Freilich für Israel

Freilich für Israel

Von Dr. phil. Clemens Heni

Eine junge Frau aus Israel spielt Klavier und singt ein bewegendes Lied für Israel und gegen Antisemitismus. Sie singt gegen die Weigerung der Weltgemeinschaft, Israel sich verteidigen zu lassen gegen seine Feinde. Yedida Freilich spielt Klavier und singt mit der Kraft und Zartheit ihrer Stimme:

Während der Massenmord im Sudan in der Provinz Darfur fast niemanden irritiert oder zum Handeln veranlasst, wird nonstop Israel attackiert. Der Iran möchte Atommacht werden und Israel zerstören. Wo sind einstimmige Beschlüsse des Bundestages gegen die Verantwortlichen für das Morden im Sudan, gegen iranischen Antisemitismus oder gegen das Wüten der Türkei in Kurdistan?

Yedida Freilich singt in ihrem Lied „Only Israel“ gegen diesen weltweiten Hass auf Juden und Israel an. Anlass ist natürlich die islamistisch-nazistisch-linksextreme Mission der Mavi Marmara nach Gaza, die Gaza Flotille. Sie erwähnt die Cousins ringsherum um die Palästinenser wie die Saudis mit ihren ungezählten Barrel Öl, ihren unendlichen Wüstenwelten und der Aggression im ganzen Nahen Osten gegenüber dem mini-kleinen Streifen des jüdischen Staates Israel, der sein Land aufgeben solle. Bekanntlich mussten die Juden 40 Jahre wandern, weil sie unbedingt ein Stück Land finden wollten, das auf den ersten Blick kein Öl unter der Erde verbirgt, damit niemand sagen könne, sie wollten sich nur bereichern… Also fanden sie Israel, Jerusalem und all die anderen späteren heiligen Stätten, welche den auch Tora-zionistischen Anspruch auf das Land seit tausenden von Jahren unterstreichen.

So gut wie ohne natürliche Rohstoffe haben es die Juden geschafft die einzige blühende Demokratie im gesamten Nahen Osten zu entwickeln: der Staat Israel ist seit 1948 eine fantastische Erfolgsgeschichte, z.B. in ökonomischer, politischer, kultureller, militärischer, ökologischer, touristischer oder sozialer Hinsicht. Die Integration von Juden aus Äthiopien, der ehemaligen Sowjetunion, des Iran, Indiens, Europas ist eine bemerkenswerte Leistung und zeigt die Vielfalt jüdischen Lebens und die politische Utopie eines melting pot gibt es nun nicht mehr nur in USA, auch in Israel. Ein Einwanderungsland par excellence. Natürlich mit einem exklusiven Recht für alle Juden, dort zu wohnen, da es kein Volk der Welt je gab, welches seit der antiken, paganen und vorchristlichen Zeit über das Mittelalter, die frühe Neuzeit, der Neuzeit bis hin zur Shoah und der heutigen Welt eine solche Verfolgungs- und Vernichtungsgeschichte erlitten hat. Antisemitismus, heute am beliebtesten unter dem demokratischen Mäntelchen des Antizionismus, ist der „longest hatred“, um Professor Robert Wistrich vom Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) an der Hebräischen Universität Jerusalem zu zitieren.

Israel bietet auch Arabern und Muslimen Schutz, nicht zu vergessen die fast 20% Araber, welche in Israel leben und dieses Leben dem trostlosen Überleben in den benachbarten arabischen Staaten vorziehen. Darunter sind auch einige Homosexuelle, welche es zu schätzen wissen, dass Tel Aviv eine andere weltoffene, tolerante Kultur hat. Gleichwohl benutzen auch manche Araber in Israel die demokratischen Freiheiten und hetzen gegen den Staat, lassen sich z.B. in die Knesset wählen um dann pro-Hamas Aktionen wie die Flotille zu unterstützen.

Frau Freilich mit ihrem traurig-kämpferischen, stolzen und wütenden Song ist mittlerweile weltbekannt für ihren Einsatz für Zion. Manche Menschen jedoch, wenige, sind getrieben von einem Selbsthass[i] und werden dafür von anderen gepriesen, publiziert und als Helden gefeiert. Deshalb hört man von solchen Israel-Songs so wenig bis gar nichts in den deutschen Mainstream-Medien, von solchen ‚Helden der Forschung‘ dagegen sehr viel.

Ein solcher Fall ist Moshe Zimmermann, Historiker an der Hebräischen Universität Jerusalem, Richard-Koeber-Centers for German History. Er wendet sich als jüdischer, israelischer Kronzeuge gern an Deutsche, die nicht nur solche Lehrstühle gern finanzieren, sondern auch jüdische Stimmen für mehr ‚zärtlichen Antizionismus‘ begierig zu Wort kommen lassen. Folgender Satz vom 24. Mai 2002 sagte eigentlich alles:

„Heute ist Auschwitz aus den Köpfen nicht mehr wegzudenken. Auschwitz macht viele Juden zu Paranoikern.“[ii]

Hört sich nach einer gehörigen Indoktrination mit etwas ganz Üblem an. „Nicht mehr wegzudenken“ sei Auschwitz, offenbar wäre es dem Autor lieber, es könne weggedacht werden. Möchte Zimmermann angesichts von Auschwitz normal, beruhigt, nüchtern dahin forschen? Den wenigen Überlebeden und ihren Nachfahren vorzuwerfen, „krankhaft“ oder überhaupt auf Auschwitz zu reagieren, ja an Auschwitz zu erinnern, ist an Perfidie schwerlich zu übertreffen.

Am 4. Juni 2010, vier Tage nach der antizionistisch/antisemitischen Provokation im Mittelmeer durch die Partei Die Linke und ihre Freunde der türkisch-islamistischen IHH auf dem Schiff Mavi Marmara meldet er sich wieder und schreibt:

„Ein Volk, das das Shoa-Trauma zum höchsten Wert erhoben hat, kann keine Zweifel haben: Hamas und Gaza bedrohen Israel, und die Friedensbewegten auf der „Marmara“ waren gewalttätig. Vor sechs Jahren flogen drei Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe in einer Zeremonie über Auschwitz, als wären sie die passende Antwort auf die Ohnmacht der Juden sechzig Jahre zuvor.“[iii]

Das „Shoah-Trauma“ werde „zum höchsten Wert erhoben“. Was will uns der Professor sagen, dessen Eltern nur knapp dem Holocaust entronnen sind und 1937 bzw. 1938 gen Palästina emigrieren konnten aus Hamburg in Nazi-Deutschland? Wie kann man den Holocaust zu einem „höchsten Wert“ erheben? Der Holocaust war der Zivilisationsbruch, nie zuvor und nie danach wurde ein Volk aufgrund seiner bloßen Existenz ausgerottet. Die Juden Europas, alle Juden Europas und darüber hinaus im Nahen Osten oder wo immer die Deutschen Einfluss nehmen konnten, sollten ermordet werden und sechs Millionen wurden vergast, erschossen, erschlagen, zerstückelt, zerfetzt, zu Tode geprügelt, ertränkt, zu Tode gespritzt.

Die industrielle Vernichtung in Auschwitz wie auch die Erschießung in den Wäldern von Litauen, Lettland, der Ukraine und unzähligen weiteren Orten, Ländern und Gegenden sind präzedenzlos. Solche Verbrechen an der Menschheit wie sie die Deutschen (und ihre Helfer) begangen haben kann man gar nicht zu einem „höchsten Wert“ erheben, sie sind qua Existenz die ungeheuerlichsten Verbrechen welche die Menschheit kennt. Babys wurden durch die Luft geworfen und wie Tontauben abgeknallt von den Antisemiten, alte Männer in die Gaskammer gepfercht wie auch junge Frauen lebendig unter den Leichen ihrer Schwestern und Cousinen begraben, weil sie die Erschießungsaktion zwar überlebten aber unter den Leichen erstickten.

Und dann kommt es den Deutschen natürlich Recht, wenn gar ein Jude sagt, die Israeli sollten nicht so insistieren auf der Präzedenzlosigkeit von Auschwitz und der Shoah, dieses Verbrechen nicht „zum höchsten Wert erheben“. Was soll das Wort „Wert“ hier? Es ist doch gerade die Sinnlosigkeit der Shoah, welche kennzeichnend ist. Es gab gerade kein cui bono im Holocaust, auch wenn sich die Deutschen natürlich gerne am Reichtum oder den Habseligkeiten der holländischen Juden und aller anderen bereicherten.

Und dann redet der Preisgekrönte (in Deutschland wohlgemerkt)[iv] davon, dass es eine völlig falsche Antwort sei, wenn israelische Kampfflugzeuge über Auschwitz fliegen, als Symbol, dass es noch Juden gibt, Israel gar. Für ihn sind Israel und seine Armee keine geeignete Antwort auf den Vernichtungsantisemitismus der Deutschen.

Was für Lehren hat denn Zimmermann aus der Shoah gezogen?

Zimmermanns Artikel zu der israelischen Militäraktion auf dem Mittelmeer gefällt den ganz normalen Deutschen. Er sagt nichts über die Aggression der pro-Hamas Mavi Marmara oder wenigstens davon, dass Israeli mehrfach die Crew aufforderten abzudrehen und erst danach das Schiff enterten und mit Eisenstangen, Messern, Holzlatten empfangen wurden, in Todesgefahr und in Notwehr reagieren mussten. Kein Wort zu den antisemitischen Hassgesängen beim Auslaufen des Schiffes in der Türkei, kein Wort zu der Hamas oder zu Gilad Shalit, der im „Juden free“ Hamastan seit vier Jahren gefangen gehalten wird und leidet, wie Yedida Freilich singt.

Zimmermann jedoch ist nicht nur beliebt in Germany weil er so anti-israelisch agitiert und schon mal die Waffen-SS mit israelischen Eliteeinheiten der IDF vergleicht.[v] Er ist auch Fußballfan und jauchzt, dass jetzt schwarzrotgold selbst in Israel gefeiert würde.[vi] Nun hat niemand je behauptet, dass es nicht auch in Israel Leute gibt, die von schönem Fußball gegen richtige Gegner so wenig verstehen wie von den deutschen Nationalfarben und deren antifranzösischer Herkunft aus dem Jahr 1813, einer Herkunft vom Lützowschen Freikorps der Preußischen Armee auf welche die NPD heute, während des WM-Wahns in Deutschland stolz ist (NPD Hamburg).

Der Kern jedoch ist das Ausblenden des 1. Juli 2010, eines historischen Tages im Deutschen Bundestag. Zimmermann erwähnt diesen Tag nicht. Da wurde erstmals in der Geschichte der BRD einstimmig ein Beschluss gegen Israel gefasst und in Herrenmenschenmanier eine internationale Untersuchungskommission zu den Ereignissen auf dem Mittelmeer vor Gaza am 31. Mai 2010 gefordert.[vii] Philipp Mißfelder von der CDU ist ganz stolz auf diesen Beschluss und bedankt sich auch bei einem Abgeordneten der Partei Die Linke, Wolfgang Gehrcke, ohne zu erwähnen, dass diese Partei gleich mit zwei Bundestagsabgeordneten und einem weiteren Parteimitglied und ex-MdB auf der Mavi Marmara vertreten war.[viii] Auch scheint es weder die Grünen, noch SPD, FDP, CDU/CSU zu stören, dass Die Linke eine „Deutsch-Israelisch-Palästinensische Friedenserklärung“ unterstützt, in welcher in typischer Manier Israel diffamiert wird, was den bekannten Antizionisten gefällt,  man schaue sich die gruselige Schar der Unterzeichner an.[ix]

Der Journalist Ulrich Sahm hat den Bundestags-Beschluss treffend charakterisiert:

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“.[x]

Der Blog LizasWelt spricht von der „Volksgemeinschaft gegen Israel“ und stellt einen Zusammenhang her zwischen deutsch-nationalistischer Hybris, schwarzrotgoldenem Wahnsinn, der zwischen Infantilie und Aggression beständig oszilliert, und diesem antizionistischen Bundestagsbeschluss aller im Bundestag vertretenen Fraktionen.

Zimmermann liebt ‚sein‘ Deutschland und mag Israel so gar nicht. Deshalb lieben ihn wiederum die deutschen Feuilletons und Zeitungen und tätscheln ein Ego, welches seine narzisstischen Bedürfnisse in Israel womöglich nicht gestillt bekommt. Daneben betreibt er eben genau die Mainstream-Forschung, welche in Europa und Deutschland gemocht wird: Israel isolieren, vom islamischen Antisemitismus weitgehend schweigen oder ihn herunter spielen und das zionistische Projekt diskreditieren.

Mehr wissenschaftliche Forschung und Aufklärung über das Deutschlandlied, welches auch von Hitler geliebt wurde und das bis heute mit derselben Melodie gespielt wird wie 1933 oder 1944 von der SS, wäre angemessen, gerade wenn man über eine Fußball-WM redet. Mehr Aufklärung zumal über die deutschen Zustände, über Antizionismus und deutsch-iranische Freundschaft und Wirtschaftsbeziehungen, über deutsche Israel’freunde‘ welche den Juden vorschreiben, was in deren Sicherheitsinteressen liege (und die Blockade des von der Islam-faschistischen Hamas regierten Gaza-Streifens gehöre nicht dazu), das wäre wichtig. Oder wenigstens darüber aufklären, wann das „Lied der Deutschen“ wieder gesungen wurde, es wurde am 14. Juli 1945 von der amerikanischen Militärregierung verboten, jedoch:

„Schon im Jahre 1948 wurde das Deutschlandlied auf einer Kundgebung der Deutschen Reichspartei in Wolfsburg wieder gesungen.“[xi]

Na klar, in Wolfsburg, wo sonst, der VolksWagen-Stadt der Organisation „Kraft-durch-Freude“, eine nationalsozialistische Gründung.

Dieser unerträgliche Hype von ganz rechts bis hin zu jungle world-Autoren und allen Mainstream-Medien um die deutschen Farben, um Stolz und Freude ob des deutschen Teams und vor allem das schamlose Intonieren einer Hymne, die nach Auschwitz, Bergen-Belsen, den Reichsparteitagen und Babi Yar niemals mehr hätte gespielt werden dürfen, all das sollte kritisiert und nicht affirmiert werden.

Der Musikologe Jürgen Zeichner hat sich intensiv mit dem ‚Lied der Deutschen‘ befass‘ und dazu ein Buch geschrieben, eine wissenschaftliche Studie, welche en detail den nationalistischen Kern der Rezeption dieser Hymne nach 1945 analysiert.

„Das deutlichste Beispiel für die Verankerung der ersten Strophe lieferte die Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern. Nicht nur nach dem gewonnenen Finale gegen Ungarn sangen die etwa 20.000 deutschen Fans die erste Strophe, sondern auch den Triumphzug der deutschen Mannschaft bei ihrer Rückkehr in die BRD begleiteten die Deutschen allerorts mit ‚Deutschland, Deutschland über alles. Arthur Heinrich bezeichnet dies als den ‚hymnischen Normalfall.‘“[xii]

Auch linke Liedermacher hatten ihren Anteil an der Wiedergutmachung Deutschlands. Heino, die schwarzbraune Haselnuss sowie einige CDUler und das deutsche Fernsehen à la ZDF und ARD, vor allem jedoch der Deutsche Fußball Bund (DFB) popularisierten diese Hymne über die Jahrzehnte hinweg. Zeichner zeichnet die Geschichte gründlich nach und viele Facetten der Rezeption sind Beispiele, dass es auch nach 1945 natürlich eine Art ‚Volksgemeinschaft‘ gab und gibt in diesem Land. Er resümiert:

„Die meisten Deutschen aber, die vehement für ihre Hymne einstehen, plädieren in einer Diskussion um das Lied, die stets in eine Diskussion über deutsche Geschichte nach 1933 mündet, für ein Ende des Erinnerns an die deutschen Verbrechen. In Abwehr der Bilder- und Artikelflut, die nur vermeintlich das Wesen des Nationalsozialismus beleuchtet, und in gleichzeitiger Akzeptanz der medial vermittelten privatistischen Geschichtsbetrachtung, in der sich die Unterschiede zwischen Tätern, Opfern und Mitläufern verwischen, tendieren sie zur Stilisierung ihrer lebenden und toten Familienmitglieder und – qua Identifikation mit diesen – ihrer selbst zu Opfern des Nationalsozialismus. In der Definition der Deutschen als Opfer wird auch das Deutschlandlied von historischer Belastung befreit. Das vorbehaltlose Singen der deutschen Nationalhymne ist bei vielen verbunden mit einer nationalen Identität, die auf Revision des Nationalsozialismus und nicht auf grundlegender Aufarbeitung der Mechanismen des Dritten Reiches fußt (…).“[xiii]

Im November 2009 stimmte ein deutscher Liedermacher, Stephan Krawczyk, im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, zu einer Feier das Deutschlandlied mit seiner Gitarre an und setzte ganz selbstverständlich mit der ersten Strophe ein – leicht irritiertes Lachen der Anwesenden und eine Tippgeberin sagte dem Stolzdeutschen dann, er könne hier nur die dritte Strophe singen.

Doch warum sollte ein israelischer Forscher, der in Deutschland beliebt sein möchte, solche Aufklärung betreiben und seine Fans womöglich verärgern mit kritischer, nicht obsessiv germanophiler Forschung, egal ob es nun um Fußball, die deutsche Fahne oder die Mavi Marmara geht?

Israel ist gegenüber Deutschland viel zu freundlich, häufig aus purer Unkenntnis. Das liegt auch daran, dass die Leute falsch informiert werden. Sie erfahren nicht, dass zwei Italiener von einem Stolzdeutschen erschossen wurden, nur weil diese darauf beharrten, dass Italien mit bislang vier Titeln nun mal erfolgreicher war bei Weltmeisterschaften als die Deutschen. Auch erfahren sie nichts von Neonazis, welche die Gunst der schwarzrotgoldenen Stunde nutzen um gegen Deutschlandkritiker und Fremde (bzw. als Fremde des völkischen Kollektivs vorgestellte) aller Art vorzugehen wie in Hamburg St. Pauli. Auch erfahren sie kaum, dass das ZDF gleich zu Beginn von den „inneren Reichsparteitagen“ eines deutschen Spielers sprach und wie selbstverständlich ein Nazi-Wort als Ausdruck der größten Freude verstanden wissen wollte. Vor allem aber erfahren die Israeli offenbar kaum, dass die gleichen dutzenden Millionen Stolzdeutschen, welche dumm-blöd ihr Fähnchen schwenken, trötend und „Doitschland“ mit ‚oi‘ kreischend oder sich in ihren Nationalfarben einkleidend um noch abstoßender auszusehen, es sind welche solche Bundestagsbeschlüsse gegen die Juden und Israel und de facto pro-Hamas prima finden. Nationalismus und Antisemitismus Hand in Hand.

Andererseits wissen die Deutschen viel zu wenig von Israel. Die wenigen immergleichen Langweiler, welche in den deutschen Medien gedruckt werden, haben nichts zu sagen und schreiben deshalb so oft. In Wirklichkeit ist die Stimmung in Israel eine wohl eher andere. Die derzeitige Regierung wurde ja von einer Mehrheit gewählt und die IDF-Aktionen werden stark unterstützt. Wer die Hamas, die Hezbollah oder Iran vor Augen hat, weiß welchen unschätzbaren Wert eine der besten Armeen der Welt hat.

De facto sind die allermeisten Israeli aktiv für Zion, tagtäglich. Das Lied von Yedida Freilich ist ein wundervolles Zeugnis:

Freilich für Israel!


[i] „Lieber Henryk, Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1.Kl. (BVK I) an die notorische Alt-Stalinistin und „Friedensaktivistin“ Felicia Langer hat mich entsetzt, beleidigt und entmutigt. Die Auszeichnung von Felicia L. erfolgte offensichtlich deshalb, weil – wie Du richtig bemerkst – diese Dame „seit über 20 Jahren damit beschäftigt ist, die Deutschen von Ihren Schuldgefühlen gegenüber den Juden zu heilen“, indem sie den jüdischen Staat aller möglichen Verbrechen zeiht und mit Nazi-Deutschland vergleicht – was eine Verharmlosung der Nazi-Verbrechen bedeutet und einer Schändung der Millionen ermordeter jüdischer Opfer gleichkommt. Und es ist kein Wunder, dass die Nachricht von der BVK.I-Verleihung an L. Antisemiten und Judenhasser aller Couleur aufjubeln lässt; für diese Gestalten ist der Israel-Hass ein willkommenes Ventil für den latenten und seit Jahren akkumulierten Juden-Hass! Ungerecht finde ich aber, dass nur Frau Langer geehrt wurde: weshalb nicht auch Frau Hecht-Galinski, Herr Finkelstein, Herr Verleger, Herr Moshe Zimmermann u.a.  ehrenwerte jüdische „Friedenskämpfer“ und Selbsthasser?“ http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/alexander_brenner_gebt/ (09.07.2010).

[ii] Moshe Zimmermann (2002): Eine Frage der Haltung. Der neue Antisemitenkatechismus, in: Süddeutsche Zeitung Feuilleton Freitag, 24. Mai 2002.

[iii] Moshe Zimmermann (2010): Blockade? Welche Blockade? Fataler Reflex: Israel igelt sich argumentativ gegen alle Kritik ein, in: Süddeutsche Zeitung Feuilleton Freitag, 4. Juni 2010.

[iv] „Mosche Zimmermann (* 1943 in Jerusalem) ist ein israelischer Historiker und Publizist. Seit 1986 ist er Direktor des „Richard-Koebner-Center for German History“ an der Hebräischen Universität Jerusalem, Humboldt-Preis (1993), Jakob- und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD 1997, Lessing-Preis für Kritik 2006 und Dr.-Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen 2002. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Sozialgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie die Geschichte der deutschen Juden und des Antisemitismus, Film und Geschichte sowie Sport in der Geschichte. 2007 nahm er die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur an der Universität Kassel wahr.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Mosche_Zimmermann (09.07.2010).

[v] „Die israelische Historikerin Anat Peri veröffentlichte am 24.8.2001 in „Haaretz“ eine Antwort auf einen Artikel von Prof. Zeev Sternhell in dem sie u.a. auch Prof. Moshe Zimmermann erwähnte: „Und während die kleinen Staaten Europas tätig sind, um Israel als parallel zu den Nazis anzuprangern, unterstützt Deutschland, das sich nicht erlauben kann, sich so explizit zu äußern jeden israelischen Faktor, der Israel mit den Nazis vergleicht, von der Organisation „Betselem“ bis zu Professor Moshe Zimmermann spielt es den guten Polizisten und bestärkt ihre Position in der Region.“ Das Bezirksgericht in Jerusalem wies am 25. März 2004 die Klage wegen übler Nachrede zurück, die Prof. Moshe Zimmermann, Leiter des Instituts für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, daraufhin gegen die Tageszeitung Haaretz und die Historikerin Anat Peri, eine frühere Studentin Zimmermanns, angestrengt hatte. Zimmermann sah im Beitrag üble Nachrede, weil Peri im Artikel behauptete, Zimmermann würde Israel mit den Nazis vergleichen und dies mit der Tatsache verband, dass Zimmermann aus Deutschland finanzielle Unterstützung erhält.“ http://www.nahost-politik.de/israel/zimmermann.htm (09.07.2010). Vgl. auch das Urteil dieses israelischen Gerichts im Kontext: „Dass namhafte europäische Linksintellektuelle sich seit einiger Zeit erlauben, was bisher nur alt- neue Nationalsozialisten gewagt hatten, nämlich die israelische Besetzungspolitik mit den nationalsozialistischen Verbrechen zu vergleichen, das gehört offenbar zu den bedenklichsten Entwicklungen einer europäischen Rhetorik der Hypermoral, die ihr Gewissen an Auschwitz sensibilisiert hat und die sich heute gegen die einstigen Opfer wendet. Dass aber dieser Vergleich sich jetzt auch in den radikaleren israelischen Linkskreisen einzubürgern beginnt, das mochte nicht nur Kulturministerin Livnat nicht dulden. Der ehemalige Justizminister Amnon Rubinstein warf dem Soziologen «rhetorischen Wahnsinn» vor, dessen Sinn nur die Rechtfertigung des islamischen Terrors sein könne. Assa Kascher, Professor für Ethik, forderte sogar eine akademische Aufsichtsbehörde, die in solchen Fällen Sanktionen verhängen könne, um einen möglichen Boykott gegen die israelische Akademie zu verhindern. Sowenig der als Staatsbeamter auf Lebenszeit angestellte Soziologe tatsächlich befürchten muss, entlassen zu werden, so wenig wollte kürzlich ein Gericht in einem Verleumdungsprozess diese wahnsinnigen Vergleiche verbieten. Moshe Zimmermann, Professor für moderne deutsche Geschichte, hatte Klage gegen eine ehemalige Studentin eingereicht, die in der renommierten Tageszeitung «Haaretz» behauptet hatte, der Historiker werde gerade aufgrund seiner Vergleiche zwischen Israel und Nazi-Deutschland von deutschen Forschungsinstituten finanziell unterstützt. Als der Professor, der sich durchaus als «Stimme des Gewissens» versteht, darauf hinwies, seine Vergleiche dienten nicht nur der Herausstellung des Ähnlichen, sondern auch und gerade der Unterschiede, berief sich das Gericht auf das hebräische Wörterbuch, um zu betonen, dass der gewöhnliche Leser bei einem so drastischen Vergleich doch in erster Linie die Ähnlichkeit heraushöre. Wie verabscheuungswürdig dieser Gedanke auch sei, es stehe dem Historiker im Sinne der Meinungsfreiheit doch durchaus zu, solche Vergleiche anzustellen; nur dürfe er sich nicht wundern, dass derart krasse Provokationen entsprechende Reaktionen hervorriefen, die denn auch ebenso wenig straffällig seien.“ (Christoph Schmidt (2004): Ein kopfloser Wiedergänger. Vergleiche zwischen Israel und dem Dritten Reich, in: Neue Zürcher Zeitung, 28. Mai 2004, http://www.nzz.ch/2004/05/28/fe/article9LS7E.html (09.07.2010)). Siehe zu Zimmermann auch http://www.campus-watch.org/article/id/1728 (09.07.2010).

[vi] „Israelis machen sich ein neues Bild von Deutschland, wenn sie deutsche Filme sehen, Bücher deutscher Autoren lesen, Berlin besuchen oder die politische Haltung Deutschlands gegenüber Israel mit der von anderen Nationen vergleichen. Besonders effektiv aber wirkt der populäre Fußball.“ http://www.tagesspiegel.de/meinung/oezils-opa-war-nicht-bei-der-ss/1879036.html;jsessionid=3174F44BC4E85F2920C60621C64E0C64 (09.07.2010).

[vii] http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/023/1702328.pdf (09.07.2010).

[viii] „Selbst wenn in der Außendarstellung häufig der Eindruck entsteht, dass die Linkspartei grundsätzlich anderer Meinung sei, so glaube ich doch, Herr Gehrcke, dass gerade auch die Wortbeiträge, die Sie schon an verschiedenen Stellen abgegeben haben, keinen Zweifel daran lassen, dass Sie sich auf einem ähnlichen, gemeinsamen Boden befinden, wie wir das tun.“ http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/plenarprotokolle/17051.pdf (09.07.20109.

[ix] Entgegen den weltweit bekannten Fakten heißt es in der Erklärung: „Doch Israel blockiert fortdauernd den freien Zugang zu Gaza und den Transport von Hilfsgütern. Dass Menschen aus verschiedenen Ländern sich selbst für Hilfe eingesetzt, Güter gesammelt und sich auf den Weg nach Gaza gemacht haben, zeigt: Die Menschlichkeit ist lebendig geblieben. Der militärische Angriff auf die Hilfsschiffe ist ein furchtbares Verbrechen. Und wieder Tote und Verletzte, Zerstörung und neuer Hass.“ Das Singen von antijüdischen Slogans auf dem Schiff oder das Wetzen der Messer und die versuchte Geiselnahme, die Verletzung, Demütigung und versuchte Tötung von israelischen Soldaten ist demnach Zeichen der „Menschlichkeit“ von Islamisten, Nazis und Linken auf dem Schiff. Die Liste der Unterzeichner reicht von Moshe Zuckermann über Iris Hefets bis hin zu Elmar Altvater http://www.waehlt-gehrcke.de/index.php?option=com_content&view=article&id=574:hilfe-und-hoffnung-fuer-die-menschen-in-gaza&catid=77:-gegen-krieg&Itemid=112 (09.07.2010).

[x] „Weiter heißt es in der Resolution: ‚Die Blockade Gazas ist aber kontraproduktiv und dient den politischen und Sicherheitsinteressen Israels letztlich nicht. Das erklärte Ziel der Freilassung des von Kräften der Hamas widerrechtlich festgehaltenen Angehörigen der israelischen Streitkräfte Gilad Shalit ist bislang nicht erreicht. Die islamistische Hamas ist nicht geschwächt, sondern profitiert politisch und wirtschaftlich … von der Blockade.‘ Wie Stammtischstrategen empfehlen die Abgeordneten den Israelis, am deutschen Wesen zu genesen. Haben die Damen und Herren in Berlin wirklich alles in Betracht gezogen, was den Sicherheitsinteressen Israels dient? Besteht die Blockade wirklich nur wegen dem seit vier Jahren ‚von Kräften der Hamas‘ in Geiselhaft festgehaltenen Soldaten Gilad Shalit? Warum machen sie die Hamas nicht direkt verantwortlich? Sind die im sicheren Berlin sitzenden Abgeordneten aller Fraktionen bereit, die Verantwortung zu übernehmen, falls die gewählte israelische Regierung deren Vorstellungen von ‚Sicherheitsinteressen‘ übernimmt, die Blockade aufhebt, die Grenzen für den Personenverkehr (wohl auch für Selbstmordattentäter der Hamas) öffnet und die Lieferung von Zement für den Bau von Abschussrampen von Raketen akzeptiert? Die Unterstellungen der deutschen Abgeordneten sind eine Anmaßung, die sich im umgekehrten Fall keine deutsche Regierung gefallen ließe. Interessant wäre es, zu erfahren, wie man im Berliner Reichstag gemessen hat, dass die islamistische Hamas nicht geschwächt wurde, sondern profitiere. Vor Ort gibt es da andere Ansichten. Wenn die im Gazastreifen regierende Hamas nun schon zweimal Banken überfallen und ausrauben musste, weil sie pleite ist, scheint es mit ihrem politischen wie wirtschaftlichen Profit nicht mehr so weit her zu sein. Man hört auch zunehmend Stimmen von Menschen im Gazastreifen, die unter dem diktatorischen Regime der Hamas leiden. Vielleicht ist die gemeinsame von Ägypten (!) und Israel verhängte, von der Autonomiebehörde in Ramallah geduldete Blockade effektiver, als man in Berlin wahrnimmt.“ http://www.hagalil.com/archiv/2010/07/06/nahostpolitik/comment-page-1/ (09.07.20109.

[xi] Landesbildstelle Berlin (Hg.) (1990): Materialien zur Geschichte der deutschen Nationalhymne. Arbeitsheft zum Schulfernsehen, Berlin: Colloquium Verlag, S. 17.

[xii] Jürgen Zeichner (2008): Einigkeit und Recht und Freiheit. Zur Rezeptionsgeschichte von Text und Melodie des Deutschlandliedes seit 1933, Köln: PapyRossa, S. 49.

[xiii] Zeichner 2008: 214.

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