Da regt sich eh keiner drüber auf – Spiegel-online hetzt gegen Israel

Da regt sich eh keiner drüber auf

Spiegel-online hetzt gegen Israel

Dr. Clemens Heni, Yale University, USA, Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA)

Heute wird der neue israelische Außenminister Avigdor Lieberman in Berlin erwartet und die ganz normalen Deutschen tun das, was sie am besten können: antisemitisch hetzen. Eines der größten Nachrichtenportale im deutschsprachigen Internet, www.spiegel.de bringt schon vorab eine fiktive Brandrede von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), verfasst von Erich Follath. Follath diffamiert den israelischen Politiker Lieberman und nennt ihn wahlweise einen „Rassisten“, einen, der „Apartheid“ in Israel schüre und „kriegshetzerische Ausbrüche“ zu verantworten habe. Der Spiegel selbst stellt Lieberman im Vorspann als „Ultranationalisten“ vor, um der deutschen Seele und dem sekundären Antisemitismus Labsal zu sein. Ja, ein Jude ist in Deutschland „an sich“ „hier nicht willkommen“, wie der Spiegel in der Überschrift treffend schreibt. Natürlich schreibt er nicht „Jude“, sondern „Lieber Kollege Lieberman“, der aber offenbar Jude aus der ehemaligen Sowjetunion ist, und nun israelischer Minister. So beachtlich so eine Hetze im Spiegel ist – so typisch ist sie doch für deutschen Journalismus insgesamt. Verwundern könnte höchstens das abermalige Schweigen. Wo ist eine spontan verfasste Presseerklärung des Zentrums für Antisemitismusforschung, dass eine Diffamierung Israels als „Apartheidstaat“ antisemitisch und nicht hinnehmbar ist? Doch warum sollte ein Prof. Wolfgang Benz sich aufregen, hat er doch selbst mit seiner Gleichsetzung von „Islamophobie“ und Antisemitismus letzterem Vorschub geleistet indem die präzedenzlosen Verbrechen der Shoah trivialisiert und der heutige genozidale Antisemitismus zumal aus Teheran weggewischt werden? Warum sollte sich sein Kollege Prof. Werner Bergmann einmischen, hat er doch selbst erst kürzlich gesagt, in der Neuen Zürcher Zeitung, Anfang Februar, dass es ganz was anderes sei, wenn Palästinenser, Araber oder Muslime antisemitisch krakelen oder aber linksextreme oder rechtsextreme Deutsche. Juden hingegen verstanden schon damals nicht so ganz wo der Unterschied liegt, wenn ein Muslim schreit „Tod den Juden“ bzw. (je nach Geschmack) „Alle Leute wissen schon, Olmert ist ein Hundesohn“ oder wenn das ein anderer nicht-muslimischer Deutscher tut. Und warum schließlich sollte Dr. Juliane Wetzel gegen diesen agitatorischen Spiegel-Aufreißer etwas schreiben, hat sie doch selbst bei der „Islamophobie“-Tagung, welche die Abwertung bzw. das Lächerlichmachen von Kritikern wie Henryk M. Broder oder Dr. Gudrun Eussner sowie Dr. Matthias Küntzel zuließ, mitgemacht. Und auch die anderen Mitarbeiter am ZfA wie Königseder, Widmann, Erb etc. werden sicher so einem Spiegel-Artikel nicht widersprechen. Das ist nicht die Aufgabe von Antisemitismusforschern, werden sie sagen. Was ist deren Aufgabe dann?

Was machen zudem all die anderen Holocaust- oder gar Antisemitismusforscher den ganzen lieben langen Tag (in Leipzig, Freiburg, Frankfurt am Main an der Uni oder am Fritz-Bauer-Institut etc. etc.) über so außer Forschungsanträge für mehr Gelder zu schreiben bzw. schreiben zu lassen? Wo ist deren Einsatz GEGEN Antisemitismus, wenn er nicht aus den Gewehrläufen der SS kommt, vielmehr aus der Feder des Spiegel-online im Jahr 2009, welche damit die Gewehrläufe der muslimischen Antisemiten im Nahen Osten in Schutz nimmt? Wenn sich diese Forscherinnen und Forscher angeblich so fürchterlich über den Antisemitismus bis 1945 aufregen (und für die meisten deutschen Forscher war ja Antisemitismus gar nicht zentral für den Holocaust, vielmehr war das ganze eine blöde, gleichsam „kumulative Radikalisierung“ nicht intendierter autopoetischer Systemprozesse wie Hans Mommsen bzw. Niklas Luhmann sagen würden), wieso schweigen sie dann alle zum heutigen Antisemitismus? Weil fast nirgendwo NSDAP oder SD oder Wehrmacht draufsteht? Oder weil die Muslime einen Großteil der Gefahr für Juden und Israel ausmachen und die Ideologie des Multikulturalismus es verbietet Muslime als Muslime zu kritisieren (und nicht als Jugendliche, Looser, Benachteiligte etc. etc.)?

Und wo sind all die Forscher zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ aus Bielefeld, Gießen und wo sie sich aufhalten? Ist es keine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ Israeli als tendenzielle Förderer der rassistischen Apartheid zu denunzieren, und die „Weltsicht“ von Lieberman als „faschistisch“ oder „rassistisch“ zu diffamieren, bar jeder Kenntnis der Stellungnahmen Liebermans zu einer Zwei-Staaten-Lösung etc., und ihn ganz gezielt als Jude und Israel auf diese Weise zu attackieren?

Und wo ist der Aufschrei wenn Follath schreibt (und die Worte Steinmeier in den Mund legt) „Fanatiker habe ich immer gemieden“? Meint er den Besuch des Saudischen Königs Abdallah II z. B. im Herbst 2007, als dieser King mit seiner Kopfwindel von der Kanzlerin in Ehren begrüßt wurde (und auch Obama hat sich kürzlich vor ihm verbeugt) und die Innenstadt Berlins voll war mit diesen arabischen Fanatikern, die nicht nur im Innern ihres Landes anti-demokratisch und islamistisch wüten, vielmehr mit der Finanzierung von antisemitischen Schulbüchern und Institutionen etc. weltweit (vor allem in der Arabischen Welt) ihrem Fanatismus freien Lauf lassen. Und was ist mit dem Besuch von Ali Larijani auf der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar 2009, als er mal wieder den Holocaust leugnete, immerhin ein Straftatbestand in Deutschland, der bei einem Katholiken auch sofort zu einem Skandal führt, bei einem Muslim jedoch gar nix zur Folge hat? Ist das kein Fanatiker im Lande Steinmeiers? Was mit den ökonomischen Banden Deutschlands mit Iran, nicht nur aber auch und gerade unter den Fittichen des Nah- und Mittelost-Vereins e.V. unter „Ehrenvorsitz“ des alten Steinmeier-Spezls Gerhard Schröder? Keine Kooperation mit Fanatikern, wenn der deutsch-iranische Handel – mit Hilfe des Auswärtigen Amtes – blüht?

Für den Spiegel-online wird „Israel zum Problem für den Friedensprozess“ und natürlich nicht der Iran, der nicht nur Hamas und Hezbollah finanziert, vielmehr selbst an der atomaren Bombe baut und vor wenigen Tagen ganz offen gedroht hat, zum wiederholten Mal, ja deutlicher sogar, Israel zu vernichten?

Das juckt weder den Spiegel-online, noch die genannten super gepolsterten deutschen Forscher, welche ohnehin meist lieber mit toten Juden sich abgeben, eine Spezialität in Deutschland. Ein zweiter, diesmal atomarer und vom Iran geplanter und durchgeführter Holocaust würde diesen Forschern jedenfalls reichlich Material geben, um neue spannende Forschungsprojekte zu konzeptualisieren. „Iran hats doch gemacht – Spontane Radikalisierung nicht antizipierbarer Gewaltprozesse im Vorderen Orient“ könnte ein solches Projekt heißen.

So warten also deutsche Antisemitismusforscher und Historiker des Holocaust gemächlich ab, was sich so tut im Nahen Osten/Middle East. Die Dämonisierung Israels, die offene Hetze auf einer der größten online-Seiten in Deutschland schockiert niemanden sonderlich. Vielmehr ist solche antisemitische Hetze gegen Lieberman der willkommene Anlass Israel zu delegitimieren, Antizionismus zu frönen, islamischen Antisemitismus einen Persilschein zu geben, den genozidalen Antisemitismus des Iran wie gewohnt zu verleugnen und den Israelisch-Palästinensischen Konflikt zum einzigen und gar zentralen Problem der Region zu erklären.

Und selbst die teils weniger araberfreundlichen Zitate Liebermans aufgreifend: wer fragt sich jemals, warum in Saudi-Arabien, Ägypten, Libyen oder Qatar (fast) keine Juden leben? Und wer skandalisiert jemals dass immer davon ausgegangen wird ein zweiter (nach Jordanien) palästinensischer Staat in der Westbank/dem Gazastreifen hätte ohnehin keine Juden? Israel hat schon heute ca. 20% Araber, die wenig frauenfreundliche Gesellschaftsauffassung des Islam wird das rein demographisch noch nach oben treiben. Es gibt mehr als 1,2 Milliarden Muslime auf der Welt in weit über 50 Staaten, allein im Nahen Osten gibt es nur muslimisch dominierte Staaten, außer Israel und (eher weniger als mehr) den Libanon.

Die Obsession gegen Israel ist in Deutschland im Mainstream-Medium Spiegel-online längst angekommen. Das sollte Menschen, die auch nur den letzten Rest von Anstand verspüren, und seien es Historiker, Soziologinnen, Pädagogen, Politologinnen, Kulturwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Religionswissenschaftlerinnen etc. (ja selbst Antisemitismusforscher könnten mitmachen), sowie Journalisten, Publizisten, Politiker und Aktivisten aller Art, anhalten, zu intervenieren. Zu protestieren. Spiegel-online die rote Karte zeigen und der Welt sagen, dass das kein Zufall ist, vielmehr die politische Kultur im post-Holocaust-Deutschland im Jahr 60 der BRD trefflich widerspiegelt. Deutschland ist wieder gut gemacht. Die Faschisten sitzen jetzt in Israel. Die Juden sind die neuen bösen Buben. Alle dürfen das jetzt so sagen. Sagt Spiegel-online.

Stolz breitet sich in Deutschland aus. Antizionistisch-antisemitisch motivierter pseudo-Antifaschismus, der doch nur den Islam-Faschismus der Hamas, Hezbollahs oder und zuvörderst Teherans schützen, tolerieren und befördern helfen möchte.

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