Das Ende des Denkens – Wolfgang Pohrt, der Kulturrelativismus und der islamistische Antisemitismus

Das Ende des Denkens – Wolfgang Pohrt, der Kulturrelativismus und der islamistische Antisemitismus

 

In einem Vorabdruck aus einem neuen Buch des Stuttgarter Publizisten und Sozialwissenschaftlers Wolfgang Pohrt setzt der Berliner Tagesspiegel die Kritik am Islamismus mit der Agitation von Faschisten gleich. In kulturrelativistischer Manier wird vom Islamismus geschwiegen und gegen den Westen aufgewiegelt. Der Antisemitismus wird derealisiert.

Gleich zu Beginn schreibt der Publizist:

„Mit der Scharia kenne ich mich nicht so gut aus. Ich weiß nur so viel: Wenn ein Idiot heute weder von Religion noch von Politik und auch sonst gar keine Ahnung hat – von der „Scharia“ quasselt er immer. Wenn es um den Islam geht, ist jeder Dorftrottel plötzlich Spezialist für Glaubensfragen, Orientalistik und Islamwissenschaft, ja sogar für Arabisch. In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei. Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind.“

Zwar ist die Verharmlosung des Holocaust ein Lieblingssport Vieler, doch es war nicht unbedingt zu erwarten, dass ein alternder Linker, der zumindest Anfang der 1980er Jahre so tat, als habe er die Kritische Theorie von Horkheimer und Adorno zur Kenntnis genommen, diese so obsessiv bedient. Ohne darauf einzugehen, was den Islamismus, den islamischen Terrorismus oder den islamischen Antisemitismus ausmacht, werden Kritiker des Jihad als Faschisten, ja als Nazis diffamiert, die sich besser mit Koransuren auskennen würden als die Muslime selbst. Das zeugt nicht nur von einer grotesken, völlig von der Wirklichkeit entfremdeten Wahnvorstellung – denn viele Muslime lernen den Koran (oft schon als Kinder oder in der Jugend) auswendig, Beispiele: Bassam Tibi oder Hamed Abdel-Samad –, nein: es ist eine Verharmlosung von Auschwitz und dem eliminatorischen Antisemitismus von Adolf Eichmann. Die Kritik am Islamismus in die Nähe von Auschwitz zu rücken, ist schon antisemitisch. Sich gegen Rechtsextreme, die nur vorgeben, gegen Antisemitismus zu sein, aber doch nur ein Mittel suchen, um gegen Einwanderer oder Muslime etc. zu agitieren (manche auch gegen Arbeitslose, die lieber einen Pullover mehr anziehen sollen, anstatt mehr Heizkostenübernahme durch den Staat einzufordern), ist das eine. Etwas völlig davon Verschiedenes ist es, den Holocaust zu erwähnen und Eichmann heute wieder kehren zu sehen. Das ist eine Banalisierung von Auschwitz, die so unerträglich wie modisch ist.

Pohrt, der Tagesspiegel und der Verlag Edition Tiamat bedienen zudem das von Wolfgang Benz beliebt gemachte Ressentiment gegen antifaschistische Kritiker des Islamismus. Dass Islamisten wie arabische Nationalisten enge Freunde der Nazis bzw. der Deutschen im Nationalsozialismus waren, wird einfach ausgeblendet bzw. verleugnet, wenn Pohrt schreibt:

 „Also zurück zum Islam. Ist das eine besonders schlimme Religion?

Nein, im Gegenteil. Als Mordmaschine war das Christentum effizienter. Die Indianer in Südamerika und später in Nordamerika plattgemacht, im 30-jährigen Krieg einander verhackstückt, die Scheiterhaufen, die Folterkammern und die beiden Weltkriege mit an die 70 Millionen Toten – waren das etwa keine Christen? Und Auschwitz? Waren das die Moslems?“

Die Gleichsetzung von ‚Indianerausrottung‘ und Holocaust ist ein sekundärer Antisemitismus, der seit Januar/Februar 1979, als im Fernsehen der Bundesrepublik die Serie Holocaust lief, unter Neo-Nazis und vielen anderen Stolzdeutschen eine Selbstverständlichkeit ist. Dass auch Pohrt dieses Muster heute bedient, ist beachtlich. Die dümmliche Gleichsetzung von Erstem und Zweitem Weltkrieg passt dazu, wobei übrigens beide Kriege als christlich dargestellt werden und nicht etwa als von Deutschen verursacht.

Schlimmer noch: Niemand bzw. kein seriöser Mensch leugnet, dass der Zweite Weltkrieg und der Holocaust vom nationalsozialistischen Deutschland und von den Deutschen verbrochen wurden (die Mainstreammedien und das Bundespräsidialamt, die Politik etc. reden natürlich nur von ‚den Nazis‘, die wie eine böse Clique über die Deutschen hergefallen seien). Doch sie hatten Helfer: Letten, Litauer, Ukrainer, oder auch Muslime wie in dem  Großmufti von Jerusalem, Muhammad Amin al-Husaini. Wie der Holocaustüberlebende Simon Wiesenthal 1947 schrieb, war zu NS-Zeiten wohlbekannt, wie eng diese offiziellen Führer der Araber und Muslime mit Nazi-Deutschland kooperierten. Er dokumentierte Fotografien, die das innige Verhältnis al-Husainis zu den Nazis bzw. den Deutschen und Österreichern des Nationalsozialismus veranschaulichen: Ein Bild aus der Wiener Illustrierten vom 12. Januar 1944 zeigt, wie der Großmufti beim Abschreiten eines „mohammedanischen Totenkopfverbandes“ in Sarajevo den „Nazigruß“ entbietet oder Bilder über “die Eröffnung des Islamischen Zentralinstituts in Berlin am 18. Dezember 1942 mit dem Großmufti als Redner; die 13. Freiwillige bosnisch-herzegowinische SS-Gebirgsdivision Kroatien; Adolf Eichmann, der dem Großmufti einen „tapferen“ SS-Mann vorstellt. Hinzu kommt ein Zeitungsausschnitt mit dem Schriftzug „Der Großmufti von Jerusalem bei den bosnischen Freiwilligen der Waffen-SS“.[i]

 

Von alledem scheint Wolfgang Pohrt noch nie etwas gehört zu haben. Wenn er schon Wiesenthals Broschüre aus dem Jahr 1947 ignoriert, hätte er wenigstens aktuelle Forschungsliteratur zur Kenntnis nehmen können, z.B. die Studie von Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina[ii] von 2006, die einen wichtigen Schritt in Richtung einer Analyse der Rolle der Araber während des Holocaust darstellt. Die beiden Historiker analysieren die Beziehung des Großmufti zu den Deutschen im Nationalsozialismus und belegen, dass es konkrete Pläne für einen Holocaust an den Juden im Nahen Osten gab.[iii] Sie betonen die ideologischen Affinitäten vieler Araber im Nahen Osten zum Antisemitismus der Deutschen und gehen auch auf die Einrichtung muslimischer Verbände in der Waffen-SS, der Wehrmacht und der Sicherheitspolizei ein. Darunter waren die Turkestanische und die Kaukasisch-Mohammedanische Legion sowie Nordkaukasische und Wolgatatarische Legionen[iv]. Ferner gab es muslimische Einheiten als Teil der 11. Armee der Wehrmacht, 54 Infanteriebataillone der Ostlegionen waren muslimisch.[v] Sodann wurden die 13. SS-Division Handschar[vi] wie auch die 21. Waffen-Gebirgsdivision der SS Skanderberg[vii] als muslimische Formationen eingerichtet.

Mallmann und Cüppers zitieren aus einer Rede des Großmufti al-Husaini vom 21. April 1943, in der er sowohl „die islamistische als auch die rassenideologische Seite seines Antisemitismus“ offenlegte und sagte, man könne die „Juden“ „mit krankheitstragenden Insekten vergleichen“, und schon der Koran habe sie mit „dem ewigen Fluch“ belastet.[viii] Nichts auf dem „Kerbholz“ des Islam? Warum vom Christentum reden, aber vom Islam schweigen, wenn es um den Holocaust geht?

 

Doch Fakten interessieren einen Ideologen wie Pohrt (‚der Kapitalismus ist an allem Schuld‘) überhaupt nicht, für ihn sind auch amerikanische Filme die eigentlichen Ideengeber für den Massenmord vom 11. September 2001:

„Man will über den Islam sprechen und landet beim Christentum. Neuer Versuch: Fangen wir an mit dem 11. 9. 2001, den Anschlägen auf die Twin Towers und auf das Pentagon. Wer war’s? Natürlich Osama bin Laden und seine Crew. Aber das Drehbuch für den Horrorfilm kam aus Amerika. Mit dieser Szene endet Tom Clancys Bestseller „Ehrenschuld“, und sein Bestseller „Befehl von oben“ beginnt damit. Nur ist der Typ, der seine Maschine aufs Kapitol krachen lässt und damit die gesamte politische Spitze einschließlich des Präsidenten ausradiert, bei Clancy ein rachsüchtiger Japaner. Die Thriller erschienen 1994 und 1996, damals hatte man noch andere Feindbilder.

Was zeigt uns das? Osama bin Laden hat nicht nur amerikanische Serien im TV geguckt – „Fury“ mochte er am liebsten –, er war auch ein Fan von Tom Clancy. Und vermutlich kannte er Katastrophenfilme wie „Erdbeben“ oder „Flammendes Inferno“. Also: Wo uns der Islamismus am finstersten und archaischsten erscheint, ist die Verwestlichung am weitesten fortgeschritten.“

Der Westen sei also selber Schuld am Massenmord von 9/11. Die Kriegserklärung der Islamisten gegenüber dem Westen, wie sie z.B. schon 1998 in einem Dokument Bin Ladens deutlich wurde, wird komplett geleugnet. Pohrt verwechselt Fiktion und Wirklichkeit, ja für ihn ist die amerikanische Fiktion im Filmwesen schlimmer als die islamistisch-massenmörderische Wirklichkeit. Er war nicht geschockt ob des Massenmordes von 9/11, da doch Filme aus USA viel brutaler seien.

Pohrt, der Tagesspiegel und die Edition Tiamat scheinen unter einem Realitätsverlust zu leiden. Sie fantasieren über „Kapitalismus Forever – Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam“, so der Titel des Buches, aus dem der Vorabdruck stammt, und leugnen die Wirkmächtigkeit islamistischer (und sonstiger) Ideologie.

Dem Iran gehe es um Atomwaffen, nicht um den Islam, und die Rede von „Allah“ sei „groß“ sei gar nicht so gemeint, da auch Islamisten wüssten, ein „Cadillac“ sei „größer“, sprich: amerikanischer Kapitalismus sei doch viel brutaler (und begehrenswerter) als der Islam. Pohrt leugnet also z.B. die Mahdi-Ideologie von Ahmadinejad und vielen anderen, die ernsthaft daran glauben, dieser 12. Imam werde kommen. Für letzteren wurden schon breite Straßen gebaut, doch da Pohrt weder TV sieht, noch Radio hört oder Zeitung liest (und sicher auch kein Internet kennt) (so ungefähr äußerte er sich auf einer Veranstaltung in Berlin im September 2003, als bereits deutlich wurde, wie antiamerikanisch, den Antisemitismus verharmlosend bzw. derealisierend und pro-islamistisch (via Kulturrelativismus) er ist) kann er das nicht wissen.

 

Dieses Nicht-Ernst-Nehmen von (Islam)-Faschisten kennen wir aus der Geschichte. Auch Hitlers und der Nationalsozialisten Morddrohungen verhallten. Wie auch jene Ahmadinejads oder Khameneis oder anderer wie Yusuf al-Qaradawis oder des Muftis der Palästinensischen Autonomiebehörde Morddrohungen gegenüber Juden und Israelis geleugnet oder verniedlicht werden. Der positive Rassismus von den Pohrts dieser Welt liegt darin, Muslime und Islamisten nicht als Subjekte ernst zu nehmen.

Wenn Pohrt ernsthaft schreibt, der Islam hätte noch fast nichts auf dem „Kerbholz“ leugnet er nicht nur die Vernichtungsdrohungen der Islamisten gegenüber Israel sowie die Tausenden Toten, welche die Kriege und die Selbstmordanschläge oder die Raketen gegen Israel seit 1948 kosteten; er leugnet u.a. auch die über 10 Millionen Toten, jene afrikanischen Sklaven, die Opfer des islamisch-arabischen Sklavenhandels wurden. Der senegalesische Anthropologe und Wirtschaftswissenschaftler Tidiane N’Diaye hat sich mit der Sklaverei durch die Araber befasst. Seine Studie Der verschleierte Völkermord ist 2010 auf Deutsch erschienen, 2008 bereits auf Französisch.[ix] N’Diaye greift das Schweigen der Welt gegenüber dem arabisch-muslimischen, über 1400 Jahre dauernden Sklavenhandel scharf an. Es ist in der Tat für die Forschung von großer Bedeutung, Sklaverei keineswegs nur als Phänomen der Europäer und Amerikaner vom 15. bis 19. Jahrhundert auszumachen. Wie N’Diaye zeigt, wurde lange Zeit, bevor Europäer den Sklavenhandel mit Afrika begannen, dieses brutale und mörderische Geschäft von Arabern und Muslimen betrieben:

„Im Darfur begann die Sklaverei und nahm eigentlich nie ein Ende. Noch heute äußert sich die Mißachtung der Araber für den Schwarzen in den nahezu unverhohlenen Unterjochungsmethoden und regelrechten ethnischen Säuberungen. Mit dem bakht von 652 begann gewissermaßen ein gewaltiger Menschenraub, der sich über den gesamten sudanesischen Streifen vom Atlantischen Ozean über Ostafrika bis hin zum Roten Meer erstreckte und weit über die Grenzen der muslimischen Welt bis ins 21. Jahrhundert andauert und vor unseren Augen in Darfur mit entsetzlichen Massakern, um nicht zu sagen einem Völkermord einhergeht. Lange bevor die Europäer in das Sklavengeschäft einstiegen, führten die Araber einen endlosen Heiligen Krieg mit blutigen Razzien, die, um die Pracht orientalischer Harems willen, ganze Bevölkerungsgruppen, Kinder, Frauen und Männer aus dem Herzen des Schwarzen Kontinents ins Unglück stürzten.“[x]

Der Verfasser kommt auf eine geschätzte Zahl von über 17 Millionen Sklaven des arabisch-muslimischen Sklavenhandels vom 7. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der transatlantische Sklavenhandel umfasste laut N’Diaye ca. 15 Millionen Sklaven.[xi]

Mehr noch: für den Tagesspiegel, die Edition Tiamat und den Autoren Wolfang Pohrt besteht zwischen Islamisten, Antisemiten und Fanatikern wie den Muslimbrüdern in Ägypten oder islamistischen Parteien in Tunesien, Libyen, Ägypten, Yemen und anderswo überhaupt kein Unterschied zur CDU/CSU und der Bundesrepublik Deutschland:

 

„Überhaupt zeichnet sich das Entsetzen über die Frömmigkeit der Moslems durch einen Totalausfall jeglicher Selbstwahrnehmung aus. Wenn die Nachrichten melden, in einem islamischen Land habe eine islamische Partei die Wahl gewonnen, dann nicht ohne besorgten Unterton. Ist es hier denn anders? Wir leben in einem Land, wo eine Christlich-Demokratische Partei und eine Christlich-Soziale Union zusammen mit der FDP an der Regierung sind, und wo dauernd mit dem „christlichen Menschenbild“ herumgewedelt wird, welches unsere Verfassung präge.“

 Ein solcher Kulturrelativismus, der zwischen Aufruf zum Judenmord, wie ihn z.B. der geistige Führer der Muslimbrüder und der ihr nahestehenden Parteien in Ägypten (oder auch der Hamas), Yusuf al-Qaradawi regelmäßig verbreitet, und demokratischen, auch christlichen Parteien, keinen Unterschied zu erkennen vermag, ist unter Freunden des blutigen Jihad en vogue. Dass jedoch eine vorgeblich seriöse Tageszeitung wie der Tagesspiegel einer solchen Hetze Raum bietet, ist bemerkenswert. Wo rufen CDU oder CSU Politiker- oder Politikerinnen zum Mord an Juden auf, so wie es al-Qaradawi am 28. Januar 2009 im Fernsehsender al-Jazeera aus Katar getan hat?

Ein Verlag, eine Tageszeitung und ein Autor, die kulturrelativistisch daher reden und Texte verbreiten, welche zwischen Aufruf zum Mord und ganz normalen demokratischen Parteien einer Demokratie und eines Rechtsstaates, wie es die Bundesrepublik ist, nicht zu unterscheiden vermögen, spielen auf der Klaviatur des Antisemitismus, Jihadismus und der reaktionären Ideologie. Pohrt weigert sich wie ein kleines Kind, sich mit der Realität, hier: der Wirkmächtigkeit von Religion, auch nur zu befassen. Für ihn ist immer alles so böse, wie es der Kapitalismus zulässt oder evoziert. Doch wer bei Wahnsinnigen wie der iranischen Führung vom cui bono fabuliert, spricht mit Geistern und Nebelschwaden, ergo: mit sich selbst.

 

Wer sich einigermaßen realitätsnah mit der Welt befasst, erkennt: die größte Gefahr für den Weltfrieden und für Israel und die Juden geht von einem möglicherweise atomar bewaffneten Iran aus. Nicht viel weniger gefährlich ist der ebenso islamische Antisemitismus des Iran schon jetzt, sowie jener in weiten Teilen der arabischen Welt, der Türkei, in Pakistan, und auch, teils reduziert und in Abstufungen, in Ländern wie Malaysia, Indonesien, und natürlich unter Muslimen im Westen.

 

Kein seriöser Mensch leugnet, dass es auch Rechtsextreme und Nazis gibt, die gegen ‚den‘ Islam und ‚die‘ Muslime hetzen. Auch im Graubereich von Rechtsextremismus und Konservativismus (auch bei Evangelikalen, katholischen Antisemiten etc.) gibt es mitunter solche Gestalten, die von den Verbrechen des christlichen Deutschland lieber schweigen wollen. Doch eine unendlich größere Zahl von Menschen hegt ebenso antizionistische Gefühle wie Nazis und Islamisten oder Linke (oder katholische, evangelische und andere Judenfeinde), doch diese große Zahl fühlt sich pudelwohl, sie publiziert nicht in der Jungen Freiheit, nicht unbedingt in der jungen Welt oder dem Neuen Deutschland, dafür im Freitag, bei Spiegel Online, beim Tagesspiegel, der Süddeutschen, der Frankfurter Allgemeinen oder schreibt Redemanuskripte für die Tagesthemen, die Tagesschau, Heute, das Heute Journal, die Kulturzeit auf 3sat, dem Deutschlandfunk, dem Deutschlandradio und wie die Magazine, Zeitungen, Journale oder Sendungen sonst hoch so heißen.

Keine dieser Sendungen hat das Problem Islamismus je ernst genommen. Seit 9/11 sind vielmehr ein Abwiegeln und eine ungeheuer große und aggressive Agitation gegen Kritiker des islamischen Antisemitismus und der islamistischen, antiwestlichen Ideologie zu erkennen.

Wolfgang Pohrts Kulturrelativismus, sein Geifern gegen amerikanische Filme und sein Schweigen vom islamischen Sklavenhandel oder von islamistischen Hasspredigern, die zum Mord an Juden aufrufen, sind Teil des Zeitgeistes. Die Edition Tiamat ist Mainstream in einem Land, das immer gern Phrasen gegen den Kapitalismus, gegen die CDU/CSU heraus brüllt, statt sich mit der heutigen Realität zu befassen.

Ein Glück für Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, dass sie diesen Gedankenmüll von Leuten, die früher sogar dachten, in deren Nachfolge zu stehen, nicht mehr erleben müssen. Während die beiden Theoretiker eine Dialektik der Aufklärung im Namen des Westens durchführten, denunzieren Pohrt und seine Gehilfen Aufklärung und den Westen, indem sie den Islamismus nicht nur als Phänomen sui generis leugnen und Muslime als Subjekte gar nicht wahr-, geschweige denn ernst nehmen, vielmehr indem sie den Westen (hier vertreten durch CDU/CSU) mit dem reaktionär-modernistisch-faschistischen Islamismus gleichsetzen.

[i] Simon Wiesenthal (1947): Großmufti – Großagent der Achse, Salzburg/Wien: Ried-Verlag, die Fotografien sind ohne Paginierung.

[ii] Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers (2006): Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

[iii] Vgl. zum Beispiel Mallmann/Cüppers 2006, 102.

[iv] Mallmann/Cüppers 2006, 221.

[v] Mallmann/Cüppers 2006, 222.

[vi] Mallmann/Cüppers 2006, 228.

[vii] Mallmann/Cüppers 2006, 229.

[viii] Mallmann/Cüppers 2006, 114f.

[ix] Tidiane N’Diaye (2008)/2010: Der verschleierte Völkermord. Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

[x] N’Diaye 2010, 25.

[xi] N’Diaye 2010, 214
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