapolitik “auf Sand gebaut war” und im Meer versinken wird!

Ich würd’ die Krone täglich wechseln, würde zweimal baden
Würd’ die Lottozahlen eine Woche vorher sagen
Bei der Bundeswehr gäb’ es nur noch Hitparaden
Ich würd’ jeden Tag im Jahr Geburtstag haben
Im Fernsehen gäb’ es nur noch ein Programm
Robert Lembke vierundzwanzig Stunden lang
Ich hätte zweihundert Schlösser und wär’ nie mehr pleite
Ich wär’ Rio der Erste, Sissi die Zweite. (Rio Reiser)

 

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