Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Monat: November 2016

Da lacht der Horst. Die neue Querfront? Mit Hegels „List der Vernunft“ für Trump…

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Die Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist eine Katastrophe für den Westen und die liberale Demokratie. Sie ist der negative Höhepunkt einer langen Veränderung politischer Kultur in westlichen Staaten. Als „Vergessene“, „Abgehängte“ oder „Verlierer“ getätschelte antidemokratische Pöbler, Rassisten, Hetzer, Sexisten, Lügner, Anhänger von Verschwörungsmythen aller Art, Antisemiten und Schläger haben nun einen von ihnen als mächtigsten Politiker der Welt. Das Weiße Haus wird zum Stammtisch und der Stammtisch zum Weißen Haus. Einen solchen Angriff auf die Demokratie hat der Westen seit 1945 nicht erlebt.

Der Jihad, Putin und Erdogan sehen sich einem zerbröselnden liberalen Westen gegenüber und können ihr Glück kaum fassen.

Erwartungsgemäß bricht die extreme Rechte von Achgut über Politically Incorrect hin zu weiten Teilen des Mainstream-Journalismus und natürlich der AfD, FPÖ, FN in Frankreich, Geert Wilders (PVV) in Holland oder Victor Orbán in Ungarn oder Horst in Freudentränen aus. Viele unabhängige Linke und Liberale sind völlig konsterniert. Es gibt aber selbst jetzt ausgewiesene linke Publizisten, die pro-israelisch sind und antijihadistisch, die nun angesichts von Trumps Wahlsieg Hoffnung verspüren. WTF?

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Bevor ich auf diese linken Publizisten näher eingehe, bringt die Publizistin Verena Weidenbach die derzeitige politische Lage wie folgt auf den Punkt:

„Der rassistische, aggressiv-tabubrechende, menschenverachtend-populistische Bulldozer Trump wird dagegen kaum verhohlen als chaosstiftender trickster god bewundert. Als Political-Correctness-Terminator und Exekutor einer längst überfälligen link(sliberal)en Meinungsgötterdämmerung, die Trumps neurechte Nacheiferer in Deutschland mit noch größerer Leidenschaft herbeisehen: als erste Stufe ihres Fundamentalangriffs auf den Liberalismus schlechthin. Der Westen ist noch lange nicht tot, doch er wird gerade mit durchschlagendem Erfolg totgeredet, oder besser: mit ritualisierten Gebetsformeln totgebrüllt. Es wird Zeit, dagegenzuhalten und den neuen, antifreiheitlichen Gottesdienst mit allem zu stören, was das liberal-pluralistische Selbstbewusstsein an Gegenwehr zu bieten hat. Messdiener hat der rechtspopulistische Kultus weiß Gott genug.“

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Ein ganz grundlegendes marxistisches Apriori verunmöglicht es nun vielen (und in absoluten Zahlen natürlich einer super mini kleinen Anzahl von) linken Autor*innen derzeit, die „geistige Situation der Zeit“ zu erkennen. Sie reden vom „Hegemon“, vom Kapital und von Amerika – und nicht von der „kulturellen Hegemonie“.

Damit verpassen sie die Pointe unserer Zeit und verkennen die Gefahren für die Demokratie. Die minikleine „Pro-Israel-Szene“ in der Bundesrepublik macht sich in nicht geringen Teilen mit dem von Nazis umjubelten Trump gemein und meint ernsthaft, die schlimme Außenpolitik Obamas würde durch Trump zum Besseren gewendet. Dafür nehmen sie Sexismus und Rassismus und die gesamte neu-rechte Agenda in USA wie in Europa billigend in Kauf und verstehen gar nicht, was überhaupt passiert.

Auf „Aspekte“ im ZDF sagte am 25.11.2016 die Kolumnistin der Washington Post Anne Applebaum, dass die USA um „Jahrzehnte“ zurückgeworfen werden – damit meinte sie offenbar den Kampf um gleiche Rechte und gegen Nationalismus, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus. Sie selbst wurde von breitbart.com, so Aspekte, „als verschmähte polnische Jüdin an den Pranger stellt“.

Der Ex-Chef von Breibart ist Steve Bannon, der nun Chefberater Trumps im Weißen Haus werden wird. Der Neonazi Richard Spencer vom „National Policy Institute“ und Miterfinder der Bezeichnung „Alt-Right“ (eine Art nazistische Neue Rechte) ist happy. Spencer spricht in seiner englischen Rede von der „Lügenpresse“ und schmiegt sich wie Pegida in Dresden an dieses Nazi-Wort an und die Neonazis in Washington auf der Konferenz des National Policy Institute erheben sich zum Hitlergruß. Breitbart.com hat ihm und seinen Neonazis als Lausprecher gedient. Für Trump ist Breitbart ein „Geschenk Gottes“. Nun möchte Breitbart nach Deutschland und Frankreich expandieren, nachdem ihre rechtsextreme Hetze schon seit einigen Jahren in Großbritannien funktioniert und sie den Brexit 2016 herbeigebrüllt haben.

Während die ökonomische Grundstruktur offenbar seit Jahrzehnten die gleiche ist in USA wie in Europa (liberal-kapitalistisch, mehr oder weniger), verändert sich seit Jahren die politische Kultur auf extreme Weise. Die Neue Rechte ist völlig im Herzen der Macht angekommen – in Amerika, und möchte auch in Europa die Macht erobern, nicht nur die kulturelle Hegemonie, sondern die politische Macht.

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Es geht jedoch marxistischen Autoren immer nur um „Marktstrukturen“ und Einflussbereiche“. Es ist der Primat der Ökonomie. So etwas wie eine politische Kultur gibt es nicht als unabhängige Kategorie der Gesellschaftsanalyse. Und insofern ist es auch ziemlich egal, wie sich eine Gesellschaft verändert. Nach dieser Logik kann man einen Wahlkampf 2016 mit einer verstaubten Position eines Autors aus dem Jahr 2000 kommentieren, wie das Konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza in Konkret 11/2016 tut:

„Die gute alte Ideologiekritik, meinte Thomas Ebermann jüngst in einer Debatte mit Katja Kipping im Hamburger Polittbüro, sei nicht nur überflüssig. Wenn die Interessen nicht mehr in irgendwelchen »Idealen« verborgen, sondern in dicken Lettern plakatiert werden, sei sie auch nicht länger möglich. Vor sechzehn Jahren hatte Wolfgang Pohrt in konkret notiert: »Menschen ohne Gewissen, ohne Selbst, ohne Scham und ohne Würde kann man … weder bloßstellen noch kränken, weil hinter der Fassade oder der Maske nichts ist. Sie brechen nicht zusammen, und es bricht keine Welt für sie zusammen, wenn ihnen bewiesen oder wenn öffentlich bekannt wird, dass sie verächtliche kleine Schurken sind. Paradebeispiel sind die Clintons, die neuerdings wieder zu dritt Hand in Hand für die Kameras posieren. Das ist der Menschentyp, der Kinder – und nicht nur sie – zur Waffe greifen lässt.« »Mir fällt zu Hitler nichts ein«, begründete Karl Kraus 1934 auf 315 Seiten der „Fackel“ (…)“

Da bebt der Trump Tower, mit Gewalt gegen die Clinton kokettierte auch er im Wahlkampf.

Nun: Ideologiekritik ist längst passé bzw. verunmöglicht, wenn die Leute sich selbst am liebsten verblöden, das postfaktische Zeitalter eröffnet da ungeahnte Möglichkeiten. Es braucht nicht mehr böse Medien, Parteien, Bewegungen oder Rackets, die die Menschen einschüchtern, indoktrinieren, verblöden und bürgerliche Ansprüche an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (die in Deutschland nie die Ideale waren) verraten würden. Die Internalisierung kulturindustrieller Imperative ist im Online- und postfaktischen Zeitalter gar nicht mehr der Kern der Ideologie, also notwendig falschen Bewusstseins. Die Leute verblöden, und mehr noch verhetzen sich selbst, stacheln sich selbst zum antidemokratischen Mob an.

„Deutschland den Deutschen“, „Make America Great Again“, „Let’s take back control“ (Brexit) sind die Slogans der antiwestlichen Internationale. Gerade autokratische Herrscher wie Putin und Erdogan lachen sich schief und kringelig ob der Selbstzerstörung der liberalen Welt, Großbritanniens, Amerikas und des Westens.

Es ist das erste Mal, dass in der führenden Nation der Welt, der führenden Demokratie wohlgemerkt, ein Mann gewählt wurde, der mit der Androhung von Gewalt gegen seine Gegenkandidatin, mit Lügen über Lügen, rassistischer Hetze, dem Prahlen mit sexualisierter Gewalt und einer unsagbar vulgären Sprache und dem Aufwiegeln einer „Bewegung“ von dutzenden Millionen Wähler*innen Politik macht. Die Strahlkraft dieses Nationalismus, Rassismus, Sexismus wie auch antisemitischer Verschwörungsmythen (der Jude und Multimilliardär George Soros würde NGOs darin unterstützten, Flüchtlinge nach Europa zu bringen, um europäische Nationalstaaten zu „destabilisieren“, so Orbán, Trump und extrem rechte bis Mainstream-Medien unisono) ist enorm.

Während Roosevelt den Nazismus in USA verhinderte (und es gab massiv viele Nazis in USA und auch sonst war der Antisemitismus gerade an den Hochschulen etc. weitverbreitet, siehe dazu z.B. Stephen H. Norwood, „The Third Reich in the Ivory Tower“, 2009), wird Trump ihn via Breitbart.com und dessen Steve Bannon, dem unheimlichen Führer der „Alt-Right“ eher promoten und fördern.

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Was wir erleben ist ein präzedenzloser Wandel der politischen Kultur und kultureller Hegemonie in den USA, der gleichwohl seit vielen Jahren sich ankündigte, aber niemand rechnete jemals mit einem „Führer“ wie Trump. Wenn man so lügen, hetzen und drohen kann wie Trump, dann sind Faschisten, Nazis oder liebevoll Populisten genannten Politiker*innen Tür und Tor geöffnet. Brexit war ja quasi rückblickend die Generalprobe für diese Art Agitation und Lüge im 21. Jahrhundert in einer führenden westlichen Demokratie.

Gerade für eine „kulturelle Hegemonie“, wie Gramsci sagen würde, sind die Zeiten für die extreme Rechte in USA und Europa derzeit unfassbar gut. Um auf die oben zitierte Gremliza-Kolumne zurück zu kommen: Trump kennt tatsächlich keinerlei Scham, Würde ist ein Fremdwort und Belgien eine „schöne Stadt“ für ihn. Und vor diesem Hintergrund nun einer Frau wie Hillary Clinton (als derzeitiger Repräsentantin der Familie Clinton) jenen Verlust an Scham und Würde anzudichten, indiziert nichts als patriarchale Ignoranz und Perfidie, die nicht nur generationsbedingt ist.

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Ausgehend von ihrer Analyse des Lebens von Anne Boleyn, der Ehefrau von König Heinrich VIII. von England, die von politischen Gegnern und katholischen Agitatoren als „eine überehrgeizige, kalkulierende, unseriöse Intrigantin“ verzeichnet wurde, analysiert Susan Bordo, Professorin für Gender and Women’s Studies an der University of Kentucky, die „Erfindung Hillary Clintons“. Es gab also zwei Anne Boleyns. Jene, die als Frau die Frechheit besaß, schon damals politisch zu sein und kein Anhängsel eines Königs und jene, die die Rolle der Königin spielte. Und es gibt auch zwei Hillarys, die reale und jene, die von den Medien seit Jahrzehnten als abschreckendes Beispiel einer kalten, arroganten, feministischen, nicht volksnahen elitären Vertreterin des „Establishments“. Ein männlicher Agitator, Multimilliardär und Gewalttäter ist natürlich nicht Teil des Establishments und die Deutsche Bank investiert sowohl in Trump wie in den Iran.

Hillary Diane Rodham wollte ihren Namen nicht ändern, auch nicht nachdem sie Bill Clinton geheiratet hatte. Später tat sie es doch, doch die patriarchalen Normen zwangen sie zu immer mehr. Souveräne Bemerkungen über blödes Keksebacken und Teeeinschenken wurden ihr nie verziehen.

Die volksferne, nicht charismatische und nicht zum Pöbeln bereite Hillary war auch bei Linken in den USA das Feindbild schlechthin. Die Medien malten über die Jahrzehnte hinweg ein Bild der kalten, abgehobenen, nicht populistischen Hillary Clinton. Ältere Feministinnen wie Bordo, die nur wenige Monate älter ist als Hillary Clinton, beide sind Jahrgang 1947, weiß nur zu gut, welche Sexismen im Leben einer Frau greifen und gegriffen haben.

Und das sind Dimensionen, von denen ein linker Herausgeber einer Zeitschrift aus Hamburg, ein Sozialwissenschaftler und Publizist, der außer der Stuttgarter Zeitung nichts rezipiert, oder ein marxistischer Autor aus Wien wenig Ahnung haben und mit denen sie persönlich nie konfrontiert wurden:

„Es war nicht das erste und letzte Mal, dass Hillary das Ressentiment begegnete, sie würde ihren “rechten Platz” als Frau ablehnen. “Als ich zur Jura-Aufnahmeprüfung ging”, erzählte sie Henry Louis Gates, “mussten wir alle nach Harvard für den Test, und wir waren in einem großen Saal, nur ganz wenige Frauen unter uns, und wir saßen an den Tischen und warteten auf die Aufsicht und all die jungen Männer um uns herum fingen an, uns zu schikanieren. Sie sagten: ‘Was glaubt ihr, was ihr hier macht? Wenn ihr angenommen werdet, nehmt ihr mir meinen Platz weg. Ihr habt gar kein Recht dazu. Warum geht ihr nicht nach Hause und heiratet.’” Später in einem Interview mit Humans of New York erzählte Hillary mehr über ihre Reaktion: “Ich konnte mir gar keine Ablenkung erlauben, weil ich ja den Test nicht verhunzen wollte. Also blickte ich weiter zu Boden in der Hoffnung, die Aufsicht würde bald kommen. Ich weiß, dass man mich als distanziert, kalt oder gefühllos wahrnehmen kann. Aber ich musste schon als junge Frau lernen, meine Gefühle zu kontrollieren. Und das ist ein schwieriger Weg. Denn du musst dich schützen, die Dinge am Laufen halten, aber gleichzeitig möchtest du nicht wirken, als würdest du dich abschotten.” In diesem für Frauen klassischen Zwiespalt befand sich Hillary Clinton während ihrer gesamten politischen Karriere. Eine Frau, die zu emotional und verletzlich wirkt, hält man mit hoher Wahrscheinlichkeit für zu schwach oder labil für eine Führungsposition. Wenn sie hingegen zu kontrolliert und selbstständig wirkt, wird sie wahrscheinlich als kalt und männlich und deshalb abstoßend empfunden. Man nannte Golda Meir “den einzigen Mann im Kabinett”, Angela Merkel gilt als “die Eisenfrau”.

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Kritik am Sexismus und an patriarchaler Normierung ist natürlich für echte Marxisten läppisch. Der Publizist Gerhard Scheit möchte nun bei dem Blogger Alex Feuerherdt (LizasWelt) Trump eher in einer Linie zu Roosevelt und dem konservativen George W. Bush stellen, um die Gefahr, die von einem Typen wie Donald J. Trump für die Demokratie und den liberalen Westen ausgeht, zu vernebeln bzw. zu affirmieren. Als ob Trump ein ganz normaler Politiker wie Roosevelt oder George W. Bush wäre! Was für eine Groteske. Das bloggende Fußvolk inklusive der Wochenzeitung jungle world macht mit. Mann sieht das große Ganze und das verspricht eher Hoffnung:

„Das aber lässt doch auch hoffen, dass die künftige Außenpolitik der USA kein böser Alptraum wird, sondern vielmehr einen solchen beendet. Die Haltung der USA zum Deal mit der Islamischen Republik Iran, die bei Clinton sich wohl im Wesentlichen kaum verändert hätte, könnte nun theoretisch zum zentralen Bezugspunkt einer Rückgewinnung hegemonialer Politik werden.“ (G. Scheit, sans phrase)

Da glauben Hegelianer einem völlig unberechenbaren, durchgeknallten, gewalttätigen Narzissten und „Faschisten“ (so nannte ihn auch ein Senator in Irland im Parlament) und stimmen Lobgesänge auf ihn an, wissend ob des ekelhaften Wahlkampfes. Doch das bisschen Sexismus und Rassismus hatte womöglich was Gutes, sie schmiegen sich der Zeitung für Deutschland an und insinuieren ganz geschichtsphilosophisch:

„Vor diesem Hintergrund stimmt der Protest, wie er sich gegen Trump in Deutschland erhoben hat, auf paradoxe Weise optimistisch – so wie der unsägliche Wahlkampf von Trump einem Hegelianer rückblickend als »List der Vernunft« erscheinen könnte.“ (G. Scheit)

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Zu BRD-Zeiten sprach man ab den 1970er Jahren von einer Querfront, wenn Rechtsextreme sich links verkleideten, vorneweg Henning Eichberg. Der an der Uni Bochum frisch promovierte Eichberg hatte 1971 sein politisches Vorbild Arthur Ehrhardt, SS-Hauptsturmbannführer und „Bandenbekämpfungsspezialist im Führerhauptquartier“ und nach 1945 Gründer der SS-Zeitschrift „Nation Europa“, verabschiedet („Arthur Ehrhardt ist tot. Der hünenhafte Bauer (…) ist von uns gegangen. Wir, seine Freunde und Schüler, sind betroffen.“) und wenige Jahre später die Partei Die Grünen in Baden-Württemberg mitgegründet, wurde in „linken“ Zeitschriften wie Ästhetik&Kommunikation publiziert und brachte Rudi Dutschke, Joseph Beuys oder Grüne aufs Titelblatt der neu-rechten Postille „wir selbst“.

Früher war es also ein Zeichen von Querfront, wenn sich extreme Rechte als links verkleideten. Der Stern hatte seinerzeit Eichberg, dem wichtigsten Theoretiker deutscher „nationaler Identität“ (er publizierte 1978 das erste Buch mit diesem Titel, seither ist der Begriff schrittweise im Mainstream angekommen) der nationalrevolutionären Neuen Rechten die akademische Karriere in der Bundesrepublik vermasselt, weil er einen gut gewürzten Text gegen die „roten Nazis“ und Eichberg publizierte (Ulrich Völklein (1982): Die roten Nazis. Die rechte Gewalt hat ein linkes Programm: nationale Revolution und Sozialismus, in: Stern, 35. Jg. (1982), H. 10, 4.–10. März 1982, S. 98–106).

Seit Längerem gibt es nun in der Bundesrepublik auch die Variante, dass sich Linke an die Rechte ranmachen, so wie z.B. Sahra Wagenknecht an Frauke Petry und die AfD, früher Dutschke an die „nationale Frage“ oder der damalige DKP-Sympathisant Martin Walser, der sich ebenso an den nationalen Diskurs ranrobbte (»Auschwitz. Und damit hat sich’s. Verwirkt. Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden«, publiziert im edition suhrkamp Band 1000, ediert von Jürgen Habermas, 1979).

Nun also 2016: Wenn Linke oder Linkshegelianer der Rechten zuarbeiten, dann handelt es wohl auch um eine Art Querfront. Mit Hegel für Trump. Damit Amerika wieder ein echter Hegemon wird und die kulturelle Hegemonie der extremen Rechten sich durchsetzen kann. Ersteres wird explizit gewollt und letztes derealisiert, aber goutiert. Der rechtsextreme Antiamerikanismus, das Nicht-Verzeihen des Sieges der Amerikaner über Nazi-Deutschland, bricht jetzt in sich zusammen, wenn ein Pro-Pegida-Mann im Weißen Haus die Macht an sich reißt. Sicher werden antiamerikanische Ressentiments weiter abrufbar bleiben, aber solange die USA nationalistisch, rassistisch, sexistisch, antisemitisch (Alt-Right) und postfaktisch regiert und beraten werden, ist der Ex-Konkret-Redakteur Jürgen Elsässer ein glücklicher Mann („Trump triumphiert, Clinton erledigt – jetzt muss Merkel weg“, Elsässer, 9.11.2016).

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Einer der beliebtesten Mythen unserer Zeit ist die angebliche Verlassenheit oder Abgehängtheit weiter Teile der Bevölkerung in westlich-kapitalistischen Gesellschaften. Deshalb sei Trump gewählt worden und von daher kämen die Stimmen für euphemistisch „rechtspopulistisch“ oder nur „populistisch“ genannte Parteien oder Bewegungen auch in Europa. So dröhnt es monoton aus jeder einzelnen Talkshow, jedem Radiobeitrag, jedem Leitartikel, jedem Kommentar oder jeder Reportage. Und das seit Jahren.

Der Leiter des „Referats Internationale Politikanalyse in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin“, Ernst Hillebrand, bringt das 2015 in dem von ihm edierten Bändchen „Rechtspopulismus in Europa. Gefahr für die Demokratie“ exemplarisch auf den Punkt:

„Der Schlüssel zur Wiederherstellung der Vertrauensbasis liegt meines Erachtens in einer konsequenten Hinwendung zu etwas, was ich als eine ‚Politik der Anerkennung‘ bezeichnen möchte. Die Theorie Axel Honneths vom Verlangen nach Anerkennung als zentraler Triebfeder menschlichen Handelns erscheint mir nach wie vor als einer der erklärungsmächtigsten sozialwissenschaftlichen Denkansätze. Er ist auch für die Politik von zentraler Bedeutung. Eine solche Politik der Anerkennung würde die Voraussetzung dafür schaffen, dass Menschen sich respektiert und ernst genommen fühlen. Sie würde die Gefühle und Sorgen der Menschen als legitim erachten und ihr Verlangen nach einer vertrauten und beherrschbaren Welt akzeptieren und nicht verachten. (…) Erst wenn linke Politik wieder deutlich macht, dass ihr Verhältnis gegenüber den Menschen des jeweiligen Landes von Wertschätzung und Respekt getragen ist, wird sie dem Rechtspopulismus dauerhaft das Wasser abgraben können.“

Die „Puddingprobe“ („the proof of the pudding is in the eating“) hatte Honneths elaborierte Theorie schon 2012 überstanden, als er als Teil der Jury Judith Butler den Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main zusprach. Butler ist so stark von Anerkennung getrieben, dass ihr Hauptanliegen die Zerstörung des jüdischen Staates Israel ist.

Und so treffen sich sozialdemokratische Volksfreunde mit elitären Antizionistinnen und gehen einen saufen oder grillen sich ein veganes Steak mit glukosefreiem Pudding zum Nachtisch.

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Die Hegelianer verachteten früher durchaus das Volk, ob in Wien oder in Doitschland, und das aus gutem Grunde. Diese Verachtung haben sie mit Hermann L. Gremliza gemein, der völlig zu Recht die elenden allzu deutschen Straßennamen in Gerlingen bei Ditzingen im Ländle vorführt. Er distanziert sich auch von Trumps Fußvolk in diesem Land, von den Sarrazins, Buschkowskys, Wagenknechts, Oettingers oder auch Broders (bei dem jetzt der Konkret-Autor Feuerherdt als „Autor“ von „Achgut“ angekommen ist).

Aber die Inkonsistenz, den Primat der Ökonomie zu behaupten und die bloße Kategorie politische Kultur oder jene kultureller Hegemonie nicht zu erkennen, bleibt bei Gremliza im Raume stehen. Er kann sie nicht auflösen. Das ist immer noch mehr als das Kokettieren mit der Hegelschen List der Vernunft angesichts eines von Rechtsextremisten umgebenen Sexisten und Rassisten im Weißen Haus.

Doch auch hier sieht Konkret, wie Marxisten oder (natürlich) orthodox-unorthodoxen Linken, nicht den Bruch, den der 8. November 2016 für den Westen, die USA und Europa bedeutet. Es ist eben nicht der immergleiche Kapitalismus, der herrscht. Es ist eine kulturelle wie politische Hegemonie extrem rechten Denkens und Handelns, das sich nun im mächtigsten Land der Welt Bahn bricht mit unvorhersehbaren Konsequenzen für Amerika, Europa und den Westen.

Und am Ende obsiegt auch bei Gremliza der Primat des Kapitals, politische Kultur, Sexismus und Patriarchat, Rassismus wie Antisemitismus sind nur Abgeleitetes.

Daher kann er auch mit einem abstrusen Zitat von vor 16 Jahren ernsthaft meinen, heute etwas zu Hillary Clinton und Trump gesagt zu haben. Mehr noch: Gremliza verkennt, was eine politische Zäsur ist, die es gar nicht geben kann, schließlich herrsche das Kapital wie eh und je bzw. seit sehr langer Zeit (seit der „ursprünglichen Akkumulation“ weiß der Marxist), wenn er einem achtelgebildeten Journalisten erklärt, dass der Sieg Trumps keine „historische Zensur“ gewesen sei und das germanistische Oberseminar im Brecht-Bau der Uni Tübingen nickt. Dass er keine Zäsur sei, das möchte Gremliza damit aber offenkundig zum Ausdruck bringen. Der Wandel der politischen Kultur, die kulturelle Hegemonie der Neuen Rechten, die politisch wird, ist ihm wurscht, weil ja das kapitalistische Apriori obsiege.

Die alltägliche Gewalt gegen Minderheiten, Latinos und Mexikaner, die LGBT Community, Schwarze, Behinderte, aber auch Mehrheiten wie Frauen, wird zunehmen, angesichts eines Typen wie Trump, und sie hat schon zugenommen, wenn man sich Nachrichten aus USA widmet.

Aber was kümmern empirische Details echte Hegelianer, unterm Strich? Ernsthaft zu meinen mit Faschisten für Israel und gegen die iranische Gefahr zu sein, wird sich als größte Unvernunft erweisen. Wer ernsthaft meint, mit einem Mann, umgeben von Neonazis, Rassisten und Antisemiten, die „Hail Trump“ schreien, sei dem Islamfaschismus aus Teheran beizukommen, sollte mal in sich gehen.

Ein Mann, der autoritäre Herrscher wie Putin und Erdogan oder Massenmörder wie Assad neidvoll betrachtet, soll die Waffe sein gegen die iranische Gefahr.

All das geht zudem nur unter Derealisierung des Rassismus und Sexismus, die als Nebenwidersprüche schon immer bei Seite gelegt wurden. Natürlich würde ein Scheit niemals so vulgär reden wie sein Hegel-sei-bei-uns im Weißen Haus ab Mitte Januar 2017. Aber es stört ihn nicht so massiv, dass er die Gefahr, die Trump für die politische Kultur in Amerika und Europa bedeutet, erkennen würde.

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Es geht den linken Trumpianern um die Wiedereinsetzung des Hegemons USA, nicht um die Gefahr für Amerika selbst und Europa durch eine neu-rechte politische Kultur, durch eine extreme Veränderung kultureller Hegemonie. Eine Querfront ungeahnten Ausmaßes. Man kann den grünen, islamistischen Faschismus nicht mit dem braunen bekämpfen. Vielmehr sind beide Feinde des Westens und der liberalen Demokratie.

Horst lacht, klopft sich auf die Schenkel und hätte sich nie träumen lassen, mal mit Hegelianern in einem Boot zu sitzen, auf dem Chiemsee, und mit Trump Witze über Gender Studies reißen und die abstruse Idee, dass jemals eine Frau Präsidentin der USA wird. „Jetzt wird aufgeräumt“ tönt es über den See. „Lock her up“ – und diesmal ist nicht Hillary gemeint. „Diese Tretbootfahrt könnte sich als #List der Vernunft herausstellen“, wie die Genossen auf Twitter jubilieren werden.

 

 

Trump, Anti-Western Ideology, Sexism, Fascism and the End of Pro-Israel Tents in Germany and Austria

Times of Israel, November 18, 2016

Dr. Clemens Heni is director of The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

November 8, 2016 was probably the most shocking day in the history of elections in the United States of America. It was a huge victory for the anti-Western camp all over Europe, North America and elsewhere. If you can behave and speak like Trump, every single leading neo-Nazi, right-wing extremist, New Right, Alt Right, right-wing populist or fascist politician at least in Europe can become President or Prime Minister, take Norbert Hofer in Austria as next example.

Trump lives in the post-fact world. He lied and lied and lied – and nothing happened. Like Boris Johnson lied, the people voted for Brexit and the next day he had to admit that he just – lied and agitated with purpose.

A person who behaved like a misogynist, racist fascist was elected by the majority of Americans, according to the not-so-democratic American electoral system (Clinton won the popular vote with some one million more votes, and even several million more votes for her in California, New England or New York wouldn’t have changed anything, think about that. So why should more people go voting in these areas, states or cities, if it doesn’t change anything?).

The core problem we are facing is racism, white supremacism, authoritarian personalities all over America and Europe, nationalism and hatred of “the other,” be it Muslims, immigrants, women, LGBT people, physically disabled, left-wingers, liberals. Those who share Trump’s personality and agenda are for example Islamists.

Shadi Hamid, Senior Fellow – Foreign Policy, Center for Middle East Policy, U.S. Relations with the Islamic World, writes about similarities between Trump and the Islamists:

As a minority and a Muslim, the result of this election is distressing—and perhaps the most frightening event I’ve experienced in my own country. (…) It’s almost unfair to compare Trump to the democratically elected Islamists that I normally study, since Trump’s open disrespect not just for liberal norms, but democratic ones as well, has been so unabashed. In his infamous statement during the final presidential debate, Trump refused to commit himself to democratic outcomes if his opponent won. Mainstream Islamist groups that participate in elections—whatever we think their true intentions are—have rarely gone this far. The differences between ethno-nationalist parties, such as Trump’s new Republicans, and religious parties are of course numerous, which makes the similarities all the more glaring. There is the same sense of victimization, real and imagined, at the hands of an entrenched elite, coupled with an acute sense of loss. In both cases, the leader of the movement is seen as the embodiment of the national will, representing “the people.”

However, the German pro-Israel camp is rather happy about a sexist and racist in the White House.

A leading organization, I Like Israel, run by Sacha Stawski, and organizer, for example, of the German Israel Congress and an active part of the German pro-Israel camp with their group Honestly Concerned, are not concerned at all. They are rather happy about the outcome of the American election.

ILI’s newsletter from Nov 13, 2016, links to a pro-Trump article by far right publicist Henryk M. Broder. Broder was a left-wing antifascist in the 1970s and published books about German neo-Nazi in the FRG. Later he also dealt with left wing and mainstream antisemitism in the 1980s. After 9/11, he documented German anti-Americanism and their rejection to fight jihad.

In recent years, though, he has become a mouthpiece of right-wing extremists and those who hate Islam – which must not be confused with fighting jihad and Islamism, like the author of this article who is the author of the 2011, 2013, and 2017 editions of the entry about Germany in the World Almanac of Islamism by the American Foreign Policy Council, based in Washington, D.C.

Broder was supportive of a crowd of far right and neo-Nazi people in Dresden, October, 3, 2016, the German day of “reunification.” They shouted in vulgar language against the elites of state and society, someone even hold a poster with a quote by the Nazi Party NSDAP and Goebbels. On TV, Broder supported the crowd of the “Patriots against the Islamization of the Occident” (Pegida).

Even a former ally of Broder, publicist Michael Miersch, in January 2015 left Broder’s page on the internet, Axis of the Good (Achgut or Achse des Guten), due to the nasty right-wing extremist climate on that page. Ever since, it became even worse. Broder’s page is even part of a campaign against pro-Israel, anti-antisemitism and anti-racist Amadeu Antonio Foundation, run by Anetta Kahane.

Now, two independent (former?) Marxists join the ranks of the pro-Trumpists in Germany, Alex Feuerherdt, a blogger, and Gerhard Scheit, a Vienna based scholar in literature, author of the publishing house ça ira and the journal sans phrase. Scheit wrote an article on Feuerherdt’s blog LizasWelt, where he insinuates that German philosopher Hegel might have had a play in the outcome of the election. Hegel’s “ruse of reason” was behind the election, Scheit and Feuerherdt believe.

They derealize every single sexist or racist rant, including those against Latinos as well as physically disabled. They believe, even against the intention of Trump reason did win! Reason! Never was the left so dumb or ignorant and unreasonable as in this article by Viennese Marxist Gerhard Scheit. He and his publisher Feuerherdt takes side with both fascism and antisemitism in the White House, take Bannon and breitbart.com as worst examples, but they are not the only ones. Ha’aretz left wing Zionist columnist Bradley Burston concludes:

We should have been more active in countering the preposterous but widely spread lies about Hillary Clinton being anti-Semitic and anti-Israel. Trump’s kid-gloves coddling of anti-Semites and their vicious works have served him in good stead. Now the haters will be only too happy to return the favor by stepping up their attacks. On Wednesday, the anniversary of Nazi Germany’s murderous Kristallnacht pogroms which pre-figured the Holocaust, Trump’s victory gave anti-Semites across America an additional reason to raise a glass in celebration. Within minutes of the announcement of Trump’s victory, former Klan leader David Duke – whom the ADL has called “perhaps America’s most well-known racist and anti-Semite” – tweeted, “This is one of the most exciting nights of my life – make no mistake about it, our people have played a HUGE role in electing Trump!”

It is shocking and a disgrace to scholarship and Shoah remembrance to see someone like Gerhard Scheit supporting a fascist like Donald Trump who is about to employ the Alt Right in the White House. Formerly, Scheit edited books by Holocaust survivor Jean Améry.

While the ADL’ Jonathan Greenblatt at its Nov. 17 conference “Never is Now” is shocked by Trump, Jewish historians in the US urge America to stand clear from Trump, antisemitism, racism and hatred of Muslims, the German pro-Israel camp takes side with the Far Right.

The group of Jewish historians declares:

We condemn unequivocally those agitators who have ridden Trump’s coattails to propagate their toxic ideas about Jews. More broadly, we call on all fair-minded Americans to condemn unequivocally the hateful and discriminatory language and threats that have been directed by him and his supporters against Muslims, women, Latinos, African-Americans, disabled people, LGBT people and others. Hatred of one minority leads to hatred of all. Passivity and demoralization are luxuries we cannot afford. We stand ready to wage a struggle to defend the constitutional rights and liberties of all Americans. It is not too soon to begin mobilizing in solidarity. (…) However, it is not only in defense of others that we feel called to speak out.  We witnessed repeated anti-Semitic expressions and insinuations during the Trump campaign.  Much of this anti-Semitism was directed against journalists, either Jewish or with Jewish-sounding names.  The candidate himself refused to denounce—and even retweeted–language and images that struck us as manifestly anti-Semitic.  By not doing so, his campaign gave license to haters of Jews, who truck in conspiracy theories about world Jewish domination.“

One of these anti-Semitic tropes was Trump’s and his camp’s agitation against George Soros. They insinuate, as does Hungarian President Victor Orbán, that Soros is funding NGOs in order to bring refugees into Europe and to destabilize European nation-states. Soros is Jewish and that kind of conspiracy myths are a classic in modern anti-Semitism.

Anti-Semitism is an essential component of Trump and his camp around the world. Other outrageous quotes by Trump can be found here, including this one: “I could stand in the middle of Fifth Avenue and shoot somebody and I wouldn’t lose any voters.”

Again: Not even the most notorious argument by Trump, the influx of immigrants in Europe and the end of European nation-states, has a point. As if 1, 2 or even 5 million immigrants or refugees could topple a continent or the European Union (EU, which is just the Western part of Europe, not including Western Russia, Ukraine, Belarus) with over 450 million inhabitants, not including the UK.

Take the 20% Muslims Israel has, by the way, but the German pro-Israel camp is not really interested in what Israel really is. They are also obsessed in fighting the circumcision or “archaic rituals.” The (post?)Marxists of the journal “Bahamas” went so far and urged their few followers not to join the first ever pro-circumcision rally in Germany in August 2012. “Bahamas” pretends to be pro-Israel, but their agenda is mainly anti-Islam (and not just anti-Islamist). In addition, they have an anti-feminist, sexist agenda, like their prayer leader Justus Wertmüller, a feminist student group in Frankfurt argues against him.

The leading left wing monthly, though, Konkret and its publisher Hermann L. Gremliza, is to some degree different (not the journal as such, but at least the publisher, I assume). While Gremliza in 1976 took sides with the anti-Zionist and antisemitic hijacking of Entebbe, and had some kind of Schadenfreude on 9/11 and even published conspiracy myths after 9/11 in his paper, he changed sides and is now a leading pro-Israel voice in the small left-wing camp in the FRG. For example, Gremliza published a book by American sociologist and political scientist Professor Andrei S. Markovits from the University of Michigan (who in 2006 was the second reader of my doctoral dissertation at the University of Innsbruck, Austria, about the threat deriving from mainstreaming the “New Right” in the FRG from 1970-2005) against anti-Americanism and antisemitism in Germany. I very well recall an event with Gremliza and Markovits, promoting Markovits’ book, Nov. 19, 2004, in Café Sybille in Berlin-Friedrichshain.

Gremliza is also an outspoken antifascist, anti-racist and against the New Right like the Alternative for Germany (AfD). In 1964, he started as a student at the University city of Tübingen in the south-west of the FRG and decovered the Nazi past of “anthopologists” (Volkskunde in German) such as Gustav Bebermeyer.

Taken Feuerherdt and Scheit as examples, this stance by Gremliza against the Far Right has to be emphasized. Gremliza also rejects Germans to give Jews advice in regard to the circumcision. “After Auschwitz,” he says, “Germans should stay away from that kind of advice – at least for the next 1000 years,” he says in a book he published with Suhrkamp publishing house in 2016.

Suhrkamp was the place where Gershom Scholem and Critical Theory were published.

We need a pro-Zionist approach in Germany and Europe that is antiracist, antisexist, anti-Alt Right, anti-New Right, anti-nationalist, antifascist, anti-antisemitic and anti-Islamist, of course.

For many in Europe, it is too difficult a task to be both Zionist and anti-European nationalism. That is the history of both the 19th and 20th centuries. To promote European nationalism will lead to more antisemitism and more Trumps all over Europe. Trump supports Assad, and therefore the Iranian regime, and his admiration for Turkish Islamofascist leader Erdogan as well as Russian authoritarian regime under Putin are shocking, too. The worst case is of course the red button and nukes in the hand of a narcissist lunatic in the White House.

To embrace someone who fought the most vulgar and ugly election campaign ever in a western democracy in recent decades as substantial parts of the German pro-Israel camp does is not just suicidal for Zionism and the Jewish state. It is in itself sexist and racist. Every single sexist and racist rant during the campaign was a reminder to victims of sexism and racism. This retraumatization lies at the bottom of this campaign by the Alt Right’s superhero Donald J. Trump.

Many in Germany saw the end of public life when hundreds of criminal male Arabs or Muslims mainly from the Maghreb abused women on New Year’s Eve in Cologne, Hamburg and other cities. A man who “grabbed women by the pussy” and elsewhere, who just “kisses them” if he likes to was elected President of the United States – and this is now portrayed as a savior of the West. Read: if Muslims abuse women it is a scandal and crime, if a white American man does so, he is elected President.

Broder was the keynote speaker of the German Israel Congress 2016, Feuerherdt is a close ally of him and an author at Broder’s Blog. They represent substantial parts of the German pro-Israel tent, which no longer is a tent, as a collaboration with people who endorse Donald Trump is impossible for any antifascist, anti-racist, anti-sexist, anti-antisemitic, Zionist position.

Israel needs serious allies. The German and Austrian pro-Israel camps are done as long as they are represented by people like those criticized above.

It is a perfidious tactics to abuse Israel and the Jews and embrace Trump, as he is supposedly pro-Israel. Someone who abuses women, who promotes antisemitic conspiracy myths, who mocks Jewish journalists, who defames Muslims and Latinos, who likes Erdogan, Putin and Assad (=Iran) – a friend of Israel?

He is a vulgar sexist, racist, a fascist and an enemy of the Western world. “Make America great again” translates into “destroy the Western world.” To weaken the West and to embolden the jihadists or secular enemies of the free world like Russia. That is Donald J. Trump.

German mainstream journalists of the center-right daily Welt, Richard Herzinger and Hannes Stein, are clear about the threat deriving of Trump and the Alt Right in the White House. Trump is a hero for the anti-liberal, anti-Western international camp. Herzinger writes: “to underestimate Trump is suicidal.”

Finally, look at Aodhán Ó Ríordáin, an Irish Labor Party Senator. He spoke in the Irish Senate and said the following:

How [are we] supposed to deal with this monster who has just been elected President of America? (…) America has just elected a fascist (…) I am embarrassed by the reaction of the Irish government to what’s happened in America. Can the government not understand what is happening? We are at an ugly international crossroads. What is happening in Britain is appalling. What is happening across Europe is appalling. It has echoes from the 1930s, and America, the most powerful country in the world, has just elected a fascist. And the best you can come out with from a government spokesperson is: ‘Well, we have to talk about foreign direct investment. We have to be conscious of American investment in Ireland.’ There are 50,000 Irish people illegal in America who I am quite sure are fearful of their futures. When are we going to have the moral courage to speak in terms other than economy all the time and to realize what is happening? I am frightened. I am absolutely frightened for what’s happening to this world and what’s happening to our inability to stand up for it.”

Jamie Kirchick, fellow with the Foreign Policy Initiative, correspondent for the Daily Beast, and columnist for Tablet Magazine, puts it like this:

To put it in terms our insult-strewing president-elect can relate to: Don’t put lipstick on this pig.”

Ein Präsident für die antiwestliche Internationale*

* und für die AfD, alle Frauen- und Genderhasser, Abtreibungsgegner, Rassisten, Nazis, Faschos, Klimwandelleugner und antisemitischen Verschwörungsfanatiker*innen

Der Autor, Dr. phil. Clemens Heni, ist Politik- und Kulturwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). Er lebte von 2008–2009 in New Haven, Connecticut, USA.

Donald Trump hat die Idee von Amerika als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dem individuellen pursuit of happiness auf unabsehbare Zeit zerstört und wird dem Rechtsextremismus und Nazismus in Europa an die Macht verhelfen und autoritär-weltliche wie islamistische Regime wie jene von Putin oder Erdogan stützen.

Glücklich sein darf nur noch der, der Gewalt gegen Frauen, Einwanderer oder Transgenderpersonen befürwortet oder aktiv ausübt.

Es ist das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten von Amerika einen Mann mit klar faschistoiden Zügen zum Präsident gewählt haben. Trump hat Frauen sexuell missbraucht und sich dafür im Kreis anderer Männer gerühmt. Einer, der damals dabei war, als Trump sich damit brüstete und nicht angeekelt sich abwendete, sondern klatschte und lachte, Billy Bush, verlor seinen Job als Fernsehmoderator – Trump wurde vom Volk dafür belohnt.

Als Trump 2015 bei der ersten Vorwahl, den Primaries, im Bundesstaat Iowa verlor, sagte er „How stupid is the people of Iowa“ – nun, das Völkchen dort ist sehr dumm, denn es hat ihn jetzt zum Präsidenten gewählt, wie der Kabarettist Bill Maher schon Mitte Oktober 2016 sarkastisch kommentierte und die Wahl antizipierte.

Wie ein Hetzer Massen aufputschen kann hat der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno 1949 in seinem Aufsatz „Democratic Leadership and Mass Manipulation“ analysiert. So promotet sich ein Agitator in unserer Zeit als ein einsamer, völlig unabhängiger Kämpfer, der weder vom großen Geld noch den herkömmlichen Mächten unterstützt würde. Dass die Deutsche Bank zu den Hauptsponsoren von Trump gehört, ist geschenkt. Einem Milliardär zu glauben, er sei unabhängig und gerade nicht Teil des Systems ist Teil der Struktur: die Massen wollen belogen werden, sie wollen sich in ihren Führer einfühlen, der sich als einer von ihnen gibt, beim Saufen, Steak essen oder Frauen betatschen und rassistische Witze reißen.

Adorno betont, wie wichtig es ist, sich als verlassen oder alleine zu präsentieren, da sich im Zeitalter des heutigen Kapitalismus – die Unterschiede des heutigen neoliberalen zum post-liberalen des Jahres 1949 sind marginal – auch die Massen alleine fühlten. Vor allem wird der Agitator sich nicht als Politiker präsentieren, sondern als Trottel vom Stammtisch, möchte man hinzufügen. Natürlich ist er ganz und gar nicht alleine, der Trump, nicht einmal den Trump Tower hat er mit eigenen Händen Stein auf Stein gebaut. Er möchte seine Ware verkaufen, nehmen wir Trump Hotels in jedem Dorf, aber möchte nicht als Verkäufer und Kapitalist dastehen. Er weiß, so Adorno weiter, dass alle von den politischen Rackets und von Korruption sprechen, in Amerika wird man heute nur „D.C.“ sagen müssen, und er sei kein Teil davon. Das ist die Masche des Agitators. Er schreit „Haltet den Dieb!“

Schließlich, so Adorno abschließend, fleht der Agitator die Massen an, ja gibt sich als hilflos und bittet um Hilfe, und die Massen fühlen sich geschmeichelt, IHM zu helfen, Teil von ihm zu werden, eine Art Volksgemeinschaft. Nein, nicht wie 1933 mit dem Ausschluß der Juden im Nationalsozialismus. Aber eine Art amerikanischer faschistischer Führer im 21. Jahrhundert ist Trump gleichwohl. Er verabscheut die Demokratie, Aushandlungsprozesse und Kompromisse. Er hat zwar keine faschistische Parteibasis, aber sieht sich als Teil einer „Bewegung“ wie er selbst in seiner Dankesrede am 9. November 2016 sagte.

Es ist exakt diese „Bewegung“, die der Kern der Gefahr ist, da wir auch in Europa solche extrem gefährlichen, rassistischen und rechtsextremen Bewegungen haben.

Was jetzt passiert, war völlig absehbar: das amerikanische Volk, das Trump wählte, wird als Opfer präsentiert. Vulgärmarxisten wie die Zeitschrift „Das Argument“ von Wolfgang Fritz Haug reaktivieren ernsthaft die schon in den 1930er Jahren groteske „Dimitroff-These“ von „Zusammenhang zwischen den reaktionärsten Elementen des Kapitals und dem Faschismus“ (Argument 4/16).

Selbst jene jungen, kraftvollen Anti-Trump-Demonstrant*innen, über 10.000, die z.B. am Trump Tower den President elect ablehnen und bekämpfen, nehmen ihr gutes amerikanisches Volk in Schutz – die Wähler*innen seien doch auch nur Opfer des Kapitalismus, wie eine Gruppe „Sozialistische Alternative“ fabulierte. Dieser Einsatz für das Volk trifft sich 100% mit Sahra Wagenknecht, Frauke Petry und den Nazis vor und nach 1933, mit dem Unterschied dass die jungen Linken in USA Vielfalt gut finden, und sich vor allem gegen den Rassismus und Sexismus von Trump wenden, aber eben das ach-so-gute-Volk davon abspalten. Ein Widerspruch.

Aber auch die bürgerlichen Medien reden für das arme Volk und gegen den bösen Kapitalismus. So reden alle Medien, vorneweg das „linksliberale“ (was immer das sein mag) ARD-Politmagazin Monitor am 10.11.2016. Dort werden die armen „Vergessenen“ als Opfer präsentiert, Gesine Schwan und ein anderer Experte untermauern das und sehen im bösen Kapitalismus die Ursache für den Wahlerfolg und nicht in der je individuellen Entscheidung (!) einen Agitator, autoritären Führer und sexuellen Gewalttäter oder Faschisten zu wählen.

Ganz am Ende der Sendung ein bezeichnender Abspann durch Filmemacher und Moderator Georg Restle: er fühlt sich selbst ertappt, nachdem er minutenlang Trumps oder der AfD Hetze eingespielt hat und das Volk wie Trump oder die AfD als Opfer des Systems in Schutz nahm, „soziale Ungerechtigkeit“ sei zwar die „Ursache“, aber dürfe Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht „rechtfertigen“.

Doch das ist selbst gelogen. Es sind nicht die sozialen Verlierer, die Trump wählten. Darauf weist der Journalist Richard Herzinger mit Nachdruck hin und schreibt:

„Zu den hartnäckigsten Legenden, die in der Öffentlichkeit über Trump gepflegt wurden, gehört die von seiner angeblich unterprivilegierten Wählerschaft. Mit seiner Kandidatur, so wurde beharrlich wiederholt, identifizierten sich die Globalisierungsverlierer und Abgehängten, die an der eigentlich glänzenden Lage der US-Wirtschaft keinen Anteil hätten.

Doch auch wenn Trumps Sozialdemagogie zweifellos auf diese Schichten zielte, die Gesamtheit seiner Unterstützungsmilieus machen sie bei Weitem nicht aus. Neuere Studien belegen vielmehr, dass das Durchschnittseinkommen und der Bildungsgrad seiner Wählerschaft sogar über dem anderer Kandidaten liegen.“

Als überzeugter Antikommunist muss Herzinger gegen Trump sein, der ja ein erklärter Freund Putins ist. Putin ist ja in der Tat auch ein Unterstützer europäischer Rechtsextremer, vom Front National bis hin zu deutschen Verschwörungsfanatiker*innen sowie natürlich der antieuropäischen, super prodeutschen, antiamerikanischen Ideologie eines Alexander Dugin. Dugin, Putin und Trump, das wird ein Treffen der besonderen Art werden, evtl. wird der Islamofaschist Erdogan noch zum Tee hinzustoßen.

Auf die unfassbare Gefahr für Europa durch den Wandel von Dugin zum Pro-Amerikaner wegen Trump wies der Kulturwissenschaftler Claus Leggewie schon vor Monaten hin („Anti-Europäer. Breivik, Dugin, al-Suri & Co.“, Suhrkamp).

Herzinger hat als liberaler Analytiker glasklar auch die rassistischen und antisemitischen Ressentiments im Blick, die ein Kernelement der Katastrophe sind, deren Zeuge wird jetzt sind:

„Die Radikalisierung dieser Milieus liegt nicht in sozialer Not begründet, sondern in rassistischen Ressentiments und verschwörungstheoretisch aufgeladenen Affekten gegen die vermeintlich parasitären „Eliten“ – eine Stimmungslage, die ein grundsätzliches, aggressives Unbehagen gegenüber einer zunehmend diversifizierten modernen Gesellschaft ausdrückt. Die Destruktivkräfte, die es freisetzt, müssen jetzt endlich in ihrer ganzen Sprengkraft zur Kenntnis genommen werden.“

Das ist von enormer Bedeutung: die Trump wie die AfD-Wähler*innen hassen Diversität, Vielfalt, Unsicherheit und Neues, ja den Anderen schlechthin, wie auch mögliche Potentiale des je eigenen Individuums (ein typischer Reflex von Homophoben, beispielsweise).

Dass Menschen einen Mann wählen,

  • der Frauen auf kriminelle Weise sexuell benutzte und sie als zu begrapschendes Freiwild betrachtet, weil er reich, mächtig und männlich ist
  • der Latinos als „potentielle Vergewaltiger“ bezeichnete
  • und eine Mauer zu Mexiko bauen möchte, die Mexiko zu bezahlen habe
  • der bis zu 12 Millionen Menschen abschieben möchte, weil sie keinen Papiere hätten
  • Folter wieder einführen möchte
  • Atomwaffen auch Ländern wie Südkorea gewähren möchte und gegen internationale Verträge sich wendet
  • der allen Muslimen den Zutritt zu den USA verbieten wollte (das wurde zufällig am Tag seiner Wahl wieder von seiner Homepage entfernt)
  • der Kritiker auf Wahlkampfveranstaltungen „zu Brei“ schlagen lassen wollte
  • und seine Konkurrentin „eingesperrt“ und sagte, er werde einen Sonderermittler einstellen, sollte er Präsident werden, der dafür Sorge tragen werde, dass Hillary Clinton tatsächlich hinter Gitter kommt
  • ein Mann, der einen republikanischen Konkurrenten, Rubio, hinter der Bühne zu stark zu „schwitzen“ sah und das unglaublich fand und damit den sehr faschistischen Topos einer Purifizierung des Volkes und des aseptischen (Volks)Körpers intonierte
  • ein Mann, der Hillary Clinton als die „korrupteste Politikerin“ aller Zeiten bezeichnete und das mit einem roten Stern garnierte, der wie ein Davidstern aussah und als solcher in USA aufgefasst wurde
  • der mit der Tötung von Clinton kokettierte, als er meinte, evtl. könnten die „Leute des second Amendments“ sich ihrer annehmen, solle sie gewinnen
  • der den Klimawandel leugnet
  • ein Mann, der meint, nur ER könne das System gerade rücken („to fix it“), nur er alleine, keine Republikanische Partei und keine Berater, Experten oder demokratischen Gremien mit ihnen zusammen, sondern nur er – das alles indiziert das Ende Amerikas.

ist eine Katastrophe für die politische Kultur des ganzen Westens und der ganzen Welt.

Das Undenkbare, noch letztes Jahr, ist Wirklichkeit geworden. Der Faschismus, wenn auch nicht als System wie bei Mussolini, aber doch als eine Ein-Mann-Show, die Feinde aktiv bekämpfen wird und das neoliberale, Frauen als Waren betrachtende „you are fired“ von Trumps TV-SHOW The Apprentice auf die politische Ebene hebt, ist eine ungeahnte Gefahr, die gerade von Amerika ausgehen wird und Europa auch an den Rand des Abgrunds bringen wird.

Trump als eine Mischung aus Dieter Bohlen und Björn Höcke, nur um den Faktor unendlich gefährlicher, da Deutschland keine Atomwaffen hat und Wannabee Goebbels Höcke und die völkische Petry zumindest 2017 keine Mehrheit bei einer Bundestagswahl bekommen werden. Noch nicht.

All das unterscheidet Trump von früheren Rassisten in den USA wie Pat Buchanan oder Ross Perot, die beide keine wirklichen Ambitionen hatten, das ganze Land zentral und dirigistisch oder diktatorisch zu regieren, da sie das „System“ D.C. ablehnten – doch Trump lehnt es gerade nicht ab, er möchte nur ganz alleine im Oval Office über alle wichtigen politischen Fragen entscheiden können.

Entgegen Buchanan oder Perot hat er also diesen für den Faschismus (wir reden hier nicht über den Nationalsozialismus) italienischer Provenienz typischen Duce-Faktor. Darauf wies die New York Times im Dezember 2015 hin, auch wenn der Autor am Ende seine eigene Analyse aus Angst vor der eigenen Courage wieder zurücknahm – doch das im Dezember letzten Jahres und ein Hauptargument war, er würde keine faschistische Massenbewegung aufbauen.

Mittlerweile hat er das aber, eine riesige Bewegung, die sich selbst organisiert und nicht eingesetzt oder zentral geführt wird, wobei ihr Führer und Wortgeber bundesweit jedoch ein einziger Mann war und ist, keine Partei, keine Idee, nur ein Name: Trump. Das hat für Amerika nicht gekannte faschistoide Züge. Trump selbst nennt sie ja seine „Bewegung“.

Was jetzt passiert, war genau so zu erwarten: das gute amerikanische Volk wird in Schutz genommen und der einzige Böse ist? Klar, der Kapitalismus! Wie immer! Er ist schuld, dass Männer Frauen einfach an die „Pussy“ fassen oder ihre Brüste betatschen und eine Mauer gegen Mexiko bauen wollen, weil alle Latinos potentielle Vergewaltiger und Drogendealer seien. (Trump selbst würde nie im Leben Drogen nehmen, von Alkohol ganz zu schweigen.)

Auf die Idee, dass Menschen, die sich angeblich als Opfer des Kapitalismus fühlen, auch wenn sie ein Haus, ein Auto und viel zu viel zu essen haben (man schaue sich nur die großteils abgemagerten Trump-Unterstützer an), sich mit anderen zusammen schließen für eine demokratische, vielfältige, auf Kompromissen basierende Lösung von ökonomischen und sonstigen Problemen, eine freie Assoziation oder was immer, ohne andere, „DEN Anderen“, Minderheiten auszugrenzen, zu diffamieren, zum Abschuss oder der Abschiebung freizugeben – darauf kommt niemand. Und niemand fordert es ein. Man kapituliert vor dem Mob. Wie gehabt.

Exemplarisch hat eine Taz-Autorin, Deborah Feldman, dieses Umarmen des sexistischen, rassistischen und mit antisemitischen Verschwörungsmythen nur so um sich werfenden und mit Gewalt permanent kokettierenden und sie auf Veranstaltungen von Trump nicht nur verbal ausübenden Mobs so auf den Punkt gebracht (das ist keine Satire!):

„Bevor wir dem Impuls nachgeben, Leute zu beleidigen und damit aufzugeben, sollten wir uns fragen, was wir für gegeben nehmen, das andere nicht haben. Lasst uns unsere Offenheit und Toleranz nicht selektiv vergeben. Es mag sich anfühlen wie eine moralische Pflicht – aber die Pflicht, die uns nun obliegt, ist eine praktische. Lasst uns unsere Empörung und unsere Entrüstung beiseiteschieben und lernen, Menschlichkeit auch in den Menschen zu sehen, die anders denken, aussehen und handeln als wir. Und das unabhängig von ihren politischen Überzeugungen.

Ich möchte nicht von der biblischen Verpflichtung sprechen, diese Menschen lieben zu müssen, sondern davon, dass wir sie akzeptieren müssen, weil wir ein gemeinsames Schicksal teilen.“

Nicht einmal Melinda Crane, die bekannte Journalistin, kommt darauf, mal das Volk zu kritisieren und so nimmt sie das US-Wahlvolk in Schutz, als sie mal wieder bei n-tv als Expertin im Fernsehen kommentierte und von Trumps Erfolg zuerst zutiefst geschockt war (das war sie wirklich), um dann am nächsten Tag sich selbst und die Elite von promovierten und nicht promovierten AutorInnen, ExpertInnen oder KünstlerInnen etc. in Haftung zu nehmen: „Wir hätten nur mit uns selbst geredet und nicht mit dem Volk“. Das hat Crane so gesagt und so gemeint. Und sie ist noch die beste TV-Kommentatorin. Au weia!!

Und wenn man mit dem voll gefressenen motorisierten Volk nicht redet, hetzt es halt gegen jene, wirklich nicht viel haben, Einwanderer, Leute ohne Papiere oder man benutzt Frauen, weil das Recht des Stärkeren gilt. Oder man macht sich über Behinderte lustig, wie es Trump mit dem New York Times Autoren Serge Kovaleski getan hat. Da lacht das Faschistenherz!

Oder man unterstellt Frauen wie Megyn Kelly vom konservativen Sender FOX-News – eigentlich Trumps Propagandasender und seit Jahren an vorderster Front (Sean Hannity!) im Kampf gegen die Demokratie, Vielfalt, Einwanderung, Merkel und das Öffnen (für eine kurze Zeit) der Grenzen und für den Rechtsextremismus, die Waffenlobby, die Klimaleugnung oder das Ressentiment gegen „die“ Muslime etc., –, aus ihrem Mund würde Blut strömen, weil sie ihre Periode hätte und deshalb übel drauf sei.

Allen ist das Volk sakrosankt. Konservativ-liberale und antideutsche Kritik, bei allen erheblichen Unterschieden, kann sich ironischerweise an diesem entscheidenden Punkt treffen: die Menschen ernst zu nehmen, sie in Verantwortung zu nehmen für die Wahl eines autoritären oder faschistoiden Führers, dafür, die Demokratie und den Westen von innen heraus zu zerstören. Entgegen all den Verharmlosern, die noch bei der Wahl des übelsten Gewalttäters seine Wählerschaft in Schutz nimmt und sie als Opfer des Kapitalismus hinstellt, gilt es das Volk zu verachten, so wie es US Comedian Bill Maher tut.

So wie man Pegida-Demonstrationsteilnehmer wie auch AfD-Wähler*innen verachten sollte, so auch jene gut 59 Millionen Amerikaner*innen, die aus „freien“ Stücken Trump wählten, die sich ihres Ichs berauben ließen durch Massenmanipulation oder aber aus niederen Beweggründen, wie man strafrechtlich sagen würde, aus Hass auf Frauen, Latinos, Einwanderer, Transgender, Linke oder Muslime sowie Liebe zu verschwörungsfanatischen  Ideologemen und Hass auf Juden wie George Soros dazu ermutig fühlten, ihren ersten amerikanischen Führer zu wählen.

Trump wird den europäischen Rechtsextremisten von Frankreich über Holland über Deutschland, Ungarn nach Österreich und alle anderen europäischen Staaten für alle Zeiten eine Heldenfigur sein.

Liefen die Nazis und die AfD am 7. November 2015 in Berlin Unter den Linden noch mit antiamerikanischen Postern von Jürgen Elsässers Compact-Magazin, so jubeln sie jetzt Amerika zu. Der Hass auf Einwanderer, Linke, selbstbestimmte Frauen, Transgender oder Muslime überwiegt noch jedes antiamerikanische Ressentiment, auch wenn das weiterhin immer abrufbar bleiben wird.

Aber für unabsehbare Zeit sind Amerika und Donald Trump die Superhelden der gesamten europäischen und amerikanischen Naziszene, von David Duke, der eine der „glücklichsten Nächte seines Lebens genoss“ hin zu Frauke Petry, die in der Jungen Freiheit logischerweise ankündigt, dass es jetzt erst richtig los gehe.

Der Unterschied zu früher liegt zweifelsohne darin, dass diesmal tatsächlich auch Juden mitmachen dürfen bei der Zerstörung der Demokratie, da das Rassedenken kaum noch die Wirkmächtigkeit hat wie seinerzeit. Da lachen Broder und Achgut wie auch die extreme Rechte in Israel. Verlierer sind ein linker, liberaler oder seriöser Zionismus wie auch die Kritiker des Antisemitismus wie des Rechtsextremismus. Der amerikanisch-israelische Journalist Bradley Burston, sieht in Trumps Wahlsieg den „größten Sieg für den Antisemitismus im Amerika seit 1941“.

Ein Kernelement von Faschisten ist ihre Unberechenbarkeit. Das ist Trumps Charakter in Reinform. Morgen ein Treffen mit Netanyahu, dann wieder mit amerikanischen Antisemiten, die den alten Slogan „America First“ so sehen, wie er historisch gesehen wurde: als antisemitischer, Pro-Nazi-Slogan, wie Burston unterstreicht. Trump wird sich kaum retten können vor Einladungen zu antisemitischen Events von Victor Orbán, der Merkel nicht weniger verabscheut wie Trump und beide teilen auch das antijüdische Ressentiment gegen George Soros, dem beide vorwerfen, NGOs zu bezahlen, die Flüchtlinge unterstützten, nach Europa zu kommen, um die europäischen Nationalstaaten zu destabilisieren.

Amerika ist in seinem Kern bereits zerstört und Europa wird mit der Hilfe Trumps auch zerstört werden, autoritäre Großreiche, USA, Russland, Türkei, China, Iran – werden diesen Planeten verändern wie nichts seit 1945. Die antiwestliche Internationale hat erstmals das wichtigste und mächtigste Land der Welt hinter sich.

Nochmal: das amerikanische Volk ist schuld und verantwortlich für diese Wahl. Wähler eines Rassisten und Sexisten, der antisemitische Verschwörungsmythen verbreitet, gegen Behinderte hetzt und Einwanderer bekämpft, sind selbst das Problem und keine armen Opfer des Kapitalismus, die nicht anders konnten, als Trump zu wählen!

Diese Lüge von den „Vergessenen“ wird jetzt monate- und jahrelang durch alle Leitartikel, Talkshows und Reportagen herumgereicht, doch eine Lüge bleibt eine Lüge, auch wenn sie alle glauben. Pegidisten sind auch keine Opfer, sondern Täter, wie alle Nazis.

Donald Trump ist der erste Präsident der westlichen Welt und vor allem Amerikas, der das Post-Wahrheits-Zeitalter auch formal einläutet. Man kann lügen wie man will, man wird gewählt. Ein Sieg der Verschwörungsfanatiker*innen, der AfD und wie das ganze Pack, das ist es weiterhin und verschärft, sich nennt.

Das amerikanische Volk in seiner Mehrheit zu verabscheuen ob dieser Wahl ist nicht antiamerikanisch, sondern pro-westlich und antifaschistisch. Trump immer noch nicht als den gefährlichsten Mann im Westen (oder ehemaligen Westen) zu erkennen, der er ist, ist selbstmörderisch, in der Tat – Richard Herzinger mahnt:

„Dass Marine Le Pen im kommenden Jahr zur französischen Präsidentin gewählt werden könnte, ist nun alles andere als eine Utopie. Trump jetzt noch weiter zu unterschätzen und sich in vagen Hoffnungen zu ergehen, es möge irgendwie doch nicht so schlimm kommen, wäre mehr als sträflich. Es wäre selbstmörderisch.“

Als Bill Maher im TV gefragt wurde, ob er seine Äußerung, America sei ein „stupid country“ erläutern könnte, meinte er ganz trocken, er müsse da nichts klarstellen – „it is“ (ab Min. 3:40).

Als jetzt im österreichischen Fernsehen in der Sendung ZIB (Zeit im Bild) des ORF eine Moderatorin den Oscar-Preisträger und Schauspieler Christoph Waltz fragte, ob man nicht für Trump „die Unschuldsvermutung“ gelten lassen könnte, sagte Waltz sehr bestimmt und in völliger Klarheit: NEIN, Gesagtes könne man nicht als ungesagt hinstellen.

Christoph Waltz hat sich als Weltbürger gezeigt, als einer, bei dem es keine Anmaßung ist, wenn er von „ich“ redet. US-Präsident Obama hingegen meinte bei seinem Treffen mit Trump gestern, wie Waltz fassungslos festhält, er würde Trump Erfolg wünschen, weil das dann auch der Erfolg für ALLE sei.

Christoph Waltz: „Wirklich? Wenn Trump mit dem Erfolg hat, was er in dem Wahlkampf angekündigt hat, dann ist das Ende erreicht.“

 

Der Autor, Dr. phil. Clemens Heni, ist Politik- und Kulturwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). Er lebte von 2008–2009 in New Haven, Connecticut, USA.

 

 

 

The Shoah will soon be forgotten. We lost

Times of Israel, 8. November 2016

The Shoah will soon be forgotten. It is already forgotten as a specific crime against the Jewish people by the Germans.

It is portrayed by many as “what people do against people.” That is one of the bottom lines of the “good ones,” like the United States Holocaust Memorial in Washington, D.C.

Of course, the Far Right, neo-Nazis and fascists are more than eager to forget it, particularly in Germany and Austria, but also elsewhere. That is why German Nazis and their European counterparts in the Netherlands, the UK, Hungary, France, Sweden, Italy etc. are so eager to see Trump win today. They want a nationalist vote, as nationalism in Germany and Europe equals forgetting if not affirming the Holocaust.

Moreover, the German and Austrian mainstream has been eager to forget, distort and whitewash their history in many, many ways. Left-wingers or liberals, though, are far from safe. They make the ugliest comparisons possible of the Jewish state to the Nazis. Then again, many left-wingers and most left-wing theories on fascism (not on National Socialism) portrayed the Shoah as just another chapter in the crimes of bourgeois society. Antisemitism did not play a big role if any in these studies.

Others deny the uniqueness of the Holocaust by comparing the Shoah to colonialism and have literally no idea what happened in any colony – regardless which one and at what time, as there was always a cui bono – and what happened in the woods of Lithuania, Ukraine, Poland, in Sobibor, Chelmno, Auschwitz, Treblinka or Majdanek. The intentional killing of an entire people, the Jews, by the Germans was a unique crime, as scholarship has shown (see my own research on that, Boston University’s Steven T. Katz’ or Dan Michman’s from Yad Vashem, for example). But the new mainstreams deny that uniqueness.

Take the Bill O’Reilly Show on FoxNews in America on October 21, 2016. In it, O’Reilly talks to the young director of the Victims of Communism Memorial in Washington DC, Marion Smith. They speak about “100 million victims of Communism,” a number that makes six million Jews and the Shoah a tiny part and nothing special. And indeed, O’Reilly literally went on to call Hitler and Stalin “the same thing.” He equated those who built Auschwitz to those who liberated it. Truth doesn’t matter these days, regardless whether you are in the pro- or anti-Trump camp sometimes. And when it comes to the Shoah “sometimes” translates into “most often.”

Holocaust historian and Yiddishist Prof. Dovid Katz, the leading fighter against Holocaust distortion, not just in Lithuania, informed the interested public about that O’Reilly TV show the following day (Oct. 22) and wrote:

“The usual savvy O’Reilly is, like most American pundits, not aware of the Double Genocide movement in Europe which seeks, among other things, to belittle the American and British sacrifices undertaken to bring down Nazism in Europe, while effectively falsifying the history of the grand alliance that defeated Hitler. No doubt that Mr. O’Reilly, on reflection, would think twice before embracing a theory that effectively diminishes the sacrifices of his own family members who fought heroically in World War II.“

That is a nice description, but I wouldn’t credit Americans that much about for their naiveté. Take historians Ben Kiernan (who is known for Holocaust distortion via genocide inflation) or Robert Gellately, who take “The Black Book of Communism” as some kind of new Bible not on the crimes of Communism, which we must of course study and expose, but as a handbook for modern downplayers of the Holocaust and adherents of the far right’s Double Genocide.

Or take Jeffrey Herf from the University of Maryland, a renowned Holocaust historian. He endorses the “Black Book of Communism,” which was first published in France in 1997 and the following year in German with a contribution by Joachim Gauck (who became German President in 2012), as follows:

“The authors of The Black Book of Communism are part of a welcome change in the moral-philosophical landscape in Paris, and one hopes elsewhere, as a result of which liberal and left-of-center intellectuals, scholars and politicians judge the crimes of communist regimes with the same severity they’ve applied to those of Nazism and fascism.”

Jeffrey Herf, The Washington Post Book World

The main person behind this “Black Book” is Stéphane Courtois, a former French leftist who became a passionate anticommunist. During an event in Berlin in 1998, in order to gain political support, Courtois accused Israel of claiming that the Holocaust is unique. This argumentation has been widespread among right-wing extremists for decades, but became mainstream during the last decade. This trend was already obvious when German historian Horst Möller, former head of the Institute for Contemporary History in Munich (“Institut für Zeitgeschichte,” IFZ) edited a book in 1999 titled The Red Holocaust. The book was a compilation of positive reviews of the Black Book of Communism. Gauck was also among the contributors to the The Red Holocaust.

Both the unprecedented and unique character of the Holocaust are denied, for example, by world-wide bestselling author and Yale historian Timothy Snyder in his book “Bloodlands.” He starts in 1932 and ends after the end of the Second World War. Auschwitz is just a small part of this fantasy “Bloodlands” (a non-existent territory, invented by Snyder himself as such) and nothing unprecedented at all.

Shortly after 1945, every specific proposal for action against Germany (e.g., the Morgenthau plan) was turned down. Instead, anticommunism and “anti-totalitarianism” became fashionable; see the work of Hannah Arendt and others of that time. After the Cold War, in the 1990s, a large revival of these old theories took place. The Black Book of Communism appeared in 1997 in France and a year later in Germany, with the intention of deleting specific commemorations of the Holocaust and replacing them with commemoration of all “genocides.“ This is substantially the same as what is written in the Prague Declaration, supported not only by Lithuania and the Baltics generally, but also several politicians and scholars of Germany and the Czech Republic, such as Vaclav Havel and Joachim Gauck. Germans often want to rid themselves of guilt for the Holocaust, but the Czechs? The Czech Republic was among the first victims of Nazi Germany. In 1945, Czechoslovakia was liberated by the Soviet Union’s Red Army.

German President Joachim Gauck signed the Prague Declaration of 2008, which equates Communism and Nazism and urges Europe to establish a “common” day of remembrance for “totalitarian crimes,” August 23, 1939, the day of the Hitler-Stalin Pact.

The same red equals brown ideology holds for the “Victims of Communism Memorial” in America, installed by President George W. Bush. A representative from that Holocaust distorting memorial, Marion Smith, agreed with O’Reilly that Hitler equals Stalin and vice versa.

Auschwitz survivor Jean Améry foresaw it decades ago. The most important prize for literature in Germany is the Büchner prize, named after the famous revolutionary Georg Büchner, who lived in the early 19th century. The prizewinner in 2007 was German writer Martin Mosebach. In his acceptance speech, he compared the French Revolutionary Saint-Just in which he threatened his rivals with violence and death, with an unprecedented address in modern world history – the speech of the chief of the SS Heinrich Himmler in Posen on October 4, 1943. There, the chief of the Schutzstaffel (SS) praised German mass murderers having “behaved themselves,” while “exterminating the Jewish people.” The Shoah is justified and for him, German perpetrators are heroes.

To compare these unprecedented crimes with a typical text of the French Revolution has two effects: first, the remembrance of the crimes Nazi Germany committed is reduced and veiled, if one can compare one of the ugliest speeches in world history with any text of the French Revolution. Second, the conservative Mosebach pleads for an aggressive anti-Utopian stance, because in his view both the French Revolution and National Socialism were results of utopian ideas. This specifically ignores the antisemitic impact of right-wing extremism before 1933 as well as between 1933–1945.

Decades ago in his Jenseits von Schuld und Sühne (Beyond Guilt and Atonement), Holocaust survivor Jean Améry foresaw this kind of antisemitism:

“Hitler’s empire…will first continue to pass as an accident in the workings of history. But, finally it will be regarded as history pure and simple, neither better nor worse than any other dramatic historical period. Even stained with blood, the empire will have had its daily life, its family life. The picture of grandfather in his SS uniform will be hung in a  place of honor, and schoolchildren will hear less about the selections that took place on the ramps [of Auschwitz] than about the surprising victory over an all-pervasive unemployment. Hitler, Himmler, Heydrich, Kaltenbrunner will become names like Napoleon, Fouché, Robespierre, and Saint-Just.”

Historian and Jewish studies scholar Alvin Rosenfeld put it aptly in his “The End of the Holocaust” (2010), where he dealt with the “good” Americans, not with what we would call today Trumpists. Fascist, sexist, racist, authoritarian, post-truth conspiracy agitator Donald Trump has to be fought with all electoral power America has and he will lose today’s election. Otherwise America is, morally speaking, history.

But let us look backward and forward, at how the “Americanization” of the Holocaust happened. Rosenfeld writes:

“It is part of the traditional, mainstream American ethos to stress the prevalence of goodness, innocence, optimism, liberty, diversity, and equality. It is part of the same ethos to downplay or at least not dwell on the dark and brutal sides of life and instead to place a preponderant emphasis on the saving power of individual moral conduct and collective deeds of redemption. (p. 60) (…)

According to Naomi Paiss, a former director of communication, ‘The [United States Holocaust Memorial] museum’s ultimate goal [is] an ‘en-masse understanding that we are not about what the Germans did to Jews but what people did to people.” (p. 68).

That universalization of the Shoah is the problem. It will be among the reasons why the Shoah will be forgotten as a specific, as the worst crime of mankind. And we will forget it with the best intentions of diversity and inclusiveness. We won’t realize the violence that is inherent to the words of someone like Naomi Paiss, who stands just pars pro toto for mainstream Holocaust and Genocide Studies, as many like to frame it these days and in the future.

Améry predicted this decades ago. And we failed to prevent it.

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