Clemens Heni

Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Monat: Dezember 2010

German Ideology: Understanding Ahasver, Mammon, and Moloch

Clemens Heni, German ideology: Understanding Ahasver, Mammon, and Moloch was published with the Journal for the Study of Antisemitism (JSA), Vol. 2, No. 1, 2010, 49–87

Riga and Remembering

Riga and Remembering, Journal for the Study of Antisemitism, Vol. 2, No. 1 (2010), 157–162

Deutsch-Arabische Freundschaft – Qatar, FIFA, Albert Speer

Deutsch-Arabische Freundschaft –

 

Qatar, FIFA, Albert Speer

 

Wie soll man heute noch als Kabarettist in Deutschland reüssieren? Die besten Witze oder Pointen schreibt dieses Land doch selbst.

Man könnte meinen es sei Polemik oder Kabarett wenn man sagt: „Albert Speer ist heute noch als Architekt für antisemitische Länder aktiv“.

Albert Speer (Jg. 1905) war ein alter Nazi (NSDAP-Mitglied seit 1931), enger Vertrauter von Hitler und Architekt für großdeutsche Träume, er ließ Sklavenarbeiter für sich arbeiten, plante u.a. Baracken in Auschwitz[i], war von 1942 an „Reichsminister für Bewaffnung und Munition“. Er war einer der Angeklagten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher (1945-1946), wurde zu läppischen 20 Jahren Zuchthaus verurteilt und starb im Jahr 1981.

De facto jedoch ist Albert Speer immer noch für antisemitische Länder als Architekt aktiv – Albert Speer junior, geboren 1934, Sohn des Hauptkriegsverbrechers mit dem gleichen Namen, baut für Qatar Fußballstadien für die Fußballweltmeisterschaft 2022.[ii]

Qatar ist bekannt für seinen Antisemitismus und Islamismus. Der wohl derzeit weltweit einflussreichste islamistische Prediger im sunnitischen Islam ist Scheich Yusuf al-Qaradawi, ein mittlerweile weit über 80 Jahre alter Hetzer. 2009 forderte er „Allah“ auf „alle Juden zu töten, bis auf den letzten“.[iii]

Qaradawi möchte den jüdischen Staat Israel zerstören und findet Selbstmordattentate in Israel prima. Er erlaubt Frauen ausnahmsweise – ist ja für ‚einen guten Zweck‘ – unverschleiert solche Mordaktionen durchzuführen. Er wird von deutschen und anderen Forscherinnen und Forschern als „moderat“ bezeichnet.

Qatar ist durch al-Qaradawi weltweit bekannt geworden, da der islamistische Vordenker dort seit den 1960er Jahren lebt und von dort aus seine Propaganda im Sinne der Muslimbruderschaft verbreitet.

Der derzeitige Emir von Qatar hat 3 Ehefrauen und 24 Kinder. Polygamie ist in Qatar erlaubt, was nicht verwundert, ist doch der Islam Staatsreligion und die Scharia Pflicht.

Am 3. Dezember 2010, einen Tag nach der FIFA-Entscheidung die Fußball-WM 2022 von Antisemiten und Frauenverachtern veranstalten zu lassen, gab al-Qaradawi seine Freitagspredigt. Darin attackierte er die USA und Präsident Obama, weil dieser sich enttäuscht zeigt ob der FIFA-Entscheidung. In der letzten von vier Abstimmungsrunden für den WM-Austragungsort hatte Qatar über die USA gesiegt. Al-Qaradawi sieht darin ein Fanal für den Sieg Arabiens und der Muslime über Amerika (Fußball ist ihm hingegen reichlich wurscht, was kaum verwundert).

Eine deutsch-arabische Freundschaft, wie sie traditionsreicher nicht sein könnte. Albert Speer war Hitler’s Busenfreund und Architekt, während der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Hussaini in Berlin residierte und die Deutschen antijüdische Propaganda in den Nahen Osten sendeten wie mit Radio Zeesen; Albert Speer junior plant nun Stadien der FIFA Fußball-WM 2022 für das islamistische und antisemitische Emirat Qatar und dessen bekanntestem Scheich Yusuf al-Qaradawi.

Deutschland ist wieder wer – und muss dafür nicht mal den Namen ändern.


[i] „Speer billigte den Kauf von Baumaterialien (in Höhe von 13700000 Reichsmark) zur Errichtung von 300 Baracken mit Raum für 132000 Häftlinge in Auschwitz.“ (Raul Hilberg, 1961/1999: Die Vernichtung der europäischen Juden, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch, Band 2, S. 995).

[ii] „Nach der überraschenden Entscheidung der FIFA, die WM 2022 in Katar auszurichten, hat der Frankfurter Architekt Albert Speer Grund zum Freuen. Sein Büro hat nicht nur die Bewerbungsunterlagen des Emirats erarbeitet, sondern auch bereits den Zuschlag für den Bau von mindestens zwei Stadien erhalten“ (Fußball-WM 2022. Albert Speer baut Stadien in Katar, HR-online, 3. Dezember 2010,  http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5986&key=standard_document_40315971 ).

[iii] „On January 9, 2009, Qatar based Yusuf al-Qaradawi said on al-Jazeera TV (translation via MEMRI): “Oh Allah, take this oppressive, Jewish, Zionist band of people. Oh Allah, do not spare a single one of them. Oh Allah, count their numbers, and kill them, down to the very last one.“ A country like Qatar which is hosting such a Nazi-style anti-Semite has no right to host the soccer World Cup or any other huge, international event. However, FIFA has decided: Welcome to the Islamist and anti-Semitic propaganda show in Qatar in 2022, called FIFA soccer World Cup!” (Clemens Heni, Soccer World Cup 2022: FIFA Embraces Qatar’s Polygamy and Anti-Semitism, December 3, 2010, NewsRealBlog, http://www.newsrealblog.com/2010/12/03/soccer-world-cup-2022-fifa-embraces-qatars-polygamy-and-anti-semitism/2/ ).

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